Artikel zu meinem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien.

Viele wissen was es heißt von Mitschülern oder Kollegen gehänselt, verspottet oder beleidigt zu werden. Es ist ein hässliches Gefühl und kann den Menschen gar in den Selbstmord treiben. Eine neue Dimension erreicht das Mobbing neuerdings im Internet. Selbstbewusst stellen Schüler die Erniedrigung des Lehrers auf youtube.com, oder wird ein 15-jähriges Mädchen [1. 1. welt.de] solange über Facebook & Co. gemobbt, bis dieses Selbstmord begeht.

Kein Wunder also, dass immer häufiger die Frage gestellt wird: Was tun gegen diesen Missbrauch? „Nulla poena sine lege“ – keine Strafe ohne Gesetz – heißt es zumindest im Strafrecht. Nachkorrigiert wurde das Strafrecht bereits, in Österreich 2006 mit dem Anti-Stalking-Gesetz. Demnach ist Telefonterror ebenso strafbar, wie das ständige Verschicken von Briefen, SMS oder E-Mails. [2. 2. Erläuterung zum Anti-Stalking-Gesetz siehe: internet4jurists.at] Allein das Strafrecht scheint im Internet aber nicht zu genügen, denn es kann erst wirksam werden, wenn eine Straftat bereits begangen wurde. Wohl zu Recht kritisiert der deutsche Blog „Telemedicus“[3. 3. telemedicus.info], dass der Staat im Internet auf ein präventives Vorgehen völlig verzichtet. Präventiv ist der Staat bei anderen alltägliche Dinge: z.B. beim Straßenverkehr, bei Ladenschlusszeiten und ähnlichem. Hier kümmert man sich aktiv um Einhaltung und Umsetzung der Gesetze und Verordnungen, nicht aber im Internet. Telemedicus fordert daher unisono mit der Gewerkschaft für Polizei 2000 „Cyber-Cops“.[4. 4. spiegel.de] Worauf Telemedicus allerdings nicht eingeht, ist, wie nun genau die Polizei „für Ordnung sorgen“ soll. Allein der Gedanke, dass da tausende Polizisten täglich vor den Bildschirmen hocken und kontrollieren ob es da im Internet wohl mit rechten Dingen zugeht, dürfte dem ein oder anderen einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. Dazu zählen sicher die Macher des „Big Brother Awards“, die jetzt schon einen Überwachungsstaat befürchten [5. 5. bigbrotherawards.at].

Ein weiteres Problem ist, wie eine effektive Ordnung in einem globalen Raum wie dem Internet überhaupt durchgesetzt werden soll. Der Nationalstaat gerät da schnell an seine (rechtlichen) Grenzen. Die Zeit [7. 7. http://www.zeit.de] zum Beispiel berichtet über einen Fall von Stalking im Internet: Eine Frau gab in einem Rouletteforum zu viel über sich preis. Nun hat jemand eine eigene Website, mit Name und Fotos der Frau, erstellt. Auch mit Beleidigungen und Anschuldigungen wird dort nicht gespart. Obwohl diese Website sicher ihren Persönlichkeitsschutz verletzt, ist sie immer noch online. Der Grund: Die Website ist im Ausland registriert…

Es besteht daher unbestritten ein großer Bedarf an einer „globalen Rechtsordnung“ im Internet. Allerdings scheinen wir von einer Verwirklichung dessen noch meilenweit entfernt. Die Durchsetzbarkeit des Rechts kann so aber nicht voll gewährleistet werden. Auch so negative Dinge wie Mobbing, Diskriminierung & Co. dürften daher nicht verschwinden, sondern – im Gegenteil – sogar zunehmen. Einfach weil es im Internet so einfach geht und einem meistens nichts passieren kann.

(Dieser Artikel wurde im Zuge einer Übung für die Vorlesung Multimedia in Publizstik- und Kommunikationswissenschaft erstellt)

Der Begriff „Informationsgesellschaft“ ist umstritten und wird oft synonym mit dem Begriff „Wissensgesellschaft“ benützt. Oft wird heute der Terminus Wissensgesellschaft als Weiterentwicklung gebraucht, allerdings erweisen sich beide Begriffe als wage und beliebig. (vgl. Kübler, 2005: S. 16f)

Grundsätzlich kann man aber sicher zwischen einem sozialwissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Gebrauch des Terminus Informationsgesellschaft unterscheiden:

Sozialwissenschaftlich
Der kanadische Kommunikationswissenschaftler William H. Melody bezeichnet solche gesellschaftlichen Formationen als „Informationsgesellschaften“, die in ihren zentralen Funktionen und Leistungen zu einem erheblichen Maße von komplexen elektronischen Informations- und Kommunikationsnetzen abhängig geworden sind und die einen ebenso wesentlichen Anteil ihrer privaten wie öffentlichen Ressourcen für Informations- und Kommunikationsaktivitäten aufwenden. (Melody, 1990: S. 16 – 19, zit. nach Kübler, 2008: S. 17)

Für Castell (vgl. ebd., 2001: S. 527ff) besteht die „Informationsgesellschaft“ aus zwei miteinander korrespondierenden, aber nicht unbedingt gleichlaufenden und sich potenzierenden Entwicklungstrends:

  • Zum einen schreitet die weitere, interne Informatisierung, d.h. die Ausstattung und Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche mit Informationstechnologien, angefangen von der gewerblichen Industriearbeit bis hin zum privaten Zuhause voran
  • Zum anderen wird die Informatisierung, in Zusammenhang mit der globalen Arbeitsteilung, als Überwindung herkömmlicher industrieller Strukturen erachtet. Dadurch dürften sich ihre bisherigen Strukturen, ihre konzentrierten, standardisierten Produktions- und Arbeitsorganisationen, ihre weitgehend fixen Berufskarrieren und ihre inflexible Marktbedienung allmählich auflösen, und an ihre Stelle treten jeweils dezentrale, flexiblere, offenere, aber auch ungewissere und riskantere Produktions- und Arbeitsweisen.

Der Germanist und Medienwissenschaftler Dirk Matejovski führt in seinem Buch einleitend aus, dass sich durch technische Medien und Vernetzung dieser, sich der Alltag grundlegend verändert hat. Dabei betont er, dass nicht nur Ökonomie und Technik davon betroffen sind, sondern die neuen Informationstechnologien „auch unsere Lebenswelt und unsere kulturelle Ordnung“ entscheidend umgestalten. (vgl. Matejovski, 2000: S. 9)

Der Politologe Karl W. Deutsch definierte dann eine Nationalwirtschaft als „Informationsgesellschaft“, wenn in ihr mehr als die Hälfte der Berufstätigen in überwiegend informationsorientierten Berufen tätig ist und in der die Wertschöpfung aus diesen Beschäftigungen mehr als die Hälfte des Bruttosozialprodukts beträgt. (Löffelholz/Altmeppen: 1994, S. 572f)

Man sieht, dass die unterschiedlichsten Fächer mit dem Begriff gearbeitet haben und diesen auch sehr unterschiedlich interpretiert haben. Die Definition von Karl Deutsch halte ich als die gelungenste, enthält sie doch relativ genaue Indikatoren wann dieser Begriff zutreffen ist, oder eben nicht. Der Nachteil: Dann dürfte man für Österreich den Terminus Informationsgesellschaft nicht verwenden. Zwar arbeiteten 2008 bereits 69,7 % aller Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor, worin aber vom Friseur bis zur Verkäufer alle möglichen Berufe inkludiert sind. Die Statistik Austria bietet einen sehr detaillierten Überblick über die Wirtschaftszweige Österreichs, Beschäftigten und Umsatz. Es zeigt sich trotz großzügiger Inklusion meinerseits, dass nicht annähernd die Hälfte aller Erwerbstätigen in „informationsorientierten Berufen“ tätig sind.

rechtswissenschaftlich

Rechtswissenschaftlich gibt es keine generelle Definition des Begriffes „Informationsgesellschaft“, obwohl der Begriff – gerade in der Gesetzgebung und Vorarbeiten der EU – häufig vorkommt.

Rund um den Begriff sammeln sich aber immer gewisse Tatbestände, die dann auch genau definiert sind. In Österreich ist das z.B. der Fall beim § 3 (1) ECG:

Dienst der Informationsgesellschaft: ein in der Regel gegen Entgelt elektronisch im Fernabsatz auf individuellen Abruf des Empfängers bereitgestellter Dienst (§ 1 Abs. 1 Z 2 Notifikationsgesetz 1999), insbesondere der Online-Vertrieb von Waren und Dienstleistungen, Online-Informationsangebote, die Online-Werbung, elektronische Suchmaschinen und Datenabfragemöglichkeiten sowie Dienste, die Informationen über ein elektronisches Netz übermitteln, die den Zugang zu einem solchen vermitteln oder die Informationen eines Nutzers speichern.

Quellen:

Kübler Hans-Dieter: Mythos Wissensgesellschaft. Gesellschaftlicher Wandel zwischen Information, Medien und Wissen. Eine Einführung. 2., durchgesehene und erweiterte Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 2008

Melody, W. H. (1990): Communication Policy in the Global Information Economy. In: Ferguson, M. (Ed.): Public Communication: The New Imperatives. London, p. 16 – 39

Castell Manuel: Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. Band 1. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1994

MATEJOVSKI Dirk: Neue, schöne Welt? Lebensformen der Informationsgesellschaft. Campus Verlag: Frankfurt, New York. 2000

Löffelholz Martin / Altmeppen Klaus-Dieter: Kommunikation in der Informationsgesellschaft. In: Merten Klaus / SCHMIDT Siegfried / WEISCHENBERG Siegfried (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1994. S. 570 – 591

Irgendwann hat sich schon fast jeder Blogger damit beschäftigt: Wie schaut es aus mit Offenlegung bzw. Impressum? Muss ich meinen Namen und Ort bekanntgeben, selbst wenn ich nur einen privaten Blog betreiben?

Diese Frage kann mit einem einfachen „Ja“ beantwortet werden. (siehe § 25 MedienG) Man braucht aber nur Name und Ort beachten, wenn die Homepage „keinen über die Darstellung des persönlichen Lebensbereichs oder die Präsentation des Medieninhabers hinausgehenden Informationsgehalt aufweist“. Dies dürfte wohl für die meisten privaten Websites zutreffend sein. Mit Ort ist explizit nur eine Ortsangabe gemeint und keine vollständige Adresse. In meinem Fall sind z.B. die verpflichtenden Angaben: Medieninhaber = Fabian Greiler, Ort = Wien.

Ich muss nochmal betonen, dass ich mich hier nur auf private Websites beziehen und nicht auf kommerzielle. (den für diese gelten andere und umfangreichere Vorschriften, siehe auch § 5 ECG)

Zum Nachlesen:
Warum es bei privaten Homepages keine Impressumspflicht gibt, sondern nur Offenlegungspflicht: http://www.internet4jurists.at/news/aktuell65a.htm
Zur Offenlegungspflicht nach § 25 MedienG: http://www.internet4jurists.at/glossar/glossar.htm

Marketing & PR Manager beim Beratungs- und Beteiligungsunternehmen Venionaire und dem Business Angel Institute.

 

Ich helfe gerne weiter bei allen Fragen rund um die PR. Ich schreibe vor allem über die PR-Branche und freue mich über dazu passende Presseaussendungen und Informationen.

 

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz:

Medieninhaber und für den Inhalt verantwortlich:
Fabian Greiler, 1030 Wien

Grundlegende Richtung:
Privater österreichischer Blog mit Themen von allgemeinen Interesse. Berichtet wird hauptsächlich über Kommunikationsbranche, Beruf und Arbeit, Webtrends und digitale Entwicklungen.

 

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Übung #1 zur Arbeitstechnik Multimedia-Journalismus (AT MUME) im Publizistikstudium im Sommersemester 2009 bei Standard-Journalistin Katrin Burgstaller bestand darin, eine Pressekonferenz besuchen, über diese zu reflektieren und einen kurzen Bericht darüber zu schreiben. Hier ist, was ich als junger Student da „verbrochen“ habe. 😉

 

ÜBUNG I

 

Bericht über Gestalt der Pressekonferenz

Ich besuchte heute, am 13. Mai, die PK zum Thema „Zivilgesellschaftliche Initiative zum ORF“, veranstaltet von Greenpeace, ATTAC und SOS Mitmensch.

Der Grund meiner Wahl war der, dass der Termin zeitlich passte und ich gerne die Räumlichkeiten des Presseclubs Concordia sehen wollte. Die Pressekonferenz begann um 10:00 Uhr. Zufälligerweise setzte ich mich gleich hinter anderen Publizistikstudenten, die ebenfalls für die 1. Aufgabe der UE-MUME anwesend waren. Die Pressekonferenz war eher spärlich besucht. Wir Publizistikstudenten waren mit Abstand die größte Abordnung.

Von Melanie Beran, der Pressesprecherin von Greenpeace wurde ich freundlich begrüßt. Allerdings erhielt ich keine gedruckte Presseaussendung mit Visitenkarte, wie die „echten“ Pressevertreter.

Wie ich anschließend aus der Teilnehmerliste sehen konnte, waren Medienvertreter von „derStandard“, „diePresse“ und „Falter“ anwesend. Die Pressekonferenz verlief sehr unspektakulär und war bereits 25 min. später, also um 10:25 Uhr zu Ende.

Meine persönliche Einschätzung ist, dass die veranstaltenden NGOs in diesem Falle keine öffentliche Aufmerksamkeit erhalten werden, sprich, dass die Medien darüber nicht berichten werden. Die Informationen hatten nur einen geringen Neuigkeitswert und geringe Relevanz.

 

Bericht über Inhalt

NGO-Initiative fordert ORF-Gebührenerhöhung

NGOs wollen einen demokratischeren und politisch wie wirtschaftlich unabhängigen ORF und fordern „Strukturreformen“.

 Anlassfall für die Initiative von den Nichtregierungsorganisationen (NGO) Greenpeace, ATTAC und SOS Mitmensch ist die im Entwurf befindliche Gesetzesnovelle zum ORF-Gesetz. Vorsorglich möchten sie schon jetzt ihre Sorgen deponieren und dabei spart die Initiative nicht mit Wünschen und Kritik: So möchte der Pressesprecher der globalisierungskritischen Organisation ,„ATTAC“, David Walch, dass der ORF nicht „finanziell ausgetrocknet wird“. Dies sei nämlich eine Vorgehensweise, um anschließend Argumente für die Privatisierung des Unternehmens zu haben. Abgedeckt soll daher der Kapitalbedarf des ORF dadurch werden, dass die Gebühren an den Preisindex angepasst und die Gebührenbefreiungen vom Staat dem ORF refundiert werden.

Ansonsten würden nämlich nur die gewinnbringenden Sparten, z.B. ORF 1 und Ö3, weitergeführt. Weiters geißelte Walch die „Privatisierung von Gewinnen“ und die „Sozialisierung von Verlusten“. Demnach muss der ORF nicht nur 4. Gewalt, also Kontrolle der staatlichen Gewalt sein, sondern auch „5. Gewalt“. Damit meint Walch die Kontrolle von Lobbying und privatwirtschaftlichen Initiativen.

Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace CEE, strich hingegen die große demokratische Bedeutung des ORF hervor. „Die Bevölkerung gehört gehört“, so Egit. Vorstellen kann er sich das durch direktdemokratische Instrumente, sprich Volksabstimmung bzw. Volksbegehren. Als Beispiel nannte er das große Rundfunkvolksbegehren von 1964.

Ebenso betonte Philipp Sonderegger, Sprecher von SOS Mitmensch die fundamentale demokratische Funktion des ORF. Er wies darauf hin, dass der, der im ORF nicht vorkommt, nicht am Willensbildungsprozess beteiligt sei. Daher forderte er Strukturreformen und einen gleichberechtigten Zugang zum staatlichen Fernsehen. Schließlich müssen Wähler in einer Demokratie über die mediale Vermittlung Urteilskraft für ihre Entscheidungen erlangen.

 

Feedback von Karin Burgstaller

  1. Nichtregierungsorganisation statt NGO im Titel schreiben. (Abkürzungen müssen immer erklärt werden)
  2. Text ohne Überschriften nicht selbsterklärend. Burgstaller: „Text muss für sich alleine stehen können, Sie dürfen nicht davon ausgehen, dass Überschrift gelesen wird“.
  3. Nennung von Greenpeace, ATTAC und SOS Mitmensch als Initiatoren „noch vor Aufmacher“.

 

Was genau versteht man unter kognitiver Dissonanz?

  • Spannungsgeladener Zustand = Kognitives Ungleichgewicht
  • kognitive Dissonanz: Wirklichkeit wird interpretiert, suchen von Entschuldigungen, wenn seine Meinung nicht zutrifft.

Welche Arten der Reduktion von kognitiver Dissonanz kennen Sie? Erläutern Sie an Hand von Beispielen.

  • Informationssuche

(„Rauche eh niedrige Zigaretten, die sind nicht so schädlich“) Informationsvermeidung: drüberlesen Rauch blenden Warnhinweis auf Zigarettenschachtel aus. Darum soll nun „Rauchen tötet“ kommen, weil es vielleicht wieder mehr Aufmerksamkeit weckt, als „Rauchen gefährdet ihre Gesundheit“ erweckt. Hier zeigt sich die selektive Wahrnehmung von Menschen.

  • Interpretation

Filter in Zigaretten filtern doch eh, ich rauch ja eh nur wenig, mein Großvater hat immer geraucht und ist jetzt 95. Informationen werden Verallgemeinerungen, ins Weltbild passende Informationen werden behalten, andere vergessen. Kommunikation wird auch als „symbolisch vermittelte Interaktion“ bezeichnet. Erklären Sie, was damit gemeint ist.

  1. Interaktion: zwischen mindestens zwei Polen und zurück, Wechselseitigkeit ist nicht gleich Gegenseitigkeit! Form des menschlichen Handelns, Handeln ist nicht gleich Verhalten! Bedarf einer Intentionalität; Absichten und Ziele: Das Ziel ist die Verständigung und die Absicht das Interesse; Verwirklichung; Es gibt keine Kommunikation, die rein auf Verständnis abzielt, es steckt immer ein Interesse dahinter.
  2. Vermittelt: Es braucht immer ein Medium zur Übermittlung von Bedeutungsinhalten. Dann kommt die Frage auf: Was ist ein Medium? Der soziale Medienbegriff nach Saxer ist für die Publizistik wichtig. Es geht um soziale Zusammenhänge, der Kontext ist wichtig. Es gibt auch noch den technischen Medienbegriff, dies sind aber nur Voraussetzungen. Publizistische Medien sind Medien zweiter Ordnung.
  3. Symbol: Das ist typisch für die menschliche Kommunikation. Was ist ein Symbol? Dies ist gut sichtbar an der Sprache. Es gibt verschiedene Funktionen und Arten. Der Unterschied zu den Tieren ist die Repräsentationsfunktion bei den Menschen.

Erläutern Sie die These vom Abstieg der Massenmedien. Decline of Mass Media oder auch die „3-Stufen-Theorie“ kommunikativer Differenzierung nach Richard Maisel. Medienentwicklung in 3 Stufen:

  1. Elite-Medien (kleine Empfängergruppe) -> wenige konnten dies lesen
  2. populäre Medien (größeres Lesepublikum)
  3. Spezialmedien (seit den 70ern/80ern; Nischenkommunikation, Special-Interest-Medien)

Weil es inzwischen so viele Medien gibt, gibt es eine Selektion der Medien. Können nicht mehr alles sehen/hören/lesen. -> Abstieg der Massenmedien. Durch zahlreiche, neue Kommunikationstechniken (bewusst nicht Medien, da Internet ? Medium) wird Publikum kleiner. Man spricht von einer Nischen- und Zielkommunikation. Ist der Massenkommunikationsbegriff veraltet? Contra (ja):

  • „mass communication“ wurde einfach als Massenkommunikation übersetzt (weder Masse, noch Kommunikation).
  • angemessener: Zielgruppenkommunikation (Publikum schrumpft)

Pro (nein):

  • Begriff ist etabliert
  • potentiell sehr wohl Kommunikation
  • Publikum schwindet auch in Zukunft nicht („Rieplisches Gesetz“)

Nennen Sie mindestens 3 politische Funktionen der Massenmedien und geben Sie Beispiele.

Funktionen der Massenmedien
Soziale Funktion Politische Funktion Ökonomische Funktion
Sozialisation Herstellen von Öffentlichkeit Zirkulation
Soziale Orientierung Artikulation Wissensvermittlung
Rekreation, Unterhaltung, Eskapismus Politische Sozialisations- bzw. Bildung Sozialtherapie
Integrationsfunktion Kritik- und Kontrollfunktion Legitimationshilfe
Regenerative Funktion
Herrschaftliche Funktion

Die Kommunikationsübertragung besteht aus Zeichen. Erklären Sie die Symbole und Signale und geben Sie Beispiele. „Zeichen“ = materielle Erscheinung mit Bedeutung = werden kommunikativ eingesetzt

  • natürliche Zeichen (Mond, Erröten)
  • künstliche Zeichen => Wegweiser (zum Zweck der Kommunikation erfunden)

„Signal“

  • löst etwas aus (Tier-Herde flüchtet nach Ausstoß gewisser Töne)

Verkehrsampel als Signal

  • Handlungen werden angeregt (muss aber gelernt werden)

Symbol

  • repräsentiert etwas
  • Symbole werden mit Bedeutungen besetzt
  • Wort kann symbolisch eingesetzt werden
  • Typisch für die menschliche Kommunikation
  • Semiotik => Lehre der Zeichen

Kommunikation ist somit „Symbolisch vermittelte Interaktion“ Erklären sie den Begriff „Diskurs“ und geben Sie dessen Funktionen (Bsp.) im Kommunikationsprozess an. Diskurs: (= Kommunikation über Kommunikation) Ein problematisch gewordenes Einverständnis (im Hinblick auf die Geltungsansprüche) wird durch Begründung wiederhergestellt. „Der zwanglose Zwang des besseren Arguments“ – weil einleuchtender! Wir dürfen nie davon ausgehen, dass wir nicht die Geltungsansprüche erfüllen können. Diese Theorie bevorzugt die Kraft des relationalen Arguments. Jedoch ist dies immer noch eine Unterstellung der idealen Sprechsituation, in der es eine:

  • Symmetrie der Chancen gibt, Sprechakte zu wählen
  • und eine stets rationale (allgemein begründbare) Wahl.

Was ist die Konsistenztheorie? Veranschaulichen Sie dies an einem Beispiel.

  • präkommunikative Einstellungsstruktur ist zentrale Variable
  • Aussagen über den Vorgang der aktiven Selektion
  • Informationssuche, -vermeidung: Einstellungskonformes
  • Interpretation: Umdefinition
  • Behalten: Verdrängung

Wie lautet die Lasswell-Formel? Was fehlt in dem Prozess? WHO                                  Kommunikatorforschung SAYS WHAT                     Inhaltsanalyse/Aussagenanalyse IN WHICH CHANNEL    Medienforschung TO WHOM                        Rezipientenforschung WITH WHAT EFFECT?   Wirkungsforschung Jedoch suggeriert sie eine lineare Sichtweise des Kommunikationsprozesses. Doch diese ist wechselseitig. Absichten fehlen. Das „warum“ fehlt, genauso wie das Feedback. Unterschied zwischen gegenseitiger und wechselseitiger Kommunikation Kommunikation ist immer wechselseitig, weil bei symbolisch vermittelter Interaktion zwischen mindestens zwei Teilen etwas vorgeht. Dies muss aber nicht gegenseitig sein, also nicht mit Rollentausch verbunden sein (siehe Maletzke) Die 4 Geltungsansprüche. Was bedeuten sie? Erklären sie an einem Beispiel.

  • Verständlichkeit: deutsche Sprache, Grammatik
  • Wahrheit: Korrespondenztheorie: Es ist nur das wahr, was mit der Wirklichkeit 1:1 übereinstimmt. Konsenstheorie: Wahr ist, was alle vernünftigen Menschen, die darüber nachdenken, sagen, dass etwas stimmt.
  • Wahrhaftigkeit: Das was man sagt, muss man auch so meinen. Es geht um Ehrlichkeit und Vertrauen. Die Aussage muss mit Sachkompetenz und ohne persönlichen Vorteil formuliert werden. Man muss selber davon überzeugt sein.
  • Richtigkeit: Angemessenheit, Legitimation; Die Aussage muss Regeln und Normen entsprechen, die beide Partner befürworten.

Bsp. Fernwärme: Zweifelt man an der Messmethode, an der Richtigkeit der Angaben durch die Firma, oder gar an der gesamten Müllverbrennungsindustrie? Dies sind alles idealtypische Vorstellungen. Wir scheitern also immer. (vgl. Kreis, der nie ganz rund werden kann)