Eine gute Übersicht über die wichtigsten Vertreter und Formen der Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg

Frankreich

das existentialistische Drama

Jean-Paul Sartre (1905-1980)

• Tote ohne Begräbnis
• Die schmutzigen Hände
• Der Teufel und der Liebe Gott
• Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie (sein philosophisches Hauptwerk)

Albert Camus (1913-1960)

• Die Gerechten
• Der Fall
• Das Exil und das Reich

 

das absurde Theater

Samuel Beckett (1906-1989)

• Warten auf Godot
• Endspiel

Eugène Ionesco (1912-1994)

• Der neue Mieter
• Die Stühle

Der Surrealismus

André Breton (1896-1966)

• Die Manifeste des Surrealismus
• Die magnetischen Felder

Louis Aragon(1897-1982)

• Abhandlung über den Stil
• Pariser Landleben

Narzissmus

Marcel Proust (1817-1922)

• Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (siebenteiliges Romanepos)

 

Italien

Epik

Alberto Moravia (1907-1990)

• Cesira
• Die Verachtung
• Die Römerin

Italo Calvino (1923-1985)

• Der geteilte Visconte
• Wo Spinnen ihre Nester bauen

Lyrik und Dramatik

Luigi Pirandello (1867-1936)

• Sechs Personen suchen einen Autor
• Das Vergnügen, anständig zu sein

 

Spanien

Lyrik

Federico García Lorca (1898-1936)

• Mariana Pineda
• Die Sprache der Blumen

 

England

Epik

Zur Epik zählt der psychologische Roman mit seiner „Bewusstseinstechnik“ oder „Stream of consciousness“. Dabei handelt es sich um einen literaturwissenschaftlichen Fachbegriff zur Bezeichnung einer besonders im modernen Roman verwendeten Erzähltechnik, die anstelle eines in sich geschlossenen äußeren Geschehens Gedanken und Bewusstseinsvorgänge der Hauptfiguren wiedergibt, die spontan-assoziativ und in ungeordneter Form ablaufen und nicht in einem direkten Bezug zur äußeren Handlung stehen müssen.

James Joyce (1882-1941)

• Ulysses (Experimentalroman)
• Finnegans Wake
• Dubliner

Der utopische Roman (Zeitkritik)

George Orwell (1903-1950)

• 1984
• Die Farm der Tiere
• Mein Katalonien (Erfahrungsbericht)

Aldous Huxley (1894-1963)

• Schöne neue Welt
• Kontrapunkt des Lebens

Herbert George Wells  (1866-1946)

• Die Zeitmaschine
• Krieg der Welten

Kriminalroman – Gesellschaftsroman

Henry Graham Greene (1904-1991)

• Zwiespalt der Seele
• Die verlorene Kindheit
• Zentrum des Schreckens
• Das Attentat

Dramatik

Eliot, T.S (1888-1965)

• Das wüste Land
• Aschermittwoch
• Ein verdienter Staatsmann

USA

Epik

Ernest Hemingway (1899-1961)

• Der alte Mann und das Meer
• In unserer Zeit
• Wem die Stunde schlägt

John Ernst Steinbeck (1902-1968)

• Früchte des Zorns
• Von Mäusen und Menschen

Dramatik

Arthur Miller (*1915)

• Tod eines Handlungsreisenden
• Hexenjagd
• Alle meine Söhne

Tennessee Williams (1911-1983)

• Die Glasmenagerie
• Endstation Sehnsucht
• Die Katze auf dem heißen Blechdach
Russland

Sozialistischer Realismus – Epik

Boris Leonidowitsch Pasternak (1890-1960)

• Doktor Schiwago
• Meine Schwester, das Leben
• Die zweite Geburt

Aleksandr Solschenizyn (*1918)

• Der erste Kreis der Hölle
• Krebsstation
• Das rote Rad

Die deutschsprachige Gegenwartsdichtung

Das neue Volksstück

Franz Xaver Kroetz

• Männersache
• Oberösterreich

Österreichische Dramen

Elias Canetti (1905-1994)

• Die Hochzeit
• Komödie der Eitelkeit

Peter Handke (*1942)

• Die Hornissen
• Die Publikumsbeschimpfung (Theaterstück)
• Die Angst des Tormanns beim Elfmeter

Bekannt wurde er vor allem durch seine provokanten Volksstücke, die versuchend die Grausamkeit und Korruption der modernen Gesellschaft aufzudecken.

Peter Turrini (*1944)

Turrini wurde am 26. September 1944 in Sankt Margarethen (Kärnten) geboren, besuchte die Handelsschule und übersiedelte 1963 nach Klagenfurt. Zwischen 1963 und 1971 arbeitete er u. a. als Holzfäller, Handelsvertreter und Werbetexter. Inzwischen lebt er als freier Schriftsteller in Wien und Retz im Weinviertel. Er erhielt bereits zahlreiche Preise.

In seinen oft provozierenden Theaterstücken äußert Turrini eine am Volkstheater orientierte Gesellschaftskritik. Eine schockierende Parabel erzählt auch sein Stück „Sauschlachten“, in dem ein Bauernjunge, weil er nicht sprechen will, wie ein Schwein geschlachtet wird. Turrini übt damit Kritik an den repressiven Moralvorstellungen einer bäuerlichen bzw. kleinbürgerlichen Welt.
weitere Werke
• Tod und Teufel
• Kindsmord
• Die Minderleister

 

Die Gruppe 47

Die Gruppe 47 war ein von Hans Werner Richter organisierter, lockerer Zusammenschluss linksgerichteter Schriftsteller bzw. Kritiker, der im Herbst 1947 in München erstmals zusammenkam. Die Gruppe 47 entstand aus einem Kreis, der sich ursprünglich um die Zeitschrift Der Ruf gebildet hatte. Als „Der Ruf“, ein kritisches Organ zur politischen Bewusstseinsbildung, von der US-Militärregierung verboten wurde, trafen sich die Mitarbeiter, um ihre unge-druckten Manuskripte vorzustellen. Dies war der Beginn der Gruppe 47, die ohne festes politisches oder ästhetisches Konzept antrat.
Zusammengehalten wurden die Mitglieder der Gruppe 47 durch ihre antiautoritäre Grundeinstellung, welcher die Erfahrungen des nationalsozialistischen Regimes und des Zweiten Weltkrieges zugrunde lagen. Die Gruppe 47 traf sich in immer wieder neuen Konstellationen zunächst von 1947 bis 1955 zu halbjährlichen Treffen, dann – zwischen 1955 und 1967 – in jährlichem Turnus, um über Texte eingeladener Nichtmitglieder zu diskutieren.
Dadurch, dass es der Gruppe 47 gelang, die Autoren aus ihrer gesellschaftlichen Isolation ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken, avancierte sie schnell zum Forum deutscher Literaten der Nachkriegszeit. Die Gruppe 47 hielt regelmässig Lesungen ab, an ihnen nahmen unter anderem teil: Ilse Aichinger, Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann, Günter Eich und Martin Walser. Günter Grass, der Auszüge seines Romans „Die Blechtrommel“ vorstellte, erhielt 1958 einen Preis der Gruppe 47.
Im Laufe der Jahre wurden die Herbsttagungen der Gruppe 47 immer weniger von Schriftstellern, dafür umso stärker von Kritikern bestimmt. Fritz J. Raddatz, Hans Mayer, Walter Höllerer und Marcel Reich-Ranicki traten in den Vordergrund. In den fünfziger Jahren bildete sich in Wien um H. C. Artmann, Konrad Bayer und Gerhard Rühm eine eher experimentell orientierte „Wiener Gruppe“ sowie in den sechziger Jahren in Dortmund um Max von der Grün und Günter Wallraff ein sozial engagierter Kreis: „Gruppe 61“. 1967 kam es zur letzten offiziellen Tagung der Gruppe 47.

Forum Stadtpark

Auch Grazer Gruppe oder Grazer Forum genannt. Ist eine 1958 gegründete avantgardistische Vereinigung von Schriftstellern und Künstlern in Graz, die in dem eigens dafür gemieteten Grazer Stadtpark-Café anfing ein modernes Kulturzentrum aufzubauen. Hauptinteresse war eine enge Verbindung von experimenteller Kunst und gesellschaftspolitischem Engagement mit dem Ziel, ästhetische Innovationen einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen.
Anfangs musste sich das Forum Stadtpark gegen kulturpolitische Widerstände behaupten, doch schon bald avancierte es zu einem der bedeutendsten österreichischen Literaturzentren der sechziger Jahre. Seit 1960 bietet es ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm an, das neben Literaturlesungen und Kunstausstellungen auch Theater-, Film- und Musikaufführungen umfasst. Darüber hinaus wurden Kontakte zu Schriftstellern anderer Länder – u. a. der Bundesrepublik Deutschland, der DDR, Polens und der Tschechoslowakei – geknüpft. Zu den bekanntesten Vertretern des Forums Stadtpark gehören die Schriftsteller Wolfgang Bauer, Thomas Bernhard, Barbara Frischmuth, Peter Handke, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker und Peter Rosei.

Wolf Biermann (geboren 1936)

Biermann wurde am 15. November 1936 als Sohn eines Arbeiters in Hamburg geboren. Sein Vater war kommunistischen Widerstandskämpfers gegen das nationalsozialistische Regime. Als Kind wurde er mit der Ermordung seines Vaters im Konzentrationslager Auschwitz konfrontiert. Aus politischer Überzeugung übersiedelte er bereits 1953 in die DDR, wo er in Ost-Berlin Philosophie, politische Ökonomie und Mathematik studierte. Anfang der sechziger Jahre begann Biermann mit dem Verfassen von Gedichten und Liedern, die sich an Heinrich Heine und Bertolt Brecht orientierten, die marxistische Utopie besangen, gleichzeitig aber auch den Mangel an demokratischen Rechten im real existierenden Sozialismus beklagten. 1965 erhielt Biermann aufgrund seines Gedichtbands „Die Drahtharfe“ in der DDR Auftrittsverbot und musste fortan seine Werke in der Bundesrepublik veröffentlichen. 1968 entstand das Album „Mit Marx- und Engelszungen“.
Auf einer 1976 genehmigten Tournee durch Westdeutschland gab die Regierung der DDR Biermanns Ausbürgerung bekannt. Diese Maßnahme löste in der DDR Proteste aus, die zu einer weiteren Ausbürgerungswelle führten. Danach lebte Biermann vorwiegend in Hamburg und Paris. In den achtziger Jahren unterstützte er aktiv die Grünen. Auch veranstaltete er zahlreiche Tourneen durch Deutschland, die EG-Staaten und Skandinavien. 1983 hielt er sich als Dozent der Ohio State University für drei Monate in den USA auf. Anfang 1989 wurde ihm ein Konzert in der DDR erlaubt.
Nach der Wiedervereinigung äußerte sich Biermann verstärkt zur Stasi-Tätigkeit vieler seiner Kollegen in der DDR und über die Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit der deutsch-deutschen Vergangenheit. Damit einher ging die Suche nach einem neuen dichterischen Selbstverständnis: 1991 erhielt Wolf Biermann den Georg-Büchner-Preis. Im Mai 1998 wurde Biermann mit dem hoch dotierten deutschen Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung ausgezeichnet.

Hans Carl Artmann (1921-2000)

Artmann wurde am 12. Juni 1921 in Wien geboren. 1940 musste er zur deutschen Wehrmacht und kam 1945 in amerikanische Gefangenschaft. In dieser Zeit entstanden erste Gedichte, die 1947 im Radio Wien gesendet wurden. Danach war Artmann im Kreis um die Zeitschrift „Neue Wege“ und im „Art Club“ aktiv. Hier bildete er zwischen 1953 und 1958 gemeinsam mit Gerhard Rühm den Mittelpunkt der avantgardistischen Wiener Gruppe, die mit ihrer Sprachartistik wichtige Anregungen vom literarischen Dadaismus bzw. Surrealismus empfing. Auch gründete er die kleine Schaubühne. 1954 reiste Artmann nach Holland, Belgien, Frankreich und Italien, ein Jahr später durch Spanien. 1958 kam als erstes Buch „med ana schwoazzn dintn“ heraus. Nach seiner Übersiedlung nach Berlin 1968 lebte er lange Zeit ohne festen Wohnsitz, bevor er sich 1972 in Salzburg bzw. Wien niederließ. Artmann war Mitglied der Berliner Akademie der Künste und Ehrendoktor der Salzburger Universität. 1974 erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis, 1986 den Stadtschreiber-Literaturpreis des ZDF und der Stadt Mainz, 1987 den manuskripte-Preis des Forums Stadtpark, 1991 das Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst und 1992 den Literaturpreis der Stadt Salzburg zugesprochen. 1997 wurde Artmann mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt sowie mit dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln.
In den Arbeiten Artmanns mischt sich ein oftmals barock ausufernder Sprachwitz mit Elementen des schwarzen Humors. Zu den Werken des Autors gehören die Lyrikbände „Allerleirausch“ (1967) und „Aus meiner Botanisiertrommel“(1975) und die zum Teil zeitkritischen Prosawerke wie z.B. „Von denen Husaren und anderen Seil-Tänzern …“ (1959). Darüber hinaus trat Artmann als bedeutender Übersetzer, vor allem aus dem Schwedischen, Französischen, Englischen und Spanischen hervor. Die Werke François Villons etwa übertrug er in den Wiener Dialekt. Artmann starb am 5. Dezember 2000 in Wien.

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