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Samsung Wave GT-S5800 mit Bada.

Seit zweieinhalb Monate besitze ich das Samsung Galaxy SIII. Wenig erfreulich: Ich musste es bereits zur Reparatur einschicken, anscheinend war die Platine defekt. Trotzdem bin ich über dieses Smartphone sehr happy und das liegt nicht nur an der überzeugenden Hardware.

Das Galaxy setzt nämlich auf das bekannte Betriebssystem Android von Google. Auf meinem Vorgängerhandy war hingegen Bada installiert, das wenig verbreitete, hauseigene Betriebssystem von Samsung. Nun ist Bada von Bedienung, Design und Stabilität gar kein schlechtes System, aber das alles ist nutzlos wenn es keine Apps dafür gibt. Unternehmen konzentrieren sich nun mal in erster Linie auf das iOS für das iPhone bzw. auf Android-Smartphones. Auf meinem Samsung Wave GT-S8500 funktionierten weder Google Maps noch Foursquare anständig, von speziell österreichischen Anwendungen ganz zu schweigen. Für mich war etwa besonders bitter, dass ich lange nicht quando von den Wiener Linien nutzen konnte. Ich fahre täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und da es ist einfach hilfreich, sich mobil über Abfahrtszeiten u.ä. informieren zu können.

Bada und Windows Phone
Überhaupt scheint Bada eine Totgeburt zu sein, denn das Betriebssystem wird zum einen nur von Samsung und zum anderen auch nur für deren Wave-Reihe verwendet. Das kann einfach nicht gut gehen, denn so schafft man keine kritische Masse. Daher kann ich jedem nur abraten ein Smartphone mit Bada zu nehmen, obwohl Samsung diese Handys besonders günstig her gibt. Genau das selbe Problem hat übrigens Windows Phone. Der Kauf der Nokia Phone-Sparte zeigt zwar, dass Microsoft hartnäckig um Marktanteile kämpft, trotzdem scheinen Android und iPhone in naher Zukunft uneinholbar.

Android und iOS werden weiterhin Markt dominieren
Das hat mehrere Gründe: Auf Android setzen bereits eine Vielzahl von großen Smartphone-Herstellern und so wurde laut Wikipedia weltweit erstmals 2010 mehr Android-Geräte verkauft als iPhones. Trotzdem wird kein Weg um iOS herumführen. Für Entwickler ist es nun mal entscheidend, dass sie Geld mit ihren Apps machen. Und da zeigt sich sich, dass iPhone-Besitzer spendierfreudiger sind als Android-Nutzer. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich für ein teures iPhone wohl besonders kaufkräftige Konsumenten entscheiden. iOS punktet also mit guten Umsatzschancen für Entwickler, Android mit Masse. Windows Phone, Bada oder BlackBerry haben da nur wenig entgegenzusetzen.

Digitale Plattformen gibt es wenige, wenn man den Begriff sehr eng fasst. Glaubt man dem Wiktionary, dann hat das Wort Plattform folgende Bedeutungen:

[1] ebene, (erhöhte) Fläche
[2] separate Stehfläche in Bahnen, Bussen
[3] Basis für Auftritte

Die letzte Begriffserklärung ist wohl eine passende Beschreibung für digitale Plattformen. Wir können Plattform als etwas verstehen, dass die Anwendung von anderen Diensten und Auftritten überhaupt erst ermöglicht. Neben spezieller Software kann man dazu wohl auch Hardware zählen. Die derzeit meist beachteste sind Tablet-Computer.


Der Hype um das iPad 

Bekanntester Ableger davon ist Apples iPad. Das Gerät schlägt hohe mediale Wellen. Neben der technischen Raffinesse liegt das wohl daran, dass Verlagshäuser es als den Heilsbringer gegen ihren dahinsiechenden Absatz betrachten. Die Hoffnungen scheinen auch begründet, liegt doch der Zweck des iPads im digitalen Medienkonsum. Manche Medienvertreter hoffen offenbar auch, den Fluch des Internets mit seiner Gratiskultur abschütteln und am iPad Geld verlangen zu können. Ganz im Gegensatz zum konventionellen Internet eben, so zumindest Christian Krebs auf journalist.at. Das Liebesglück zwischen Verleger und Apple hielt aber nur kurz: Wenig überraschend möchte Apple nicht nur durch den Verkauf des IPads Geld verdienen. Das heißt, Verlage werden gezwungen eine Umsatzprovision von 30% zu zahlen und auch den Kauf der Inhalte über Apples iTunes Store zu ermöglichen. Besonders bitter für die Verlage ist, dass sie den Kontakt zur ihre Kunden verlieren. Es ist ein offenes Geheimnis: Nicht nur Google und Facebook verdienen an zielgruppenrelevanten Kundendaten wie Alter, Geschlecht und Beruf, sondern eben auch Zeitungs- und Zeitschriftenverlage. Einen bissigen Kommentar zu dieser Tatsache hat Thomas Knüwer geschrieben. Es ist ein Treppenwitz der Internetgeschichte, dass nun ausgerechnet das verhasste Google zur Hilfe eilt. Google ist mit dem Betriebssystem Android für Tablet-Computer der größte Konkurrent von Apple. Über den Android-Market kann man ebenso Medieninhalte kaufen, dafür verlangt Google nur 10% Prozent Umsatzprovision. Die Verlage dürfen also hoffen, dass Google gegenüber dem Marktführer Apple an Boden gewinnt.

 

Smartphone die neue digitale Plattform schlechthin
iPad & Co. stehen derzeit im Rampenlicht. Dabei sind Tablet-Computer noch ein Nischenprodukt. Smartphones dagegen sind echte Renner. Bereits 32% der österreichischen Handy-Kunden benutzen ein solches. Überall und jederzeit online, das ist mit dem Smartphone möglich. Wer zum Beispiel häufig Straßenbahn fährt, möchte so ein Handy nicht mehr missen. Wartezeiten kann man optimal nützen. Auch bei Smartphones hat Apple mit dem IPhone die Vorreiterrolle übernommen. Allerdings wächst der Marktanteil von Google und dessen Betriebssystem Android. Auch Microsoft möchte kräftig mitmischen, erst vor kurzem hat das Unternehmen einen Deal mit Mobilfunkhersteller Nokia getroffen. Demnach werden in Zukunft alle Nokia-Geräte mit Windows Phone laufen. Einen anderen Weg geht der Mobilfunkhersteller Samsung: einerseits verwendet man Googles Android und Windows Phone, andererseits hat man ein eigenes Betriebssystem namens Bada entwickelt.

Auf alle Fälle boomt der Markt, dementsprechend viele Anwendungen gibt es, die speziell für die Internetnutzung am Handy entwickelt wurden. Der Social Network-Dienst „Foursquare“ nutzt zum Beispiel das häufig eingebaute GPS von Smartphones. Auch Twitter und Facebook sind beliebte Anwendungen. So erlauben Smartphones eine neue Art der Kommunikation: Für Geburtstagseinladungen versendet man keine SMS mehr, sondern postet das auf Facebook und alle Freunde wissen Bescheid.


Internet-TV
Noch wenig Beachtung hat das Internet am Fernsehgerät erhalten. Dabei gibt es schon genügend Geräte mit Internetanschluss zu kaufen. Früher oder später wird das ein großes Thema werden. Diese Entwicklung wird auch einige Veränderungen für die Fernsehsender mit sich bringen: Stur abgespielte Fernsehprogramme sind Auslaufprodukte, „on demand“ wird Standard. Das man vor dem Fernseher sitzt und seiner Lieblingssendung entgegenfiebert, wird bald der Vergangenheit angehören. Zeiten werden nur mehr bei Live-Ereignissen, wie zum Beispiel bei einem Fußballspiel, Relevanz haben.

Wie sehr das Internet auch andere Medien beeinflusst, sieht man gut am Beispiel der Sendung Club 2 im ORF. Während dort die geladenen Gäste mit- und gegeneinander diskutieren, machen dasselbe die Zuseher auf Twitter. Dieses Beispiel macht anschaulich, dass alle Medien anfangen müssen – ob sie wollen, oder nicht – ihren Konsumenten zuzuhören und mit ihnen zu kommunizieren. Das wird für den Erfolg maßgebend sein. Wer aber zuhören muss, wird auch Unangenehmes zu hören bekommen. Der gemütliche Kommunikationsmonopolismus ist vorbei, wenn er denn je existiert hat.


Fazit
Neue Plattformen schaffen neben neuen technischen Anwendungen auch neue soziale Realitäten. Das Internet ist die zentrale Grundlage all dieser neuen digitalen Plattformen, egal ob am Tablet-Computer, am Smartphone oder am Fernsehgerät. Es handelt sich um Plattformen, weil sie für andere Anwendungen die Basis bilden. Erfreulich ist, dass die neuen Technologien dem Konsumenten viel mehr Kritik- und Gestaltungsmöglichkeiten liefern, sofern er das möchte.