Diesen Juni tauschten meine Freundin und ich Badehose und Sonnencreme gegen Regenjacke, Fleece und Wanderschuhe. Unsere Reise führte uns ins idyllische Island. Das waren die Höhepunkte.

 

Mount Strútur

Tag 2: Mount Strútur

 

Auf unserem Programm stand vor allem wandern. Gleich am zweiten Tag bestiegen wir Mount Strútur, nachdem wir nur einen Tag in Reykjavík verbrachten. Der Berg ist weiß Gott keine Touristenattraktion. Besonders am Gipfel war es arschkalt, aber dafür konnten wir das unberührte Island-Erlebnis genießen. Wobei wir am Anfang etwas orientierungslos waren, nachdem es keinen beschilderter Wanderweg gab. Auf der Bergspitze befindet sich ein Sender und eine Wetterstation, die ein schön-bizarres Foto-Motiv in einer ansonsten karge Landschaft abgeben.

Am selben Tag sind wir noch zur Nahe gelegenen Höhle Viðgelmir gefahren. Die Höhle war ok, aber auch kein Weltwunder. Wir mussten uns auch erst an die verdammt hohen Preise gewöhnen. Für die Höhle waren zum Beispiel  6500 Kronen, rund 57 Euro, pro Person fällig.

 

Das Innere der Höhle Viðgelmir.

Tag 2: Das Innere der Höhle Viðgelmir.

 

Das Tolle an Island ist ja, dass die Sonne nur für rund drei Stunden und dann auch nicht wirklich untergeht. Bei so viel Tageslicht lässt sich sehr viel stressfrei unternehmen. Das kommt mir als Morgenmuffel sehr zu gute.

In Island gibt es übrigens nicht nur Schafe wie Sand am Meer, sondern auch die berühmten Islandpferde. Am dritten Tag haben wir einen geführten Ausritt mit diesen Schönheiten unternommen. Der Weg führte uns bei Kaiserwetter vorbei an saftigem grünen Gras, kleinen Wasserfällen und schwarzen Basaltgestein.

 

Judith und ich beim Reiten.

Tag 3: Judith und ich beim Reiten.

 

Am selben Tag ging es dann weiter nach Ólafsvík. Am Weg sind wir gleich an einem der beliebtesten Foto-Schauplätzen Islands stehen geblieben: Dem Kirkjufellsfoss-Wasserfall vor dem gleichnamigen Berg.

 

Kirkjufell

Tag 3: Kirkjufell

 

In die schnukelige Hafenstadt Ólafsvík hat es uns dann verschlagen, weil von dort Touren für Wal-Beobachtungen starten.

 

Tag 4: Olafsvik in Island

Tag 4: Olafsvik in Island

 

Der größte in Island anzutreffende Wal ist der Pottwal. Den haben wir nur aus der Ferne gesehen, dafür sind Killerwale recht nah ans Boot herangekommen.

 

Killerwal vor Olafsvik

Tag 4: Wale Watching vor Olafsvik

 

Gleich in der Nähe ist der Snæfellsjökull-Nationalpark, wo wir ebenfalls eine kleine Wanderung unternommen haben. Auch hier war der Weg leider nur spärlich beschildert. Macht aber nichts. Da es fast keine Bäume in Island gibt, kann man meist sehr weit ins Land sehen. So haben wir einfach unseren eigenen Weg über herrlich weiches Moos genommen.

 

Tag 5: Wanderung im Snæfellsjökull-Nationalpark

Tag 4: Wanderung im Snæfellsjökull-Nationalpark

 

Wir sind dann mit dem Auto die Ringstraße weiter und haben so den Nationalpark umrundet. Dabei sind wir bei diesem schon kitschig gelegenen Haus an den Klippen in Arnarstapi vorbeigekommen.

 

Haus bei Arnarstapi

Tag 4: Haus bei Arnarstapi

 

Island kennt übrigens keine Kultur der Warnhinweise und Absperrungen. Alle als schwierig bezeichneten Wanderwege sind auch schwierig. Selbstverantwortung wird groß geschrieben. Das selbe gilt für Straßen. So lässt es sich etwa direkt auf den Snæfellsjökull-Gletscher (Straße F570) fahren.

 

 

Auf dem Video, dass ein Teilstück der Rückfahrt zeigt, ist das nicht ganz deutlich, aber selbst mit unserem 4×4 war die Strecke nicht ohne. Ein richtiger Adrenalinkick, vor allem für meine Freundin am Beifahrersitz. Dafür ist die Aussicht dann traumhaft.

 

Tag 5: Snaefellsjökull Gletscher

Tag 4: Snaefellsjökull-Gletscher

 

Ein Auto mit Allrad und gutem Radstand ist in Island eine gute Idee.

Ein Auto mit Allrad und gutem Radstand ist in Island eine gute Idee.

 

Unser nächster Stopp war der Glymur-Wasserfall.

 

Tag 5: Glymur Wasserfall

Tag 5: Glymur Wasserfall

 

Mit 196 Meter ist Glymur der zweithöchste Wasserfall in Island. In einem sehr schönen aber auch anstregenden und teils schwierigen Wanderweg kann man ihn umkreisen. Der Weg führt zweimal durch den Fluss.

 

Am Weg zum Wasserfall.

Tag 5: Judith und ich am Weg zum Wasserfall.

 

Einmal einfacher über eine fix montierte Baumstamm-Brücke und das zweite Mal oberhalb des Wasserfalls. Das bedeutet, mit bloßen Füßen durch das eiskalte Wasser waten.

 

Diese Passage gilt es zu überqueren.

Tag 5: Diese Passage galt es zu überqueren.

 

Auf dem Foto schaut das nicht tragisch aus, doch beim Überqueren wurde es plötzlich immer tiefer. Das hat mich so überrascht, dass ich gestolpert bin und zack war die neue Sonnenbrille vom Gesicht gerutscht und auf nimmer Wiedersehen von der Strömung fortgespült …

Nach der Wanderung sind wir weiter zum Þingvellir gefahren. Der Ort hat besondere Bedeutung für die Isländer. Nicht nur ist dort eine Grabenbruchzone im Grenzbereich zweier tektonischer Platten, sondern hier versammelten sich die Isländer bereits im Jahr 930 zur Volksversammlung.

Tag 6: Þingvallakirkja, wo früher die provisorischen Hütten für die Vollversammlung standen.

Tag 5: Þingvallakirkja, wo früher die provisorischen Hütten für die Vollversammlung standen.

 

Am Pingvellir befindet sich auch ein kleiner Wasserfall. Was Fotografen freuen wird: Dank einer Holzplattform lässt sich vor dem Wasserfall sehr gut mit dem Stativ arbeiten und mit langen Verschlusszeiten experimentieren wie in diesem Shot.

 

Tag 5: Öxará Fluss Wasserfall.

 

Mein persönliches Reise-Highlight war der heiße Fluss in Reykjadalur (Hveragerði) mit anschließender Wanderung. Riechen tut es zwar durch den Schwefel ein wenig nach fauligen Eiern, aber dafür lässt es sich in saftiger Hügellandschaft herrlich baden. Je weiter oben bei der Quelle, desto wärmer das Wasser und desto mehr Touristen. Wir sind deshalb weiter unten geblieben und hatten dafür unseren Privatpool.

 

Tag 6: Selbst bei 10 Grad lässt sich im heißen Fluss in Reykjadalur leben.

Tag 6: Selbst bei 10 Grad lässt es sich im heißen Fluss mit Badehose sehr gut aushalten.

 

Einmal am oberen Ende der Bademöglichkeiten (irgendwann wird der Fluss zu heiß) angekommen, startet eine traumhafte Wanderung durch sehr abwechslungsreiche Landschaft. Wer sich den insgesamt 21,7 km (inklusive 7 km Fußmarsch vom Parkplatz zum Fluss) langen Rundwanderweg nach Seltungur und wieder zurück zutraut, wird reichlich belohnt.

 

Tag 6: Auch Schafe lieben es heiß.

Tag 6: Auch Schafe lieben es heiß.

 

Tag 6: Der erste Abschnitt des Weges führt an vielen Schwefeldümpfel vorbei.

Tag 6: Der erste Abschnitt des Weges führt an vielen Schwefeldümpel vorbei.

 

Tag 6: Über einen kleinen Wasserfall geht es dann in ein Tal hinein.

Tag 6: Über einen kleinen Wasserfall geht es dann in ein Tal hinein.

 

Tag 6: Später dann über eine spannende Schlucht zurück zum Ausgangspunkt.

Tag 6: Später dann über eine spannende Schlucht zurück zum Ausgangspunkt.

 

Bis nach Seltungur haben wir zirka zweieinhalb Stunden gebraucht. Der Weg ist gut markiert. Nur bei einem Wegweiser fehlte der Hinweis auf Seltungur, was uns etwas unsicher machte. Die Wegkreuzung Seltungur selbst war aber schließlich gut angegeben und kann nicht verpasst werden.

 

Tag 6: Am Ende des Wanderwegs bietet sich nochmal eine herrliche Aussicht.

Tag 6: Am Ende des Wanderwegs bietet sich nochmal eine herrliche Aussicht.

 

Für alle die Lust bekommen haben selbst den Weg zu gehen, hier haben wir die Wanderkarte fotografiert, die sich am Parkplatz befindet. Wir waren so motiviert von dem herrlichen Tag, dass wir gleich weiter zum Geysir und dem riesigen Gullfoss gefahren sind.

 

Tag 6: Strokkur. Der kleine Bruder des Geysirs speit verlässlich alle 5-10 Minuten.

Tag 6: Strokkur. Der kleine Bruder des Geysirs speit verlässlich alle 5-10 Minuten.

 

Tag 6: Gullfoss ist ein beeindruckender Wasserfall.

Tag 6: Gullfoss ist ein beeindruckender Wasserfall.

 

Am siebten Tag haben wir nahe unserer Unterkunft nur einen kleinen Spaziergang gemacht. Die Erholung hat uns gut getan, denn am nächsten Tag wurde es wieder anstrengender. Von den Schlaglöchern und Steinen auf den „Straßen“ gut durchgerüttelt sind wir in Landmannalaugar angekommen. Das Naturschutzgebiet ist bei Touristen sehr beliebt. Leider hatten wir nicht das beste Wetter und die meisten Wanderwege waren wegen Schneelage noch gesperrt.

 

Tag 9: Landmannalaugar

Tag 8: Landmannalaugar

 

Tag 9 startete mit einer relativen langen Autofahrt zur nächsten Unterkunft. Deshalb haben wir viele Sightseeings nahe der Straße besucht.

Tag 8: Seljalandsfoss. Wasserfall einmal aus einem anderen Blickwinkel.

Tag 9: Seljalandsfoss. Wasserfall, einmal aus einem anderen Blickwinkel.

 

Tag: 9 Jökulsárlón - Glacier Lagoon

Tag 9: Jökulsárlón – Glacier Lagoon

 

Am nächsten Tag haben wir wieder einen rund 17 km langen Marsch im Skaftafell-Nationalpark gemacht. Schade, dass das Wetter nicht optimal war, ansonsten bietet sich hier Wanderern und Fotografen ebenfalls eine traumhafte Kulisse.

 

Tag 10: Skafterfell

Tag 10: Skaftafell

 

Um den schlechten Wetter zu entkommen, sind wir am nächsten Tag in den stabileren Nord-Osten aufgebrochen. Dort haben wir uns die nächstgrößere Ortschaft Höfn angesehen und sind dann in der Nähe wandern gegangen.

 

Tag 10: Ein Prachthahn - wie man ihn Island eher selten sieht. Das Land gehört definitiv den Schafen.

Tag 11: Ein Prachthahn, wie man ihn Island eher selten sieht. Das Land gehört definitiv den Schafen.

 

Am Weg zurück zur Unterkunft ist die Wolkendecke aufgerissen. Plötzlich war der Traum für Fotografen da: Schön gezeichnete weiße Wolken, hellblauer Himmel und intensives Grün in einer weichen Hügellandschaft. Auto bei der nächsten Einfahrt geparkt und losfotografiert. Das Foto ist mit einem Weitwinkel mit Polfilter (danke Karol Nuhn für den Tipp) entstanden.

 

Tag 11: Nähe Höfn.

Tag 11: Nähe Höfn.

 

Island versucht schon seit geraumer Zeit Rentiere anzusiedeln und tatsächlich gibt es heute ein paar Tausend auf der Insel. Wir hatten das Glück sie bei unserer Fahrt nach Skogar am Tag 12 unserer Reise zu sehen.

Tag 12: Renntiere in der Nähe des Diamond Beachs.

Tag 12: Rentiere in der Nähe des Diamond Beachs.

 

Gegenüber der „Glacier Lagoon“ befindet sich der Diamond Beach. Das Gletschereis wird ins Meer hinausgetragen und von den Meereswellen zum Teil wieder an Land gespült. Durch das Meerwasser feingeschliffen, glitzern sie an einem sonnigen Tag vor sich hin. Großartig.

 

Tag 13: Diamond Beach.

Tag 12: Diamond Beach.

 

Auf der Fahrt zur nächsten Unterkunft sahen wir dann einen großen, belebten Parkplatz vor uns. Wir wurden neugierig und sind den anderen Touristen nachgegangen. Ziel aller Leute war ein in den 7oer-Jahren notgelandetes US-Flugzeug und heute beliebtes Fotomotiv.

 

Tag 13: Flugzeug

Tag 12: Flugzeug

 

Am nächsten Tag unternahmen wir unsere letzte große Wanderung und zwar gingen wir ein Stück des bekannten Trails von Skogar nach Landmannalauger. Der Wanderweg mit seinen rund 32 Wasserfällen soll zu den schönsten der Welt zählen und ich kann das voll und ganz nachvollziehen.

 

Tag 13: Wanderweg Skogar-Landmannalauger. Im Hintergrund der berühmt-berüchtigte Eyjafjallajökull.

Tag 13: Wanderweg Skogar-Landmannalauger. Im Hintergrund der berühmt-berüchtigte Eyjafjallajökull.

 

Tag 13: Bis zur ersten Schutzhütte haben wir die Wanderung geschafft. Da war schon einige Schneepassagen zum Durchwandern dabei.

Tag 13: Bis zur ersten Schutzhütte haben wir die Wanderung geschafft. Wir mussten dazu schon einige Schnee-Passagen durchqueren.

 

Viele Wasserfälle.

 

Tag 13: Der Fluss schlängelt sich durch grüne, moosbehangene Felsen. Immer wieder auch als Wasserfall.

Tag 13: Der Fluss schlängelt sich durch grüne, moosbehangene Felsen.

 

Der Tag war ein würdiger Abschluss. Wir sind am selben Tag in die Ortschaft Grindavik gefahren und haben dort übernachtet. Am nächsten Tag ging es nach Reykjavik, wo wir den gesamten Tag verbrachten. Wir haben uns so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt angesehen. Nachdem es viel geregnet hat, haben wir uns auch länger im National Museum aufgehalten und ein bisschen mehr über Kultur und Geschichte des Landes erfahren.

 

Im Harpa Kongresszentrum.

Im Harpa Kongresszentrum.

 

Die Blue Lagoon haben wir übrigens bewusst nicht gemacht, weil das schon sehr teuer ist. Leute, mit denen wir gesprochen hatten, fanden die Blue Lagoon zwar schön, aber keiner war wirklich begeistert. Oft haben wir vor Ort auch die Frage gehört, warum wir nicht die gesamte Insel umrunden. Ich finde, es war gut, dass wir nur die halbe Insel gemacht haben und uns dafür stressfrei länger an einem Ort aufhalten konnten.

 

Besondere Reise
Ich schreibe bewusst wenig Privates auf meinem Blog. Diesmal gibt es aber einer Ausnahme, denn Island wird Judith und mir ganz besonders in Erinnerung bleiben: Ich habe sie am Mount Strutúr (das erste Bild mit viel Eis und Schnee) gefragt, ob Sie mich heiraten will und sie hat ja gesagt! Ich freue mich schon sehr auf die nächsten (Reise-)Abenteuer mit ihr gemeinsam!

 

Ich habe alle unsere Hotels und Ausflugsorte auf einer Google Maps Karte eingetragen. Google erlaubt nur maximal 10 Punkte pro Ebene (von A bis J), deshalb habe ich unsere Reise in vier Teile aufgebröselt. Mit Klick rechts oben auf Vollbild können die einzelnen Teilstücke ein- oder ausgeblendet werden, das hilft bei der Übersichtlichkeit.

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  1. […] aber noch sehr ok. La Gomera schlägt in meinem persönlichen Ranking auch sehr knapp unsere Reise nach Island. Island ist zwar landschaftlich unheimlich eindrucksvoll und ein Paradies für jeden Fotografen […]

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