Die letzten vier Artikel haben sich ausschließlich mit Bürokratie beschäftigt. Dieses Martyrium ist nun vorbei, ich befinde mich bereits in Kopenhagen.

Kopenhagen: Schön (und) teuer

Am 2. August flog mein Studienkollege Lubomir und ich nach Kopenhagen. Den ersten bleibenden Eindruck von unserem Gastland bekamen wir beim Fahrkartenautomaten für die Metro: Kopenhagen ist teuer, wirklich teuer. 34,50 Dänische Kronen für ein 3 Zonen-Ticket,  das sind rund 4,60 Euro! Keine Vergünstigungen für Studierende! Da bleibt dem WienerLinien-Fahrgast erst mal die Spucke weg. Der zweite bleibende Eindruck folgte während der U-Bahn-Fahrt: Kopenhagen ist kleiner als erwartet. Die Metro besteht aus zwei Linien, wobei diese zwei Linien zu einem Gutteil die gleichen Gleise befahren. Nur zwei Teilstücke des Netzes gehen in verschiedene Richtungen. Verfahren kann man sich also nicht. Auch Hochhäuser sucht man in Kopenhagen vergeblich. Dafür ist die Stadt sauber und nicht sehr hektisch.

Im Studentenwohnheim

Wie schon berichtet, war die Wohnungssuche wirklich schwierig. Wir sind schließlich in einem Studentenwohnheim untergekommen, allerdings nur bis 28. August. Die eigentlichen Mieter sind gerade auf Urlaub und wollen mit der Untervermietung Geld sparen. Unser Studentenheim namens „Tietgen Kollegiet“ ist sehr modern. Es ist architektonisch sogar so gut, dass ein Modell davon auf der Expo in Shanghai steht. In den oberen Geschossen des Rundbaues befinden sich die Zimmer und verschiedene Gemeinschaftsräume. Das Erdgeschoss besteht nur aus solchen Gemeinschaftsräumen: Fitnesskammer, Wäscherei, Lern- und Computerräume, Musik- und Filmräume – einfach alles was der Student von heute so braucht. Aber auch hier wieder: 5000 Kronen pro Monat, das sind 670 Euro, für ein Zimmer im Studentenwohnheim? An die Preise muss man sich erst gewöhnen.

Fahrrad: ein „must have“

Fahrräder, Fahrräder und noch mehr Fahrräder. Überall sieht man sie in Kopenhagen. Während die öffentlichen Verkehrsmittel nie überfüllt sind, herrscht auf den Fahrradstreifen immer reger Betrieb. Beim Radfahren entsprechen die Kopenhagener also dem Klischee und noch eines erfüllen sie gänzlich: Alle Dänen können perfekt Englisch. Nein wirklich, die können das echt. Der Supermarktkassierer spricht akzentfrei und fehlerfrei Englisch. Aber sie haben auch einen Vorteil: Fernsehserien und ähnliches laufen immer im Original mit dänischen Untertiteln – ich glaube, schon alleine so lernt man viel.

Beeindruckende moderne Architektur

Nachdem der Dänisch-Sprachkurs erst am 9. August begann, hatten wir viel Zeit für Sightseeing. Da fahrradlos und Metro zu teuer, haben wir in den letzten Tagen einiges an Kilometer zu Fuß heruntergespult. Wobei die meisten Ziele auch gut zu Fuß erreichbar sind. Da ist es ein Vorteil, dass die Stadt verhältnismäßig überschaubar ist. Wir haben alles gesehen: vom Altstadtrundgang, über das

Blick auf Kopenhagen von Havneparken

Blick auf Kopenhagen von Havneparken

Museum des dänischen Bildhauers Thorvaldsen bis hin zum Kunstmuseum. Wir waren auch in Christiania – der berühmten selbstverwalteten Kommune – in der das Leben bunt und fotografieren verboten ist. Was wahrscheinlich daran liegt, dass dort offen auf den Straßen gedealt wird. Als echte Studenten haben wir übrigens auch schon alle Universitätsgebäude inspiziert. In Kopenhagen fällt generell eines auf: Die moderne Architektur ist beeindruckend, dagegen sind die historischen Gebäude sehr unauffällig. Zum Beispiel die Marmorkirche in Kopenhagen: Sehenswert aber auch nicht aufregend. Vor allem im Vergleich zu St. Peters in London oder zur Peterskirche in Rom, die auch das Vorbild für diesen Bau waren.

Kuppel der Mamorkirken

Besonders gut gefallen hat mir der Strand in Kopenhagen. Der Sand, die Dünen und die Flora erinnern sehr an die Nordsee. Baden ist aber eher was für Hartgesottenen, das Wasser ist einigermaßen kalt. Aber alleine die Sonne genießen, dazu etwas Trinken und Essen – das ist der perfekte Tag zum Entspannen.

Amager Strand

Die erste Woche ist freilich wahnsinnig schnell vergangen. Jetzt ist Dänisch lernen angesagt und eines kann man schon sagen: Diese Sprache ist nicht einfach! Mehr dazu werde ich demnächst bloggen. 😉

(Alle Fotos geschossen mit dem Smartphone SAMSUNG Wave)

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