Vier Monate lang war ich Praktikant bei der Tageszeitung „Die Presse“, im Ressort Karrieren. Dementsprechend viele Karrieremeldungen sowie Curricula Vitae (CV) habe ich in dieser Zeit erhalten und selektiert. Wirklich geärgert habe ich mich immer über solche und ähnliche Formulierungen: „Frau Mag. XY studierte Politikwissenschaft, Germanistik und Geschichte an der Universität Wien“.

Eine solche Aussage ist formal durchaus vertretbar, denn studieren kann man viel. Allerdings hat Frau XY nur einen Magistertitel und dementsprechend wird sie auch nur ein Studium abgeschlossen haben. In den meisten Fällen ist das erstgenannte Studium auch das Hauptstudium gewesen, also bei Frau XY Politikwissenschaft. Das muss aber leider nicht immer so sein. Ich habe etwa die Karrieremeldung eines Herrn in Erinnerung, der das Studium der Betriebswirtschaftslehre zuerst nannte, obwohl er seinen akademischen Grad woanders erhielt. BWL passte ihm aber wahrscheinlich wegen der höheren Reputation besser ins Konzept. Der Klarheit und Verständlichkeit sind solche substanzlosen Formulierungen allerdings abträglich. Außerdem zeugt eine mehrfache Studiennennung bei nur einem Abschluss nicht von einem hervorragenden Intellekt, sondern vielmehr von einem pfauenartigen Aufplustern.

Warum? Die Frage lässt sich gut an meinem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (PuKW) beantworten. PuKW ist sehr interdisziplinär angelegt, eine gewisse Anzahl an Lehrveranstaltungen muss sogar verpflichtend aus anderen Fachrichtungen absolviert werden. Jeder Publizistik-Student macht daher automatisch Prüfungen aus anderen Studien. Ich würde deswegen aber nie auf die Idee kommen zu schreiben: „Fabian Greiler studierte Publizistik, Betriebswirtschaft und Politikwissenschaft.“ Ja, nicht einmal Rechtswissenschaften führe ich in meinem Lebenslauf an, obwohl ich darin viele Prüfungen absolviert habe die weit über die Anrechenbarkeit für PuKW hinausgehen. Ich bin aber natürlich trotzdem noch lange kein vollständig ausgebildeter Jurist und genauso wenig bin ich ein ausgebildeter Politikwissenschaftler oder Betriebswirt. Für mich macht die Nennung dieser Studien darum keinen Sinn.

Überhaupt sollten grundsätzlich Studien im Lebenslauf weglassen werden, die man halt einmal ausprobiert oder nur teilweise abgeschlossen hat. Ausnahme kann nur sein, wenn beispielsweise neben dem abgeschlossenen Studium ein weiteres noch ernsthaft betrieben wird. Noch ein Tipp für alle Lebenslauf- und Karrieremeldungsschreiber: Wer ein Doktorat gemacht hat, kann statt studieren auch das präzisere Verb promovieren verwenden. Von spondieren kann derjenige schreiben, der den wissenschaftlichen Grad Mag., Dipl.-Ing., Dr. med. univ. oder äquivalent M.A., M. Sc., etc. erlangte.

(An diesem Artikel schrieb ich rund 160 Minuten.)

Die geplante Übernahme von Orange durch 3 könnte zu steigenden Endverbraucherpreisen bei Mobiltelefonie führen, befürchtet zumindest das „Format“. Wie sich die Preise tatsächlich entwickeln, wenn die beiden Unternehmen überhaupt fusionieren dürfen, bleibt noch abzuwarten. Momentan sind teurere Tarife jedenfalls nur Schreckgespenster. Eher das Gegenteil ist der Fall, wie ich selbst beim Betreiberwechsel von bob zu 3 festgestellt habe.

Meinen bisherigen Tarif hatte ich bei bob: 8,80 Euro für 1.000 Minuten + 1.000 SMS inkludiert, dazu noch 1 GB für 4 Euro. Macht also insgesamt also 12,80 Euro und mehr habe ich im Monat auch nicht verbraucht. Bob hatte allerdings schon mal dieses Paket für 9,90 Euro angeboten, dann aber wieder eingestellt. Finde ich jedenfalls interessant, dass zumindest bei Bob die Tarife de facto wieder teurer geworden sind…

Im Prinzip aber auch egal, denn Verträgen ohne Bindungsfristen haben ja einen entscheidenden Vorteil: Man kann jederzeit wechseln. Und so bin ich jetzt bei 3 gelandet: Wieder 1.000 Minuten, 1.000 SMS und ein 1 GB inkludiert für 7 Euro pro Monat. Das nenne ich mal einen Kampfpreis! Natürlich ist auch der „3 SuperSIM Comfort“ ohne Bindung. Im 3Shop wurde meine Rufnummer portiert und damit automatisch mein bob-Vertrag gekündigt. Übrigens: In der Netzqualität merke ich in Wien zwischen bob und 3 keinen Unterschied.

„Wir brauchen mehr Facharbeiter!“ – fordert jeder echte und vermeintliche Arbeitsmarkt-Experte. Tatsächlich aussagen tun sie damit aber wenig. Es ist schon klar, ein Schlosser oder Elektroinstallateur ist begehrt, aber nach meinem Dafürhalten haben beispielsweise Tischler eher schlechte Karten. Alle drei können aber als Facharbeiter bezeichnet werden. Wo gibt es wirklich mehr Bedarf als Personal? Wikipedia zählt auf: Ärzte, Vulkaniseure, Elektroinstallateure, Ingenieure, Mathematiker, Naturwissenschaftler, Datenverarbeitungsfachleute und Techniker. Man könnte annehmen, dass der Arbeitsmarktservice (AMS) mit offenen Stellen in diesen Bereichen nur so geflutet wird. Weit gefehlt, die meisten offenen Stellen gibt es in Österreich im Tourismus. Was im ersten Augenblick verwirrend erscheint, ist ziemlich logisch: Im Tourismus und anderen Sparten braucht man quantitativ einfach mehr Leute. Die Top Ten der meistgesuchten Berufe liest sich dann laut AMS so:

  1. Kellner
  2. Warensortierer, -verpacker
  3. Reinigungskräfte
  4. Köche
  5. allgemeine Verkäufer
  6. Lagerarbeiter
  7. Kochgehilfen
  8. allgemeine Hilfsarbeiter
  9. Elektroinstallateure
  10. Verkäufer Lebensmittel

Zu beachten ist, dass es sich hier nur um die dem AMS gemeldeten offenen Stellen handelt, bei höher qualifizierten Jobs verzichten Unternehmen oft auf den AMS und inserieren ausschließlich in Zeitungen oder Jobbörsen. Spannend ist die Liste aber allemal.

Viele arbeitslose Naturwissenschaftler?
Und wenn wir schon beim Bashing von flapsig gemachten Aussagen sind: „Uns fehlen Naturwissenschaftler“ ist so pauschal auch nicht richtig. Massig Studierende gibt es etwa in der Biologie und in persönlichen Gesprächen höre ich immer wieder, dass die schwer einen Job finden. Laut dieser Statistik des AMS kam im Jänner 2012 die zweitgrößte Gruppe an arbeitslosen Akademikern aus den „Naturwissenschaften“, insgesamt 1.474 waren arbeitslos gemeldet. Nur in den „Sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Studien“ gab es mit 2.260 noch mehr arbeitslose Akademiker. Die Statistik kann man aber nur mit Vorbehalt betrachten: Es wird nämlich nicht erklärt was unter Naturwissenschaften subsumiert wurde oder das Verhältnis von Arbeitslosen zu (adäquat) Beschäftigten ausgewiesen. Verbesserungsfähig aber immer noch aussagekräftiger ist da schon der Karrierewegweiser.

Vom selbst gemachten Mangel
Und noch was stört mich bei der Diskussion um Fachkräftemangel, Mismatch und „studier was Gescheites“: Als ich noch zur Schule ging, wurde allen Maturanten abgeraten Lehrer zu werden. Heute müssen Lehrer teuer aus der Pension geholt werden. Diese 180-Grad-Wendung spielte sich übrigens innerhalb von zehn Jahren ab! Da stellt sich doch die Frage: Kann der Bedarf wirklich nicht besser vorhergesagt werden? Wenn der Wikipedia-Artikel stimmt, dann gilt die gleiche Schweinezyklus-Logik für die Ärzte. Denn im Gegensatz zu Maschinenbautechnik gibt es ja mehr als genügend junge Menschen die Medizin studieren wollen. Natürlich muss die Ausbildung qualitätsvoll sein, natürlich muss selektiert werden, natürlich hat man nicht von heute auf morgen unendlich mehr Ressourcen – aber wenn man schon weiß, dass es einen Bedarf an Ärzten gibt, dann müsste man doch alles daran setzen mehr Studienplätze anbieten zu können. Ärzte müssten dann auch schnell gut bezahlte Arbeit finden und davon profitiert wiederum Gesellschaft und Staat. Einen Mangel dürfte es meiner Meinung also nur geben, wenn sich einfach zu wenige für einen Bereich interessieren oder wo die Ausbildung so schwer ist, dass sie nur wenige schaffen. So gravierende Fehler wie bei den Lehrern, oder vielleicht in Zukunft bei den Ärzten, dürfen nicht passieren.  Für gute Prognosen und Analysen braucht es anscheinend dann doch ein paar dieser „taxifahrenden“ Sozialwissenschaftler.

Foto: CC | Charles & Hudson

Ja, es stimmt. Wir werden zu Jahresende überschwemmt mit Top-Listen. Aber meine ist ganz besonders gut, ich schwöre! Denn mein Favoritenauswahl hat für jeden was dabei – von ganz neue Serien wie Falling Skies bis hin zu alten Platzhirschen wie American Dad.

10. Fringe

Eine FBI-Agentin und ihr Kollege ermitteln in mysteriösen und angsteinflößenden Fällen. Das Konzept ist nicht wirklich neu, Akte X kennen Leute meines Alters aus der Kindheit. Spannend machen die Serie aber die Sciene-Fiction-Ideen, die in den Stories verarbeitet werden und im Verlauf ein großes Ganzes ergeben.

9. Dexter

Bereits altbekannt und gut bewährt. Dexter handelt von einem sympatischen Serienkiller mit Gewissen.

8. American Dad

Grandioser Comic. Lustig, schräg und sozialkritisch. Kurz habe ich schon darüber gebloggt.

7. Parks and Recreation

Bester Klamaukhumor um ein bunte wie durchgeknallte US-Beamtentruppe.

6. Modern Family

Al Bundy ist wieder da. Eine schreckliche nette Familie fand ich als Teenager grandios, Modern Family ist es heute. Die Comedy-Show kurz und knackig erklärt: Er lebt mit einer heißen Kolumbianerin und ihrem Sohn zusammen und seine Kinder mit ihren Familien gleich in Nachbarschaft. Die Show kommt locker flockig daher, Tiefgang braucht man nicht erwarten. Super zum Abzuschalten.

5. Falling Skies

Steven Spielberg als Producer? Das ist doch schon ein gutes Zeichen, gerade wenn es um Aliens geht! Nur diesmal präsentiert er uns nicht einen süßen, kleinen E.T. Diesmal haben Außerirdischen gewaltvoll die Erde okupiert und ausgerechnet Kinder werden versklavt. Sachlich betrachtet ist die Menschheit am Ende, trotzdem wird weitergekämpft. Als Fan von apokalyptischer Szenerie liebe ich ja so etwas.

4. It is always sunny in Philadelphia

Krank, krank, krank. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht mehr zu sagen. Die Show ist brutal bizarr – anschauen!

3. Game of Thrones

Die Show heimste haufenweise Preise ab und die Fans spielen verrückt. Zurecht, muss man sagen. Fantasy war nie so mein Ding, aber die Serie macht das ganz  intelligent. Anfangs könnte man glauben, die Autoren erzählen – mittels fiktiver Personen und Länder – das reale Leben im Mittelalter nach. Erst später kommt man drauf, dass die Leute beispielsweise nicht nur an Drachen glauben, sondern es diese tatsächlich auch gibt.

2. The Walking Dead

Apokalypse pur. Menschen sind fast vollständig ausgerottet bzw. aufgefressen worden. Die letzten Überlebenden irren hilf- und hoffnungslos durch das Land, in ständiger Flucht vor Zombies. Siehe meinen Blogeintrag dazu.

1. Breaking Bad

Breaking Bad ist das non plus ultra. Ernsthaft, wirklich, ohne Spaß: An die Serie kommt bei weitem nichts ran. Nun schon vier Staffeln lang, schaffen es die Autoren, verschachtelte Handlungsstränge aufzubauen, die sich langsam auseinander dividieren, um dann ganz plötzlich wieder ineinander zu fallen. Vor dieser bestechenden Logik und dieser mitreißenden Dramaturgie kann der Zuschauer nur mehr kapitulieren. Wie schon gebloggt, geht es bei der Serie um einen Chemielehrer, der ins Drogengeschäft einsteigt.

Jetzt ist es passiert: Boardwalk Empire interessiert mich nicht mehr, dabei habe ich es Anfang September noch empfohlen. Die Mafia-Story wurde irgendwann fad, da ist es mir gleich wie mit der Serie „The Sopranos“ ergangen. Ist auch naheliegend, immerhin stammen beide aus der Feder von Terence Winter. Nun ja: Eine Serie weg, drei neue dazu.

EnlightenedNatürlich auch wieder was von HBO. Seit Oktober läuft im amerikanischen Kabelsender „Enlightened„. Eine Serie über das verworrene Leben einer mindestens genauso verworrenen Frau, deren Leben auseinanderbricht. Nach einem Nervenzusammenbruch, will die Haupfigur Amy ihr Leben wieder auf die Reihe bekommen. Das ist aber gar nicht so einfach, mit einem unbefriedigenden Job, einer kaltherzigen Mutter und einem drogensüchtigen Ex-Mann. Trotzdem, nach einem Theraphieaufenthalt in Hawaii glaubt sie an die „Selbsterleuchtung“ und ist voller Tatendrang der Welt und ihren Mitmenschen Gutes zu tun. Funktioniert nur leider nicht so gut, immer wieder fällt sie in alte Verhaltensmuster zurück und überrascht den Zuseher mit handfestem Egoismus. Ihr ganzes „Hippie“-Darsein wirkt so oberflächlich und gekünstelt. Eine Art, die ja gerade Europäer gerne den US-Amerikanern vorwerfen. Die Serie veranschaulicht mit Humor und Dramatik die Kluft zwischen dem Traum eines neuen, besseren Lebens einerseits und den gesellschaftlichen Zwängen und alten Denkweisen andererseits.

Sons of AnarchyGanz andere Probleme haben da die Sons of Anarchy. Der Titel ist Programm. In der Serie geht es um einen Motorradklub, der jede Menge linker Dinger dreht. Derbe Sprache, viel Gewalt und eine Einführung in das Leben solcher Outlaws inklusive. Was will man(n) mehr. Produziert wird die Serie von FX Networks.

JustifiedFX Networks gehört mit Showtime, HBO und AMC zu den großen „big four“ der amerikanischen Kabelsender, viel hat man von ihnen in letzter Zeit trotzdem nicht gehört. Da ist überraschend, dass sie neben Sons of Anarchy gleich noch einen Kracher im Gebäck haben. Justified handelt von einem ziemlich schießwütigen US Marshal, der in seine Heimatstadt in Kentucky versetzt wird. Alles in allem handelt sich es dabei um eine Art modernen Western. Ich mag ja, wie in Film und Serien die Südstaaten in Szene gesetzt werden, egal ob bei True Blood, No Country for Old Man oder eben Justified. Dieser raue Charme hat jedenfalls etwas ganz Spezielles.

 

Rezension. „Tödliche Fracht. Das heimliche Geschäft mit Waffen und Drogen“, lautet der deutsche Titel des Buches von Matt Potter. Der britischen Journalisten arbeitete unter anderem als BBC-Korrespondent in vielen krisengeschüttelten Ländern. So berichtet er auch aus dem Serbien Miloševi?s. Die UNO hatte damals ein striktes Embargo gegen das Land erlassen. Umso mehr wunderte sich Potter, dass Waffen und Drogen trotzdem in Hülle und Fülle vorhanden waren. Wie konnte das geschehen und warum wiederholt sich das immer wieder in jedem Krisengebiet der Welt?


Zusammenbruch der Sowjetunion und die verheerenden Folgen

Potter beantwortet diese Frage durchaus vielschichtig und beginnt dabei mit dem Ende der Sowjetunion. Denn gemeinsam mit dem riesigen Staatsgefüge, ging auch die größte Armee der Welt unter. Was das bedeutete, kann niemanden glücklich stimmen: Es war der Startschuss für einen monströsen Waffen-Ausverkauf  – von der AK47 bis hin zum Panzer oder Kampfhubschrauber. Die Käufer sind nur allzu oft fragwürdige Gestalten. Einen Eindruck was für ein Weihnachtsfest das für Waffenhändler gewesen sein muss, liefert übrigens der sehr empfehlenswerte Hollywoodstreifen „Lord of War“ mit Nicolas Cage. Die illegalen Waffen müssen aber natürlich auch noch an ihren gewünschten Bestimmungsort gebracht werden. Und auch da konnten findige Geschäftsleute vom Tod der Sowjetunion profitieren: Denn über Nacht wurden unzählige gut ausgebildete und kampferprobte sowjetische Piloten mit samt deren Crew arbeitslos, die dringend wieder einen neuen Job brauchten. Und so kam es laut Potter, dass diese ehemaligen Soldaten mit den gleichen Militärtransportmaschinen – meist die Il-76 – weiterflogen, diesmal aber für private Unternehmen. Nur diese Leute trauten sich in die Krisengebiete von Afghanistan, über Irak bis hin zum Kongo. Potter begleitete eine solche Crew bei ihren Flügen. Sehr detailliert schildert er wie offiziell Güter für ehrbare NGOs (Nichtregierungsorganisationen) oder UNO geflogen wird und sich in den geheimen Kammern der Flugzeuge Waffen und Drogen verstecken. Der Autor beschreibt sehr drastisch, wie das gleiche Flugzeug sowohl rettende Medikamenten als auch todbringende Waffen etwa nach Afrika liefert. Das Buch beschäftigt sich ausgiebig mit so einem Piloten und seiner Crew: Mickey heißt der Pilot im Buch, der diese paradoxe Industrie mit Achselzucken kommentiert. Für ihn ist das ein normaler Job, so wie Taxi fahren. Er fliegt dorthin wo man ihn braucht, Befehle werden in soldatischer Manier angenommen und umgesetzt. An solchen Leuten besteht zweifelsohne ein weltweiter Bedarf: Teil zwei des Buches handelt auch vom ehemaligen Jugoslawien, Teil drei beschäftigt sich mit dem Nahen Osten und Afrika, Teil vier mit Afghanistan und den Irak, Teil fünf mit Zentralamerika und Horn von Afrika und Teil sechs mit Ostafrika und Russland. Damit zeigt sich auch die globale Dimension des organisierten Schmuggelhandels.


Anfangs spannend, dann langweilig
Leider muss man aber auch sagen: So spannend das Buch auch ist und so kompliziert die Hintergründe, insgesamt 397 Seiten hätte es dafür nicht gebraucht. Denn die Ländern ändern sich im Verlauf, die Geschichten bleiben aber die gleichen: Der Schmuggelhandel ist nicht zentral, es gibt keinen „Mr. Big“, alles ist lose organisiert. Hilfsgüter werden in Krisengebiete zu günstigen Konditionen geflogen, verdienen tut man dann mit den mitgenommenen „destabilisierenden Gütern“. Der Verdacht steht im Raum, dass das zum Teil von gewissen Regierungen gedeckt ist. Ausgeführt werden diese Transporte vor allem von Piloten aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die das aus einer Mischung von Überlebenswillen und Gleichgültigkeit machen. Der Job ist brutal risikoreich, viele sind aufgrund mangelnder Wartung abgestürzt oder wurden abgeschossen. Darum geht es in dem Buch und das hätte man auch auf 200 Seiten erzählen können. Matt Potter liefert trotzdem ein eindrucksvolles Bild über die geheimen Transportwege dieser Welt, an denen noch ein jedes Embargo zerschellt ist. Weitere Informationen über das Buch und den Autor gibt es auch auf dessen Website: www.mattpotterbooks.com

Es gibt allen Grund zu lachen: Die Comedy-Show It’s Always Sunny in Philadelphia ist mit der siebten Staffel zurück. Eine der Hauptrollen wird vom großartigen Danny DeVito gespielt. Für zart besaitete Menschen ist die Show allerdings nichts. Denn die Grenzen des guten Geschmacks werden gerne und oft ausgelotet. Immerhin fehlt den Figuren jegliches moralische Gewissen und auch Anstand und Sitte kennen sie nicht. Eine tote Prostituierte wird da schon mal schnell entsorgt, oder der verliebte Pfarrer manipuliert und in den Ruin getrieben.

Copyright: FXNetworks

Family Guy
Zum Brachialhumor zählt auch Family Guy. Die Comicserie handelt vom geistig zurückgebliebenen und schwer übergewichtigen Peter Griffin und seiner Familie. Peter erlebt die absurdesten Dingen, die Serie spart nicht mit Seitenhiebe auf High-Society, Film- und Fernsehbranche. Genial auch die Figur des jüngsten Griffin-Familienmitglied: Stewie. Der ist zwar noch ein Baby, aber klüger als Albert Einstein, Niels Bohr und Stephen Hawking zusammen. So hat er etwa eine Zeitmaschine gebaut. Dafür scheint er nur einen Freund zu haben: Den sprechenden Familienhund Brian. Dass der als einziges Tier reden kann, wird aber nie thematisiert. Genausowenig wie seine häufigen Beziehungen zu Frauen, also Sodomie pur. Dem Publikum jedenfalls gefallen die schrägen Charaktäre: Die Serie läuft bereits in der zehnte Staffel und ein Ende ist nicht in Sicht. Ein Glücksgriff vom Schöpfer Seth MacFarlane.

Copyright: Fox

American Dad
Wobei mit Glück dürfte das nichts zu tun haben. MacFarlane sprudelt nur so von Ideen. So hat zeitgleich mit Family Guy auch seine zweite Comicserie „American Dad!“ wieder gestartet. Darin geht es um den etwas gefühlsarmen CIA-Agent Stan Smith. Der ist eingeschworener Republikaner und unglaublich waffennärrisch. Wie bei Family Guy gibt es so einige skurrile Figuren.  Vor allem der alkoholsüchtige wie schräge bisexuelle Alien Roger begeistert. Oder Klaus, ein Goldfisch indem das Gehirn eines ostdeutschen Schispringers verpflanzt wurde.

Copyright: Fox

Breaking Bad
Egal wie das Wetter ist: Der Herbst wird heiß! Denn die neuen Staffel dreier großartiger Serien stehen am Start. Von Breaking Bad hat die 4 Staffel bereits begonnen. Die Serie handelt vom Highschool-Chemielehrer Walter White, der ins Drogengeschäft einsteigt um seine Krebserkrankung zu finanzieren. Als „Meth-Cook“ macht er Karriere in der Drogenindustrie. Walter White wird von Bryan Cranston gespielt, der aus Malcom mittendrin bekannt ist. Producer Vince Gilligan hat mit Breaking Bad eine der besten Serien der letzten Jahre geschaffen. Nicht nur Walter Withes Kunden werden süchtig, auch jeder Fernsehzuseher wird schnell mehr brauchen.

The Walking Dead
The Walking Dead gibt es laut next-episode.net wieder ab 16. Oktober im amerikanischen Kabel-TV. Sheriff Rick Grimes wird angeschossen und fällt ins Koma. Als er im Krankenhaus wieder erwacht, ist niemand mehr da. Verwirrt stapft er durch die Krankenhausgänge. Er sieht Blut, Einschusslöcher und dann eine schrecklich entstellte Leiche. Bald wird klar, Menschen habe sich in Zombies verwandelt. Nur mehr wenige Menschen kämpfen verzweifelt ums Überleben. Die Erfolgsshow von AMC basiert auf die gleichnamige Comicbuchreihe von Robert Kirkman. Im Gegensatz zu vielen anderen Zombiefilme überzeugt The Walking Dead mit mitreißender Vielschichtigkeit und Tiefe. Die Comicbuchreihe ist für seinen dunklen Charakter bekannt, viel Platz für Hoffnung bleibt nicht. Und auch in der TV-Serie bangt man mit den Figuren, dass sie endlich Zuflucht zu einem sicheren und friedlichen Ort finden. Das allein wird freilich nicht so bald passieren.

 Boardwalk Empire
Ab 25. September auch wieder dabei: Boardwalk Empire. Die HBO-Serie spielt in Antlantic City zur Zeit der Prohibition, mit dem genialen Steve Buscemi in der Hauptrolle. Der korrupte wie kriminelle Politiker Enoch „Nucky“ Thompson nutzt seinen Einfluss um an der Macht zu bleiben und viel Geld zu verdienen. Die Konkurrenz schläft aber nicht. Der fiktive Nucky Thompson hat übrigens auch ein reales Vorbild: Enoch L. Johnson. Der hatte in Atlantic City tatsächlich unterschiedliche politische Ämter inne, wie etwa Schatzmeister und auch er scheint es mit den Gesetzen nicht so genau genommen zu haben. Der Schöpfer der Serie, Terence Winter, hat bereits Erfahrung mit dem in Szene setzen von Kriminellen: Er schrieb und produzierte die ebenso erfolgreiche Serie „The Sopranos„.

Wer kennt das nicht? Die unangenehmen Dinge verschiebt man immer wieder, die Zeit füllt man derweilen mit nutzlosem aber unterhaltsamen. Prokrastination heißt das wissenschaftlich ausgedrückt. Und das geht mit nichts besser als Fernsehen. Als Student bietet sich prokrastinieren vorallem in der Prüfungswoche an. Ok, eigentlich nicht – aber egal. Natürlich braucht man immer neuen Stoff und der kommt – wie soll es anders sein – aus der USA.

30 Rock
30Rock ist eine Sitcom von Tina Fey, die davor bei Saturday Night Live mitgearbeitet hat. Die Story kurz und knapp: Im 30. Stock des Rockefeller Centers wird eine Live-Show für NBC aufgenommen, von der Liz Lemon (Tina Fey) die Chefautorin ist. Gute Ausgangslage um die Fernsehindustrie gehörig aufs Korn zu nehmen. Wer eine geistige Auszeit will und leichte Unterhaltung mag, kommt bei 30Rock voll auf seine Kosten. Ich brauchte ein paar Folgen, bis ich die Show mochte. Einige Sketches hätte man sich sparen können, andere sind dafür umso besser.

Cougar Town
Cougar Town ist auch eine neue Sitcom aus der USA. Hauptdarstellerin ist Courteney Cox, die man bereits aus der erfolgreichen Sitcom „Friends“ kennt. Cox spielt in der Serie eine attraktive 40-jährige Single-Mum: mit Ex-Ehemann, Freunde und allerlei männliche Bekanntschaften. Die Serie gehört nicht zu meinen Favorits, ist aber trotzdem empfehlenswert. Als 25-Jähriger gehöre ich wahrscheinlich auch nicht zur Zielgruppe.

Deadwood
Eher abraten würde ich vom HBO-Westerndrama Deadwood. Einerseits war ich nie so sehr ein Fan von Western, andererseits ist das Englisch in der Serie sehr schwer zu verstehen. Das kann man aber auch als Kompliment an die Schauspieler verstehen, die diesen argen Slang üben mussten. Zwar baut die Serie einige spannende Momente auf, wirklich mitgerissen von der Story wurde ich aber nicht.

Genetische Information

Die genetische Information eines Lebewesens ist in der DNA  der Chromosomen enthalten. Die funktionalen Einheiten der genetischen Information (Erbinformation) bezeichnet man als Gene (Erbfaktoren), die Gesamtheit der Gene in einem Lebewesen als Genom. Das menschliche Genom besteht aus ca. 80.000 Genen.

 

Desoxyribonukleinsäure (DNA)

Das DNA-Molekül ist ein lang gestrecktes Makromolekül. Es ist aus Bausteinen zusammengesetzt, die man als Nukleotide bezeichnet. Ein Nukleotid besteht hauptsächlich aus den Komplementärbasen A, C, und D. Am Aufbau eines Nukleotids ist vor allem die Phosphorsäure, der Zucker Desoxyribose und eine organische Base beteiligt. Durch die Basensequenz der DNA ist die genetische Information festgelegt.

 

Eiweiß-Synthese (Proteinsynthese)

Die Synthese von Proteinen erfolgt normalerweise im Zytoplasma. Die für die Eiweißsynthese zuständige DNA ist im Zellkern vorhanden. Es ist daher eine Überträgersubstanz notwendig. Es ist dies die Boten-RNA oder Messenger-RNA (m-RNA). RNA ist die Abkürzung für Ribonukleinsäure. Ribonukleinsäure enthält anstelle von Desoxyribose den Zucker Ribose. RNA-Moleküle bestehen außerdem nur aus einem Strang und enthalten anstelle von Thymin die Base Uracil. Zunächst öffnet sich der DNA-Doppelstrang in einem bestimmten Bereich, faltet sich lokal auf und entspiralisiert sich. Die Kopie, d.h. die gebildete m-RNA, wandert durch die Poren der Kernmembran in das Zytoplasma zu den Ribosomen. Dort wird aus Aminosäuren Eiweiß aufgebaut. Die Eiweißkette formt sich schließlich auf Grund der Aminosäure-Zusammensetzung und den daraus ergebenden Anziehungskräften zu einem dreidimensionalen Eiweißmolekül.

 

Gene

Unter einem Gen versteht man eine funktionale Einheit, Information zur Herstellung eines bestimmten Proteins, oder einer Nukleinsäure.

 

Mutationen

Als Mutation bezeichnet man eine plötzliche Veränderung des Erbgutes, die von selbst eintreten kann oder künstlich (Strahleneinwirkung, Behandlung mit bestimmten Chemikalien) hervorgerufen werden kann.

 

Chromsomenmutation

Ganze DNA-Abschnitte sind verändert.

 

Genommutation

Die Anzahl der Chromsomen sind verändert. Beim Menschen ist die Trisomie 21 sehr bekannt, die zu Mongolismus führt.

 

Grundlagen der Vererbung und Mendel’sche Gesetze

Die genetische Information wird von Generation zu Generation weitergegeben. Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung kann sich das Genom auf natürlichem Wege nur durch Mutationen ändern. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung jedoch kommt es in jeder Generation durch die Bildung der Geschlechtszellen und deren Verschmelzung zu neuen Genkombinationen. Die geschlechtliche Vererbung erfolgt nach den Mendel’schen Gesetzen.

 

1. Mendel’sche Gesetz (Uniformitätsgesetz)

Das 1. Mendel’sche Gesetz besagt, dass bei der Kreuzung zweier reinerbiger Individuen (auf beiden homologen Chromsomen gleiches Merkmal) in der F1-Generation alle Individuen gleich sind.

 

2. Mendel’sche Gesetz (Spaltungsgesetz)

Das 2. Mendel’sche Gesetz besagt, dass es in der F2-Generation in Bezug auf beide Merkmale zu einer Aufspaltung in reinerbige und mischerbige Individuen kommt.

[Kuch, Kurt (2011): Land der Diebe. 1. Aufl. Salzburg: Ecowin Verlag.
€ 22,90. 237 Seiten]

Aufdeckungsjournalist Kurt Kuch kreidet Korruption, Nepotismus und Schamlosigkeit an

Die österreichische Politik ist aufregend wie selten zuvor. Für schwache Mägen ist diese Achterbahn der Korruptionsskandale und Enthüllung aber nichts, zu leicht könnte das zum Erbrechen führen. Ausgekotzt hat sich im wahrsten Sinne des Wortes Kurt Kuch. Provokativ ist er dabei in seinem Buch von Anfang an. So lautet der Titel „Land der Diebe“ und das Buchcover ziert ein Ausschnitt des österreichischen Bundesadler, in seiner Kralle ein Haufen Geldscheine. Als Aufdeckungsjournalist für das Nachrichtenmagazin News tätig, hat Kuch im Laufe der Jahre unzählige Informationen zu den Machenschaften der Parteien gesammelt. Möglich machte das sein weites Netzwerk an Informanten. Kein Wunder, dass von verschiedenen Seiten versucht wurde, die Namen dieser Informanten aus ihm herauszupressen, übrigens in völliger Missachtung des Redaktionsgeheimnisses. Diesem Netzwerk hat er auch zu verdanken, dass ihm Datensätze eines Computers der Freiheitlichen in Kärnten zugespielt wurden.

Kreative Parteienfinanzierung

Und was da für welche Rechnungen zu finden waren, sorgte für mediale Aufmerksamkeit. Im Mittelpunkt steht die Werbeagentur Connect, die bis zur Stilllegung zu 100 Prozent im Eigentum der Freiheitlichen in Kärnten war. Connect versprach beispielsweise dem Kärntner Anwalt Gert Seeber Aufträge des Landes Kärnten und erhielt dafür im Gegenzug saftige Provisionen. Rechnungszwecke waren Layout-Beratungen, Recherchen oder Marketing-Konzepte. Wohl nicht nur Kuch dachte sich da: „In meinem nächsten Leben werde ich Layout-Berater“. Aufgrund Kuchs Veröffentlichungen musste mittlerweile der Geschäftsführer Manfred Stromberger zurücktreten. FPK-Obmann Uwe Scheuch lehnt alle Verantwortung daran ab, er hätte nichts davon gewusst. Der Fall ist spektakulär und wurde erst durch die Buchveröffentlichung publik, leider werden dadurch ältere – im Buch beschriebene – Skandale kaum beachtet. Dabei gibt es noch einige atemberaubende Geschichten.

Weniger Geld für Kinder, mehr für Politiker

So zum Beispiel der Fall Habsburg. Kuch wurde 1998 darauf aufmerksam gemacht, dass Spendengelder von „World-Vision“ verschwunden sind. World-Vision ist eine Hilfsorganisation und sammelt für notleidende Kinder in Afrika. Wie sich später herausstellte, wurden von World-Vision 10.000 Wahlwerbebriefe für den Wahlkampf von Karl Habsburg sowie mehrere Ausgaben der Paneuropa-Zeitung bezahlt; die Paneuropa-Bewegung unterstützte Karl Habsburg massiv.

Dieser gab sich über die Vorwürfe „erschüttert“ und zahlte die missbräuchlich verwendeten Gelder zurück. Die damalige World-Vision-Chefin wurde 2004 schließlich zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Kuch begegnete ihr zufällig 2005 im Café Schwarzenberg. Warum war die Dame nicht in ihrer Zelle? – Die Behörden hatten „vergessen“ ihr den Haftantrittsbescheid zuzustellen! Die einstige World-Vision-Chefin flüchtete daraufhin und wieder ließ sich die Justiz viel Zeit bis ein Haftbefehl ausgestellt wurde. August 2005 klickten dann aber die Handschellen, die drei Jahre Haft sollten jetzt angetreten werden. Unvorstellbar: Bereits im Februar 2006 bekam Kuch den Hinweis, dass sich die Dame wieder in Freiheit befindet. Der Anstaltsleiter hatte den „gelockerten Vollzug“ genehmigt, weil die Dame „nicht fluchtgefährdet“ sei. Dass sie zuvor schon geflüchtet war, hat man anscheinend vergessen. Im gleichen Zeitraum wurde sie Alleineigentümerin und Geschäftsführerin einer Vermögensverwaltungsfirma. Auch das war nur möglich, weil die Justiz wieder auf etwas vergaß: nämlich der zuständigen Gewerbebehörde mitzuteilen, dass ihr Gewerbeschein zu löschen ist.

Kleine Häppchen im News-Stil

Diese und andere Skandale, die großen und die kleineren, hat Kurt Kuch zusammengetragen. Auf den 237 Seiten werden die komplexen Geschichten aber nur angerissen. Der Schreibstil entspricht dem der Zeitschrift News: leicht und vor allem schnell lesbare Kost. Der Stil ist angriffig und oft sogar polemisierend. Mit jeder Zeile die man liest merkt man, nicht nur man selbst bekommt eine unendliche Wut ob sovieler Ungerechtigkeiten, auch dem Autor erging es so. Kuch hält was er im Vorwort verspricht: „Das Buch ist eine Generalanklage.“ Es wäre aber wünschenswert gewesen, wenn er sich um mehr Lösungsansätze und Auswege aus dem Filz bemüht hätte. Was sollte konkret gesetzlich gemacht werden? Wie kann das politische System verbessert werden? Wo brauchen wir mehr Transparenz? Das sind Fragen, die leider nur im Vorwort und im Epilog angerissen wurden. Trotzdem zeichnet das Buch ein umfangreiches wie vernichtendes Sittenbild von Österreich. Kuch bringt das treffend auf den Punkt: „Wien liegt nicht nur aus geografischer Sicht östlich von Prag.“ Das riesige Medieninteresse daran und Platz Nr. 1 bei Sachbüchern in Österreich ist sicher gerechtfertigt. Korruption interessiert scheinbar nicht nur Strasser, Grasser, Scheuch & Co. – für alle gilt die Unschuldsvermutung – sondern auch die Steuerzahler.

Wir alle kommen früher oder später in die Verlegenheit präsentieren bzw. referieren zu müssen. Manchen fällt das leicht und haben dabei sogar Spaß – für andere ist das der reine Horror. Tipps für die richtige Präsentation gibt es wie Sand am Meer, aber am meisten hilft sicher Übung. Trotzdem habe ich hier kurz & knackig ein paar wichtige Hinweise zusammengefasst.


Die Lautstärke

Der Redner sollte von jedem mühelos verstanden werden. Die Lautstärke dient neben dem Tempo auch zum Hervorheben von Aussagen durch Veränderung. Konstante Lautstärke wirkt ermüdend und sollte daher vermieden werden. Um eine größere Aufmerksamkeit bei den Zuhörern zu erreichen, kann eine laute aber auch eine leise Stimme eingesetzt werden.

Mögliche Lautstärkevariationen sind: flüstern, leise, normal, laut, brüllen.


Die Geschwindigkeit – das Tempo

Besonders am Anfang und am Ende einer Rede muss langsam und deutlich gesprochen werden. Zu Beginn muss die Aufmerksamkeit gewonnen werden, am Ende kann eine Handlungsaufforderung mitgegeben werden. Schnelles Sprechen zeigen Unruhe, Rastlosigkeit und Unsicherheit. Das Tempo muss der Aufnahmekapazität der Teilnehmer entsprechen und der jeweiligen Situation angepasst sein.

Folgende Tempovariationen sind möglich: stockend, langsam, mittel, schnell, hastig, dynamisch, flüssig, rhythmisch, pausenlos, lange Pausen, Wortdehnungen.


Artikulation

Die Aussagen sollen klar und akustisch gut verständlich sein. Wertungskriterien sind dabei: deutlich, überdeutlich, nuschelnd, Verschlucken einzelner Silben, näselnd, stotternd, lispeln, Hochsprache, Dialektfärbung, Dialekt


Betonung (Modulation)

Bedeutungsvolles wird speziell betont und dadurch unterstrichen. Trotzdem sollen Anfangs- oder Endsilben der Wörter nicht übermäßig betont werden. Ebenso starke Wortdehnungen wirken gekünstelt.

Die Stimmlage soll sich verändern, da sie sonst monoton wirkt. Der Tonfall umfasst das wechselnde Tempo, die Lautstärke, Tonhöhen und Pausen.


Wortwahl

Wichtig für gutes Reden ist auch der Umfang des Wortschatzes. Aber der Zuhörer soll die Wörter auch verstehen.


Stimmlage

Durch die kontinuierliche Steigerung der Tonhöhe und des Sprechtempos bis zum entscheidenden Satz, kann man das Publikum fesseln – nach einer kurzen Wirkungspause kommt die Kernaussage. Ansonsten ist die Stimme am Satzende zu senken.


Timbre

Darunter versteht man die Klangfarbe der Stimme, also z.B. schrill, dunkel, melodisch oder donnernd.


Atmung

Um der Stimme Klang zu geben, genügt die Bauch-Atmung, die wir auch normalerweise verwenden. Bei der Bauch-Atmung hebt und senkt sich die Bauchdecke. Üben können wir unsere Atmung, indem wir beim Ausatmen laut und langsam mitzählen und die Geschwindigkeit des Atemstromes kontrollieren.


Pausen

Wenn wir reden, kommen uns die Pausen oft länger vor als dem Publikum. Dabei können Pausen sehr wirkungsvoll eingesetzt werden. Unsere Zuhörer haben durch Pausen Zeit das Gesagte zu verarbeiten und sie sorgen außerdem für Spannung. Durch eine längere Pause wird die Gewichtigkeit des Gesagten hervorgehoben und prägt sich daher besser dem Zuhörer ein.

Darüber hinaus dienen Pausen zur Gliederung.

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