Als Hobby-Blogger stelle ich mir schon seit längerem die Frage, ob ich meinen Publishing-Fokus auf kommerzielle Plattformen oder auf den eigenen Blog legen soll. Vor allem nachdem zahlreiche Anbieter perfekte Infrastruktur bieten: Über Karriere, Beruf und Fachliches lässt sich auf LinkedIn oder auf Quora schreiben. Für schöne Foto-Schnappschüsse gibt es von Flickr über Facebook und Instagram bis zu Google Fotos viele Optionen. Die Urlaubsreise lässt sich auf TripAdvisor, dem österreichischen Startup Journi oder Google Maps darstellen und bewerten. Ranglisten lassen sich mit Ranker erstellen und Filme und Serien lassen sich unter anderem auf IMDb bewerten und erkunden.

Aber schauen wir uns die Vorteile von kommerziellen Plattformen und der eigenen privaten Webseite (basierend auf WordPress an) einmal an:

Vorteile von kommerziellen Plattformen

  • Kostenlos (außer manche Premiumfunktionen)
  • Kein administrativer Aufwand für Softwareeinstellungen, Updates, Anpassungen, udgl.
  • Großartige Tools für das Erstellen der Inhalte. Zum Beispiel einstellen der Urlaubsreise-Route auf Google Maps.
  • Direkter Kontakt mit anderen Menschen, Gleichgesinnten und Community
  • Einfacher sich einen Namen zu machen
  • Ständige Weiterentwicklung um Inhalte noch besser zu managen, bewerben und darzustellen

Vorteile eines selbstgehosteten Blogs

  • Alle Inhalte an einem Platz.
  • Volle Kontrolle über die Inhalte.
  • Größte Flexibilität. Ich habe etwa auf meinem Blog Videos, Fotos, meine Magisterarbeit, Literaturrezensionen, Sammellisten, Bewertungslisten und vieles mehr gespeichert.
  • Größte Freiheit. Ich kann mit meinen Daten alles mögliche anstellen, überall hin kopieren und sichern. Wenn mir der Hoster nicht mehr gefällt, ziehe ich um.

Ein Möglichkeit wäre natürlich alles zweimal anzulegen, einmal Blog und einmal in den sozialen Plattformen. Das mache ich zwar auch manchmal in verschiedenen Adaptionen, so wie mit diesem Artikel in Englisch auf LinkedIn, ist mir aber manchmal zu mühselig, vor allem wenn meine Motivation aus dem Spaß am Lernen besteht und nicht den Sinn hat, damit meine Brötchen zu verdienen.

Fazit: So wirklich sicher bin ich mir nicht, was der beste Weg ist, um Inhalte als Privatperson darzustellen. Auch wenn ich mir weiterhin überlege welche Variante die beste ist, für den Blog spricht einfach noch immer, dass er als Schaltzentrale dienen kann, die alle Formen der Kommunikation zulässt.

„Schöner Leben“-Blogs sind gefühlt die erfolgreichsten in Österreich. Ideal für Lifestyle-Produkthersteller wie Nespresso. Der Kaffee-Gigant hat für seine neuen Geschmackssorten eine Blogger Relations Kampagne gelauncht. Die Umsetzung stammt von der Social Media Agentur ambuzzador und das ging so:

Acht Lifestyle- und Food-Bloggerinnen mit einer Reichweite von insgesamt mehr als 300.000 Instagram-Fans überraschten jeweils einen ihrer Fans mit einem ganz persönlichen Weihnachtsgeschenk: einer Nespresso Kaffeemaschine, der neuen Limited Edition Variations Grands Crus und einer selbstgebackenen Torte.  Die einzelnen Phasen der Kampagne – der Fan-Aufruf der Bloggerinnen auf ihren Social Media Kanälen, das Backen der Torten via Snapchat und InstaStories sowie Teaser-Postings und emotionale Videos der persönlichen Treffen – unterhielten die Community. Ein Film mit den besten Szenen der einzelnen Überraschungen wurde am 22.12. auf der Nespresso Facebook-Seite präsentiert und mit Facebook Ads gepusht:

Österreichische Blogger auf weihnachtlicher Mission

Unsere Limited Edition #Variations sind nicht nur eine Liebeserklärung an Österreich, sondern auch an unsere Fans. Wir haben die schönsten Augenblicke in einem Video zusammengefasst:

Posted by Nespresso on Donnerstag, 22. Dezember 2016

Teilnehmende Bloggerinnen:

  1. berriesandpassion
  2. cookingcatrin
  3. Hello Pippa
  4. julesvogel
  5. klarafuchscom
  6. Miss Getaway
  7. nwlife
  8. sarahallegra

 

Google bietet Bloggern ein Paradies an Daten und Analysen über die eigene Seite. Die schiere Optionsvielfalt in Google Analytics hat mich nur schnell erschlagen. Im Internet finden sich da zum Glück zahlreiche vorgefertigte Google Analytics Dashboards für Blogger! Die sind übersichtlich und einfach zu handhaben. Mein absoluter Favorit ist das „personal blogger dashboard“ von Dashboard Junkie. Es zeigt unter anderem wie viele Besucher Du auf der Seite hast, welche die beliebesten Blog-Beiträge sind oder wie die Leute überhaupt auf den Blog gefunden haben. Diese Daten veranschaulichen, was bei den Lesern gut angekommt und worüber es sich auszahlt mehr zu bloggen. Mein bisher beliebtester Artikel ist etwa der über die richtige Interpretation des t-Tests. Mit Statistik mühen sich also ganz offensichtlich viele Studenten ab. Danach folgt auch schon ein Artikel über „Die besten Blogs aus Österreich“. Zu dem Thema werde ich in Zukunft sicher mehr machen und in regelmäßigen Abständen hochwertige Blogs aus Österreich vorstellen. Den Anfang haben Politikblogs schon gemacht.

Auf die Idee solche Dashboard-Templates zu nutzen, hat mich gebracht. Er empfiehlt in seinem Artikel dann auch drei Dashboards von Koozai. Ich nutze da gerne das „Brighton SEO Social Monitoring Dashboard“, um die Verbreitung meiner Beiträge in Sozialen Medien zu messen. Mit den beiden vorgestellten Dashboards plus der standardmäßigen Zielgruppenübersicht in Google Analytics habe ich alle wichtigen Facts immer im Blick. Voraussetzung um Google Analytics nutzen zu können ist eine Registrierung und ein im Blog platzierter Tracking-Code.

Österreich hat jede Menge hervorragende Blogger, die ganz unterschiedliche Themen beackern. Mit einer neue Serie will ich laufend die besten Blogs aus einem bestimmten Themenkreis vorstellen. Den Anfang machen die fünf besten Politikblogs in Österreich.


zurpolitik
zurPolitik

ZurPolitik.com ist ein etablierter Politikblog in Österreich. Gegründet und betrieben wird er hauptsächlich von Tom Schaffer. Als Sportjournalist beim „Standard“ kennt er sich aus mit der professionellen Schreibe. Vorrangig beschäftigt sich der Politikwissenschaftstudent auf dem Blog mit der heimische Politik, aber auch internationale Themen und grundsätzliche Gedanken zur Politik werden immer wieder mal gestreift. In die Beiträge fließt erkennbar viel Hirnschmalz hinein und das macht den Blog so lesenswert, auch wenn ich oft seine Meinung nicht teile. Leider litt in den letzten Monaten Qualität und Quanität der Artikel, deshalb gibt es für zurPolitik nur Rang 4. Laut Schaffer liegt das an seiner vermehrten Berufstätigkeit und einer „Schnauze-voll-Haltung gegenüber österreichischer Politik“. Derzeit ist er auf einem Sabbatical in London, danach will er wieder aktiver zur Politik bloggen.

3. OrtnerOnline

ortneronline

„Das Zentralorgan des Neoliberalismus“ nennt der freie Journalist Christian Ortner seinen Blog. Der Name ist Programm. Hier regiert der Wirtschaftsliberalismus und Ortner schreibt bewusst pointiert und zuweilen recht provokativ über Politik und Wirtschaftspolitik im Speziellen. Inhaltlich dürfte OrtnerOnline auch eine Art Recherche- und Quellensammlung für den Autor sein. Denn in den meisten Beiträge zitiert er ausschnittsweise Fakten und Meinungen aus anderen Medien. Manchmal garniert er das mit seiner eigenen Meinung, wobei die sich oft nur im Titel versteckt. Mehr Inhalte gibt es, wenn er seine eigenen Kolumnen, etwa für Die Presse oder Wiener Zeitung, crosspostet. Crosspostings gibt es ab und zu auch von Andreas Unterbergers Politikblog. Ortner bietet pfeffrige Inhalte, hie und da sollte er aber mit den Leuten das Gespräch suchen, die auf seinem Blog kommentieren.

2. Politikon

politikon

Politikon-Gründer Stefan Bachleitner ist Partner bei der PR-Agentur The Skills Group und  war als Koordinator der Wiederwahlkampagne von Heinz Fischer tätig. Kommunikativ begabt und politisch erfahren sind gute Voraussetzungen für einen Politikblog. Neue Einträge erscheinen aber leider nur in mehrmonatigen Abständen, dafür zeichnen sich die durch hohe Qualität aus. Bachleitner prognostizierte etwa gute Chance für die NEOS in den Nationalrat einzuziehen, als daran noch niemand so recht glauben wollte. Er macht sich gerne prinzipielle Gedanken zu Politik und Gesellschaft und bietet fundierte Analysen.

1. Neuwal

neuwal

Platz 1 geht klar an Neuwal.com. Der selbstständige Unternehmensberater und Online-Experte Dieter Zirnig hat den mehrfach ausgezeichneten Politikblog im Zuge der Nationalratswahl 2008 gestartet. Heute kann er auf ein junges, großes und engagiertes Team bauen. Gemeinsam hat man schon so einige Preise abgestaubt. Neuwal bietet eine Überblick über alle Wahlumfragen in Medien. Neuere Formate sind Buchempfehlungen oder der Walmanach, der die Programme aller zur Wahl stehenden Parteien zusammenfasst. Außerdem gibt es jede Menge Interviews, politische Kommentare, Sachbeiträge und es werden sogar Workshops und Vorträge angeboten. Ausführliche Diskussionen und Interviews mit Kleinstparteien sind das Alleinstellungsmerkmal von Neuwal in der heimischen Politikberichterstattung.

Politikblogs in Österreich unterentwickelt

Ein heißer Kandidat für Platz 1 wäre auch DieTagespresse.com gewesen. Der Blog läuft aber außer Konkurrenz, denn das junge Satiremagazin informiert nicht im klassischen Sinne über die heimische Politik, sondern macht sich herrlich über sie lustig.

Bei meiner Recherche für diesen Artikel habe ich übrigens immer wieder gelesen, dass es in Österreich vergleichsweise wenig Politikblogs gibt. Das stimmt so nicht. Ich habe unzählig viele Blogs von Politikern und Funktionären entdeckt und dann gibts auch noch eine erkleckliche Anzahl von Blogs die eindeutig ideologisch einer Partei zuordenbar sind. Was mir noch aufgefallen ist: Viele sehr aktive Politikblogs haben eine besonders radikale Grundeinstellung. Das gilt für linke genauso wie für rechte Blogs. Für mich ein Indiz dafür, dass leider gerade Leute mit einer extremen Einstellung stark missionarisch unterwegs sind. Die vielen Politikerblogs und parteinahen Blogs lassen jedenfalls erkennen, dass es in Österreich per se nicht an Politikblogs mangelt. Was fehlt sind aber Politikblogs von Leuten, die einfach aus Leidenschaft für Politik heraus bloggen und das nicht aus beruflichen oder parteipolitischen Gründen machen. Projekte wie Neuwal zeigen aber auch, dass hier vieles im Fluss ist. Ich bin mir sicher, dass noch einige gute Politikblogs in Österreich entstehen werden!

Viele Blogger tappen bei den gesetzlichen Regelungen im Dunkeln. Welche Bilder darf ich veröffentlichen? Wie weit darf ich mit meiner Meinung gehen? Und was sind mögliche Rechtsfolgen? Genau diese Fragen habe ich in 2010 in einer Bakkalaureatsarbeit für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft beantwortet. Das Dokument steht jetzt adaptiert und gekürzt zum Download bereit. Besonders schwer tun sich Blogger oft mit dem Urheberrecht. Ich möchte aus meiner Arbeit auf zwei wichtige Relegungen eingehen, die den Bloggeralltag doch sehr erleichtern.

Fremde Inhalte ausschnittsweise widergeben

Abgesehen von Creative Commens, sind alle fremden Inhalte ohne Genehmigung tabu. Eine ganz kleine Ausnahme bildet das Zitatrecht, § 46 UrhG (Z1). Demnach dürfen einzelne Stellen eines „veröffentlichten Sprachwerkes“ angeführt werden, wenn es dem Zweck nach gerechtfertigt ist. Diese Ausnahmeregelung wurde von der Rechtssprechung analog auch für Bildzitate als zulässig anerkannt. Es dürfen also Zeitungsausschnitte, wie etwa Kobuk es macht, zur Verfügung gestellt werden. Dieses Recht ist übrigens auch nicht in Stein gemeißelt. Derzeit machen sich österreichische Verlage für ein Leistungsschutzrecht stark, dann könnte auch diese Ausnahmeregelung fallen.

Der Bildnisschutz

Darf ich irgendwelche Personen ohne deren Erlaubnis auf der Straße fotografieren und dann auf meinem Blog hochladen? Schwierige Frage, auf die es leider nur ein Jein als Antwort gibt. § 78 UrhG regelt nämlich, dass das Abfotografieren schon OK ist, solange nicht berechtigte Interessen der abgebildeten Person verletzt werden. Wann das der Fall ist, ist aber immer Auslegungssache. Bildnisse von „allgemein bekannten Personen“ hingegen, also Promis, sind schwächer geschützt. Fotografieren geht da in Ordnung, solange es nicht zu privat wird.

Fazit: Kleine Ausschnitte aus einem fremden Werk sind dann in Ordnung, wenn sie für die eigenen Publikation unabkömmlich und dem Zweck nach gerechtfertigt sind. Das ist vor allem dann wichtig zu beachten, wenn man ein Buch, eine CD oder Webseite vorstellen möchte. Jetzt noch mehr Infos und Fallbeispiele zum Urheberrecht lesen.

„Es ist eine kleine Medienrevolution“, schreibt Thomas Knüwer und ich gebe ihm da vollkommen recht. Getty Images, weltweit größter Fotodienstleister aus Seattle, öffnet sein Archiv für Blogger. Abertausende Fotos professioneller Fotografen stehen jetzt für die private Nutzung kostenlos zur Verfügung. Die Einbindung in den eigenen Blog ist einfach: 1. Bild suchen, 2. Einbetten-Symbol anklicken, 3. den HTML-Code für den Getty Images Viewer kopieren und im eigenen Beitrag einfügen. Weil Getty Images das Headquarter in Seattle hat, habe ich da mal ein schönes Stadtpanorama dieser US-City eingebunden:

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Fotos gegen Views

Gratis Profifotos zu bekommen, klingt verführerisch. Getty Images ist aber natürlich nicht die Heilsarmee: Wer Bilder einbindet, akzeptiert auch die Nutzungsbedingungen und die erlauben Getty Images Daten von Blogbesuchern zu sammen und Werbung über ihren Viewer einzuspielen. Es ist also eine Tauschgeschichte: Der Blogger bietet gratis Werbefläche und Getty Images bietet gratis Bildmaterial. Wer sich mit den Details zu den Nutzungsbedingungen auseinandersetzen will, Rechtsanwalt Thomas Schwenke hat einen hervorragenden FAQ-Leitfaden geschrieben.

Auf der Facebook-Seite der österreichischen Blogger ist deswegen auch eine kleine Diskussion aufgekommen, ob das wirklich ein guter Deal für Blogger ist. Dazu kommt noch, dass die Bilder nicht als Vorschaubilder verfügbar sind und dass Getty Images die Fotoauslieferung jederzeit abdrehen kann. Dann hat man plötzlich einen Linkfriedhof auf dem eigenen Blog. Auf der anderen Seite profitieren viele Blogs immens von besseren Fotos. Ein Blog über Stars und Sternchen hat zum Beispiel immer Schwierigkeiten legal an passende Fotos zu kommen. Man kann ja nicht mal schnell zur Oscar-Verleihung fliegen und da seine eigenen Fotos schießen. Hunderte von Euros für Paparazzi-Fotos auszugeben, spielt sich aber auch nicht. Getty Images ist da eine super Alternative. Am Ende des Tages wird aber jeder Blogger die Vor- und Nachteile abwägen müssen. Schlussendlich ist das auch immer eine rationale Entscheidung, was einem geboten wird und was man selbst bieten kann. Wenn ich wöchentlich fünfstellige Views am Blog habe, dann würde ich auch nicht gratis Werbefläche hergeben wollen.

Neue Geschäftsfelder für Getty Images

Eines steht aber fest: Die nichtkommerzielle Nutzung freizugeben, war ein verdammt mutiger und smarter Zug von Getty Images. Mal ganz abgesehen von der Eigenwerbung, erschließt sich Getty Images damit neue Geschäftsfelder. Targeting, also auf den User abgestimmte Werbung, ist eines davon. Denn die dazu notwendigen Cookies könnte Getty Images einfach über den Viewer setzen. Dann hätte der Fotodienstleister ziemlich schnell ein ziemlich großes Mediennetzwerk in der Hand. Und: Alle Werbegelder bleiben bei Getty Images, denn keiner der eingebundenen Medien muss dafür bezahlt werden. Luca ist wiederum eingefallen, dass so auch die Geschichte hinter einem Bild verkauft werden könnte. Zum Beispiel bucht eine Onlinzeitung Werbung zum Foto eines russischen Panzers. Ein Blogger baut das Foto ein und von der Onlinezeitung wird dann als Werbung eingespielt: „Lesen Sie bei uns alle Hintergründe zur Krise in der Ukraine.“ Mir fällt noch ein dritter Vorteil ein: Getty Images könnte damit sogar einen Weg finden, AdBlocker zu umgehen. Denn wenn das US-Unternehmen vorab Werbung am Server ins Bild einfügt und dann erst das Bild ausliefert, ist Werbung und Content fast nicht mehr zu trennen.

reddit_BlognetzWie erreiche ich  meine Zielgruppe? Die Frage stellt sich irgendwann jeder Blogger. Ein ganz einfache Möglichkeit hat Luca Hammer geschaffen. Auf reddit hat er die Unterseite Blognetz gegründet. Mit reddit lässt sich Content ganz einfach auf- oder abvoten. Aufgeteilt ist die Subseite wiederum in Kategorien wie etwa Technik, Kommunikation, Fashion oder Food. Blogger können ihre Blogbeiträge also gleich thematisch einordnen.

Alles in allem eine super Lösung, um den massenweise Content von Bloggern zu managen und gute Inhalte von schlechtem zu separieren. Ich würde sagen, das subreddit #Blognetz könnte für Blogger zu einem wichtigen Kanal werden! Alle Details und eine Anleitung hat Luca auf 2-blog.net veröffentlicht.

Hinweis: Dieser Artikel handelt von blog n’BUZZ, organisiert von ambuzzador. ambuzzador ist Kunde meines Arbeitgebers Himmelhoch PR. Auf 10vor10 schreibe ich aber über blog n’BUZZ ausschließlich aus privatem Interesse.

blog n'BUZZ Podiumsdiskussion v.l.: Moderator Nardo Vogt (Chefredaktion ambuzzador), Charlotte Hager (Geschäftsführerin Marktforschungsinstitut comrecon), Mikaela Köb (Bloggerin von Supreme Mag) und Wilhelm Baldia (Pressesprecher Austrian Airlines). © ambuzzador

blog n’BUZZ Podiumsdiskussion (v.l.): Moderator Nardo Vogt (Chefredaktion ambuzzador), Charlotte Hager (Geschäftsführerin Marktforschungsinstitut comrecon), Mikaela Köb (Bloggerin von Supreme Mag) und Wilhelm Baldia (Pressesprecher Austrian Airlines). © ambuzzador

Viele junge Medienschaffende trafen sich am 4. Februar beim Infoabend von blog n’BUZZ im L’Office Wien. blog n’BUZZ ist eine Initiative von ambuzzador und will Blogger und Unternehmer näher zusammenbringen. Die Initiative besteht aus zwei Schienen: Zum einen dem Blogger-Pool und zum anderen dem Ausbildungsprogramm.


Blogger-Pool

ambuzzador baut einen eigenen „Blogger-Pool“ auf. Blogs werden darin thematisch kategorisiert und Blogger erhalten Kooperationsangebote von Unternehmen vermittelt. Das soll Geld in die meist leeren Blogger-Kassen spülen. Wer mitmachen will, kann sich kostenlos auf blog n’BUZZ anmelden. Gefordert sind bei der Anmeldung neben persönlichen Daten auch genaue Blogkennzahlen, also zum Beispiel wie viele durchschnittliche Besucher der Blog pro Monat aufweist. Damit sollen Blogger Relations besser messbar sein. Eine genaue Erfolgsmessung wünschen sich ja die Unternehmen, wie auch Wilhelm Baldia, Pressesprecher der Austrian Airlines, bei der blog n’BUZZ Podiumsdiskussion am Infoabend bekräftigte.


Ausbildungsprogramm

Eine separate Anmeldung gibt es für die Weiterbildungsschiene von blog n’BUZZ. Herzstück sind die über das Jahr verteilten „Know-how Events“: Am 4. März spricht Mode- und Reise-Bloggerin Katja Hentschel über die perfekte inhaltiche Positionierung eines Blogs, am 13. Mai geht es um Design und „Corporate Identity“, am 23. September um Reichweite sowie Vernetzung und am 11. November um das liebe Geld, also Verdienstmöglichkeiten mit Blogs. Alle Events finde am Abend im L’Office statt. Daneben soll es nach Bedarf auch Onlinekurse geben. Die Teilnahme an allen vier Events kostet 79 Euro und zwei Events gibt es um 39 Euro. Hier gehts zur Anmeldung.


Blogger werden professioneller

blog n’BUZZ geht heuer bereits in die zweite Runde. Ich war schon letztes Jahr bei zwei blog n’BUZZ Veranstaltungen mit dabei und es hat mir sehr gut gefallen. Dieses Jahr hat sich am Konzept viel verändert und ich bin gespannt, wie das bei den Leuten ankommt. Verändert hat sich aber nicht nur blog n’BUZZ, sondern auch die Bloggerszene selbst. Die Blogosphäre professionliert sich, das habe ich schon mal erwähnt und bei blog n’BUZZ hat sich dieser Eindruck noch verstärkt. Es kristalisieren sich zwei Typen von Bloggern heraus: Zum einen Leute, die oft begeistert zum Bloggen beginnen, aber dann bald wieder aufhören. Die Gründe dafür sind verschieden: Bloggen braucht Zeit, es bedeutet Arbeit und oft desillusioniert der ausbleibende Erfolg. Andererseits gibt es Blogger, die ihr Ding eisern durchziehen und das Bloggen von Anfang an mit sehr viel Aufwand betreiben. Von Eva Fischer erhielt ich bei blog n’BUZZ etwa meine erste Blog-Visitenkarte. Dabei gibt es www.foodtastic.at erst seit rund drei Monaten! Es versteht sich von selbst, dass vom Blogdesign, über Fotos bis hin zur Facebook-Seite alles tip top passt. Oder Mikaela Köb, die bei der Podiumsdiskussion mit dabei war. Sie hat Supreme Mag gegründet und vernetzt Fashion- und Lifystle-Blogger im Supreme Network. Und noch ein Beispiel für die neue Blogger-Generation: Beim blog n’BUZZ Infoabend habe ich einen Einsteiger kennengelernt, der erst mit dem Bloggen beginnen wird. Sein Ziel ist jetzt schon, damit Geld zu verdienen. Ich glaube, als ich Ende 2009 zum Bloggen anfing, war die Monetarisierung unter Bloggern noch kein so großes Thema. Oder liege ich da falsch?

Das ist mal sehr gute Blogger Relations Arbeit: Das Otto-Versandhaus und das Frauenmagazin Woman haben die besten österreichischen „Mode & Lifestyle“-Blogs ausgezeichnet. 124 Blogs haben teilgenommen. Zuerst fand ein öffentliches Voting statt, dann kürte eine Experten-Jury aus den zehn Finalisten die Sieger. Gewinnerin des ersten Mode & Lifestyle Blog-Awards ist Carola mit Vienna Wedekind. Benannt hat sie ihren in Englisch geschriebenen Blog nach dem Schriftsteller Frank Wedekind. Ganz ihrer Selbstbeschreibung als Schauspielerin und Fotografin entsprechend, dominieren in ihren Einträgen Fotos mit relativ wenig Text. Typisch für einen Fashion Blog postet sie häufig Selbstporträts in verschiedenen Outfits, seltener sind dagegen Artikel zu Lifestyle, Events und Gewinnspiele.

v.l.: Andrea Ginzel, Nana Siebert, Mirela Hrnic, Carola, David Reischer, Sabinna Rachimova, Georg Glinz. © WOMAN / Tibor Rauch

v.l.: Andrea Ginzel und Nana Siebert (Woman), Mirela Hrnic (Coral and Mauve), Carola (Vienna Wedekind), David Reischer und Sabinna Rachimova Broken Cookies, Georg Glinz (Otto Group). © WOMAN / Tibor Rauch

Platz 2 geht an  Broken Cookies von Sabinna und David. Ihr Blog ist thematisch etwas breiter aufgestellt und behandeln neben Fashion auch Lifestyle und vereinzelt Einträge über London und das Reisen. Die beiden Blogger verfassen ihre Texte ebenfalls in Englisch und ähnlich wie bei Vienna Wedekind gibt es Gewinnspiele und natürlich Nachberichte von Events wie der Vienna Fashion Week. Was mir besonders gefällt, sind die „From a Painting“-Post, bei denen Bloggerin Sabinna die Haltung, Gestik und Mimik von Frauenporträts bekannter Maler nachempfindet. Ein kleiner Bug im Layout fiel mir aber auf: Manche Fotos laden offenbar in der Übersicht nicht, wodurch zwischen den einzelnen Blogpost große weiße Abstände enstehen.

Bronze ging an Madeleine von Dariadaria. Sie ist von Beruf Fotografin und dementsprechend zeichnet sich ihr Blog durch sehr professionelle und schöne Bilder aus. Vlog-Beiträge und Tutorials gibt es auch bei ihr. In der Extra-Kategorie Beauty gewann Mirela von Coral and Mauve. Die Bloggerin zeigt schön auf, warum und wie sie zu dem einen oder anderen Produkt kommt und gibt den Lesern außerdem einen persönlichen Einblick in ihr Leben.

wien_bloggerBlogger beim Socializing! Am vergangenen Freitag trafen sich WienBlogger im Restaurant Viereck. So eine lockere Kennenlernrunde hat schon was und ich habe wieder viele neue Leute und Blogs kennengelernt. Etwa die Australierin Carly mit ihrem Blog Austrian Adaptation. Ganz besonders lesenswert ist ihr Artikel 28 ways to be Austrian, der ein bisschen die Eigenheiten von uns Österreichern auf die Schippe nimmt. Bigiis Blog geht wiederum thematisch Richtung Food. Egal für welche Dinge man sich interessiert, WienBlogger ist eine tolle Sache und ich hoffe, dass noch weitere Treffen folgen werden.

Mir würde übrigens auch ein Barcamp übers Bloggen sehr gefallen. Ich denke, viele österreichische Blogger freuen sich da auch über einen neuen Wissens- und Erfahrungsaustausch. Schau ma mal, was sich 2014 so ergibt… 😉

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Luca Hammer bloggt auf AmbassadorBase. Foto: © Tony Gigov

Die österreichische Blogosphäre professionalisiert sich weiter. Ein Anzeichen dafür ist, dass sich mit dem Bloggen jetzt auch Geld verdienen lässt: Luca Hammer schreibt seit November für Ambassador Base. Standesgemäß hat er das bereits auf seiner Seite www.2-blog.net bekanntgegeben. Zugegeben handelt es sich bei seiner Tätigkeit für den Technologieblog von Microsoft Österreich erstens um einen 10 bis 20 Stunden Job und zweitens ist Luca schon ein recht prominenter Blogger. Bekannt wurde Luca vor allem auch durch seine technische Hilfe und Online-Kommunikationsarbeit während der Studentenproteste an der Universität Wien im Jahr 2009.

Es ist schon eine tolle Sache, dass mit Luca ein Blogger fürs Bloggen auch tatsächlich und kontinuierlich bezahlt wird. Sehr viele Menschen gibt es in Österreich ja noch nicht, die vom Bloggen leben können. Luca studiert derzeit Medienwissenschaft an der Universität Paderborn, wo er auch mit seiner Frau und Kind lebt. Er ist Mitgründer des Start-ups work|i|o (UPDATE: Das Startup gibt es nicht mehr) und beschäftigt sich daneben mit der Analyse und Darstellung von sozialen Beziehungen im Web. Dazu zählt auch eine recht coole interaktive Grafik zu den Verbindungen innerhalb der österreichischen Blogosphäre.

Mit Wien Blogger hat Andra eine Plattform zum persönlichen Austausch unter Blogger geschaffen. Eine super Idee, denn je mehr ich mich selbst mit dem Thema Bloggen beschäftige, umso mehr steigt das Verlangen auch mit anderen über Motivation, Know-how und Vernetzung zu sprechen. Ein Overall-Thema wird es auch geben, Andra hat „Selbstständigkeit“ vorgeschlagen. Mich persönlich würde auch interessieren, wie sich die oder der Einzelne zum Bloggen motiviert, wie lange man ungefähr für einen Blogeintrag braucht und wie regelmäßig gebloggt wird. Aber auch dafür ist sicher Zeit. 😉

Wer Interesse hat, einfach hinkommen und zwar:

  • am 28. November, 2013
  • um 18:00 Uhr
  • im Restaurant Viereck (Johannesgasse 16, 1010 Wien)

Alle Details gibt es auch auf der der Facebook-Seite von Wien Blogger. Jetzt gleich anmelden!

Ich selbst war bisher bei zwei Treffen der Wien Blogger mit dabei und habe natürlich viele coole Leute mit tollen Blogs kennengelernt: Ein recht bekannter Tech-Blogger ist Fabian Pimminger. Viel um Technik geht es auch bei Patrick Löwenstein, er schreibt neben seinem privaten Blog ebenso auf Ambassadorbase. [Update 20.8.2019: Ambassadorbase gibt es nicht mehr] Mischkulantes gibt es bei Daniel Imrich. Voll im Marketing, genauer im Content Marketing, zu Hause ist Sam Bredl, er bloggt auch auf der Unternehmensseite von Take Off PR.

Ich hoffe, am 28. November einige Blogger wieder zu treffen und neue kennenzulernen! Überhaupt scheinen gerade spannende Zeiten für Blogger anzubrechen. Wie auch auf der Facebook-Seite „Österreichs Blogger“ diskutiert wurde, kommt es gerade zu einem Professionalisierungschub innerhalb der österreichischen Blogosphäre, wobei hier einige wenige Blogs stark herausstechen. Bin gespannt, ob das andere Blogger auch bestätigen können.