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CC by Giulia Forsythe, via Flickr

Die Wikipedia wird für die PR immer wichtiger. Das hat drei Gründe: Erstens ist die Wikipedia einer der meistbesuchten Seiten im Netz. Zweitens vertrauen die Nutzer den Inhalten auf der Wikipedia im Regelfall und berurteilen ein Unternehmen und/oder ein Produkt stark nach dem, was sie hier darüber lesen. Und drittens sorgen Links in der Wikipedia auf die eigene Unternehmensseite doch für einen guten Push nach vorne in den Suchergebnissen. Viele PR-Treibenden machen dann aber die Erfahrung, dass ihre mühevoll angelegten Artikel wieder gelöscht werden. Es ist aber einfach so, dass die Wikipedia ein Lexikon ist und nicht alles darin gespeichert werden muss. Das Drei-Mann-Elektrounternehmen wird es beispielsweise eher selten in die Wikipedia schaffen. Es gibt aber zum Glück Relevanzkriterien, die bei der Entscheidung helfen, ob das eigene Unternehmen bzw. der eigene PR-Kunde eine Chance auf einen Eintrag hat. Gekürzt muss laut Wikipedia ein Unternehmen

  • mindestens 1000 Vollzeitmitarbeiter haben oder
  • einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro vorweisen oder
  • mindestens 20 Betriebsstätten im Sinne besitzen
  • an einer Börse gehandelt werden oder
  • bei einer relevanten Produktgruppe oder Dienstleistung eine marktbeherrschende Stellung oder innovative Vorreiterrolle haben (unabhängige Quelle erforderlich) oder
  • eines dieser Kriterien historisch erfüllen.

Das sind schon einmal sehr gute Richtwerte. Nachdem es aber hier keine allgemein verbindlichen Regeln gibt, hängt die Eintragung in die Wikipedia auch immer vom Goodwill des von der Community gewählten Administrator ab. Wie aber soll man wissen, ob es sich nun lohnt, einen Artikel zu schreiben? Zum Glück kann man das auch direkt einen Administrator mit einem Relevanzcheck erfragen. Eine tolle Sache und selbst wenn es nicht klappt, hat man zumindest für den Kunden eine Erklärung parat.

Am 21.12.2009 veröffentlichte ich meinen ersten Blogeintrag. Wirklich „gebloggt“ habe ich aber auch lange danach nicht. Denn nur in katastrophal langen Abständen veröffentlichte ich neue Artikel. Leider schreibe ich auch heute noch unregelmäßig, womit ich sehr unzufrieden bin. Damit geht es mir allerdings wie den meisten Bloggern, denn Schreiben macht Spaß, ist aber auch ein hartes Geschäft und man muss erst die Routine erlernen. Trotzdem möchte ich auf meinen Blog nicht mehr verzichten. Das hat auch mit den Idealen zu tun, die ich mit bloggen verbinde.

Schon als Jugendlicher war ich von der Wissensverteilung und -verbreitung fasziniert. Ich habe jetzt noch ein Bild im Kopf, das Studenten im Mittelalter zeigt, die gerade einer „Vorlesung“ lauschen.

Im Mittelalter gab es nur wenige Klosterschulen und noch weniger Universitäten. Wissen war nur schwach institutionalisiert und nur wenigen Menschen vorbehalten. Seitdem hat sich viel getan. Unser Wissen hat sich verändert, genauso wie die Strukturen und Rahmenbedingungen mit denen wir dieses Wissen erfahren. Im Mittelalter war Wissen eine knappe Ressource, heute bietet das Internet ein Meer an Informationen. Und die Entwicklung geht rasant weiter. Oft wundere ich mich, dass nicht noch deutlich auf diese radikale Änderung aufmerksam gemacht wird. Früher diskutierte ich mit Freunden über ein historisches Ereignis und manchmal stritten wir auch, wer nun die richtigen Fakten weiß. Oft gingen wir ohne ein befriedigendes Ergebnis auseinander, weil jeder seinem Erinnerungsvermögen glaubte, aber niemand den Beweis erbringen konnte. Heute kann man mit dem Smartphone in der Wikipedia nachschauen und hat sofort die Antwort. Keine Diskussionen mehr. Die Fakten – also das Wissen – sind mobil verfügbar.

Das Internet – dieser Ozean an Informationen – hat aber den Nachteil, dass vieles Wichtiges untergeht und Unwichtiges hochgespült wird. Das Netz wird zunehmend größer und mit wachsender Größe gibt es Programme und Anwendungen die im Chaos Ordnung schaffen sollen. Danach besteht auch ein großer Bedarf, Google mit seiner Suchmaschine gilt nicht umsonst als zweitwertvollste Marke der Welt. Trotz des Erfolges von Google bin ich überzeugt: nichts kann so gut die Welt ordnen und kategorisieren wie der Mensch. Je mehr Menschen sich aktiv beteiligen umso besser. Die sogenannte Schwarmintelligenz ist mächtiger als jeder Algorithmus. Blogs verstehe ich in diesem Sinne. Blogs sollen das Wissen mehren, weil jeder etwas weiß – er muss es nur preisgeben wollen! Genauso wichtig wie die Wissensvermehrung sind aber auch die Hinweise auf bereits vorhandene Informationen. Auch das ist Aufgabe eines Bloggers: Der Blogger soll die Spreu vom Weizen trennen. Denn „Wissen ist Macht“. Das ist zwar ein abgelutschtes Statement, aber trotzdem richtig. Wissen soll daher möglichst vielen Menschen zur Verfügung stehen und nicht nur einer kleinen Elite. Das Internet macht es möglich, dass jeder dazu einen Beitrag liefern kann. Auch ich will das tun.

Bild: Wikipedia | GNU Free Documentation License