Um Metatheorien zu verstehen braucht es viel Hirnschmalz. Foto: Der Denker von Auguste Rodin. (Bronzeguss, Glyptothek Kopenhagen)

Eine Metatheorie ist eine Theorie über eine Theorie – das sagt zumindest sinngemäß Wikipedia. In der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sind wichtige Metatheorien etwa die „Theorie des kommunikativen Handelns“ von Jürgen Habermas, die Systemtheorie von Niklas Luhmann sowie der Konstruktivismus und der Radikale Konstruktivismus von Ernst von Glasersfeld. Solche Metatheorien sind meist sehr komplex und brauchen dementsprechend viel Hirnschmalz um verstanden zu werden. Leider ist für ein gutes Verständnis in diesen Fällen auch die sonst so hilfreiche Wikipedia nicht ausreichend. In diesem Blogbeitrag sammle ich zu jeden der drei vorher genannten Theorien Stichworte sowie eigene Gedanken. Vielleicht hilft das dem einen oder anderen beim Studium der Metatheorien auch seine eigenen Gedanken dazu zu ordnen und zu kanalisieren.

Systemtheorie (Niklas Luhmann)

  • Sinn ist das zentrale Element der Systemtheorie
  • es handelt sich um einen differenztheoretischen Ansatz, weil eine Unterscheidung zwischen System und Umwelt vorgenommen wird
  • Die Welt ist das einzige Ding, dass sowohl System als auch Umwelt umfasst
  • jedes System versucht sich selbst zu erhalten -> Autopoiesis
  • Für Luhmann konstituiert sich eine Gesellschaft/soziale Systeme nicht über Individuen sondern über Kommunikation

Theorie des kommunikativen Handelns (Jürgen Habermas)

  •  Objektivität wird als dieselbe Welterfahrung von sprach- und handlungsfähigen Subjekten verstanden
  • Geltungsansprüche damit Kommunikation gelingt: Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Richtigkeit, Verständlichkeit
  • Handlungsbegriffe: teleologisches Handeln (Handlung auf Zweck ausgerichtet), normenreguliertes Handeln (soziale Welt gibt vor was normativ berechtigt), dramaturgisches Handeln (Selbstdarstellung), kommunikatives Handeln (Interpretation). Mehr zu den Handlungsbegriffen im Wikipedia-Eintrag zur „Universalpragmatik“.
  • Differenziert wird zwischen Außenwelt (objektive + soziale Welt) und Innenwelt (subjektive Welt).

Was ich nicht ganz verstehe, ist, warum eigentlich die Theorie des kommunikativen Handelns in der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft eine so große Rolle spielt. Immerhin geht es dabei m.M. hauptsächlich um die interpersonelle Kommunikation, das Studium beschäftigt sich hingegen mit öffentlicher Kommunikation.

Konstruktivismus

  • kann unterschieden werden in naturalistischen und kulturalistischen Konstruktivismus
  • naturalistischer K. beschäftigt sich wie Wirklichkeit im Bewusstsein geschaffen wird
  • kulturalistischer K. beschäftigt sich wie Konstruktion von Wirklichkeit über Sprache, Medien und Gesellschaft geschaffen wird
  • Konstruktivismus beschäftigt sich vorrangig mit Kognitionen
  • Radikaler Konstruktivismus (nach Ernst von Glasersfeld) geht davon aus, dass alles Wissen nur auf Grundlage eigener Erfahrungen besteht
  • Viabilität -> bezeichnet als Begriff die Brauchbarkeit der Wahrnehmung von Begriffen
  • je sozialer entwickelt eine Gesellschaft ist, desto mehr basiert die Gesellschaft auf der kommunikativen und kulturellen Konditionierung von Wirklichkeit
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