Quo vadis Internet?

So abgedroschen die Phrase ist, es ist doch recht spannend wohin sich das Internet bewegen wird und ich mache mir laufend Gedanken dazu. Wird das Internet zu einem Oligopol der großen IT-Giganten? Wird selbst der versierte Nutzer immer weniger mit Code in Berührung kommen? Schafft Open-Source ein Revival oder werden auch noch die letzten Bastionen – etwa WordPress – fallen?

Selbstgehostet vs. Gehostete Webseiten-Builder

Proprietäre Software wird sich meiner Meinung weiter durchsetzen. Nutzen und Bequemlichkeit schlagen Unabhängigkeit. Ein Beispiel dafür ist WordPress. WordPress ist uneingeschränkte #1 wenn es um CMS geht, mit einem wachsenden Marktanteil von 33,5%. Gehostete Page-Builder verfügen aber über schnelleres Wachstum und ich denke, das No-Code Movement wird weiter an Boden gewinnen. Blogs haben bereits zugunsten von Plattformen wie Instagram Einfluss verloren, dasselbe wird wohl auch in der Wirtschaft im KMU-Bereich passieren.

Bequemlichkeit siegt

Heute habe ich gelesen, dass die Stadt Hamburg mehr auf Open-Source statt auf Microsoft setzen will. Ob das so ein gute Idee ist, wage ich zu bezweifeln. Es würde jedenfalls enorm Zeit und Schmerz verursachen, wenn alle Mitarbeiter auf neue Programme eingeschult werden müssen.

Dabei kann ich Open Source sehr viel abgewinnen. Ich selbst habe immer Alternativen ausprobiert und bin schlussendlich wieder bei kommerziellen Anbietern gelandet. Zuletzt etwa ownCloud. ownCloud funktionierte super, aber es war halt auch nicht besser als die Microsoft OwnDrive. Microsoft ist mit seinem 1TB Speicherplatz sogar günstiger als mein Hoster und inkludiert die bewährten Programme im Paket.

SaaS erlaubt planbaren Cashflow

Die immer verbreiteten SaaS-Geschäftsmodelle ermöglichen einen kontinuierlichen Cashflow, mit dem das Produkt vergleichsweise günstig und mit einem Competitive Edge weiterentwickelt werden kann. Zwar hat auch Open Source seine Stärken, aber Software ist immer nur ein Mittel zum Zweck und ich glaube, kommerzielle Anbieter befreien den Nutzer in aller Regel besser von Kopfschmerzen. Nebenwirkung: Ein großer Lock-in Effekt, sprich eine gewisse Kettung an den Anbieter. (und deshalb sollte ich die Auswahl auch immer gut überlegt sein)