Ein guter Texteinstieg ist entscheidend. Fadisiert sich der Leser schon am Anfang, wird er auch nicht weiterlesen. Profis verwenden daher stilistische Mittel, um die Aufmerksamkeit zu stimulieren. Diese Tricks haben mir schon oft beim Schreiben eines Textes geholfen. Das sind die wichtigsten Texteinstiege:

Sager

„Einfach drauflos schreiben, das ist der beste Weg zum guten Artikel“ – Beim Sager steht ein O-Ton oder ein Zitat am Anfang des Textes. Die Aussage muss natürlich spannend, überraschend oder einfach witzig sein.

Schnelleinstieg

„Mit der Tür ins Haus fallen.“ Der Schnelleinstieg zieht die Leser mittels Telegrammstil in die Story.

Eisbrecher

„Wer behauptet Schreiben braucht nur Talent, der lügt.“ Die stärkste Aussage einer Geschichte wird am Anfang präsentiert.

Chronologie

Der Autor gibt einen Vorausblick auf die kommenden dramatischen Ereignisse. z.B.: „Als er am Samstagnachmittag den Blogeintrag schrieb, wusste er nicht, dass es sein letzter sein würde.“

Lapidare Mitteilung

Eine vage Phrase, mit der sich jeder identifizieren kann. „Schon wieder hatte er die Zeit vertrödelt.“

Szene beschreiben

Der Autor beschreibt, was er gerade sieht. „Schnell tippte er die Worte in den Computer, dann aber löschte er sie umgehend wieder und begann von neuem.“

Personenbeschreibung

Als Einstieg wird eine Person beschrieben. Äußeres genauso wie das Innenleben. „Der große Mann sitzt gebeugt über seinem Computer. Sein Blick verrät, dass ihm die Arbeit keinen Spaß macht.“

Anekdote

Es wird eine kleine und typische Geschichte über den Protagonisten erzählt. „Während seine Freunde draußen in der Sonne spielen, verkricht er sich in sein kleines Arbeitszimmer. Er mag die Dunkelheit und die Ruhe. Nur manchmal fühlt er sich etwas einsam.“

Gag

Etwas Amüsantes erfinden.

Die falsche Fährte

Eine doppeldeutige Formulierung, die den Leser zuerst auf eine falsche Fährte lockt. „Es ist kein schöner Anblick: Qualvoll hysterische Schreie hallen durch die Gassen. Ab und zu bricht ein Mädchen mit Weinkrämpfen zusammen. Trotzig werden die Transparenten in die Höhe gehalten, während sich die rund hundert Menschen weiter in Richtung Stadtmitte bewegen. Jeder soll es wissen und jeder soll es sehen: Justin Bieber ist in der Stadt und sein örtlicher Fanclub begrüßt in frenetisch.“

Programmabsatz

Die fünf Ws am Anfang präsentieren, also wer, was, wann, wo und wie.

„Es ist ein ungewöhnlicher Ort zum Bloggen. Gegen 15:00 Uhr spazierte der junge Student Greiler auf der Höhe des Hauptgebäudes der Universität Wien mitten auf die Ringstraße und setzte sich nieder. Dann packte er Laptop und Maus aus und begann zu schreiben. Selbst die laut hupenden Autos störten ihn nicht. Schlussendlich musste in die Polizei abführen. Rätselhaft bleibt der Beweggrund des 27-Jährigen: „Ich hatte einfach Lust dazu“, soll er laut Polizeiprotokoll angegeben haben.

Journalisten erwähnen es öfters: Das Nachtelefonieren von PR-Agenturen nerve und E-Mails seien grundsätzlich besser. Klingt logisch und nach einer einfach zu befolgenden Anweisung für PR-Leute. Nur leider ist die Realität etwas komplizierter. Denn Journalisten bekommen tagtäglich eine wahre Flut an Mails und manche überlesen dann doch die eine oder andere. Gründe dafür gibt es viele: Zeitdruck oder gerade mit einer anderen Geschichte beschäftigt oder aber die Gewissheit, dass wenn es wichtig ist, sich sicher nochmal wer melden wird. Und so kommt es, dass wir PR-Menschen tatsächlich ein spannendes Thema haben können, die Mail dazu aber einfach untergeht. Ein Anruf ist in solchen Fällen eine echte Serviceleistung.

Deswegen besteht die Herausforderung für einen PR-Berater wohl eher darin, nur die richtigen Journalisten anzurufen. Ebenso herausfordernd ist es, das Thema möglichst präzise und kurzatmig zu präsentieren. Das genaue Gegenteil davon habe ich schon als Praktikant bei der Presse und bei Medianet miterlebt. Dort bekamen die Journalisten Anfragen von PR-Agenturen, die nie und nimmer in das eigene Ressort passten. Das sind dann auch die Anrufe, die wirklich nerven!