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Langsam werden sogar die ewig jungen Social Media alt. Dementsprechend liegt bei vielen Usern auch das Beitrittsdatum länger zurück. Wann bin ich eigentlich Facebook beigetreten? Und wann Twitter? Diese Fragen stellen sich viele Leute immer häufiger. Gründe dafür gibt es genug: Sentimentale Gefühle, Rekapitulation wann man seine Privatsphäre aufgegeben hat, oder man wurde schlicht um das Datum bei einer der vielen sozialwissenschaftlichen Erhebungen zur Social Media-Nutzung gebeten.

 

In Facebook ist es leider nicht möglich, das Beitrittsdatum exakt ausfindig zu machen. Man kann sich aber am ältesten Profilfoto oder am ersten Status Update orientieren:
Profilfoto: Man klickt rechts oben auf „Profil“ -> dann auf „Fotos“ -> und „Profilbilder“. Dort das älteste auswählen. Unter dem Foto steht wann das Foto hochgeladen wurde. Das verrät ungefähr das Beitrittsdatum, da die meisten gleich am Anfang ein persönliches Foto hochgeladen haben.

Vorsicht: Auf Facebook haben auch schon Betrüger versucht User zu ködern mit „finde heraus was Deine erste Status Meldung war“. Mehr dazu hier.

Und Twitter gibt es natürlich auch noch. Langen Erklärungen sind aber unnötig: Einfach auf http://www.whendidyoujointwitter.com gehen und Username eingeben. Viele Applikationen wie Tweetdeck sollen auch das Beitrittsdatum zeigen, so Florian Allesch.

[UPDATE: Rockmelt ist tot, für mich kommt der spannenste neue Browser Vivaldi aus Norwegen, der ebenfalls auf Chromium aufbaut.]

Rockmelt ist der fantasievolle Name für einen neuen Social Media Browser. Der Browser integriert Facebook (FB) und andere Social Media Services wie zum Beispiel Twitter. Der Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf FB: Den Online-Status seiner FB-Freunde kann man auf der linken Seite in einer vertikale Leiste sehen, in der rechten Leiste findet man Buttons für Twitter, FB-Statusmeldungen und RSS-Feeds die bei Anklicken die neuesten Meldungen in einem eigenen Menü anzeigen. Das ist einfach großartig. Ein weiteres Gimmick ist der Share-Button neben der Adressleiste. Entdeckt man im World Wide Web etwas Erwähnenswertes, kann man das seinen Freunden auf FB oder Twitter gleich mitteilen.

Rockmelt, unten rechts das Pop-Up Fenster von Twitter

Noch ein Hit: Alle persönlichen Einstellungen werden in der sogenannten Cloud gespeichert, damit sind diese Einstellungen jederzeit und überall verfügbar. Ich zum Beispiel nutze zu Hause auch den Laptop meiner Eltern, mit Rockmelt muss ich den Browser nicht erst einrichten, alle persönlichen Einstellungen werden vom Server geladen. Das kann natürlich bei Datenschützern viel Unmut hervorrufen, einen sehr kritischen Artikel dazu habe ich auf Spiegel Online gefunden. Nebenbei bemerkt sind aber Verlage wie der Spiegel selbst mächtige Datenkraken. Komisch auch, dass im Spiegel Online am selben Tag ein zweiter Artikel über Rockmelt erschienen ist, der diesen ohne wenn und aber lobt.

Rockmelt baut auf Chromium auf, dem Open Source Web Browser Projekt von Google. Dementsprechend ähnlich sind sich auch Rockmelt und der Google Chrome Browser. Das ist auch der erfreuliche Grund warum Rockmelt richtig schnell arbeitet.

Wünschenswertes

Da der Browser noch in der Beta-Version ist, gibt es natürlich noch viel Platz für Verbesserungen. Der Funktionsumfang für Twitter könnten zum Beispiel noch erweitert werden. Außerdem verursacht Adobe Flash und der eingebauten FB-Chat noch Probleme. Unter dem Share-Button könnten in Zukunft mehrere Services subsumiert werden, wie zum Beispiel Stumple Upon, Delicious/Diigo und Digg. Einer der tollsten Funktionen von Rockmelt ist, dass neue Nachrichten von Twitter und FB rechts unten in kleinen Pop-Up Fenstern eingeblendet werden. Gut wäre, wenn die Meldungen von Twitter und FB eine unterschiedliche Färbung hätten. Für mich ist es nämlich manchmal von Bedeutung, ob eine Meldung von Twitter oder FB kommt. Besonders nervig ist, dass man Links in den Meldungen nicht direkt im Pop-Up Fenster anklicken kann. Klickt man auf das Pop-Up Fenster, öffnet sich die Timeline desjenigen der die Meldung geschrieben hat und dann erst kann man den Link anklicken.

Unverzichtbare Add-ons

Da Rockmelt mit Chromium läuft, können auch alle Extensions für den Chrome Browser verwendet werden. Das ist auch für mich besonders wichtig. Folgende vier Extension möchte ich in keinem Browser mehr missen: Erstens den AdBlocker, damit wird nervige Werbung geblockt. (Sorry, liebe Werbeleute und Medienverlage, aber manche Werbungen sind einfach nicht zu ertragen.) Zweitens ein englisches Wörterbuch, da ich doch häufig englische Texte lese. Drittens meine Gedächtnisstütze für Passwörter und die vierte und letzte Extension ist stumple upon.

Auf den Geschmack gekommen?

Wer Lust bekommen hat auf Rockmelt, ich habe noch Invites zu vergeben, man erreicht mich via Twitter.

Argumentation:

Your field of study needs to fully embrace a multidisciplinary approach if it is to make a meaningful contribution to the needs of the world today. Argue for or against this proposition providing an example where appropriate.”

My field of study is communication science, which can only make a meaningful contribution to the needs of the world if it follows a multidisciplinary approach.

The reason behind that claim is that communication is a universal phenomenon. One statement by Paul Watzlawick, a famous scholar in our field, put it in a nutshell: “You cannot not communicate”. Communication is ubiquitous, but not only personal communication is ubiquitous it is the same with mass communication. Radio, TV, and Newspapers follow us through the day. Even if you managed not to listen, to watch, or to read news from the mass media directly, people would talk with you about things they have heard from media. Thus, mass media influence other social areas too such as law, economy, society as a whole, and so on. Accordingly, if you study mass communication and journalism, you must know about these influences, and this is only possible if you use approaches from other studies too.

If we speak about my study, we have to consider that communication science, since the very beginning, has been taking over methods and insights from other disciplines. For example, Jürgen Habermas has – with his communication theory – a significant impact on communication science, but he was a professor of philosophy and sociology. Also, Niklas Luhmann is a well-known person in my study thanks to his system theory, but he studied law and sociology.

Communication science uses many theories from other disciplines. For example, there is an ongoing discussion in communication science whether politicians influence more the media or whether the media influences politicians. There are some slightly evidences that the mass media uses its power to influence decisions made by politicians. This theory mixes knowledge from political science with knowledge from communication science. You can only understand that phenomenon fully if you use an interdisciplinary approach.

It is broadly accepted that communication science is an interdisciplinary study. As a result, communication science does researches on a broad field, from digital media to the perception of movies by the audience. Some voices are stating that communication science should focus its research field to media and mass communication, and let the film studies research film perception exclusively. Another problem is that many people cannot even recognise what exactly communication science is. For the more or less same study exists different names such as journalism and mass communication, communication science, or media science. On top of this, different universities are researching the same topic with different approaches: Many focusing on heuristic methods, others prefer qualitative empirical methods, and others again declaring quantitative empirical methods as the only valuable tools. In conclusion, critics fearing that a multidisciplinary approach could lead to a fragmentation of the communication studies and following a devaluation of all communication studies because they would be recognised as ambiguously and inconsistently.

Indeed, it is questionable whether communication studies should be so open and broad, but if you have the understanding from communication studies as an interface for all other social sciences, you cannot narrow the research field because that would also restrict your level of knowledge. This would be fatal for a young discipline such as communication science. Furthermore, the researchers always specialise on a particular topic. If the chosen theme is not relevant enough, the researcher will not find any recognition and therefore will have no success. Thus, there is an internal selection, and this is better as to exclude a field beforehand. The fragmentation of the study into meaningless subgroups is a risk, but on the other hand, communication science is young. It needs time to build a robust scientific fundament. When communication science manages it to make an essential contribution to the development and knowledge of our society, it will achieve better recognition. Last but not least, in other studies, critics are complaining about the too extensive specialisation. The risk is that with a too extensive specialisation you treat things out of context and subsequently overview essential matters.

Für alle die es schnell wissen wollen:
Klicke auf Konto -> Privatsphäre-Einstellungen -> Einstellungen anzeigen (nicht auf „Benutzerdefinierte Einstellungen“!) -> Sichtbarkeit meiner Interessen und Seiten

Für alle die es genauer wissen wollen:
Die Fan-Pages oder „Gefällt mir“-Seiten von Facebook (FB) sind schon eine tolle Sache. Einmal auf den „Gefällt mir“-Button geklickt und schon bekommt man alle Statusmeldungen dieser Page in die Timeline. Nicht nur das, auch Freunde erfahren was einem gefällt. Moment, wirklich nur Freunde? Nein, alle können sehen welche Seiten gefallen! Warum aber muss jeder wissen ob einem Barack Obama oder doch eher John McCain gefällt? Und muss der Chef wirklich wissen, dass einem etwa „Wir saufen mit maß und ziel, maß ist die einheit und rausch das ziel…“ gefällt? Noch komplizierter wird es, wenn man in FB Freunde hat, die eigentlich keine Freunde sind. Das kommt aus allen möglichen Gründen schon häufig vor. Diesen Freunden will man natürlich nicht alles mitteilen. In FB kann man mit Freundeslisten bestimmen, wer wie viele Informationen einsehen kann. Nur: Für Fan-Pages gab es diese Funktion bislang nicht. Das war wirklich ärgerlich und FB reagierte auch lange nicht auf die vielen Comments im Diskussionsforum zu diesem Thema.

Das gehört aber erfreulicherweise der Vergangenheit an. Wer seine Fan-Pages nur gewissen Freunden und Freundeslisten zeigen will, muss folgendes machen:

  1. 1. In FB auf Konto und Privatsphäre-Einstellungen klicken
  2. 2. Dort auf „Einstellungen anzeigen“ klicken. (nicht auf „Benutzerdefinierte Einstellungen“, denn damit kommt man überraschenderweise in ein anderes Menü)
  3. 3. Im sich öffnenden Menü muss man bis zum Ende runter scrollen, dann findet man den Eintrag „Sichtbarkeit meiner Interessen und Seiten“. Dort kann man seine personalisierten Einstellungen treffen.

Schön viel zum Klicken, oder? Besser hätte FB das Menü nicht verstecken können – Ostern ist doch eigentlich schon vorbei! Diese wichtige Privatsphäre-Einstellung werden daher wahrscheinlich nur wenige Leute treffen. Dazu passt wohl dieser extra 3-Satirebeitrag:

Der Begriff „Informationsgesellschaft“ ist umstritten und wird oft synonym mit dem Begriff „Wissensgesellschaft“ benützt. Oft wird heute der Terminus Wissensgesellschaft als Weiterentwicklung gebraucht, allerdings erweisen sich beide Begriffe als wage und beliebig. (vgl. Kübler, 2005: S. 16f)

Grundsätzlich kann man aber sicher zwischen einem sozialwissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Gebrauch des Terminus Informationsgesellschaft unterscheiden:

Sozialwissenschaftlich
Der kanadische Kommunikationswissenschaftler William H. Melody bezeichnet solche gesellschaftlichen Formationen als „Informationsgesellschaften“, die in ihren zentralen Funktionen und Leistungen zu einem erheblichen Maße von komplexen elektronischen Informations- und Kommunikationsnetzen abhängig geworden sind und die einen ebenso wesentlichen Anteil ihrer privaten wie öffentlichen Ressourcen für Informations- und Kommunikationsaktivitäten aufwenden. (Melody, 1990: S. 16 – 19, zit. nach Kübler, 2008: S. 17)

Für Castell (vgl. ebd., 2001: S. 527ff) besteht die „Informationsgesellschaft“ aus zwei miteinander korrespondierenden, aber nicht unbedingt gleichlaufenden und sich potenzierenden Entwicklungstrends:

  • Zum einen schreitet die weitere, interne Informatisierung, d.h. die Ausstattung und Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche mit Informationstechnologien, angefangen von der gewerblichen Industriearbeit bis hin zum privaten Zuhause voran
  • Zum anderen wird die Informatisierung, in Zusammenhang mit der globalen Arbeitsteilung, als Überwindung herkömmlicher industrieller Strukturen erachtet. Dadurch dürften sich ihre bisherigen Strukturen, ihre konzentrierten, standardisierten Produktions- und Arbeitsorganisationen, ihre weitgehend fixen Berufskarrieren und ihre inflexible Marktbedienung allmählich auflösen, und an ihre Stelle treten jeweils dezentrale, flexiblere, offenere, aber auch ungewissere und riskantere Produktions- und Arbeitsweisen.

Der Germanist und Medienwissenschaftler Dirk Matejovski führt in seinem Buch einleitend aus, dass sich durch technische Medien und Vernetzung dieser, sich der Alltag grundlegend verändert hat. Dabei betont er, dass nicht nur Ökonomie und Technik davon betroffen sind, sondern die neuen Informationstechnologien „auch unsere Lebenswelt und unsere kulturelle Ordnung“ entscheidend umgestalten. (vgl. Matejovski, 2000: S. 9)

Der Politologe Karl W. Deutsch definierte dann eine Nationalwirtschaft als „Informationsgesellschaft“, wenn in ihr mehr als die Hälfte der Berufstätigen in überwiegend informationsorientierten Berufen tätig ist und in der die Wertschöpfung aus diesen Beschäftigungen mehr als die Hälfte des Bruttosozialprodukts beträgt. (Löffelholz/Altmeppen: 1994, S. 572f)

Man sieht, dass die unterschiedlichsten Fächer mit dem Begriff gearbeitet haben und diesen auch sehr unterschiedlich interpretiert haben. Die Definition von Karl Deutsch halte ich als die gelungenste, enthält sie doch relativ genaue Indikatoren wann dieser Begriff zutreffen ist, oder eben nicht. Der Nachteil: Dann dürfte man für Österreich den Terminus Informationsgesellschaft nicht verwenden. Zwar arbeiteten 2008 bereits 69,7 % aller Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor, worin aber vom Friseur bis zur Verkäufer alle möglichen Berufe inkludiert sind. Die Statistik Austria bietet einen sehr detaillierten Überblick über die Wirtschaftszweige Österreichs, Beschäftigten und Umsatz. Es zeigt sich trotz großzügiger Inklusion meinerseits, dass nicht annähernd die Hälfte aller Erwerbstätigen in „informationsorientierten Berufen“ tätig sind.

rechtswissenschaftlich

Rechtswissenschaftlich gibt es keine generelle Definition des Begriffes „Informationsgesellschaft“, obwohl der Begriff – gerade in der Gesetzgebung und Vorarbeiten der EU – häufig vorkommt.

Rund um den Begriff sammeln sich aber immer gewisse Tatbestände, die dann auch genau definiert sind. In Österreich ist das z.B. der Fall beim § 3 (1) ECG:

Dienst der Informationsgesellschaft: ein in der Regel gegen Entgelt elektronisch im Fernabsatz auf individuellen Abruf des Empfängers bereitgestellter Dienst (§ 1 Abs. 1 Z 2 Notifikationsgesetz 1999), insbesondere der Online-Vertrieb von Waren und Dienstleistungen, Online-Informationsangebote, die Online-Werbung, elektronische Suchmaschinen und Datenabfragemöglichkeiten sowie Dienste, die Informationen über ein elektronisches Netz übermitteln, die den Zugang zu einem solchen vermitteln oder die Informationen eines Nutzers speichern.

Quellen:

Kübler Hans-Dieter: Mythos Wissensgesellschaft. Gesellschaftlicher Wandel zwischen Information, Medien und Wissen. Eine Einführung. 2., durchgesehene und erweiterte Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 2008

Melody, W. H. (1990): Communication Policy in the Global Information Economy. In: Ferguson, M. (Ed.): Public Communication: The New Imperatives. London, p. 16 – 39

Castell Manuel: Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. Band 1. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1994

MATEJOVSKI Dirk: Neue, schöne Welt? Lebensformen der Informationsgesellschaft. Campus Verlag: Frankfurt, New York. 2000

Löffelholz Martin / Altmeppen Klaus-Dieter: Kommunikation in der Informationsgesellschaft. In: Merten Klaus / SCHMIDT Siegfried / WEISCHENBERG Siegfried (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1994. S. 570 – 591

Marketing & PR Manager beim Beratungs- und Beteiligungsunternehmen Venionaire und dem Business Angel Institute.

 

Ich helfe gerne weiter bei allen Fragen rund um die PR. Ich schreibe vor allem über die PR-Branche und freue mich über dazu passende Presseaussendungen und Informationen.

 

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz:

Medieninhaber und für den Inhalt verantwortlich:
Fabian Greiler, 1030 Wien

Grundlegende Richtung:
Privater österreichischer Blog mit Themen von allgemeinen Interesse. Berichtet wird hauptsächlich über Kommunikationsbranche, Beruf und Arbeit, Webtrends und digitale Entwicklungen.

 

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Was genau versteht man unter kognitiver Dissonanz?

  • Spannungsgeladener Zustand = Kognitives Ungleichgewicht
  • kognitive Dissonanz: Wirklichkeit wird interpretiert, suchen von Entschuldigungen, wenn seine Meinung nicht zutrifft.

Welche Arten der Reduktion von kognitiver Dissonanz kennen Sie? Erläutern Sie an Hand von Beispielen.

  • Informationssuche

(„Rauche eh niedrige Zigaretten, die sind nicht so schädlich“) Informationsvermeidung: drüberlesen Rauch blenden Warnhinweis auf Zigarettenschachtel aus. Darum soll nun „Rauchen tötet“ kommen, weil es vielleicht wieder mehr Aufmerksamkeit weckt, als „Rauchen gefährdet ihre Gesundheit“ erweckt. Hier zeigt sich die selektive Wahrnehmung von Menschen.

  • Interpretation

Filter in Zigaretten filtern doch eh, ich rauch ja eh nur wenig, mein Großvater hat immer geraucht und ist jetzt 95. Informationen werden Verallgemeinerungen, ins Weltbild passende Informationen werden behalten, andere vergessen. Kommunikation wird auch als „symbolisch vermittelte Interaktion“ bezeichnet. Erklären Sie, was damit gemeint ist.

  1. Interaktion: zwischen mindestens zwei Polen und zurück, Wechselseitigkeit ist nicht gleich Gegenseitigkeit! Form des menschlichen Handelns, Handeln ist nicht gleich Verhalten! Bedarf einer Intentionalität; Absichten und Ziele: Das Ziel ist die Verständigung und die Absicht das Interesse; Verwirklichung; Es gibt keine Kommunikation, die rein auf Verständnis abzielt, es steckt immer ein Interesse dahinter.
  2. Vermittelt: Es braucht immer ein Medium zur Übermittlung von Bedeutungsinhalten. Dann kommt die Frage auf: Was ist ein Medium? Der soziale Medienbegriff nach Saxer ist für die Publizistik wichtig. Es geht um soziale Zusammenhänge, der Kontext ist wichtig. Es gibt auch noch den technischen Medienbegriff, dies sind aber nur Voraussetzungen. Publizistische Medien sind Medien zweiter Ordnung.
  3. Symbol: Das ist typisch für die menschliche Kommunikation. Was ist ein Symbol? Dies ist gut sichtbar an der Sprache. Es gibt verschiedene Funktionen und Arten. Der Unterschied zu den Tieren ist die Repräsentationsfunktion bei den Menschen.

Erläutern Sie die These vom Abstieg der Massenmedien. Decline of Mass Media oder auch die „3-Stufen-Theorie“ kommunikativer Differenzierung nach Richard Maisel. Medienentwicklung in 3 Stufen:

  1. Elite-Medien (kleine Empfängergruppe) -> wenige konnten dies lesen
  2. populäre Medien (größeres Lesepublikum)
  3. Spezialmedien (seit den 70ern/80ern; Nischenkommunikation, Special-Interest-Medien)

Weil es inzwischen so viele Medien gibt, gibt es eine Selektion der Medien. Können nicht mehr alles sehen/hören/lesen. -> Abstieg der Massenmedien. Durch zahlreiche, neue Kommunikationstechniken (bewusst nicht Medien, da Internet ? Medium) wird Publikum kleiner. Man spricht von einer Nischen- und Zielkommunikation. Ist der Massenkommunikationsbegriff veraltet? Contra (ja):

  • „mass communication“ wurde einfach als Massenkommunikation übersetzt (weder Masse, noch Kommunikation).
  • angemessener: Zielgruppenkommunikation (Publikum schrumpft)

Pro (nein):

  • Begriff ist etabliert
  • potentiell sehr wohl Kommunikation
  • Publikum schwindet auch in Zukunft nicht („Rieplisches Gesetz“)

Nennen Sie mindestens 3 politische Funktionen der Massenmedien und geben Sie Beispiele.

Funktionen der Massenmedien
Soziale Funktion Politische Funktion Ökonomische Funktion
Sozialisation Herstellen von Öffentlichkeit Zirkulation
Soziale Orientierung Artikulation Wissensvermittlung
Rekreation, Unterhaltung, Eskapismus Politische Sozialisations- bzw. Bildung Sozialtherapie
Integrationsfunktion Kritik- und Kontrollfunktion Legitimationshilfe
Regenerative Funktion
Herrschaftliche Funktion

Die Kommunikationsübertragung besteht aus Zeichen. Erklären Sie die Symbole und Signale und geben Sie Beispiele. „Zeichen“ = materielle Erscheinung mit Bedeutung = werden kommunikativ eingesetzt

  • natürliche Zeichen (Mond, Erröten)
  • künstliche Zeichen => Wegweiser (zum Zweck der Kommunikation erfunden)

„Signal“

  • löst etwas aus (Tier-Herde flüchtet nach Ausstoß gewisser Töne)

Verkehrsampel als Signal

  • Handlungen werden angeregt (muss aber gelernt werden)

Symbol

  • repräsentiert etwas
  • Symbole werden mit Bedeutungen besetzt
  • Wort kann symbolisch eingesetzt werden
  • Typisch für die menschliche Kommunikation
  • Semiotik => Lehre der Zeichen

Kommunikation ist somit „Symbolisch vermittelte Interaktion“ Erklären sie den Begriff „Diskurs“ und geben Sie dessen Funktionen (Bsp.) im Kommunikationsprozess an. Diskurs: (= Kommunikation über Kommunikation) Ein problematisch gewordenes Einverständnis (im Hinblick auf die Geltungsansprüche) wird durch Begründung wiederhergestellt. „Der zwanglose Zwang des besseren Arguments“ – weil einleuchtender! Wir dürfen nie davon ausgehen, dass wir nicht die Geltungsansprüche erfüllen können. Diese Theorie bevorzugt die Kraft des relationalen Arguments. Jedoch ist dies immer noch eine Unterstellung der idealen Sprechsituation, in der es eine:

  • Symmetrie der Chancen gibt, Sprechakte zu wählen
  • und eine stets rationale (allgemein begründbare) Wahl.

Was ist die Konsistenztheorie? Veranschaulichen Sie dies an einem Beispiel.

  • präkommunikative Einstellungsstruktur ist zentrale Variable
  • Aussagen über den Vorgang der aktiven Selektion
  • Informationssuche, -vermeidung: Einstellungskonformes
  • Interpretation: Umdefinition
  • Behalten: Verdrängung

Wie lautet die Lasswell-Formel? Was fehlt in dem Prozess? WHO                                  Kommunikatorforschung SAYS WHAT                     Inhaltsanalyse/Aussagenanalyse IN WHICH CHANNEL    Medienforschung TO WHOM                        Rezipientenforschung WITH WHAT EFFECT?   Wirkungsforschung Jedoch suggeriert sie eine lineare Sichtweise des Kommunikationsprozesses. Doch diese ist wechselseitig. Absichten fehlen. Das „warum“ fehlt, genauso wie das Feedback. Unterschied zwischen gegenseitiger und wechselseitiger Kommunikation Kommunikation ist immer wechselseitig, weil bei symbolisch vermittelter Interaktion zwischen mindestens zwei Teilen etwas vorgeht. Dies muss aber nicht gegenseitig sein, also nicht mit Rollentausch verbunden sein (siehe Maletzke) Die 4 Geltungsansprüche. Was bedeuten sie? Erklären sie an einem Beispiel.

  • Verständlichkeit: deutsche Sprache, Grammatik
  • Wahrheit: Korrespondenztheorie: Es ist nur das wahr, was mit der Wirklichkeit 1:1 übereinstimmt. Konsenstheorie: Wahr ist, was alle vernünftigen Menschen, die darüber nachdenken, sagen, dass etwas stimmt.
  • Wahrhaftigkeit: Das was man sagt, muss man auch so meinen. Es geht um Ehrlichkeit und Vertrauen. Die Aussage muss mit Sachkompetenz und ohne persönlichen Vorteil formuliert werden. Man muss selber davon überzeugt sein.
  • Richtigkeit: Angemessenheit, Legitimation; Die Aussage muss Regeln und Normen entsprechen, die beide Partner befürworten.

Bsp. Fernwärme: Zweifelt man an der Messmethode, an der Richtigkeit der Angaben durch die Firma, oder gar an der gesamten Müllverbrennungsindustrie? Dies sind alles idealtypische Vorstellungen. Wir scheitern also immer. (vgl. Kreis, der nie ganz rund werden kann)