Christoph Neuberger gehört fraglos zu den versierten Kommunikationswissenschaftler auf dem Gebiet des Medienwandels und der Crossmedialität. Für meine Magisterprüfung lerne ich folgenden Aufsatz von ihm:

Neuberger, Christoph; Nuernbergk, Christian; Rischke, Melanie (2009): Journalismus im Internet. Zur Einführung. In: Neuberger, Christoph; Nuernbergk, Christian; Rischke, Melanie (Hg.): Journalismus im Internet. Profession, Partizipation, Technisierung. 1. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften / GWV Fachverlage, S. 9-18.

Neuberger macht darin klar, dass der Journalismus bisher eine „(…) zentrale und machtvolle Vermittlungsinstanz der aktuellen Öffentlichkeit (…)“ war (Neuberger, 2009: S. 9).  [ref]Neuberger, Christoph; Nuernbergk, Christian; Rischke, Melanie (2009): Journalismus im Internet. Zur Einführung. In: Neuberger, Christoph; Nuernbergk, Christian; Rischke, Melanie (Hg.): Journalismus im Internet. Profession, Partizipation, Technisierung. 1. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften / GWV Fachverlage, S. 9-18[/ref] war. Diese Rolle ändert sich durch das Internet. Die Grenzen zwischen Kommunikator- und Rezipientenforschung verwischen (vgl. ebd.: S. 11). Professioneller Journalismus erobert das Internet. Dabei stellt sich die Frage, ob es zu einer Verselbstständigung vom Internetjournalismus kommt, oder zu einer crossmedialen Verflechtung. Klar ist jedenfalls, dass es zu einer Erosion von Werbeerlösen kommt und das hat fatale Konsequenzen. Journalismus, oder besser gesagt Verlage, könnten dadurch ihre Aktivitäten auf andere Geschäftsfelder verlagern (vgl. ebd.: S. 12ff).

Alte Medien online

Es zeigt sich allerdings, dass 77 % des journalistischen Onlineangebotes Ableger von etablierten Presse- und Rundfunkmedien sind. 53 % davon alleine von Tageszeitungen (vgl. ebd.: S. 15). Es bildet sich ein eigenständiger Internetjournalismus, mit eigenen Qualifikationsanforderungen, Vorbildern und technischem Potential. Es ist fraglich, ob im Internet die journalistischen Selektionskriterien wichtiger werden, um den Konsumenten die Orientierung in der Informationsflut zu gewährleisten. Journalisten also dementsprechend weniger als Gatekeeper und mehr als „Gatewatcher“ agieren. Ich persönlich bezweifle das, denn genau das sind die Dinge die Freunde, Bekannte auf Facebook oder Experten auf Twitter besser für mich erledigen. Grundsätzlich kann aber festgestellt werden, dass es im Journalismus zu einer „Googlisierung“ kommt. Das Internet jedenfalls bringt eine Flexibilisierung und Erweiterung der Raum- und Zeitbezüge mit sich (vgl. ebd.: S. 16f).

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