Es gibt allen Grund zu lachen: Die Comedy-Show It’s Always Sunny in Philadelphia ist mit der siebten Staffel zurück. Eine der Hauptrollen wird vom großartigen Danny DeVito gespielt. Für zart besaitete Menschen ist die Show allerdings nichts. Denn die Grenzen des guten Geschmacks werden gerne und oft ausgelotet. Immerhin fehlt den Figuren jegliches moralische Gewissen und auch Anstand und Sitte kennen sie nicht. Eine tote Prostituierte wird da schon mal schnell entsorgt, oder der verliebte Pfarrer manipuliert und in den Ruin getrieben.

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Family Guy
Zum Brachialhumor zählt auch Family Guy. Die Comicserie handelt vom geistig zurückgebliebenen und schwer übergewichtigen Peter Griffin und seiner Familie. Peter erlebt die absurdesten Dingen, die Serie spart nicht mit Seitenhiebe auf High-Society, Film- und Fernsehbranche. Genial auch die Figur des jüngsten Griffin-Familienmitglied: Stewie. Der ist zwar noch ein Baby, aber klüger als Albert Einstein, Niels Bohr und Stephen Hawking zusammen. So hat er etwa eine Zeitmaschine gebaut. Dafür scheint er nur einen Freund zu haben: Den sprechenden Familienhund Brian. Dass der als einziges Tier reden kann, wird aber nie thematisiert. Genausowenig wie seine häufigen Beziehungen zu Frauen, also Sodomie pur. Dem Publikum jedenfalls gefallen die schrägen Charaktäre: Die Serie läuft bereits in der zehnte Staffel und ein Ende ist nicht in Sicht. Ein Glücksgriff vom Schöpfer Seth MacFarlane.

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American Dad
Wobei mit Glück dürfte das nichts zu tun haben. MacFarlane sprudelt nur so von Ideen. So hat zeitgleich mit Family Guy auch seine zweite Comicserie „American Dad!“ wieder gestartet. Darin geht es um den etwas gefühlsarmen CIA-Agent Stan Smith. Der ist eingeschworener Republikaner und unglaublich waffennärrisch. Wie bei Family Guy gibt es so einige skurrile Figuren.  Vor allem der alkoholsüchtige wie schräge bisexuelle Alien Roger begeistert. Oder Klaus, ein Goldfisch indem das Gehirn eines ostdeutschen Schispringers verpflanzt wurde.

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Breaking Bad
Egal wie das Wetter ist: Der Herbst wird heiß! Denn die neuen Staffel dreier großartiger Serien stehen am Start. Von Breaking Bad hat die 4 Staffel bereits begonnen. Die Serie handelt vom Highschool-Chemielehrer Walter White, der ins Drogengeschäft einsteigt um seine Krebserkrankung zu finanzieren. Als „Meth-Cook“ macht er Karriere in der Drogenindustrie. Walter White wird von Bryan Cranston gespielt, der aus Malcom mittendrin bekannt ist. Producer Vince Gilligan hat mit Breaking Bad eine der besten Serien der letzten Jahre geschaffen. Nicht nur Walter Withes Kunden werden süchtig, auch jeder Fernsehzuseher wird schnell mehr brauchen.

The Walking Dead
The Walking Dead gibt es laut next-episode.net wieder ab 16. Oktober im amerikanischen Kabel-TV. Sheriff Rick Grimes wird angeschossen und fällt ins Koma. Als er im Krankenhaus wieder erwacht, ist niemand mehr da. Verwirrt stapft er durch die Krankenhausgänge. Er sieht Blut, Einschusslöcher und dann eine schrecklich entstellte Leiche. Bald wird klar, Menschen habe sich in Zombies verwandelt. Nur mehr wenige Menschen kämpfen verzweifelt ums Überleben. Die Erfolgsshow von AMC basiert auf die gleichnamige Comicbuchreihe von Robert Kirkman. Im Gegensatz zu vielen anderen Zombiefilme überzeugt The Walking Dead mit mitreißender Vielschichtigkeit und Tiefe. Die Comicbuchreihe ist für seinen dunklen Charakter bekannt, viel Platz für Hoffnung bleibt nicht. Und auch in der TV-Serie bangt man mit den Figuren, dass sie endlich Zuflucht zu einem sicheren und friedlichen Ort finden. Das allein wird freilich nicht so bald passieren.

 Boardwalk Empire
Ab 25. September auch wieder dabei: Boardwalk Empire. Die HBO-Serie spielt in Antlantic City zur Zeit der Prohibition, mit dem genialen Steve Buscemi in der Hauptrolle. Der korrupte wie kriminelle Politiker Enoch „Nucky“ Thompson nutzt seinen Einfluss um an der Macht zu bleiben und viel Geld zu verdienen. Die Konkurrenz schläft aber nicht. Der fiktive Nucky Thompson hat übrigens auch ein reales Vorbild: Enoch L. Johnson. Der hatte in Atlantic City tatsächlich unterschiedliche politische Ämter inne, wie etwa Schatzmeister und auch er scheint es mit den Gesetzen nicht so genau genommen zu haben. Der Schöpfer der Serie, Terence Winter, hat bereits Erfahrung mit dem in Szene setzen von Kriminellen: Er schrieb und produzierte die ebenso erfolgreiche Serie „The Sopranos„.

Wer kennt das nicht? Die unangenehmen Dinge verschiebt man immer wieder, die Zeit füllt man derweilen mit nutzlosem aber unterhaltsamen. Prokrastination heißt das wissenschaftlich ausgedrückt. Und das geht mit nichts besser als Fernsehen. Als Student bietet sich prokrastinieren vorallem in der Prüfungswoche an. Ok, eigentlich nicht – aber egal. Natürlich braucht man immer neuen Stoff und der kommt – wie soll es anders sein – aus der USA.

30 Rock
30Rock ist eine Sitcom von Tina Fey, die davor bei Saturday Night Live mitgearbeitet hat. Die Story kurz und knapp: Im 30. Stock des Rockefeller Centers wird eine Live-Show für NBC aufgenommen, von der Liz Lemon (Tina Fey) die Chefautorin ist. Gute Ausgangslage um die Fernsehindustrie gehörig aufs Korn zu nehmen. Wer eine geistige Auszeit will und leichte Unterhaltung mag, kommt bei 30Rock voll auf seine Kosten. Ich brauchte ein paar Folgen, bis ich die Show mochte. Einige Sketches hätte man sich sparen können, andere sind dafür umso besser.

Cougar Town
Cougar Town ist auch eine neue Sitcom aus der USA. Hauptdarstellerin ist Courteney Cox, die man bereits aus der erfolgreichen Sitcom „Friends“ kennt. Cox spielt in der Serie eine attraktive 40-jährige Single-Mum: mit Ex-Ehemann, Freunde und allerlei männliche Bekanntschaften. Die Serie gehört nicht zu meinen Favorits, ist aber trotzdem empfehlenswert. Als 25-Jähriger gehöre ich wahrscheinlich auch nicht zur Zielgruppe.

Deadwood
Eher abraten würde ich vom HBO-Westerndrama Deadwood. Einerseits war ich nie so sehr ein Fan von Western, andererseits ist das Englisch in der Serie sehr schwer zu verstehen. Das kann man aber auch als Kompliment an die Schauspieler verstehen, die diesen argen Slang üben mussten. Zwar baut die Serie einige spannende Momente auf, wirklich mitgerissen von der Story wurde ich aber nicht.

Genetische Information

Die genetische Information eines Lebewesens ist in der DNA  der Chromosomen enthalten. Die funktionalen Einheiten der genetischen Information (Erbinformation) bezeichnet man als Gene (Erbfaktoren), die Gesamtheit der Gene in einem Lebewesen als Genom. Das menschliche Genom besteht aus ca. 80.000 Genen.

 

Desoxyribonukleinsäure (DNA)

Das DNA-Molekül ist ein lang gestrecktes Makromolekül. Es ist aus Bausteinen zusammengesetzt, die man als Nukleotide bezeichnet. Ein Nukleotid besteht hauptsächlich aus den Komplementärbasen A, C, und D. Am Aufbau eines Nukleotids ist vor allem die Phosphorsäure, der Zucker Desoxyribose und eine organische Base beteiligt. Durch die Basensequenz der DNA ist die genetische Information festgelegt.

 

Eiweiß-Synthese (Proteinsynthese)

Die Synthese von Proteinen erfolgt normalerweise im Zytoplasma. Die für die Eiweißsynthese zuständige DNA ist im Zellkern vorhanden. Es ist daher eine Überträgersubstanz notwendig. Es ist dies die Boten-RNA oder Messenger-RNA (m-RNA). RNA ist die Abkürzung für Ribonukleinsäure. Ribonukleinsäure enthält anstelle von Desoxyribose den Zucker Ribose. RNA-Moleküle bestehen außerdem nur aus einem Strang und enthalten anstelle von Thymin die Base Uracil. Zunächst öffnet sich der DNA-Doppelstrang in einem bestimmten Bereich, faltet sich lokal auf und entspiralisiert sich. Die Kopie, d.h. die gebildete m-RNA, wandert durch die Poren der Kernmembran in das Zytoplasma zu den Ribosomen. Dort wird aus Aminosäuren Eiweiß aufgebaut. Die Eiweißkette formt sich schließlich auf Grund der Aminosäure-Zusammensetzung und den daraus ergebenden Anziehungskräften zu einem dreidimensionalen Eiweißmolekül.

 

Gene

Unter einem Gen versteht man eine funktionale Einheit, Information zur Herstellung eines bestimmten Proteins, oder einer Nukleinsäure.

 

Mutationen

Als Mutation bezeichnet man eine plötzliche Veränderung des Erbgutes, die von selbst eintreten kann oder künstlich (Strahleneinwirkung, Behandlung mit bestimmten Chemikalien) hervorgerufen werden kann.

 

Chromsomenmutation

Ganze DNA-Abschnitte sind verändert.

 

Genommutation

Die Anzahl der Chromsomen sind verändert. Beim Menschen ist die Trisomie 21 sehr bekannt, die zu Mongolismus führt.

 

Grundlagen der Vererbung und Mendel’sche Gesetze

Die genetische Information wird von Generation zu Generation weitergegeben. Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung kann sich das Genom auf natürlichem Wege nur durch Mutationen ändern. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung jedoch kommt es in jeder Generation durch die Bildung der Geschlechtszellen und deren Verschmelzung zu neuen Genkombinationen. Die geschlechtliche Vererbung erfolgt nach den Mendel’schen Gesetzen.

 

1. Mendel’sche Gesetz (Uniformitätsgesetz)

Das 1. Mendel’sche Gesetz besagt, dass bei der Kreuzung zweier reinerbiger Individuen (auf beiden homologen Chromsomen gleiches Merkmal) in der F1-Generation alle Individuen gleich sind.

 

2. Mendel’sche Gesetz (Spaltungsgesetz)

Das 2. Mendel’sche Gesetz besagt, dass es in der F2-Generation in Bezug auf beide Merkmale zu einer Aufspaltung in reinerbige und mischerbige Individuen kommt.

[Kuch, Kurt (2011): Land der Diebe. 1. Aufl. Salzburg: Ecowin Verlag.
€ 22,90. 237 Seiten]

Aufdeckungsjournalist Kurt Kuch kreidet Korruption, Nepotismus und Schamlosigkeit an

Die österreichische Politik ist aufregend wie selten zuvor. Für schwache Mägen ist diese Achterbahn der Korruptionsskandale und Enthüllung aber nichts, zu leicht könnte das zum Erbrechen führen. Ausgekotzt hat sich im wahrsten Sinne des Wortes Kurt Kuch. Provokativ ist er dabei in seinem Buch von Anfang an. So lautet der Titel „Land der Diebe“ und das Buchcover ziert ein Ausschnitt des österreichischen Bundesadler, in seiner Kralle ein Haufen Geldscheine. Als Aufdeckungsjournalist für das Nachrichtenmagazin News tätig, hat Kuch im Laufe der Jahre unzählige Informationen zu den Machenschaften der Parteien gesammelt. Möglich machte das sein weites Netzwerk an Informanten. Kein Wunder, dass von verschiedenen Seiten versucht wurde, die Namen dieser Informanten aus ihm herauszupressen, übrigens in völliger Missachtung des Redaktionsgeheimnisses. Diesem Netzwerk hat er auch zu verdanken, dass ihm Datensätze eines Computers der Freiheitlichen in Kärnten zugespielt wurden.

Kreative Parteienfinanzierung

Und was da für welche Rechnungen zu finden waren, sorgte für mediale Aufmerksamkeit. Im Mittelpunkt steht die Werbeagentur Connect, die bis zur Stilllegung zu 100 Prozent im Eigentum der Freiheitlichen in Kärnten war. Connect versprach beispielsweise dem Kärntner Anwalt Gert Seeber Aufträge des Landes Kärnten und erhielt dafür im Gegenzug saftige Provisionen. Rechnungszwecke waren Layout-Beratungen, Recherchen oder Marketing-Konzepte. Wohl nicht nur Kuch dachte sich da: „In meinem nächsten Leben werde ich Layout-Berater“. Aufgrund Kuchs Veröffentlichungen musste mittlerweile der Geschäftsführer Manfred Stromberger zurücktreten. FPK-Obmann Uwe Scheuch lehnt alle Verantwortung daran ab, er hätte nichts davon gewusst. Der Fall ist spektakulär und wurde erst durch die Buchveröffentlichung publik, leider werden dadurch ältere – im Buch beschriebene – Skandale kaum beachtet. Dabei gibt es noch einige atemberaubende Geschichten.

Weniger Geld für Kinder, mehr für Politiker

So zum Beispiel der Fall Habsburg. Kuch wurde 1998 darauf aufmerksam gemacht, dass Spendengelder von „World-Vision“ verschwunden sind. World-Vision ist eine Hilfsorganisation und sammelt für notleidende Kinder in Afrika. Wie sich später herausstellte, wurden von World-Vision 10.000 Wahlwerbebriefe für den Wahlkampf von Karl Habsburg sowie mehrere Ausgaben der Paneuropa-Zeitung bezahlt; die Paneuropa-Bewegung unterstützte Karl Habsburg massiv.

Dieser gab sich über die Vorwürfe „erschüttert“ und zahlte die missbräuchlich verwendeten Gelder zurück. Die damalige World-Vision-Chefin wurde 2004 schließlich zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Kuch begegnete ihr zufällig 2005 im Café Schwarzenberg. Warum war die Dame nicht in ihrer Zelle? – Die Behörden hatten „vergessen“ ihr den Haftantrittsbescheid zuzustellen! Die einstige World-Vision-Chefin flüchtete daraufhin und wieder ließ sich die Justiz viel Zeit bis ein Haftbefehl ausgestellt wurde. August 2005 klickten dann aber die Handschellen, die drei Jahre Haft sollten jetzt angetreten werden. Unvorstellbar: Bereits im Februar 2006 bekam Kuch den Hinweis, dass sich die Dame wieder in Freiheit befindet. Der Anstaltsleiter hatte den „gelockerten Vollzug“ genehmigt, weil die Dame „nicht fluchtgefährdet“ sei. Dass sie zuvor schon geflüchtet war, hat man anscheinend vergessen. Im gleichen Zeitraum wurde sie Alleineigentümerin und Geschäftsführerin einer Vermögensverwaltungsfirma. Auch das war nur möglich, weil die Justiz wieder auf etwas vergaß: nämlich der zuständigen Gewerbebehörde mitzuteilen, dass ihr Gewerbeschein zu löschen ist.

Kleine Häppchen im News-Stil

Diese und andere Skandale, die großen und die kleineren, hat Kurt Kuch zusammengetragen. Auf den 237 Seiten werden die komplexen Geschichten aber nur angerissen. Der Schreibstil entspricht dem der Zeitschrift News: leicht und vor allem schnell lesbare Kost. Der Stil ist angriffig und oft sogar polemisierend. Mit jeder Zeile die man liest merkt man, nicht nur man selbst bekommt eine unendliche Wut ob sovieler Ungerechtigkeiten, auch dem Autor erging es so. Kuch hält was er im Vorwort verspricht: „Das Buch ist eine Generalanklage.“ Es wäre aber wünschenswert gewesen, wenn er sich um mehr Lösungsansätze und Auswege aus dem Filz bemüht hätte. Was sollte konkret gesetzlich gemacht werden? Wie kann das politische System verbessert werden? Wo brauchen wir mehr Transparenz? Das sind Fragen, die leider nur im Vorwort und im Epilog angerissen wurden. Trotzdem zeichnet das Buch ein umfangreiches wie vernichtendes Sittenbild von Österreich. Kuch bringt das treffend auf den Punkt: „Wien liegt nicht nur aus geografischer Sicht östlich von Prag.“ Das riesige Medieninteresse daran und Platz Nr. 1 bei Sachbüchern in Österreich ist sicher gerechtfertigt. Korruption interessiert scheinbar nicht nur Strasser, Grasser, Scheuch & Co. – für alle gilt die Unschuldsvermutung – sondern auch die Steuerzahler.

Wir alle kommen früher oder später in die Verlegenheit präsentieren bzw. referieren zu müssen. Manchen fällt das leicht und haben dabei sogar Spaß – für andere ist das der reine Horror. Tipps für die richtige Präsentation gibt es wie Sand am Meer, aber am meisten hilft sicher Übung. Trotzdem habe ich hier kurz & knackig ein paar wichtige Hinweise zusammengefasst.


Die Lautstärke

Der Redner sollte von jedem mühelos verstanden werden. Die Lautstärke dient neben dem Tempo auch zum Hervorheben von Aussagen durch Veränderung. Konstante Lautstärke wirkt ermüdend und sollte daher vermieden werden. Um eine größere Aufmerksamkeit bei den Zuhörern zu erreichen, kann eine laute aber auch eine leise Stimme eingesetzt werden.

Mögliche Lautstärkevariationen sind: flüstern, leise, normal, laut, brüllen.


Die Geschwindigkeit – das Tempo

Besonders am Anfang und am Ende einer Rede muss langsam und deutlich gesprochen werden. Zu Beginn muss die Aufmerksamkeit gewonnen werden, am Ende kann eine Handlungsaufforderung mitgegeben werden. Schnelles Sprechen zeigen Unruhe, Rastlosigkeit und Unsicherheit. Das Tempo muss der Aufnahmekapazität der Teilnehmer entsprechen und der jeweiligen Situation angepasst sein.

Folgende Tempovariationen sind möglich: stockend, langsam, mittel, schnell, hastig, dynamisch, flüssig, rhythmisch, pausenlos, lange Pausen, Wortdehnungen.


Artikulation

Die Aussagen sollen klar und akustisch gut verständlich sein. Wertungskriterien sind dabei: deutlich, überdeutlich, nuschelnd, Verschlucken einzelner Silben, näselnd, stotternd, lispeln, Hochsprache, Dialektfärbung, Dialekt


Betonung (Modulation)

Bedeutungsvolles wird speziell betont und dadurch unterstrichen. Trotzdem sollen Anfangs- oder Endsilben der Wörter nicht übermäßig betont werden. Ebenso starke Wortdehnungen wirken gekünstelt.

Die Stimmlage soll sich verändern, da sie sonst monoton wirkt. Der Tonfall umfasst das wechselnde Tempo, die Lautstärke, Tonhöhen und Pausen.


Wortwahl

Wichtig für gutes Reden ist auch der Umfang des Wortschatzes. Aber der Zuhörer soll die Wörter auch verstehen.


Stimmlage

Durch die kontinuierliche Steigerung der Tonhöhe und des Sprechtempos bis zum entscheidenden Satz, kann man das Publikum fesseln – nach einer kurzen Wirkungspause kommt die Kernaussage. Ansonsten ist die Stimme am Satzende zu senken.


Timbre

Darunter versteht man die Klangfarbe der Stimme, also z.B. schrill, dunkel, melodisch oder donnernd.


Atmung

Um der Stimme Klang zu geben, genügt die Bauch-Atmung, die wir auch normalerweise verwenden. Bei der Bauch-Atmung hebt und senkt sich die Bauchdecke. Üben können wir unsere Atmung, indem wir beim Ausatmen laut und langsam mitzählen und die Geschwindigkeit des Atemstromes kontrollieren.


Pausen

Wenn wir reden, kommen uns die Pausen oft länger vor als dem Publikum. Dabei können Pausen sehr wirkungsvoll eingesetzt werden. Unsere Zuhörer haben durch Pausen Zeit das Gesagte zu verarbeiten und sie sorgen außerdem für Spannung. Durch eine längere Pause wird die Gewichtigkeit des Gesagten hervorgehoben und prägt sich daher besser dem Zuhörer ein.

Darüber hinaus dienen Pausen zur Gliederung.

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Am 25. April können die Österreicher den Bundespräsidenten wählen. Im Vorfeld der Wahl wird diskutiert ob das Amt des Bundespräsidenten abgeschafft werden soll und ob ein Bundespräsident noch zeitgemäß oder gar „Geldverschwendung“ ist. Der Bundespräsident nimmt heute vor allem repräsentative Aufgaben war. Vielleicht ist deswegen vielen nicht bewusst, welche umfangreichen Kompetenzen der Bundespräsident besitzt. Zum Beispiel nimmt er eine wichtige Stellung bei der Regierungsbildung nach einer Nationalratswahl ein.

Es liegt nämlich in der freien Entscheidung des Bundespräsidenten, wen er zum Kanzler bestellt. Dass die freie Entscheidung des Bundespräsidenten kursiv geschrieben ist, hat seine Berechtigung. Der Bundespräsident muss sich in der politischen Praxis an die Parteien orientieren, die die meisten Mandate haben. (vgl. Welan, 1994: S. 7) [1. WELAN, Manfred: REGIERUNGSBILDUNG. Diskussionspapier Nr. 26-R-94. 1994 In: http://www.boku.ac.at/wpr/wpr_dp/dp-26.pdf (14.03.2010]  Dies auch, weil eine Regierung mit einem Misstrauensvotum gestürzt werden kann und das Ergebnis dieses Misstrauensvotums für den Bundespräsidenten bindend ist. Die Person, die vom Bundespräsidenten zum Kanzler bestellt worden ist, wird sich auf die Suche nach einer Mehrheit im Parlament (genauer im Nationalrat) machen. Meist wird in Österreich die Mehrheit nur durch eine Koalition erreicht. Hat der Kanzler die nötige Mehrheit gefunden, wird er dem Bundespräsidenten die Minister vorschlagen. Dieser hat das Recht einzelne Minister oder auch Staatssekretäre abzulehnen. (vgl. Wikipedia, 2010) [2. WIKIPEDIA: http://de.wikipedia.org/wiki/Bundespräsident_Österreich (14.03.2010] Ist er einverstanden, gelobt er die Regierung an.

Die Abhängigkeiten zwischen BP (Ernennung, Abberufung) und Nationalrat (Misstrauensvotum) sind international betrachtet eine Seltenheit, man spricht daher von Österreich als einer „parlamentarischen Präsidentschaftsrepublik“. Der Bundespräsident hat also tatsächlich umfangreiche Kompetenzen. Weitere sind z.B.: Entlassung der Bundesregierung, Auflösung von Nationalrat oder eines Landtages, Beurkundung von Gesetzen und er ist Oberbefehlshaber des Heeres.

Wer mehr über das Amt des Bundespräsidenten und die anstehenden Wahlen erfahren möchte, hier ein guter Tipp: www.bundespraesident.in Die Seite befindet sich noch im Entstehen, wird aber zukünftig  viele Informationen zur Bundespräsidentenwahl und deren Kandidaten bieten.

 

Schließlich und endlich habe auch ich mich entschieden unter die Blogger zu gehen. Die Welt des Web 2.0 ist einfach zu faszinierend um sich davor zu drücken. Nun ja, aber wie war das noch mal mit Bertolt Brecht:  „Man hatte plötzlich die Möglichkeit allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen.“ Diesen Satz prägte Brecht in seiner bekannten Radiotheorie, eben für das neue Medium Radio. Er wollte, dass das Radio ein Distributionskanal wird, indem Menschen nicht nur Zuhörer sondern auch aktive Gestalter sind. Brecht hätte mit der heutigen Entwicklung des Internets sicher seine helle Freude gehabt!

Aber, was damals galt, gilt immer noch. Was haben wir eigentlich zu sagen? Wirklich nichts?! Was kann ein Blogger bieten, das wert ist gelesen zu werden? Ich möchte hier „speziellen Content“ anbieten, denn ich beschäftige mich sehr mit Medien & Recht. Daher möchte ich über Neue Medien und Medienrecht berichten. Das bietet sich schon aufgrund meines Doppelstudiums Publizistik- und Kommunikationswissenschaften und Rechtswissenschaften an. Apropos: Auch Studium/Hochschule/Lernunterlagen sollen hier Themen werden.

Wer es hingegen liebt Privates von Anderen zu erfahren, wird bei mir sicher enttäuscht werden. Sicher wird man sich auch bald über mich ein Bild machen können, denn Persönlichkeit und eigene Meinung fließt ja sowieso überall mit ein. Allerdings: Intimitäten über das Internet zu verbreiten, dazu habe ich wirklich keine Lust. Es gibt eh genügend Leute, die vom One-Night-Stand bis zu „Wann ich mir das letzte Mal meine Beine rasiert habe“ alles, ja wirklich alles, bloggen. Zusätzlich wird dann vielleicht noch auf Twitter verkündet, wann man aufsteht, wann man schlafen geht und was man so dazwischen treibt. Es ist natürlich jedem selbst überlassen, seine Persönlichkeit bis in den kleinsten Winkel auszuleuchten – fix aber ist:   Hätt’s das früher schon gegeben, hätte man der StaSi viel Arbeit abgenommen. (Mal abgesehen davon, dass der Bericht vom „One-Night-Stand“ schon ziemlich in die Hose gehen kann – hatte selbst schon Gelegenheit, mich in einer Runde über solche Verlautbarungen Dritter zu amüsieren.)

Rezension des Buchs von Christian Neuwirth: Durch den Dschungel der Gesetze. Der Reiseführer zur österreichischen Verfassung. Molden Verlag. Wien/Graz/Klagenfurt: 2009, € 19,95. Diese Rezension war eine Auftragsarbeit für die Politische Akademie.

Haben Sie sich ein Haus gekauft? Hatten Sie bei der Grundbucheintragung Schwierigkeiten? Fühlten Sie sich ungerecht behandelt und haben geklagt? Hat schließlich ein Richter Ihren Fall entschieden? Zugegeben, dieses Szenario ist fiktiv. Es zeigt aber wie wichtig die Verfassung und ihre Grundrechte für jeden Einzelnen sind. In unserem Beispiel wären das Recht auf Erwerbsfreiheit, Recht auf Meinungsäußerung, Gleichheit vor dem Gesetz und das Recht auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter und das Recht auf ein faires Verfahren involviert.

Reise durch die Verfassung

Solche elementaren Rechte regelt die Verfassung. Diese Rechte sind eine große Errungenschaft, helfen können sie aber nur demjenigen, der sie auch kennt. Anhand von Beispielen versucht Christian Neuwirth dieses Wissen zu vermitteln. Als Sprecher des Verfassungsgerichtshofes hat er dazu auch den nötigen Einblick. Das Buch ist als Reiseführer konzipiert. Die vorgestellten Fälle werden mehr oder weniger kreativ mit einzelnen Stationen einer Touristenreise verglichen. Das Ziel ist klar: Neuwirth möchte den Leser mitnehmen und ihm die wichtigsten Schauplätze der Verfassung zeigen. Er verspricht im Vorwort: „Am Ende werden Sie sich zufrieden zurücklehnen und wissen: Es war gut, diese Reise unternommen zu haben.“ Tatsächlich ist das Buch einfach geschrieben, mit Paragraphen hält es sich nicht auf.

Die grundlegenden Fakten werden noch vor Beginn der „Reise“ präsentiert: Wer noch nicht wusste, dass die Bundeshauptstadt von Österreich Wien ist, wird hier fündig. Auch unsere staatlichen Grundprinzipien werden vorgestellt: Demokratie, Republik, Bundesstaat, Rechtsstaat und Gewaltentrennung.

Dann geht es auch schon los mit den Reiseberichten: Zuerst ein Fall zum traditionellen Vogelfang im Salzkammergut. Dort werden Wildvögel gefangen und bei Vogelschauen gezeigt. 2005 trat ein Bundesgesetz in Kraft, dass das Ausstellen von Wildvögeln verbot. Die Vogelfänger legten Beschwerde dagegen ein und triumphierten schließlich. Denn das Land Oberösterreich hatte ausdrücklich die Erlaubnis für den Vogelfang gegeben. Laut österreichischer Verfassung gibt es eine Rücksichtnahmepflicht. Das heißt, dass Bund und Bundesländer bei den Regeln, die sie nebeneinander aufstellen, Rücksicht nehmen müssen. Das Gesetz wurde aufgehoben. Der Fall ist ein Beispiel für das bundesstaatliche Prinzip.

Gleichheit vor dem Gesetze

Das Grundrecht der Gleichheit vor dem Gesetze bekommt im Buch viel Platz eingeräumt. Gleich mehrere Beispielfälle und eine Erläuterung hat Neuwirth ihm gewidmet. Zu Recht, wenn man sich folgenden Fall veranschaulicht: Einen Tag vor dem Einmarsch Hitlers im Jahre 1938 flüchtete ein jüdisches Mädchen aus Österreich. Wem damals die Verfolgung drohte und die Flucht gelang – und aus diesem Grund hierzulande nicht arbeiten und Beträge zahlen konnte – der kann heute eine „begünstigte Anrechnung von Versicherungszeiten“ erhalten. Das Mädchen, dass nun bereits eine ältere Dame ist, stellte darum den Antrag an die Pensionsversicherung. Dieser wurde aber abgelehnt, mit der Begründung, dass eine Verfolgung von jüdischen Mitbürgern erst ab dem 13. März 1938 begann, sie aber bereits am 12. März 1938 das Land verlassen hatte. Eine wirklich ungerechte Behandlung, die die damaligen Umstände total ignorierte. Die Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz schützt aber vor solcher Willkür. Darum hob der Verfassungsgerichtshof schließlich den Bescheid auf.

Datenschutz

Auch der Datenschutz scheint dem Journalisten Neuwirth ein besonderes Anliegen zu sein. Einleitend streicht er die neuen Gefahren heraus, die durch die Digitalisierung und das Internet entstehen. Überall werden persönliche Daten gespeichert, aber was passiert mit den Daten? Hier ist die Verfassung wie eine Schutzmauer um den Einzelnen. Im Detail hört sich das so an: „Jedermann hat, insbesondere auch im Hinblick auf die Achtung seines Privat- und Familienlebens, Anspruch auf Geheimhaltung der ihn betreffenden personenbezogenen Daten, soweit ein schutzwürdiges Interesse daran besteht.“

Weiter hinten im Buch wird dazu auch ein Beispiel gebracht: Ein Deutscher reiste mit seinem Wohnmobil durch Österreich. Dabei war er zu schnell unterwegs und wurde von einer sogenannten Section Control-Anlage erfasst. Bei der Section Control werden am Beginn eines Straßenabschnittes alle Fahrzeuge mit Kennzeichen fotografiert, am Ende dieses Straßenabschnittes wiederholt sich der Vorgang. Damit kann man die Durchschnittsgeschwindigkeit errechnen und für zu schnelles Fahren erhält man eine Strafverfügung. Der Wohnwagenfahrer nahm diese Strafverfügung nicht hin und berief sich auf den Datenschutz. Die Verfassungsrichter gaben ihm schließlich Recht. Es ist nämlich tatsächlich problematisch, wenn alle Fahrzeuge fotografiert werden, unabhängig davon ob sie zu schnell unterwegs sind oder nicht. Die Section Control ist nicht grundsätzlich rechtswidrig, allerdings verlangten die Verfassungsrichter strengere Auflagen für die Errichtung dieser Anlagen. Schließlich soll das Recht auf Datenschutz gewahrt bleiben.

Idee gut, aber mehr Mut bei Umsetzung

Diese und viele andere spannende Beispiele bringt Christian Neuwirth in seinem Buch. Er schreibt mit lesbarem Enthusiasmus. Seine grundsätzlich positive Einstellung und Sprache tut gut. Leider werden aber oft die Dinge nicht beim Namen genannt. Was spricht dagegen, dass man im Fall des Wildvogelfangs nicht nur von der zuständigen Ministerin spricht, sondern von Ministerin Maria Rauch-Kallat? Neuwirth kritisiert die falsche EU-Medienberichterstattung, nennt die Kronen Zeitung aber nicht. Er kritisiert die FPÖ, nennt sie aber auch nicht beim Namen so wie er auch nicht von Ministerin Fekter schreibt, sondern von einem „Mitglied der Bundesregierung.“ Ein bisschen mehr Mut hätte es da schon sein dürfen.

Leider fehlt auch ein Verweis zu den Originaldokumenten . Zwar gibt es im Anhang ein Kapitel „Originalschauplätze“, allerdings sind hier nur relevante Gesetze aufgelistet. Neuwirth hätte zu jedem Beispiel nur die Geschäftszahl hinzufügen müssen. Dann hätte man im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes die behandelten Fälle im Original nachlesen können.

„Durch den Dschungel der Gesetze“ ist sicher keine juristische Fachliteratur und wird wahrscheinlich auch keinen Platz in der ersten Reihe im heimischen Bücherregal ergattern. Das Buch ist das, was der Untertitel verspricht: ein Reiseführer. Einen Reiseführer aber verwendet, wer ortsunkundig ist. Wer Österreich von seiner rechtlichen Seite kennen lernen möchte, dem bietet das Buch einen ersten Einstieg. Positiv ist, dass der Leser ein Idee davon bekommt, welche große Bedeutung Grundrechte haben.

Diese Rezension war eine Auftragsarbeit für die Politische Akademie über Frank Ochmanns Buch: Die gefühlte Moral. Warum wir Gut und Böse unterscheiden können. Ullstein Bucherverlage GmbH. Berlin: 2008, € 19,90.

An der Wirtschafskrise sind die gierigen und selbstsüchtigen Kapitalisten Schuld. Die Ausländer sind kriminell und gewaltbereit, die Frau wird von der Religion unterdrückt und die Mächtigen knebeln die hilflosen Unterworfenen. Hier die Guten, dort die Bösen.

Wie aber kommt der Mensch zu solchen (Vor-)Urteilen und sind diese gerechtfertigt? Dass es kein Schwarz-Weiß-Schema gibt, mach Frank Ochmann in seinem Buch über die Moral gleich von Anfang an klar. Der Mensch schwankt vielmehr in seinem Leben mal zum Guten mal zum Bösen. Warum aber ist das so? Warum können wir auch gewalttätig, habgierig, sadistisch, heulerisch oder arrogant sein? Warum fehlt es manchen offensichtlich an Mitleid? Steckt vielleicht „das Böse“ von Geburt an in jedem von uns?

Der Autor promovierte in Physik, studierte danach Theologie und lies sich schließlich zum Priester weihen. Gute Voraussetzungen also, um genau diese Fragen zu beantworten. Denn die Moral, früher eine Domäne der Theologie und Philosophie, hat mittlerweile auch Einzug in die Naturwissenschaften gefunden. Die Naturwissenschaft nähert sich der Moral mittels einer biologischen Betrachtungsweise an. Ochmann will hier Schnittstelle zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft sein.

Das Gen für unseren Charakter

Am 26. Juni 2000 wurde im Weißen Haus die „Entschlüsselung des menschlichen Genoms“ proklamiert. Wissenschafter und Journalisten waren euphorisch, die DNA wurde als die „Wirklichkeit unserer Spezies“ bezeichnet. Wenige Jahre später war die Euphorie verblasst und viele Fragen waren unbeantwortet geblieben. Trotzdem, es soll einen biologischen Einfluss auf das Verhalten des Menschen geben. So sieht der französische Psychiater Philippe Courtet bei Jugendlichen mit Selbsttötungsabsichten eine besondere „genetische Verwundbarkeit“. Diese Position ist aber umstritten. Für den Philosophen Michel Onfray ist der Mensch ein Produkt seiner Umwelt. Damit steht er in der Tradition der Empiristen, für die der Mensch „tabula rasa“, also als unbeschriebenes Blatt zur Welt kommt. Der Cousin Charles Darwins, Francis Galton, schrieb hingegen schon im 19. Jahrhundert: Der Mensch wird von Genen aber auch von Erziehung und Erfahrung bestimmt.

Ähnlich sieht das Frank Ochmann und beantwortet gleich die Frage, warum der Mensch nicht nur von den Genen bestimmt wird: Die Bausteine der DNA dürfen nämlich nicht wie ein Blaupause verstanden werden, sondern eher wie die Tasten eines biochemischen Klaviers. Welcher Ton zu hören ist, hängt davon ab, welche Taste zu welchem Zeitpunkt angeschlagen wird. Der genetische Plan in unseren Zellen ist dynamisch und nicht statisch. Über oder neben dem Genom liegt anscheinend noch ein anderer Code, das sogenannte Epigenom, das sich über die Zeit verändert. Aber nicht nur das: Auch unterschiedliche Lebensstile und Wohnorte haben zur Veränderung beigetragen. Es gibt daher keine genetische Vorbestimmung für den menschlichen Geist, für unseren Charakter oder für unsere moralische Gesinnung. Genauso wie es auch kein Sprach-Gen, kein Verbrecher-Gen oder Gott-Gen gibt.

Ewige Moral oder Moral als gesellschaftlicher Konsens?

Moral ist gar nicht so einfach zu fassen, denn erst durch soziale Vereinbarung wird das Gute vom Bösen getrennt. Um Überleben zu können, gliedern und kategorisieren die Menschen die Welt – das hilft schnelle Entscheidungen zu treffen. Vorurteile haben also ihren Sinn. Wenn Menschen Allianzen eingehen müssen, zählt so vor allem das Kriterium der Ähnlichkeit.

Das Mitgefühl

Eine besondere Eigenschaft des Menschen ist die Empathie, also sich in den anderen hineindenken zu können. Wie aber schafft das das Hirn? Erst vor kurzem wurden die Spiegelneurone entdeckt. Sie werden bereits dann aktiviert, wenn wir Handlungen anderer Personen beobachten. Wirft zum Beispiel unser gegenüber einen Ball, sorgen die Spiegelneuronen dafür, dass wir diese Bewegung in unserem Hirn nachahmen. Dieses  Hineinfühlen in andere kann sehr weit gehen. In einem Experiment wurden Liebespaare schwache Stromschläge versetzt. Wenn auch nur ein Partner einen Stromschlag erlitt, wurde das im Gehirn des anderen Partners wie als eigener Schmerz empfunden.

Die Hirnforschung hat ebenfalls gezeigt, dass es uns gut tut, gut zu sein. Denn dann wird das Belohnungssystem des Gehirnes aktiviert. Warum aber sind dann viele Menschen egoistisch? Weil das Gehirn immer auf der Suche nach Belohnung ist und Belohnung wird als ein gutes Gefühl empfunden. Zum Beispiel reagieren Menschen sehr negativ, wenn zwischen ihnen und anderen große Ungerechtigkeit herrscht. Stehen sie aber selbst auf der bevorzugten Seite, erzeugt dass zumindest primär ein gutes Gefühl. Wie sehr wir aber mit anderen mitempfinden, hängt auch stark von der Sympathie für denjenigen ab.

Böse Triebe

Im Kapitel „Böse Triebe“ macht sich Ochmann auf die Spur von Gut und Böse. Böse ist dabei allerdings nicht absolut vorgegeben, sondern von den gesellschaftlichen Erwartungen abhängig. So ist die Todesstrafe in manchen Ländern etwa ein legitimes Mittel der Bestrafung, in anderen Ländern unmoralisch. Wie aber kommt der Mensch überhaupt zu sozialem und moralischem Denken? Ochmann verweist vor allem auf psychologisch-biologische Untersuchungen. Eine wichtige Rolle spielen der präfrontale Kortex und die sogenannten Amygdalae im Gehirn. Sehr erstaunlich ist da zum Beispiel die Geschichte eines Mannes, dessen präfrontaler Kortex durch einen Unfall schwer beschädigt wurde. Weder seine Intelligenz noch seine Gedächtnisleistung litten darunter, aber er war fortan unfähig soziale Verhaltensregeln einzuhalten. Sein gesamtes soziales Verhalten änderte sich grundlegend.

Wie aber kommen wir dann zu unseren moralischen Standards? Auch hier bringt Ochmann wieder viele interessante wissenschaftliche Beispiele. Vor allem durch Mimik, Gestik und Urteile der Eltern wird dem Kind gezeigt, was gewünscht und was nicht gewünscht ist. Allerdings setzt sich das Kind mit den moralischen Regeln sehr wohl kritisch auseinander. Auch die Idee, dass die Vernunft die Moral bestimmt, wird entzaubert. So scheint es besonders wichtig für gutes Handeln, auch die passenden Gefühle dazu zu haben. „Der emotionale Hund wackelt mit dem rationalen Verstand.“

Im abschließenden Kapitel geht Ochmann darauf ein, wie wichtig moralische Normen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Wichtig ist auch, dass an diese Normen alle Mitglieder der Gesellschaft partizipieren.

Frank Ochmann hat es mit der „Die gefühlte Moral“ geschafft, ein schwieriges Thema klar und gut verständlich aufzubereiten. Dabei baut er auch sein theologisches Wissen ein und ergänzt damit die Fülle der wissenschaftlichen Fakten. Gewürzt wird das Buch mit einem Schuss Humor. So kann man staunen über die neueste wissenschaftlichen Erkenntnisse, um  dann wieder zu schmunzeln. Das macht das Buch kurzatmig und lesenswert.

Rezension: Engelbert Washietl, Eva Pfisterer (Hg.): Gerechtigkeit – um die rechte Führung des Lebens. LIT Verlag GmbH & Co. KG. Wien: 2009, € 19,90. Diese Rezension entstand als Auftragsarbeit für die Politische Akademie.

Die Frage nach Gerechtigkeit ist immer brandaktuell. Die Krise scheint die Welt fest im Griff zu haben, aber wer ist schuld daran – einzelne Bankenmanager oder das ganze System? Der Begriff Gerechtigkeit umfasst nicht nur die wirtschaftliche Dimension. Erwin Pröll beschreibt in seinem Vorwort treffend die Vielfältigkeit des Begriffes: Diskutiert wird über die innerstaatliche soziale Gerechtigkeit, über die Gleichberechtigung der Geschlechter, der Selbstbestimmung oder auch über die Gerechtigkeit gegenüber Tieren und der Umwelt.

Die 24. internationale Sommerschule der Waldviertel Akademie hat prominente Wissenschaftler, Intellektuelle, Vertreter aus Kunst, Medien, Wirtschaft und Politik eingeladen, um sich mit dem vielschichtigen Begriff „Gerechtigkeit“ zu beschäftigen. Die Veranstalter der Waldviertler Sommerakademie haben deren Beiträge gesammelt und übersichtlich im vorliegenden Kompendium zusammengestellt.

Die Grundlagen

Otfried Höffe, Professor für Philosophie an der Universität Tübingen, beschäftigt sich schon seit langem mit dem Begriff der „Gerechtigkeit“. Höffe erinnert daran, dass Gerechtigkeit lediglich eine verstärkte „Rechtheit“ meint. Demnach ist gerecht, wer sich an Recht und Gesetz hält. Gerechtigkeit bezeichnet auch das Amt, dem die Aufrechterhaltung von Gesetz und Recht obliegt: die Gerichtsbehörde. Die personale Gerechtigkeit wird ergänzt durch die Justizgerechtigkeit. Die politische Gerechtigkeit sorgt für ein Gerichtswesen und die personale Gerechtigkeit für unparteiische Urteile des Richters. Die Richterschaft hat für Höffe einen hohen Stellenwert.

Der Wiener Philosoph Peter Kampits reflektiert in seinem kurzen Beitrag die Gerechtigkeitstheorien, von der Antike bis zur Gegenwart. Aristoteles hat Gerechtigkeit als jene Grundhaltung bezeichnet, „von der die Menschen die Fähigkeit haben, gerechte Handlungen zu vollziehen, von der sie aus gerecht handeln und ein festes Verlangen nach dem Gerechten haben.“ Für John Rawls ist Gerechtigkeit was freie und vernünftige Menschen in einer anfänglichen Situation der Gleichheit im eigenen Interesse wählen würden.

(Un-) Gerechtigkeit in Euro und Dollar

Nach den grundlegenden Diskussionen zur Gerechtigkeit werden ökonomische Gerechtigkeitsfragen behandelt. Peter Mooslechner, Direktor der Hauptabteilung für Volkswirtschaft in der Österreichischen Nationalbank, analysiert das Geldvermögen der privaten Haushalte in Österreich. Er zeichnet ein eher negatives Bild von der Situation in Österreich. So entfällt auf die obersten 10% der Haushalte mehr als 50% des Vermögens. Die unteren 50% der Haushalte kommen nicht mal auf 10% Vermögen. Gudrun Biffl, vom Wirtschaftsforschungsinstitut, relativiert Peter Mooslechners Darstellungen. Das Durchschnittseinkommen der oberen 10% ist nur 3,3 mal so hoch, wie die der untersten 10%. Biffl verweist jedoch auf die Ungleichheit der Einkommen von Frauen und Männern. 80% aller Frauen in Österreich haben ein geringeres Einkommen als das Durchschnittseinkommen des Mannes. Zum Teil ist das auf den hohen Grad an Teilzeitbeschäftigung bei Frauen zurückzuführen.

Gerechtigkeit in Gesundheit und Pflege

Für Andrea Kdolsky, ehemalige Gesundheits- und Familienministerin, ist das Ziel staatlicher Gesundheitspolitik der freie Zugang zu Gesundheitsgütern und Dienstleistungen. Gerechtigkeit in Gesundheit und Pflege bedeutet, effektive und effiziente Mittelverwendung. Ludwig Kramer, Primarius im AKH Wien, kritisiert den Neoliberalismus im Gesundheitsbereich. Er verweist darauf, dass Lebensdauer und Einkommen besonders stark korrelieren und staatliche Gesundheitsvorsorge weniger Kosten verursacht als private.

Im Buch wurden überwiegend Konzepte sozialer bzw. ökonomischer Gerechtigkeit gesammelt. Trotzdem bietet „Gerechtigkeit – um die rechte Führung des Lebens“ einen außerordentlichen Reichtum an: von rechtlichen, über philosophische, bis hin zu praxisnahen wirtschaftlichen Gerechtigkeitsüberlegungen. Dieser Reichtum ist vor allem den Teilnehmern der Sommerschule geschuldet, Persönlichkeiten aus den verschiedensten Bereichen. Einmütig sind die Teilnehmer in der Kritik am Neoliberalismus. Die Autoren stellen übereinstimmend fest, dass der Neoliberalismus Schuld an der Wirtschaftskrise hat, die soziale Gerechtigkeit aushöhlte und den Wohlstand weiter von unten nach oben verteilte. In der Kritik wird jedoch vergessen, dass „Neoliberalismus“ nur ein Oberbegriff ist, der oft ohne Definition und zur Charakterisierung unterschiedlichster Phänomene verwendet wird. Ein Beitrag, der sich mit der Reflexion und Definition des Begriffes „Neoliberalismus“ eingehend beschäftigt, hätte den Sammelband noch bereichert.