entstanden im Rahmen der dritten Hausübungen im Pro-Seminar des publizistik- und kommunikationswissenschaftlichen Studiums an der Universität Wien im Wintersemester 2007/2008.

Abstract:

Arnsfeld, Andreas: Medien – Politik – Gesellschaft. Aspekte ihrer Wechselwirkungen unter dem Stichwort Politainment. Marburg: Tectum Verlag. 2005

Der Autor beschäftigt sich in seinem Buch mit den Wechselwirkungen und Wandlungsprozesse der drei Teilsysteme Medien, Politik und Gesellschaft sowie der Frage ob Medien zur Politikverdrossenheit beitragen.

Dabei konnte aufgezeigt werden, dass Medien nur eine Mitschuld an der Politikverdrossenheit haben. Der Negativismus nimmt zwar zu, aber je mehr politische Sendungen ein Zuseher sieht, umso besser ist sein Politikbild.

Es wird veranschaulicht, dass Politiker Medien instrumentalisieren und Journalisten sich politisch betätigen. Dabei werden Inszenierung und gekonnte Darstellung von Politiker immer wichtiger. Problem ist, dass dadurch Wahlkampf zum Dauerzustand wird und komplexe Probleme nur verkürzt dargestellt werden. Dieser Prozess ist in der Lage die politische Kultur anzugreifen. Daher sollte „Politainment“ nur in gewissen Maßen eingesetzt werden. Aber, so der Verfasser, muss ein Spitzenpolitiker heute zu Politainment greifen, wenn er Wahlen gewinnen möchte.


Abstract:

Zitierfähige Internetquelle:

Venus, Theodor (2006): Medien und Politik. http://www.demokratiezentrum.org/de/startseite/themen/mediengesellschaft/medien_und_politik/index.html (28.11.2007)

Medienpolitik hat seit den siebziger Jahren ein konstantes Interesse in nahezu allen politischen Parteiprogrammen. Immer mehr Themenfelder werden in das Medienrecht der staatlichen Regulierung miteinbezogen. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört die Kontrolle staatlicher Organe. Medien sollen Prozesse transparent machen und überprüfen sowie selbst Stellung beziehen. Freiheitseinschränkungen seien dort geboten, wo es um Privatsphäre, Gemeinwohl oder Staatsinteresse geht. Das Verhältnis von Politik und Medien hat sich gewandelt. Früher war Politik eher negativ eingestellt, heute bemühen sie sich um ein gutes Bild.


Fachartikel 1:

Klein, Markus / Ohr, Dieter / Heinrich, Stefanie: Spitzenkandidaten im Wahlkampf. Die Veränderbarkeit von Kandidatenimages durch Wahlkampf und Medien, untersucht am Beispiel der nordrhein-westfälischen Landtagswahl vom 14. Mai 2000. In: Publizistik, Heft 4, 47. Jahrgang, S. 412-435, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 2002.

Im vorliegenden Text wird versucht den Einfluss von Medien auf das Image von Kandidaten zu klären, am Beispiel der nordrhein-westfälischen Landtagswahl. Die Fragen sind: Wie umfassend sind die Bürger über die Politiker informier? Wie werden die Kandidaten von den Bürgern bewertet? und Welches Gewicht hat die Wahrnehmung und Bewertung der Spitzenpolitiker in der Wahlentscheidung? Die Hypothesen sind:

Es sollte der Umfang der Informationen über die Politiker im Laufe des Wahlkampfes ansteigen; zweitens sollte die Bewertung der Politiker im Verlauf des Wahlkampfes positiver ausfallen; drittens sollte die Bedeutung der Kandidatenorientierung für die Wahlentscheidung steigen; viertens sollten politisch wenig oder gar nicht interessierte Personen ein weniger stark vorgeprägtes Bild der Spitzenkandidaten besitzen, als Interessierte und daher bei diesen Personen Wahlkampfeinflüsse stärker ausfallen. Für die Analyse wurden quantitative Messungen vorgenommen.

Zusammenfassend kann man folgende Befunde aufzeigen:

Informationen über die Spitzenkandidaten erhöhten sich leicht, wobei dies bei politisch wenig oder gar nicht interessierten Personen stärker ausfällt. Der Umfang der verfügbaren Informationen steigt mit dem jeweiligen politischen Interesse der Bürger.

Es kam zu einer Verbesserung der Bewertung der Kandidaten, wobei der Einfluss auf die Bewertung eine rückläufige Tendenz hat. Die Bewertung verbessert sich mit steigendem Interesse am Wahlkampf. Je umfassender eine Person mit Informationen über die Kandidaten konfrontiert ist, desto stärker wirkt sich dies auf die Wahlentscheidung aus.

Mit steigendem politischem Interesse verlagert sich der Effekt der Wahlentscheidung für einen Spitzenkandidaten von persönlichen zu politischen Eigenschaften des Politikers.

Fazit ist, dass das Kandidatenimage im Wahlkampf immer wichtiger wird, auch wenn wie Kandidatenorientierung, unmittelbar vor der Wahl, für die Wahlentscheidung an Bedeutung verliert.


Fachartikel 2

Wolling, Jens: Skandalberichterstattung in den Medien und die Folgen für die Demokratie. Die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung für die Einstellung zur Legitimität des politischen Systems. In: Publizistik, Heft 1, 46. Jahrgang, S. 20-36, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 2001.

Im zentralen Mittelpunkt steht die Frage, ob die Politikdarstellung der Medien Wirkungen auf die Beurteilung der Legitimität der Demokratie hat. Weiters wird gefragt, ob Berichte über Skandale von Politiker ebenfalls zu einer negativen Beurteilung des politischen Systems führt. Zur Analyse wurde eine Face-to-Face-Befragung und ergänzend eine Inhaltsanalyse verwendet. Um die Rolle der Medienberichterstattung genau identifizieren zu können, wurden andere beeinflussende Faktoren bestimmt und während der Untersuchung miteinbezogen.

Es konnte in der Analyse gezeigt werden, dass die Unterstützung des demokratischen Systems auf positive Erfahrungen mit der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und Politik beruht und dass die Meinung von informationsorientierten Mediennutzung und gewissen Printmedien beeinflusst wird. Es konnte kein direkter Einfluss einer skandalbetonenden Berichterstattung nachgewiesen werden. Vielmehr handelt es sich bei der Wahrnehmung um einen komplexen kognitiven Konstruktionsprozess.

Um die Legitimität des Systems zu stärken, sollten politische Handlungsweisen korrigiert werden und zum anderen ist die öffentliche Reflexion der dargestellten Problemzusammenhänge von Bedeutung. Konkret, sollten immaterielle Stärken hervorgehoben werden, , Missverständnisse über die Funktionsweise des Systems zu beheben und der Bevölkerung die journalistischen Selektionsregeln zu verdeutlichen.