Artikel zu meinem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien.

Beantwortung von Fragestellung No. 2:
„Was erwarte ich mir vom Studium der Politikwissenschaft?“

Seit dem WS 07/08 studieren ich Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, ebenso an der Universität Wien. Nächstes Semester möchte ich mein Bakkalaureat in diesem Studium abschließen. In diesem Semester habe ich mich entschlossen, auch Politikwissenschaften studieren zu wollen.

Der Grund ist ein einfacher: In der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften (PuKW) stehen natürlich Medientheorie, Medien und deren gesellschaftliche Eingliederung im Vordergrund, ergänzt durch einige praktische Übungen. Dies ist mir persönlich zu wenig. Denn ich möchte mich nicht nur mit dem – durchaus wichtigen gesellschaftlichen Teilaspekt – „Medien“ beschäftigen, sondern auch Wissen sammeln zu anderen großen Fragen der Gesellschaft und des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Ich glaube und habe das in diesem Semester auch schon festgestellt, dass hier die Politikwissenschaft viel mehr abdeckt. Schließlich impliziert das ja schon der Begriff Politik an sich:

Politik ist jenes menschliche Handeln, das auf die Herstellung und Durchsetzung allgemein verbindlicher Regelungen und Entscheidungen (d.h. von ‚allgemeiner Verbindlichkeit‘) in und zwischen Gruppen von Menschen abzielt. Ich weiß, dass dies ein sehr weiter Politikbegriff ist, erklärt aber – so denke ich – die große Bandbreite in der Politikwissenschaft am Besten.

PATZELT, Werner J.: Einführung in die Politikwissenschaft. Grundriß des Faches und studiumbegleitende Orientierung. (5. Auflage) Passau: Wissenschaftsverlag Richard Rothe. 2003. S. 23

Ein weiterer für mich wichtiger Punkt ist die Aneignung von kritischem Denken. Aus Gespräche mit PoWi-Studierenden weiß ich, dass es in diesem Studium viel Raum für Diskussion und Auseinandersetzung mit den verschiedensten Themen gibt. Etwas, dem in der PuKW nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und vielleicht auch nicht geschenkt werden kann. Dass die Politikwissenschaft ein sehr universales Studium und nicht berufsausbildend ist, ist mehr sehr bewusst. Das Buch von Werner Patzelt zur Politikwissenschaft habe ich nicht zufällig zitiert. Als ich eine Studienwahl treffen musste, tat ich mir nicht leicht. Mehrere Studien hatten mich interessiert und ich habe mir über die Inhalte aber natürlich auch über Berufschancen intensiv Gedanken gemacht. Ich wollte nicht sozusagen ins kalte Wasser springen. Darum habe ich mir zu Studien, die in meine engere Wahl gekommen sind, Bücher gekauft. Neben anderen war da Politikwissenschaft bereits dabei. Ich habe mir das Buch von Patzelt über Amazon gekauft, einfach indem ich Politikwissenschaft in die Bücher-Suche ein-gab und den beliebtesten Titel wählte. 556 Seiten ist das Buch stark und ich habe es von vorn nach hinten durchgelesen. Ich glaube, daher schon einen (groben) Überblick über Themen und Inhalte des Studiums der Politikwissenschaft zu haben.

Das Buch habe ich auch schon für publizistik- und kommunikationswissenschaftliche Arbeiten als Quelle verwendet. Ein Zeichen dafür, dass sich die beiden sozialwissenschaftlichen Studien sehr gut ergänzen und ein weiterer Punkt, warum ich diese Kombination studieren möchte. Ich denke, eine Kombination von beiden Studien kann auch einen guten Wissensvorsprung leisten. Es ist nämlich sicher ein Vorteil nicht nur die „Praxis“ zu kennen, sondern auch ein theoretisches Fundament zu haben. Zum Beispiel im Journalismus, um eine qualitätsvolle Berichterstattung zu gewährleisten und fundierte Kenntnisse dem Leser und den Leserinnen bieten zu können. Auch PR-Abteilungen, zum Beispiel PR-Abteilungen öffentlicher Institutionen, müssen tagtäglich Politik kommunizieren. An diesen zwei Bespiele zeigt sich auch wiedermal die Schnittstelle zwischen Medien und Politik. Ein interessantes Buch dazu, ist auch das von Peter Filzmaier: „Politik und Medien – Medien und Politik.“ Ganz davon abgesehen, ist ein verbreitertes analytisches Vorgehen und Überlegen in und für die Gesellschaft nur wünschenswert. Analytisches Denken ist demnach auch eine der Punkte, die ich mir vom Politikwissenschaft-Studium erwarte.

Ich möchte zusammenfassend nochmal die Punkte aufzählen, die ich mir vom Studium der Politikwissenschaft erhoffe:

  • breite Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomenen und Problemen (in Österreich, Europa und der Welt)
  • mich persönlich mit Politik und Medien intensiv auseinandersetzen zu können
  • kritisches Denken, Diskussion und Auseinandersetzung mit auch schwierigen Themen
  • Schulung von analytischen Denken und Handeln

Viele wissen was es heißt von Mitschülern oder Kollegen gehänselt, verspottet oder beleidigt zu werden. Es ist ein hässliches Gefühl und kann den Menschen gar in den Selbstmord treiben. Eine neue Dimension erreicht das Mobbing neuerdings im Internet. Selbstbewusst stellen Schüler die Erniedrigung des Lehrers auf youtube.com, oder wird ein 15-jähriges Mädchen [1. 1. welt.de] solange über Facebook & Co. gemobbt, bis dieses Selbstmord begeht.

Kein Wunder also, dass immer häufiger die Frage gestellt wird: Was tun gegen diesen Missbrauch? „Nulla poena sine lege“ – keine Strafe ohne Gesetz – heißt es zumindest im Strafrecht. Nachkorrigiert wurde das Strafrecht bereits, in Österreich 2006 mit dem Anti-Stalking-Gesetz. Demnach ist Telefonterror ebenso strafbar, wie das ständige Verschicken von Briefen, SMS oder E-Mails. [2. 2. Erläuterung zum Anti-Stalking-Gesetz siehe: internet4jurists.at] Allein das Strafrecht scheint im Internet aber nicht zu genügen, denn es kann erst wirksam werden, wenn eine Straftat bereits begangen wurde. Wohl zu Recht kritisiert der deutsche Blog „Telemedicus“[3. 3. telemedicus.info], dass der Staat im Internet auf ein präventives Vorgehen völlig verzichtet. Präventiv ist der Staat bei anderen alltägliche Dinge: z.B. beim Straßenverkehr, bei Ladenschlusszeiten und ähnlichem. Hier kümmert man sich aktiv um Einhaltung und Umsetzung der Gesetze und Verordnungen, nicht aber im Internet. Telemedicus fordert daher unisono mit der Gewerkschaft für Polizei 2000 „Cyber-Cops“.[4. 4. spiegel.de] Worauf Telemedicus allerdings nicht eingeht, ist, wie nun genau die Polizei „für Ordnung sorgen“ soll. Allein der Gedanke, dass da tausende Polizisten täglich vor den Bildschirmen hocken und kontrollieren ob es da im Internet wohl mit rechten Dingen zugeht, dürfte dem ein oder anderen einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. Dazu zählen sicher die Macher des „Big Brother Awards“, die jetzt schon einen Überwachungsstaat befürchten [5. 5. bigbrotherawards.at].

Ein weiteres Problem ist, wie eine effektive Ordnung in einem globalen Raum wie dem Internet überhaupt durchgesetzt werden soll. Der Nationalstaat gerät da schnell an seine (rechtlichen) Grenzen. Die Zeit [7. 7. http://www.zeit.de] zum Beispiel berichtet über einen Fall von Stalking im Internet: Eine Frau gab in einem Rouletteforum zu viel über sich preis. Nun hat jemand eine eigene Website, mit Name und Fotos der Frau, erstellt. Auch mit Beleidigungen und Anschuldigungen wird dort nicht gespart. Obwohl diese Website sicher ihren Persönlichkeitsschutz verletzt, ist sie immer noch online. Der Grund: Die Website ist im Ausland registriert…

Es besteht daher unbestritten ein großer Bedarf an einer „globalen Rechtsordnung“ im Internet. Allerdings scheinen wir von einer Verwirklichung dessen noch meilenweit entfernt. Die Durchsetzbarkeit des Rechts kann so aber nicht voll gewährleistet werden. Auch so negative Dinge wie Mobbing, Diskriminierung & Co. dürften daher nicht verschwinden, sondern – im Gegenteil – sogar zunehmen. Einfach weil es im Internet so einfach geht und einem meistens nichts passieren kann.

(Dieser Artikel wurde im Zuge einer Übung für die Vorlesung Multimedia in Publizstik- und Kommunikationswissenschaft erstellt)

Der Begriff „Informationsgesellschaft“ ist umstritten und wird oft synonym mit dem Begriff „Wissensgesellschaft“ benützt. Oft wird heute der Terminus Wissensgesellschaft als Weiterentwicklung gebraucht, allerdings erweisen sich beide Begriffe als wage und beliebig. (vgl. Kübler, 2005: S. 16f)

Grundsätzlich kann man aber sicher zwischen einem sozialwissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Gebrauch des Terminus Informationsgesellschaft unterscheiden:

Sozialwissenschaftlich
Der kanadische Kommunikationswissenschaftler William H. Melody bezeichnet solche gesellschaftlichen Formationen als „Informationsgesellschaften“, die in ihren zentralen Funktionen und Leistungen zu einem erheblichen Maße von komplexen elektronischen Informations- und Kommunikationsnetzen abhängig geworden sind und die einen ebenso wesentlichen Anteil ihrer privaten wie öffentlichen Ressourcen für Informations- und Kommunikationsaktivitäten aufwenden. (Melody, 1990: S. 16 – 19, zit. nach Kübler, 2008: S. 17)

Für Castell (vgl. ebd., 2001: S. 527ff) besteht die „Informationsgesellschaft“ aus zwei miteinander korrespondierenden, aber nicht unbedingt gleichlaufenden und sich potenzierenden Entwicklungstrends:

  • Zum einen schreitet die weitere, interne Informatisierung, d.h. die Ausstattung und Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche mit Informationstechnologien, angefangen von der gewerblichen Industriearbeit bis hin zum privaten Zuhause voran
  • Zum anderen wird die Informatisierung, in Zusammenhang mit der globalen Arbeitsteilung, als Überwindung herkömmlicher industrieller Strukturen erachtet. Dadurch dürften sich ihre bisherigen Strukturen, ihre konzentrierten, standardisierten Produktions- und Arbeitsorganisationen, ihre weitgehend fixen Berufskarrieren und ihre inflexible Marktbedienung allmählich auflösen, und an ihre Stelle treten jeweils dezentrale, flexiblere, offenere, aber auch ungewissere und riskantere Produktions- und Arbeitsweisen.

Der Germanist und Medienwissenschaftler Dirk Matejovski führt in seinem Buch einleitend aus, dass sich durch technische Medien und Vernetzung dieser, sich der Alltag grundlegend verändert hat. Dabei betont er, dass nicht nur Ökonomie und Technik davon betroffen sind, sondern die neuen Informationstechnologien „auch unsere Lebenswelt und unsere kulturelle Ordnung“ entscheidend umgestalten. (vgl. Matejovski, 2000: S. 9)

Der Politologe Karl W. Deutsch definierte dann eine Nationalwirtschaft als „Informationsgesellschaft“, wenn in ihr mehr als die Hälfte der Berufstätigen in überwiegend informationsorientierten Berufen tätig ist und in der die Wertschöpfung aus diesen Beschäftigungen mehr als die Hälfte des Bruttosozialprodukts beträgt. (Löffelholz/Altmeppen: 1994, S. 572f)

Man sieht, dass die unterschiedlichsten Fächer mit dem Begriff gearbeitet haben und diesen auch sehr unterschiedlich interpretiert haben. Die Definition von Karl Deutsch halte ich als die gelungenste, enthält sie doch relativ genaue Indikatoren wann dieser Begriff zutreffen ist, oder eben nicht. Der Nachteil: Dann dürfte man für Österreich den Terminus Informationsgesellschaft nicht verwenden. Zwar arbeiteten 2008 bereits 69,7 % aller Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor, worin aber vom Friseur bis zur Verkäufer alle möglichen Berufe inkludiert sind. Die Statistik Austria bietet einen sehr detaillierten Überblick über die Wirtschaftszweige Österreichs, Beschäftigten und Umsatz. Es zeigt sich trotz großzügiger Inklusion meinerseits, dass nicht annähernd die Hälfte aller Erwerbstätigen in „informationsorientierten Berufen“ tätig sind.

rechtswissenschaftlich

Rechtswissenschaftlich gibt es keine generelle Definition des Begriffes „Informationsgesellschaft“, obwohl der Begriff – gerade in der Gesetzgebung und Vorarbeiten der EU – häufig vorkommt.

Rund um den Begriff sammeln sich aber immer gewisse Tatbestände, die dann auch genau definiert sind. In Österreich ist das z.B. der Fall beim § 3 (1) ECG:

Dienst der Informationsgesellschaft: ein in der Regel gegen Entgelt elektronisch im Fernabsatz auf individuellen Abruf des Empfängers bereitgestellter Dienst (§ 1 Abs. 1 Z 2 Notifikationsgesetz 1999), insbesondere der Online-Vertrieb von Waren und Dienstleistungen, Online-Informationsangebote, die Online-Werbung, elektronische Suchmaschinen und Datenabfragemöglichkeiten sowie Dienste, die Informationen über ein elektronisches Netz übermitteln, die den Zugang zu einem solchen vermitteln oder die Informationen eines Nutzers speichern.

Quellen:

Kübler Hans-Dieter: Mythos Wissensgesellschaft. Gesellschaftlicher Wandel zwischen Information, Medien und Wissen. Eine Einführung. 2., durchgesehene und erweiterte Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 2008

Melody, W. H. (1990): Communication Policy in the Global Information Economy. In: Ferguson, M. (Ed.): Public Communication: The New Imperatives. London, p. 16 – 39

Castell Manuel: Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. Band 1. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1994

MATEJOVSKI Dirk: Neue, schöne Welt? Lebensformen der Informationsgesellschaft. Campus Verlag: Frankfurt, New York. 2000

Löffelholz Martin / Altmeppen Klaus-Dieter: Kommunikation in der Informationsgesellschaft. In: Merten Klaus / SCHMIDT Siegfried / WEISCHENBERG Siegfried (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1994. S. 570 – 591

Irgendwann hat sich schon fast jeder Blogger damit beschäftigt: Wie schaut es aus mit Offenlegung bzw. Impressum? Muss ich meinen Namen und Ort bekanntgeben, selbst wenn ich nur einen privaten Blog betreiben?

Diese Frage kann mit einem einfachen „Ja“ beantwortet werden. (siehe § 25 MedienG) Man braucht aber nur Name und Ort beachten, wenn die Homepage „keinen über die Darstellung des persönlichen Lebensbereichs oder die Präsentation des Medieninhabers hinausgehenden Informationsgehalt aufweist“. Dies dürfte wohl für die meisten privaten Websites zutreffend sein. Mit Ort ist explizit nur eine Ortsangabe gemeint und keine vollständige Adresse. In meinem Fall sind z.B. die verpflichtenden Angaben: Medieninhaber = Fabian Greiler, Ort = Wien.

Ich muss nochmal betonen, dass ich mich hier nur auf private Websites beziehen und nicht auf kommerzielle. (den für diese gelten andere und umfangreichere Vorschriften, siehe auch § 5 ECG)

Zum Nachlesen:
Warum es bei privaten Homepages keine Impressumspflicht gibt, sondern nur Offenlegungspflicht: http://www.internet4jurists.at/news/aktuell65a.htm
Zur Offenlegungspflicht nach § 25 MedienG: http://www.internet4jurists.at/glossar/glossar.htm

Marketing & PR Manager beim Beratungs- und Beteiligungsunternehmen Venionaire und dem Business Angel Institute.

 

Ich helfe gerne weiter bei allen Fragen rund um die PR. Ich schreibe vor allem über die PR-Branche und freue mich über dazu passende Presseaussendungen und Informationen.

 

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz:

Medieninhaber und für den Inhalt verantwortlich:
Fabian Greiler, 1030 Wien

Grundlegende Richtung:
Privater österreichischer Blog mit Themen von allgemeinen Interesse. Berichtet wird hauptsächlich über Kommunikationsbranche, Beruf und Arbeit, Webtrends und digitale Entwicklungen.

 

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Für Hubert Weitzer, Geschäftsführer der Feinkost GmbH gibt es keine Wirtschaftskrise, denn: „Wie sagt schon ein altes chinesisches Sprichwort? Wenn der der Wind stärker weht, dann bauen die einen Mauern, die anderen Segelschiffe“ und nickt dabei seine Worte unterstreichend mit dem Kopf.

Für den Jungunternehmer aus Kärnten ist klar, „es gibt immer Leute die Geld haben werden“ und gibt sich dabei selbstbewusst. Und selbstbewusst muss er auch sein. Hat er doch vor rund zweieinhalb Jahren seinen sicheren Job als Pressesprecher bei der International Organisation of Migration (IOM), einer Unterorganisation der UNO gekündigt, um bei seiner nunmehrigen Frau Birgit Parade einzusteigen. Sie war bereits mehrer Jahre selbstständig in der PR-Branche tätig. Mit ihr gemeinsam hat er die Feinkost MEDIA GmbH gegründet, einen PR-Agentur die sich auf Video-PR spezialisiert hat. Der Grund für seine Schritt in die Selbständigkeit war, dass ihm der Job bei IOM zu langweilig war: „Zu wenig zum Selbstgestalten und man darf nicht sagen, was man sich denkt“, meint er dazu.

Hubert Weitzer uns seine Frau Birgit Parade.

Langweilig ist ihm und seiner Frau jetzt nicht mehr. Am Vormittag einen Präsentation für einen Kunden, danach geht es zum Mittagessen. Diesmal ins Ra’mien in der Gumpendorferstraße. Zum Kochen bleibt unter der Woche nicht mehr viel Zeit. Insgesamt eine Stunde ist für die Mittagspause eingeplant. Dann geht es mit dem Auto weiter in das Büro. Die Strecke kennt Hubert schon sehr gut. Schnell schlängelt er sich beim übrigen Verkehr vorbei. Das Büro des jungen Ehepaars befindet sich im 10. Wiener Gemeindebezirk am Paltramsplatz. Ganz in der Nähe des derzeit im Bau begriffenen neuen Wiener Hauptbahnhofs. Begeistert erzählt Hubert, wie groß und schön alles sein wird, wenn erst der neue Hauptbahnhof 2012-2013 fertig gebaut sein wird. „Dies wird für die Gegend eine große Aufwertung sein, sie wird sozusagen eine Schlüsselstelle Wiens“, sagt er fast ein wenig entschuldigend.

Hubert denkt grundsätzlich optimistisch, auch darum sieht er die jetzige Wirtschaftskrise sehr unproblematisch. Seine Frau Birgit ist da schon „rationalistischer“, wie sie sagt „kommt das vom Planen und Buchhalten, da muss man einfach kühl kalkulieren“. Dementsprechend sieht sie im neuen Hauptbahnhof nur mehr Verkehr und die Wirtschaftskrise hat sie zumindest in einem Fall getroffen. Sie erzählt, wie sich ihre Firma in einem Wettbewerb gegen andere PR-Firmen durchsetzen konnte und sie den Auftrag für die österreichische Niederlassung eines großen internationalen Konzerns gewinnen konnten. Allerdings verspielte der Konzernchef mehrere Milliarden Euro an der Börse und beging Selbstmord. Der Konzern erlitt große finanzielle Einbußen und ihr Auftrag wurde storniert. Dies sei aber der einzige Fall versichert Hubert sofort, da sie als Kleinstunternehmen normalerweise keine so riesige Aufträge bekommen und bei den kleineren sparen die Unternehmen noch nicht ein. Schlechter gehe es da freilich schon den wirklich großen Werbe- und PR-Firmen in Österreich.

Als wir am Büro ankommen, verweist Hubert mit der gleichen Akribie wie zuvor auf die Vorzüge des Standortes. So haben sie Bäume vorm Büroeingang stehen, ein wenig Grün das „wir auf der Mariahilfer Straße nicht hätten“. Außerdem ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Kinderspielplatz, „gut wenn wir mal Kinder haben…“, meint Hubert.

Im Büro selbst herrscht ein wenig das Drunter und Drüber. Am Boden stehen wahllos Kisten, für Kunden gestaltete Werbeverpackungen und sogar Computerbildschirme. „Wir bauen aus“, erklärt Hubert die Unordnung. Die Wirtschaftskrise scheint also zumindest Ausbau nicht zu gefährden. Obwohl, die Expansionwünsche in andere Länder wurde ad acta gelegt. Hubert beteuert, dass das nichts mit der Krise zu tun hat, sondern damit, dass „in Wien noch nicht alles rund läuft“. Denn auch wenn man deutlich den Stolz auf seine Firma heraushören kann, als er mir die Firmenpräsentation zeigt, bleibt auch Platz für Selbstkritik. So seien ihre Arbeitsweisen manchmal Ineffizienz. Um das zu vermeiden haben er und Birgit eine „to do-list“ eingeführt, indem abgehakt wird was am Tag zu erledigen ist. So bleibt tatsächlich mehr Zeit übrig.

Während Birgit sich zum Telefonieren zurückzieht, zeigt Hubert die geplanten Zubauten der Feinkost GmbH. Viel kann man noch nicht erkennen, es fehlen die Böden und nicht mal alle Leitungen sind verlegt. Aber sie lassen sich auch Zeit. Immer Stück um Stück wird weiter ausgebaut, denn einen Kredit wollen sie dann doch nicht aufnehmen. Darum wird das Büro wohl noch ein Weilchen ein wenig chaotisch bleiben. Es wird zwar nicht in andere Länder, trotzdem wird expandiert wird und zwar nicht nur an der Größe des Büros. Denn mit dem Ausbau bekommen sie auch ein neuen Raum für die Vertonung der Filme. Der jetzige Tonraum, ausgekleidet mit Eierkartons, hat dann ausgedient. Hubert möchte zu seiner audiovisuellen Ausbildung, die er als erster Österreicher beim ZDF/ARD in Deutschland abgeschlossen hat, auch eine Ausbildung zum Sprecher absolvieren. Schließlich soll ein neues Geschäftsfeld mit Radio-PR entstehen.

Mit Hubert geht es dann auch zum letzten Außentermin für heute, seine Frau bleibt im Büro zurück. Seine Firma hat in der und für die Wirtschaftskammer einen Vortrag organisiert, indem Jungunternehmen über Förderungen informiert werden. Mitarbeiterin Petra ist schon da, aber viel ist nicht mehr zu tun. Die Unternehmer sind noch in Besprechung, die Pause verzögert sich. Einzige Sorge: Es sind mehr Leute gekommen, als gedacht – das Buffet wird knapp werden. Doch das ist auch kein Beinbruch., die Wirtschaftskammer ist immerhin schon ein langer Partner. „Und auf die Petra kann man sich verlassen“, meint Hubert. „Eine mit Herz und Hirn, und das ist schwer zu finden!“ Schließlich haben er und Birgit schon lange nach guten Leuten gesucht. So haben sie schon 10 Leute entlassen müssen, der Grund warum er auch der Überzeugung ist: „Unser Bildungssystem verkommt!“

Da bleibt die Arbeit dann doch bei ihm und seiner Frau liegen, aber man merkt, sie sind auch mit Leidenschaft dabei. So kommt es nicht von ungefähr, dass für Hubert die größte Auswirkung der Wirtschaftskrise darin besteht, dass die Leute auf Luxus verzichten werden und: „mein größter Luxus ist Zeit“.

Dieser Text entstand im Rahmen einer Übung in Multimedia-Journalismus an der Universität Wien im Sommersemester 2009.
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Übung #1 zur Arbeitstechnik Multimedia-Journalismus (AT MUME) im Publizistikstudium im Sommersemester 2009 bei Standard-Journalistin Katrin Burgstaller bestand darin, eine Pressekonferenz besuchen, über diese zu reflektieren und einen kurzen Bericht darüber zu schreiben. Hier ist, was ich als junger Student da „verbrochen“ habe. 😉

 

ÜBUNG I

 

Bericht über Gestalt der Pressekonferenz

Ich besuchte heute, am 13. Mai, die PK zum Thema „Zivilgesellschaftliche Initiative zum ORF“, veranstaltet von Greenpeace, ATTAC und SOS Mitmensch.

Der Grund meiner Wahl war der, dass der Termin zeitlich passte und ich gerne die Räumlichkeiten des Presseclubs Concordia sehen wollte. Die Pressekonferenz begann um 10:00 Uhr. Zufälligerweise setzte ich mich gleich hinter anderen Publizistikstudenten, die ebenfalls für die 1. Aufgabe der UE-MUME anwesend waren. Die Pressekonferenz war eher spärlich besucht. Wir Publizistikstudenten waren mit Abstand die größte Abordnung.

Von Melanie Beran, der Pressesprecherin von Greenpeace wurde ich freundlich begrüßt. Allerdings erhielt ich keine gedruckte Presseaussendung mit Visitenkarte, wie die „echten“ Pressevertreter.

Wie ich anschließend aus der Teilnehmerliste sehen konnte, waren Medienvertreter von „derStandard“, „diePresse“ und „Falter“ anwesend. Die Pressekonferenz verlief sehr unspektakulär und war bereits 25 min. später, also um 10:25 Uhr zu Ende.

Meine persönliche Einschätzung ist, dass die veranstaltenden NGOs in diesem Falle keine öffentliche Aufmerksamkeit erhalten werden, sprich, dass die Medien darüber nicht berichten werden. Die Informationen hatten nur einen geringen Neuigkeitswert und geringe Relevanz.

 

Bericht über Inhalt

NGO-Initiative fordert ORF-Gebührenerhöhung

NGOs wollen einen demokratischeren und politisch wie wirtschaftlich unabhängigen ORF und fordern „Strukturreformen“.

 Anlassfall für die Initiative von den Nichtregierungsorganisationen (NGO) Greenpeace, ATTAC und SOS Mitmensch ist die im Entwurf befindliche Gesetzesnovelle zum ORF-Gesetz. Vorsorglich möchten sie schon jetzt ihre Sorgen deponieren und dabei spart die Initiative nicht mit Wünschen und Kritik: So möchte der Pressesprecher der globalisierungskritischen Organisation ,„ATTAC“, David Walch, dass der ORF nicht „finanziell ausgetrocknet wird“. Dies sei nämlich eine Vorgehensweise, um anschließend Argumente für die Privatisierung des Unternehmens zu haben. Abgedeckt soll daher der Kapitalbedarf des ORF dadurch werden, dass die Gebühren an den Preisindex angepasst und die Gebührenbefreiungen vom Staat dem ORF refundiert werden.

Ansonsten würden nämlich nur die gewinnbringenden Sparten, z.B. ORF 1 und Ö3, weitergeführt. Weiters geißelte Walch die „Privatisierung von Gewinnen“ und die „Sozialisierung von Verlusten“. Demnach muss der ORF nicht nur 4. Gewalt, also Kontrolle der staatlichen Gewalt sein, sondern auch „5. Gewalt“. Damit meint Walch die Kontrolle von Lobbying und privatwirtschaftlichen Initiativen.

Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace CEE, strich hingegen die große demokratische Bedeutung des ORF hervor. „Die Bevölkerung gehört gehört“, so Egit. Vorstellen kann er sich das durch direktdemokratische Instrumente, sprich Volksabstimmung bzw. Volksbegehren. Als Beispiel nannte er das große Rundfunkvolksbegehren von 1964.

Ebenso betonte Philipp Sonderegger, Sprecher von SOS Mitmensch die fundamentale demokratische Funktion des ORF. Er wies darauf hin, dass der, der im ORF nicht vorkommt, nicht am Willensbildungsprozess beteiligt sei. Daher forderte er Strukturreformen und einen gleichberechtigten Zugang zum staatlichen Fernsehen. Schließlich müssen Wähler in einer Demokratie über die mediale Vermittlung Urteilskraft für ihre Entscheidungen erlangen.

 

Feedback von Karin Burgstaller

  1. Nichtregierungsorganisation statt NGO im Titel schreiben. (Abkürzungen müssen immer erklärt werden)
  2. Text ohne Überschriften nicht selbsterklärend. Burgstaller: „Text muss für sich alleine stehen können, Sie dürfen nicht davon ausgehen, dass Überschrift gelesen wird“.
  3. Nennung von Greenpeace, ATTAC und SOS Mitmensch als Initiatoren „noch vor Aufmacher“.