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Heureka! Heute habe ich am Publizistik-Institut die Anrechnung meiner Lehrveranstaltungen aus dem Erasmus-Semester vornehmen lassen. Zum Abschluss gibt es von mir eine kleine unterhaltsame Zusammenfassung des dänischen Königreiches und seiner Bewohner.

Glücklich ohne Berge und mit viel Bier

Dänemark hat vieles zu bieten. Schifahrer werden sich allerdings nicht wohlfühlen, der höchste „Berg“ misst gerade einmal 171 Meter. Macht aber nichts, als Ausgleich für lange Wintertage hat man in Dänemark das Lego erfunden. Wenn das nichts mehr hilft, können die Dänen auf Unterhaltungselektronik von Bang & Olufsen zählen, vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld. Reißen alle Stricke können sich die Dänen auf ihr Bier verlassen und davon hat man hier reichlich: Carlsberg ist der viertgrößte Brauereikonzern der Welt. Bier hat man also und zu feiern wissen die Dänen auch. Wahrscheinlich sind sie deshalb nach einer internationalen Studie weltweit am glücklichsten. Wobei, auf der Universität wird das mehr mit der „trustful society“ erklärt. Mit „trusful society“ sind hohe – von der Gesellschaft akzeptierte – Steuern gemeint, einhergehend mit einem hohen Lebensstandard, sozialer Sicherheit und Chancengleichheit.

Und wie studiert es sich?

Apropos Universität: Ich glaube, jeder Erasmus-Student weiß zu feiern, immerhin gilt es neue Menschen und ein neues Land kennenzulernen. Ich bin natürlich trotzdem regelmäßig auf die Uni gepilgert, wenn auch oft mit einem müden Auge. Eigentlich studiere ich Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, in Kopenhagen war mein Studium aber eher mit dem der Film-, Theater- und Medienwissenschaft in Österreich zu vergleichen. Darum war zum Beispiel der dänische Regisseur Lars von Trier fester Bestandteil meines Semesters. Der und überhaupt die Filmproduktion in Dänemark gelten weltweit als künstlerisch herausragend. Das „Dogma 95“-Manifest ist Filmfreunden wahrscheinlich ein Begriff. Trotzdem, die Qualität der Kurse auf der Uni sind definitiv nicht besser als in Wien, nach meiner Einschätzung muss ein Wiener Publizistikstudent sogar mehr für seinen Magister leisten, als ein Kopenhagener Student für seinen Master. Auch wenn einige Wiener Studenten jetzt ungläubig den Kopf schütteln werden, aber in Wien ist außerdem die Organisation klarer, übersichtlicher und einfacher strukturiert. Die Dänen müssen Bürokratie lieben, schlimmer geht es anscheinend immer.

Eine einmalige Chance

Trotzdem muss man betonen: Ein Auslandssemester bereichert ungemein, man gewinnt neue Einsichten, erweitert seinen Horizont und es ist eine Gelegenheit aus seinen alten Mustern auszubrechen. Wer also noch studiert, sollte die Möglichkeit wirklich nutzen!

Nach dem Oktober möchte ich ein paar Sightseeing-Highlights aus dem November präsentieren:

Die Vor Frue Kirke (Liebfrauenkirche) wird auch als Dom zu Kopenhagen bezeichnet. Die Kirche liegt gegenüber dem ältesten Universitätsgebäude Kopenhagens und wird von der königlichen Familie für wichtige Anlässe genützt wie Inthronisation oder Heirat.

Dieses Foto stammt von der Wachablöse vor dem Schloss Amalienborg. Amalienborg ist die Stadtresidenz der dänischen Königin Margrethe II. Die Wachen erinnern mich übrigens sehr an meine Lego-Soldaten, ob das Zufall ist?

Die Marmorkirken habe ich wieder mal besucht. Diesmal zeigt das Foto den prunkvollen Altar.

Auch in der Glyptothek war ich im November. Das Bild zeigt die grandiose Skulptur “ Tod und die Jungfrau“ von Elna Borch. (vielleicht bin ich schon sosehr Wiener, dass mir alles Morbide gefällt. ;-))

Am jüdischen Museum ist die Architektur ehrlich gesagt interessanter ist als die Ausstellungsstücke. Es hat die Form des hebräischen Wortes Mitzvah, was soviel bedeutet wie „eine gute Tat“. Das wiederum bezieht sich auf die Zeit, als die Nationalsozialisten Dänemark besetzten, aber den meisten dänischen Juden mit Hilfe der Dänen die Flucht nach Schweden gelang. Geplant wurde das Museum vom bekannten Architekten Daniel Libeskind.

Roskilde war die erste dänische Hauptstadt, deswegen befindet sich in dem kleinen verschlafenen Ort ein riesiger Dom indem die dänischen Könige begraben sind. Der Dom ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Auch ein Wikingerschiffmuseum befindet sich hier, was uns aber zu teuer war und außerdem befinden sich zu viele Austellungstücke im kalten Freien. Jedes Jahr findet in Roskilde übrigens auch eines der größten Musikfestival Europas statt.

Ich habe schon länger nicht mehr gebloggt, weil ich mehr für die Uni machen musste und sehr oft Besuch hatte. Darum möchte ich mit einer bilderreichen Aufzählung die letzten zwei Monate Revue passieren lassen. Den Anfang macht der Oktober:

Das Foto zeigt das Foyer der Glyptothek. Dort kann man unter anderem Werke von Auguste Rodin betrachten. Möglich machte das Ganze der Mäzen Jacob Christian Jacobsen, Gründer der Carlsberg-Brauerei. Besonders erfreulich: Sonntag ist der Eintritt frei, das ist auch der Grund warum ich bis jetzt fünfmal dort war.

Eine durch die Kopenhagener Kanäle ist sowieso Pflichtprogramm, man fühlt sich fast wie in Venedig. Die Tour wird meist um 60 DKK angeboten, allerdings habe ich schon ein Angebot für 30 DKK entdeckt.

Außerhalb von Kopenhagen gelegen, aber wunderschön: Møns Klint. Eine Fahrt dorthin zahlt sich immer aus. Auch der Park von Liselund befindet sich in der Nähe, ist aber nicht besonders aufregend.

Für Kinder und alle die es mal wieder sein wollen: Das Legoland in Billund. Dort wird dem Lego gehuldigt, der besten dänische Erfindung ever! Sorry, lieber Niels Bohr, Tycho Brahe & Co. Billund ist allerdings rund 260 Kilometer von Kopenhagen entfernt, darum haben wir uns ein Auto gemietet. Mit drei Leuten an Bord ist das auch in etwa gleich teuer wie Zug fahren. Übrigens, die Preise der Autoverleiher variieren stark nach Standort, am Flughafen zahlt man viel mehr als in der Stadt. Aufgrund leichten Nieselregens und Windes waren nicht viele Besucher im Legoland und wir mussten bei fast keiner Fahrattraktionen warten, das schlechte Wetter war damit ein echter Gewinn!

Der Turm der „Vor Freslers Kirke“ hat eine Außentreppe, wovon man einen traumhaften Überblick über ganz Kopenhagen hat. Sicher auch ein Fixpunkt, wenn man Kopenhagen besucht, zumal das bekannte Christiania auch nicht mehr weit entfernt ist.

Wenn es nicht zu kalt ist, kann man auch im wunderschönen Friedhof namens „Assistens Kierkegarde“ spazieren gehen und die Gräber prominenter Dänen besichtigen. Gräber wie das von Hans Christian Andersen sind auch gut beschildert.

Von der extrem schwierigen Wohnungssuche in Kopenhagen habe ich schon berichtet. Schlussendlich haben wir aber doch eine nette Wohnung gefunden. Ich glaube, mein Studienkollege Lubo und ich hatten echtes Glück. Seit Ende August leben wir nun hier. Die Wohnung befindet sich im Stadtteil Amager und mit dem Fahrrad brauchen wir weniger als 10 Minuten zur Uni. Übrigens: Mit dem Bus sind es weit über 30 Minuten, kein Wunder, dass in Kopenhagen alle mit Fahrrad fahren…

Aber Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte, darum ein kleiner Einblick wie es sich um 3500 Kronen (rund 470 Euro) pro Monat in der fünfteuersten Stadt Europas lebt. (die 3500 Kronen sind mein zu zahlender Anteil an der Gesamtmiete)

Die Küche ist altmodisch, hat aber alles was wir brauchen. Kochen tun wir mit einem Gasherd und ich muss sagen: Wir kochen brav und oft. Nur einen Geschirrspüler vermissen wir sehr.

Mein Zimmer ist sehr geräumig, leider ist das Bett alt und winzig. Es dürfte schon viele Studenten darauf geschlafen haben.

Auf der anderen Seiten befindet sich der Schreibtisch und unser Esstisch. In der Küche gibt es keine Sitzmöglichkeit.

Auch eine nette Couch befindet sich in meinem Zimmer. Leider ist sie nicht ausziehbar. Lubos Zimmer und unser kleines Bad mit WC habe ich nicht fotografiert.

 

Angeblich sagen ja die Tiroler: „Bischt ka Tiroler, bischt ka Mensch.“ Bei den Dänen gilt wohl etwas ähnliches: „Bischt ka Radfahrer, bischt ka Mensch“ – soll heißen, ein Fahrrad ist Pflicht. Auch ich habe mir eines gekauft, um 1800 Kronen (rund 240 Euro). Das also ist mein Bike, fährt sich wirklich super und hat sogar 24 Gänge:

Auf dem Fahrradsitz befindet sich ein Regenschutz mit Werbung. Die werden oft und gerne für Fahrräder verteilt.

Kopenhagen ist stolz auf seinen Vergnügungspark. Der Tivoli ist auch einer der ältesten noch bestehenden Vergnügungsparks der Welt. Damit hat er schon etwas mit dem Wiener Prater gemeinsam. Nur kleiner ist er und teurer und zwar um einiges. Eintritt, eine Fahrt mit der Achterbahn plus Schließfach für Wertgegenständen, machten insgesamt 195 Kronen aus, umgerechnet rund 26 Euro. Stammgast werde ich keiner.

Pavillon und Achterbahn

Pavillon und Achterbahn

Aber abgesehen vom finanziellem, hat der Vergnügungspark auch seine schöne Seite. Alles ist sauber und am Abend toll beleuchtet. Die Atmosphäre ist natürlich ausgelassen und entspannt. Die Wege laden zum Flanieren ein und häufig finden Konzerte statt – die sind dann auch kostenlos. Allzu lange hat der Park nicht mehr offen: Ende September schließen seine Pforten und werden während dem Wintersemester nur mehr zu Halloween und zur Weihnachtszeit geöffnet. Dann soll es dort auch einen Weihnachtsmarkt geben. Fast so wie in Wien.

Die Eltern meines Studienkollegs Lubomir waren auf Besuch und ich durfte mit bei einem Tagesausflug im Mietauto. So hatte ich Gelegenheit auch mal die Umgebung von Kopenhagen kennen zu lernen und ich war das erste Mal in Schweden.

 

Wir starteten in der Früh Richtung Norden. Das erste Ziel war die Stadt Helsingør. Schon alleine die Fahrt dorthin zahlt sich aus, fährt man doch entlang der Küste. Es ist wunderbar, einfach verträumt aus dem Fenster zu schauen und die vielen kleinen Häfen und Strände an sich vorbeiziehen zu lassen. Und verträumt sein fällt mit einem ausgedehnten Schlafdefizit wirklich nicht schwer. Ja, Erasmus ist nichts für Langschläfer.

Schloss Kronborg

Schloss Kronborg

In Helsingør befindet sich das Schloss Kronborg. Bekannt vor allem dafür, dass hier die Geschichte von Hamlet spielt. Ob William Shakespeare tatsächlich mal auf dem Schloss war oder es nur aufgrund von Hörensagen als Vorlage nahm, ist nicht geklärt. Viel Pomp darf man sich nicht erwarten, das Schloss wurde früh durch ein Feuer stark beschädigt und im Laufe der Geschichte auch noch von den Schweden geplündert. Beeindruckend ist aber der riesige Festsaal. Zu feiern verstanden die Dänen also und damals wie heute.

Festsaal

Festsaal

Geschichte war sowieso das zentrale Thema dieser Reise. Grund dafür ist, dass der Vater von Lubomir ein wandelndes Geschichtslexikon ist und mit mir einen willigen Zuhörer gefunden hat.

 

Von Altertum in die Neuzeit

In der Nähe des Schlosses befindet sich Louisiana, ein bekanntes Museum für Moderne Kunst. Besonderes Augenmerk legt das Museum auf den weltberühmten Norweger Edvard Munch. Was mir besonders gefallen hat: die von Andy Warhol überarbeiteten Werke von Munch. Aber auch sonst kann man hier Bilder von berühmten Künstlern entdecken, zum Beispiel auch ein paar von Francis Bacon – dessen Arbeiten ich sehr mag. Das Museum ist etwas klein, aber sicher einen Besuch wert. Übrigens: Der Filterkaffee dort war grauslich, was leider in Skandinavien Standard ist. Gut, dass diesbezüglich Kopenhagen eine Ausnahme ist!

Blick auf das Meer von Louisiana

Blick auf das Meer von Louisiana

Ein Erlebnis war auch die Fahrt mit der Fähre. Die fährt zwischen dem dänischen Helsingør und dem schwedischen Helsingborg. Von dort ging es gleich weiter nach Malmö. In der drittgrößten Stadt Schwedens machten wir noch einen Zwischenstopp, auch wenn diese Stadt nicht besonders spannend ist. Erwähnenswert hingegen ist die rund 8 Kilometer lange Öresundbrücke. Über diese weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr fuhren wir von Malmö wieder zurück nach Kopenhagen.

Lubomir und ich auf der Fähre

Lubomir und ich auf der Fähre

Dänemark und Kopenhagen im speziellen haben viel gemeinsam mit den Eidgenossen: Die Lebenserhaltungskosten sind immens und verstehen tut sie niemand. Die dänische Sprache muss man zweimal lernen – einmal schriftlich und einmal mündlich. Als Beispiel eignet sich wunderbar das deutsche Wort „natürlich“: Im Dänischen heißt das selvfølgelig und ausgesprochen wird das ungefähr so: „selfööli“. Überhaupt lassen die Dänen bei der Aussprache gerne einzelne Buchstaben weg und sprechen mehrere Wörter zusammenhängend aus, sodass es sich wie ein einziges Wort anhört.

Aufgrund dessen war mein Dänisch-Kurs gar nicht so einfach. Eigentlich hatte ich mir erwartet, dass man als Deutschsprechender mehr versteht. Aber zumindest ein paar grundlegende Dinge sitzen schon. Fast genau 3 Wochen lerne ich jetzt schon Dänisch. Der Kurs endet am 31. mit einem mündlichen Test. Den schriftlichen Teil hatte ich bereits am 27. Erfreulicherweise war die schriftliche Prüfung nicht allzu schwer, vorausgesetzt man hat alle Kurseinheiten besucht. Ich bin ganz zuversichtlich auch den mündlichen zu schaffen. Darum bleibt nur noch zu sagen: Jeg kan tale lidt dansk!

Aber warum sind jetzt Dänen die Schweizer des Nordens? Na weil sie sich nicht mal untereinander verständigen können und ich habe den Beweis!

Die letzten vier Artikel haben sich ausschließlich mit Bürokratie beschäftigt. Dieses Martyrium ist nun vorbei, ich befinde mich bereits in Kopenhagen.

Kopenhagen: Schön (und) teuer

Am 2. August flog mein Studienkollege Lubomir und ich nach Kopenhagen. Den ersten bleibenden Eindruck von unserem Gastland bekamen wir beim Fahrkartenautomaten für die Metro: Kopenhagen ist teuer, wirklich teuer. 34,50 Dänische Kronen für ein 3 Zonen-Ticket,  das sind rund 4,60 Euro! Keine Vergünstigungen für Studierende! Da bleibt dem WienerLinien-Fahrgast erst mal die Spucke weg. Der zweite bleibende Eindruck folgte während der U-Bahn-Fahrt: Kopenhagen ist kleiner als erwartet. Die Metro besteht aus zwei Linien, wobei diese zwei Linien zu einem Gutteil die gleichen Gleise befahren. Nur zwei Teilstücke des Netzes gehen in verschiedene Richtungen. Verfahren kann man sich also nicht. Auch Hochhäuser sucht man in Kopenhagen vergeblich. Dafür ist die Stadt sauber und nicht sehr hektisch.

Im Studentenwohnheim

Wie schon berichtet, war die Wohnungssuche wirklich schwierig. Wir sind schließlich in einem Studentenwohnheim untergekommen, allerdings nur bis 28. August. Die eigentlichen Mieter sind gerade auf Urlaub und wollen mit der Untervermietung Geld sparen. Unser Studentenheim namens „Tietgen Kollegiet“ ist sehr modern. Es ist architektonisch sogar so gut, dass ein Modell davon auf der Expo in Shanghai steht. In den oberen Geschossen des Rundbaues befinden sich die Zimmer und verschiedene Gemeinschaftsräume. Das Erdgeschoss besteht nur aus solchen Gemeinschaftsräumen: Fitnesskammer, Wäscherei, Lern- und Computerräume, Musik- und Filmräume – einfach alles was der Student von heute so braucht. Aber auch hier wieder: 5000 Kronen pro Monat, das sind 670 Euro, für ein Zimmer im Studentenwohnheim? An die Preise muss man sich erst gewöhnen.

Fahrrad: ein „must have“

Fahrräder, Fahrräder und noch mehr Fahrräder. Überall sieht man sie in Kopenhagen. Während die öffentlichen Verkehrsmittel nie überfüllt sind, herrscht auf den Fahrradstreifen immer reger Betrieb. Beim Radfahren entsprechen die Kopenhagener also dem Klischee und noch eines erfüllen sie gänzlich: Alle Dänen können perfekt Englisch. Nein wirklich, die können das echt. Der Supermarktkassierer spricht akzentfrei und fehlerfrei Englisch. Aber sie haben auch einen Vorteil: Fernsehserien und ähnliches laufen immer im Original mit dänischen Untertiteln – ich glaube, schon alleine so lernt man viel.

Beeindruckende moderne Architektur

Nachdem der Dänisch-Sprachkurs erst am 9. August begann, hatten wir viel Zeit für Sightseeing. Da fahrradlos und Metro zu teuer, haben wir in den letzten Tagen einiges an Kilometer zu Fuß heruntergespult. Wobei die meisten Ziele auch gut zu Fuß erreichbar sind. Da ist es ein Vorteil, dass die Stadt verhältnismäßig überschaubar ist. Wir haben alles gesehen: vom Altstadtrundgang, über das

Blick auf Kopenhagen von Havneparken

Blick auf Kopenhagen von Havneparken

Museum des dänischen Bildhauers Thorvaldsen bis hin zum Kunstmuseum. Wir waren auch in Christiania – der berühmten selbstverwalteten Kommune – in der das Leben bunt und fotografieren verboten ist. Was wahrscheinlich daran liegt, dass dort offen auf den Straßen gedealt wird. Als echte Studenten haben wir übrigens auch schon alle Universitätsgebäude inspiziert. In Kopenhagen fällt generell eines auf: Die moderne Architektur ist beeindruckend, dagegen sind die historischen Gebäude sehr unauffällig. Zum Beispiel die Marmorkirche in Kopenhagen: Sehenswert aber auch nicht aufregend. Vor allem im Vergleich zu St. Peters in London oder zur Peterskirche in Rom, die auch das Vorbild für diesen Bau waren.

Kuppel der Mamorkirken

Besonders gut gefallen hat mir der Strand in Kopenhagen. Der Sand, die Dünen und die Flora erinnern sehr an die Nordsee. Baden ist aber eher was für Hartgesottenen, das Wasser ist einigermaßen kalt. Aber alleine die Sonne genießen, dazu etwas Trinken und Essen – das ist der perfekte Tag zum Entspannen.

Amager Strand

Die erste Woche ist freilich wahnsinnig schnell vergangen. Jetzt ist Dänisch lernen angesagt und eines kann man schon sagen: Diese Sprache ist nicht einfach! Mehr dazu werde ich demnächst bloggen. 😉

(Alle Fotos geschossen mit dem Smartphone SAMSUNG Wave)

Abgabe der Formulare

Man bekommt also die abgestempelten und unterschriebenen Formular vom Studienprogrammleiter zurück. Und was soll man nun damit machen? Man gibt die Originale im Büro für Studierendenmobilität ab. Zwar fordert das Büro im zugesendeten Mail auf, selbst Kopien zu erstellen, aber wenn man keine gemacht hat werden die auch dort kopiert. Das Büro befindet sich übrigens im Hauptgebäude der Universität Wien. Dazu geht man beim Haupteingang hinein, wendet sich nach rechts, geht die ersten 4 Stufen (also man bleibt im Erdgeschoss) hinauf und auf der rechten Seite befindet sich der Eingang, eine unscheinbare weiße Türe. Ich empfehle frühstmöglich dort die Formulare abzugeben, denn dann muss man nicht solange warten. Später bilden sich Schlangen, da alle „Outgoings“ innerhalb der Frist ihre Formulare abgeben müssen.

Nächste Anmelderunde

Das Büro für Studierendenmobilität sendet dann alle Unterlagen an die Partner-Universität im Ausland. Diese meldet sich schließlich per E-Mail. Mir hat die Kopenhagener Universität einen PIN zugeschickt, mitdem ich mich in ihr Internetportal einloggen kann. Und Einloggen musste ich mich, weil die Kopenhagener mich zur nächsten „Application“ aufgefordert haben. Für was ich eigentlich die Bewerbung schon auf englisch geschrieben hatte, frage ich mich noch heute. Auf jeden Fall heißt es wieder Formulare ausfüllen. Adresse, Geburtsdatum & Co., welche Dänischkenntnisse man hat, ob man einen Mentor will, ob die Universität für eine Unterkunft sorgen soll usw. Desweiteren muss man noch einmal ein mindestens 300 Wörter langes Motivationsschreiben in Englisch verfassen. Schließlich wollten sie auch, dass man ein „official transcript“ hochlädt. Official transcript wurde in der Hilfe als Zeugnisse der Heim-Universität beschrieben. Das alles habe ich auch brav gemacht.

„proof of english“ fehlte

Bald nachdem ich meine „Application“ abgeschickt hatte, bekam ich ein ungutes Mail. Darin stand, dass meine Application gestoppt wurde, bis ich einen proof of english erbringen würde. Mit proof of english meint man einen der anerkannten Englischtest, wie zum Beispiel das Certificate in Advanced English (CAE), oder noch bekannter den TOEFL. Natürlich habe ich schnellstmöglich den TOEFL-Test gemacht und glücklicherweise auch bestanden. Für Kopenhagen braucht man ein Testergebnis von mindestens 80 von 120 erreichbaren Punkten. Durch Gespräche habe ich herausgefunden, dass das sogar mehr ist als bei manchen amerikanischen Unis. Was aber wirklich schmerzte: Solange ich die Test-Ergebnisse nicht hatte, wurde meine Application und damit auch das Housing gestoppt. Housing meint die Vermittlung einer Unterkunft durch die Universität. Beim Housing hatten die Kopenhagener leider eine sehr knappe Deadline, die ich nicht mehr einhalten konnte. Als ich schließlich die Testergebnisse nachreichte, wurde meine Application fortgesetzt und positiv abgeschlossen – aber eine Unterkunft muss ich mir jetzt selber suchen!

Exkurs: der TOEFL-Test

Das überhaupt ein TOEFL-Test verlangt wird, ist innerhalb des ERASMUS-Programmes schon seltsam. Angeblich dürfen die teilnehmenden Universitäten das gar nicht verlangen, die Kopenhagener machen es trotzdem. Ich persönlich finde es auch ein wenig seltsam, dass – laut der Homepage der Universität Kopenhagen – Studierenden aus skandinavischen Ländern keinen TOEFL brauchen.

Zum TOEFL-Test selbst ist zusagen, dass man ihn unter- aber auch überschätzen kann. Ich hatte nicht so viel Zeit Englisch zu lernen, im Nachhinein gesehen hätte das wahrscheinlich auch nicht viel gebracht. Beim Test bekommt man nämlich irgendwelche Texte zu hören und zu lesen. Man muss daher einfach ein gewisses Niveau haben um die Aufgaben bewältigen zu können. Die Texte beim Test sind sehr wissenschaftlich und kompliziert. Allerdings glaube ich, dass die Benotung sehr fair ist. Ich hatte 95 Punkte und mir ist es eigentlich gar nicht gut gegangen. Ich war an dem Tag total übermüdet und pessimistisch eingestellt – was ich normal bei fast keiner Prüfung bin. Noch dazu fing meine Nachbarin gleichzeitig mit mir den „Speaking“-Teil an, was extrem störend war. An sich ist es so, dass die Leute nach der Registrierung einen Platz zugewiesen bekommen und dann sofort anfangen können zu arbeiten. Dadurch arbeiten alle etwas zeitversetzt und es wird darauf geachtet, dass die, die ungefähr zur selben Zeit anfangen, getrennt sitzen. Leider glich sich der Zeitabstand zwischen meiner Nachbarin und mir bis zum „Speaking“-Teil aus. Übrigens: Ich dachte mir, es würde beim Test so Art Kabinen geben – aber davon war keine Rede. Man sitzt in einem Raum der aussieht wie ein Klassenzimmer und vor Dir steht ein PC und ein Headset. Alles offen also, dafür müssen alle persönlichen Utensilien weggelegt werden, nicht mal ein Getränk darf man stehen lassen. (was ich besonders gemein finde, denn in der einzigen zehnminütigen Pause trank ich ein RedBull und es ging mir gleich wieder besser. ;-)) Der Test dauert netto 4 Stunden und das ist schon zäh. Aber wie gesagt: Die Benotung dürfte moderat sein. Meine Detailergebnisse sind: Reading: High, Listening: High, Speaking: Good-Fair, Writing: Fair. Last but not least noch ein Tipp: Beim Reading wird zuerst der gesamte Text präsentiert, dann Fragen dazu gestellt. Zu den Fragen kann man aber den Text auch noch einmal lesen. Daher sollte man anfangs den Text überspringen und erst im Zusammenhang mit den Fragen die betreffenden Textstellen lesen. Das Problem ist nämlich die knappe Zeit!

Ich bin froh den Test bestanden zu haben, aber es ist wirklich blöd, dass der TOEFL-Test mein Zeitmanagement über den Haufen geworfen hat. Was das für mich bedeutet und warum das grundsätzlich von den Instituten schlecht geregelt ist, beschreibe ich im nächsten Artikel.