Hier eine kurze Übersicht zu Politik und Lyrik nach 1945.

Politik

Die Nachkriegszeit und Konstitution von BRD und DDR (1945-1949)

Am 8. Mai kapitulierte Deutschland bedingungslos vor den Alliierten. Deutschland wurde unter den vier Besatzungsmächten USA, UdSSR, Großbritannien und Frankreich aufgeteilt. Dabei bekam die UdSSR das Gebiet der späteren DDR und die deutschen Ostgebiete, die sie mit Ausnahme von Nordostpreußen an Polen abtrat. Das Vereinigte Königreich beanspruchte das Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die amerikanische Besatzungsmacht erstreckte sich über Bayern, Hessen, Teile von Württemberg und Baden sowie Bremen und Bremerhaven. Frankreich bekam das spätere Rheinland-Pfalz und Teile von Württemberg und Baden. Das Saarland wurde unter französische Verwaltung gestellt. Die Siegermächte teilten die ehemalige Reichshauptstadt Berlin in vier Sektoren auf. Für ganz Deutschland wurde der Alliierte Kontrollrat als Verwaltungsgremium geschaffen. Für die Bevölkerung war es eine harte Zeit, es gab nicht ausreichend Nahrungsmittel und viele hatte ihre Unterkunft verloren. Außerdem kam es in den Ostgebieten der Tschechoslowakei und anderen Teilen Osteuropas zur systematischen Vertreibung Deutscher. Die Alliierten begannen mit der Entnazifizierung, im Nürnberger Prozess 1945-1946 wurden die Hauptkriegsverbrecher zur Verantwortung gezogen.

Konstitution von DDR und BRD

In der „Sowjetische Besatzungszone“ (SBZ) wurden sehr bald die Weichen für den Sozialismus gestellt. Es erfolgte eine Bodenreform und Enteignungen. Es wurden zwar andere Parteien zugelassen, aber SPD und KPD wurden zur SED (Sozialistische Einheitspartei) vereinigt und Schlüsselstellen mit Kommunisten besetzt. Mit der Deutschen Wirtschaftskommission wurde 1947 ein vorstaatliches Organ geschaffen, das bald Kompetenzen zur Steuerung der Wirtschaft erhielt. Die britische und die US-amerikanische Zone schlossen sich zur Bizone zusammen. Im Jahr 1947 begann mit dem Marshallplan der Wiederaufbau, der Osten musste diese Hilfen jedoch aufgrund sowjetischen Drucks ablehnen. Mit dem Wirtschaftsrat wurde ebenfalls ein vorstaatliches Organ im Westen geschaffen. 1948 fand in den Westzonen mit der Einführung der D-Mark eine Währungsreform statt. Sie bildete die Grundlage für die Marktwirtschaft und das Wirtschaftswunder. In der SBZ wurde im Gegenzug auch eine eigene Währung eingeführt. Als die Westmächte die D-Mark in Westberlin einführten, reagierten die Sowjets mit der Berliner Blockade. Berlin wurde daraufhin von den Westmächten über Monate aus der Luft versorgt. Die Sowjets hoben schließlich die Blockade wieder auf, Westberlin blieb Teil der westlichen Welt. 1948 verließen die Sowjets den Alliierten Kontrollrat, im Juni kam es zur Bildung der Trizone. Im selben Jahr beschlossen die Ministerpräsidenten der drei westlichen Besatzungszonen die Gründung der Bundesrepublik Deutschland und 1949 konstituierte sich schließlich die BRD. In der SBZ nahm der Volkskongress, die von ihm erarbeitete Verfassung für eine „Deutsche Demokratische Republik“ einstimmig an. Ebenfalls im Jahre 1949 wurde die DDR gegründet.

Wirtschaftwunder BRD (1950-1966)

Die Zeit des großen Wirtschaftswachstums in Deutschland – oder genauer der BRD – wird auch mit dem CDU-Politiker Ludwig Erhard in Verbindung gebracht. Der Bundesminister für Wirtschaft von 1950-1963 vertrat das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft. Aber auch die technische und finanzielle Hilfe aus den USA sowie die Arbeitsbereitschaft der Bevölkerung und großer Nachfragebedarf verhalfen dazu, dass Deutschland die zweitstärkste Wirtschaftsnation der Welt wurde. Das Wachstum hatte so gigantische Ausmaße, dass man trotz praktischer Vollbeschäftigung weitere Arbeitskräfte benötigte. Zirka 3 Millionen Menschen flüchteten in dieser Zeit aus der DDR in den reichen Westen. Grund genug für die DDR mit dem Bau der Berliner Mauer, die Grenze zu Westberlin zu verriegeln. Erst im Jahre 1966 kam es zu einer Rezession in der BRD, die Arbeitslosigkeit stieg aber lediglich auf 2,1 Prozent.

Die Studentenbewegung der 60er-Jahre

Keimzellen der Studentenbewegung war die 1963 gegründete Gruppe Subversive Aktion oder die Kommune 1. Seit 1967 entstand unter der Führung des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (SDS) die außerparlamentarische Opposition (APO). Anlass war die Unzufriedenheit mit der Großen Koalition der deutschen Regierung und der Restaurierung der Nachkriegs-Fünfzigerjahre. Hauptinspirationen der westdeutschen Studentenbewegung waren vorhergehende oder parallele ähnliche Aktivitäten in Warschau, Prag, Rom und Paris sowie die US-Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement), Free Speech Movement, Bewegung der Vietnam-Kriegsgegner, Prager Frühling (Sozialismus mit menschlichem Antlitz), sowie die Flower-Power-Bewegung und die Sexuelle Revolution. Ein entscheidender mobilisierender Faktor für die APO war der Tod des Studenten Benno Ohnesorg. Er kam 1967 bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien ums Leben, als sich dieser auf Staatsbesuch in Berlin befand. Die Boulevardpresse, vor allem die Bild-Zeitung, verschärfte die Gegensätze durch eine polarisierende Berichterstattung. 1968 wurde der Studentenführer Rudi Dutschke bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt, er starb elf Jahre danach an den Spätfolgen. Bei den anschließenden Osterunruhen wurden zwei Journalisten in München unter ungeklärten Umständen getötet und etwa 400 verletzt. Das Attentat auf Dutschke verstärkte die beginnende Radikalisierung der Bewegung, die sich gleichzeitig zersplitterte. Als eine Folge der 68er-Bewegung gründete sich um Andreas Baader und Ulrike Meinhof die Rote Armee Fraktion (RAF). Große Teile der Bewegung wandten sich dagegen der SPD unter Willy Brandt zu. Auch Die Grünen und weitere Bürgerrechtsbewegungen, wie die Schwulenbewegung, können als späte Folge der 68er-Bewegung gedeutet werden.

Niedergang der DDR

Die verschlechterte wirtschaftliche Lage und die enttäuschten Hoffnungen auf freiheitliche Veränderungen, führten 1989 zu regelmäßigen Protestdemonstrationen in der DDR. Schließlich musste Honecker (Staatsratvorsitzender und Generalsekretär des ZK) unter dem Druck der Straße zurücktreten. Wenige Tage später trat die komplette DDR-Regierung zurück. Am 9. November wurde die Berliner Mauer geöffnet. Die Montagsdemonstrationen der DDR-Bevölkerung und die Maueröffnung führten schließlich zum friedlichen Sturz des SED-Regimes. Am 3. Oktober 1990 geschah gemäß Einigungsvertrag der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes.

Das wiedervereinte Deutschland

Nach der Wiedervereinigung fanden im Dezember 1990 erstmals gesamtdeutsche Bundestagswahlen statt und Helmut Kohl wurde Bundeskanzler. Trotz großer Wirtschaftshilfe und enormen Infrastrukturverbesserungen, gibt es auch heute noch Unterschiede zwischen Ost und West. Vor allem im Osten ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch. 1992 wurde mit dem Vertrag von Maastricht die Europäische Union ins Leben gerufen. Dem vorausgegangen ist eine seit 1951 sukzessiv steigende Annäherung europäischer Staaten.

Philosophie

Die verschiedenen Strömungen dieser Zeit durchdringen einander und sind nicht immer klar trennbar, außerdem gibt es eine Zersplitterung in unterschiedliche philosophische Denkweisen. Das 20. Jahrhundert ist signifikant dafür, dass es keine einheitliche Strömung mehr gibt. Ich möchte daher nur den Existenzialismus, Strukturalismus, den kritischen Rationalismus und schließlich die Postmoderne bearbeiten.

Existenzialismus

Der Existenzialismus entwickelte sich in den 40er-Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Das traumatische Erlebnis des Krieges führte zum Verlust des Glaubens an Werte und allgemein verbindliche Normen, eine Neudefinition des Menschen wurde benötigt. Als „Ahnherr“ der Existenzphilosophie wird in der Regel Kierkegaard genannt. Als Vertreter der deutschen Existenzphilosophie werden besonders Heidegger und Jaspers genannt. Diese Existenzphilosophen bzw. Existentialisten stellen die Fragen der menschlichen Existenz in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Es handelt sich um eine Subjektphilosophie, denn Ausgangspunkt ist das denkende Subjekt.

Strukturalismus

Strukturalismus ist eine in Frankreich entstandene wissenschaftliche Grundauffassung oder Forschungsmethode, die ihren Höhepunkt in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts hatte. Ihr Hauptanliegen ist das Aufdecken unbewusster universaler menschlicher Denkprinzipien. Der Strukturalismus geht davon aus, dass Phänomene nicht vereinzelt existieren, sondern in Verflechtung mit anderen Phänomenen. Die Verbindungen der vielen Phänomene bilden eine Struktur, die erkennbar sei. Genau betrachtet zeige sich aber, dass die Struktur vom Beobachter in die Wirklichkeit getragen wird und sie daher unabhängig vom Beobachter nicht existiert. Der Strukturalismus schaffte es zu einer allgemeinen Forschungsmethode, besonders aber in den Bereichen der Linguistik, der Ethnologie, der Psychologie und der Mathematik.

Kritischer Rationalismus

Kritischer Rationalismus ist ein von Karl Popper geprägter Begriff. Die rationalistische Einstellung sei selbst nicht rational beweisbar. Sie beruhe auf einem irrationalen Glauben an die Vernunft. Wir sollen von unserer Vernunft einen vorsichtigen, kritischen Gebrauch machen. Die Ergebnisse unseres Forschens seien vorläufig. Die Kritik ist für den kritischen Rationalismus das, was der Rechtfertigungsprozess in der traditionellen Philosophie war.

Die Postmoderne

Während in der Moderne die fortschrittliche Perspektive dominiert, steht in der Postmoderne nicht die Realisierung des Neuen im Mittelpunkt des (künstlerischen) Interesses, sondern eine neue Anwendung vorhandener Ideen. Die Welt wird nicht auf ein Fortschrittsziel hin betrachtet, sondern jenseits allen rationalen Gehalts als pluralistisch, zufällig und chaotisch angesehen. Ebenso gilt die menschliche Identität als instabil und durch viele kulturelle Faktoren geprägt. Medien und Technik spielen eine wichtige Rolle. Die Postmoderne wendet sich gegen Festschreibungen, weshalb ihr auch oft der Vorwurf der Beliebigkeit gemacht wird.

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