Warum sich Crowdinvesting nicht auszahlt

Crowdinvesting ist enorm risikoreich, ohne die gleichen Ertragschancen ähnlicher risikoreicher Investmentformen aufzuweisen.

Fazit:
Crowdinvesting ist enorm risikoreich, ohne die gleichen Ertragschancen ähnlicher risikoreicher Investmentformen aufzuweisen. Zudem ist es nicht steuereinfach. Für mich ist das also insgesamt kein attraktives Investmentformat, außer es gibt ein altruistisches Motiv einen oder eine Unternehmerin zu unterstützen.

Crowdinvesting zahlt sich nicht aus. Zumindest so wie ich es kennengelernt habe.

Bevor wir starten: Generell ist Crowdinvesting vor allem bekannt für Investments in Immobilien als auch in Startups. Persönlich habe ich nur Erfahrungen mit Startup-Investments gemacht. Das erste Investment war im Jahr 2014 über € 500. Heuer ist dieses Unternehmen insolvent geworden. Ein zweites Investment machte ich im Jahr 2020 über € 300. Im Gegensatz zum ersten Investment erwarte ich dar gar keine Rendite irgendwann, sondern ich wollte ein mir bekanntes und geschätztes Unternehmer-Paar unterstützen.

Viel Risiko, wenig Ertragschancen

Schon 2014 folgte mein Investment mehr aus Interesse. Ich wollte wissen, wie das Ganze funktioniert.

Wie also schaute der Deal 2014 aus? Der Crowdinvestor geht ein Nachrangdarlehen mit dem Gründer ein. Der Gründer kann das Darlehen nach einer bestimmten Zeit zu einem bestimmten Zinssatz zurückzahlen. Macht er das nicht, erhält der Crowdinvestor Mini-Anteile an dem Unternehmen, entsprechend seinem Investment und der Unternehmensbewertung.

Das bedeutet:

  1. Geht das Geschäftsmodell durch die Decke, wird der Gründer die Crowdinvestoren auszahlen. Die Crowdinvestoren haben dann von dem Riesenerfolg wenig. Meine Aktien-Dividenden haben etwa in der gleichen Zeit den theoretischen Zinssatz des Crowdinvestments um Längen geschlagen.
  2. Läuft das Geschäftsmodell nicht so wie erwartet, werden die Crowdinvestoren zwar Anteilsinhaber, sie haben aber mit ihren Mikroanteilen keinerlei Einfluss auf die Geschäftsgebarung. Es gab schon Fälle, in denen Unternehmen einfach neue Teilgesellschaften gegründet haben, woran wiederum die Crowdinvestoren nicht beteiligt waren.
  3. Floppt das Geschäftsmodell, werden Crowdinvestoren mit ihren Nachrangdarlehen als letzte Gläubiger bedient.

Der Crowdinvestor trägt also ein sehr hohes Risiko, ist aber bei seinen Ertragschancen limitiert.

Early-Stage Investments den Profis, Börse den Privatanlegern

„Crowdinvesting“ kommt cool und innovativ daher. Die Idee ist aber wirklich nicht neu, denn eine Börse macht ja nichts anderes, nur halt für reifere Unternehmen. Ich würde jedem Privatanleger empfehlen, sich eher mit Aktien und ETFs zu beschäftigen und Startup/Immo-Investments den Profis zu überlassen.