Die Verwandlung von Franz Kafka

Die Verwandlung von Franz Kafka. [public domain]

Franz Kafka wurde 1883 in Prag geboren und war ein „Literatur-Besessener“. Seine Werke rühren aber meistens von seinem seelischen Notstand her. Er schrieb sich alles von der Seele. Auch „Die Verwandlung“ bildet da keine Ausnahme. In dieser Erzählung finden wir viele Ansätze die auf Parallelen Gregor Samsas mit Franz Kafka hinweisen. Kafka selbst bestätigte, dass seine Heldenfigur oft Ähnlichkeiten mit ihm aufweise, doch bei Georg Samsa sei das anders. Doch die Erzählung widerspiegelt klar die Gefühlswelt von Kafka. Schon der erste Satz führt uns in eine völlig irrationale Welt: „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ Solch ein Ungeziefer kann in der bürgerlichen Welt der Familie Gregor Samsas nicht überleben und muss zwangsläufig ein Leben als Einzelgänger fristen. Genauso misslang es Kafka sich in die bürgerliche Welt zu integrieren. Er hatte ein Leben lang ein gestörtes Verhältnis zu Frauen und entwickelte sich ebenfalls zum Einzelgänger. Kafka gehörte zur deutschsprachigen, jüdischen Minderheit in Prag. Er fühlte sich of allein gelassen und von seinen Mitmenschen missverstanden. Sehr deutlich wird das im Werk, als Georg Samsa versucht dem Prokuristen seine Lage zu erklären, um einen Rauswurf zu verhindern, aber er bringt nur unverständliche Wörter hervor. Damit ist er verurteilt die Menschen zwar zu hören, doch hat er keine Mittel seine Gefühle auszudrücken.

Schwierige Vater-Sohn-Beziehung

In der Erzählung gibt es aber neben Gregor Samsa noch eine Figur die uns aufmerksam werden lässt, nämlich die Figur des Vaters. Dieser zeichnet sich in der Novelle vor allem durch seine Brutalität gegenüber Gregor aus. So verletzt er ihn schwer, als er Gregor in sein Zimmer zurückdrängen will: „(…) Unerbittlich drängte der Vater und stieß Zischlaute aus, wie ein Wilder. (…) und so begann er unter unaufhörlichen ängstlichen Seitenblicken nach dem Vater, sich nach Möglichkeit rasch, in Wirklichkeit doch nur sehr langsam umzudrehen.“ Die beklemmende und fast unerträgliche Spannung ist leicht nachempfinden. Nicht anders ist es hier Kafka mit seinem Vater ergangen. Denn auch er musste sein Leben lang unter der Bevormundung seines tyrannischen und engstirnigen Vaters leiden, der nie Verständnis für Kafka zeigte und immer unzufrieden mit ihm war. So zerstörte er kontinuierlich das Leben Kafkas und behinderte seine Entwicklung massiv. In einem Brief an seinen Vater schrieb Kafka: „Unverständlich war mir immer deine vollständige Empfindungslosigkeit dafür, was für Leid und Schande du mit deinen Worten und Urteilen mir zufügen konntest.“ Im Werk wird die Kaltblütigkeit des Vaters auch damit demonstriert, dass er Gregor nicht ein einziges Mal in seinem Zimmer besucht und ihn schließlich sogar mit Äpfeln beschießt.

Sinnloses Leben

Und es gibt noch einen autobiografischen Aspekt: Nach der Verwandlung Gregors wandelt sich seine Familie zum Besseren. Die finanzielle Hilfe vor der Verwandlung stellt sich im Nachhinein als kontraproduktiv heraus. Erst in der Not sind die Familienmitglieder gezwungen Verantwortung zu übernehmen und entwickeln sich dadurch weiter. Gregor Samsas Leben erscheint dadurch sinnlos, ja sogar nutzlos. Er muss „fortgeschafft werden“.

William Shakespeare

William Shakespeare

William Shakespeare ist einer der berühmtesten Schriftsteller aller Zeiten. Weniger bekannt ist dagegen seine Tragödie Julius Caesar. Deshalb möchte ich hier eine Analyse dieses äußerst spannenden Werkes geben und gleich auf sein Leben und die Geschichte des englischen Theaters eingehen.

  1. Über das Leben von William Shakespeare
  2. Seine Werke
  3. Julius Caesar – eine tragische Geschichte
  4. Das Elisabethinische Theater
  5. Die Epoche der Renaissance
  6. Der historische Caesar

Der Autor: William Shakespeare

William Shakespeare wurde am 23. April 1564 in Stratford-upon-Avon geboren und starb am 23. April 1616. Im Alter von sieben Jahren wurde er wahrscheinlich in die Grammer School der Gemeinde geschickt. Schon früh lernte Shakespeare das Theater kennen, da zu dieser Zeit Komödiantentruppen durch das Land zogen und ihre Stücke präsentierten. 1592 machte sich Shakespeare im Theater erstmals einen Namen und erlangte durch sein finanzielles Geschick großen Wohlstand. So war er Miteigentümer am berühmten „Globe Theatre“ in London, in dem auch die meisten seiner Stücke aufgeführt wurden. Shakespeare revolutionierte das Theater und führte erstmals eine neue Art des Dramas ein. Während in der antiken Tragödie der Mensch am auferlegten Schicksal zerbricht, trägt er bei Shakespeare den Konflikt in seinem Inneren aus und scheitert am Gegensatz von Verstand und Leidenschaft. Neu ist auch die realistische, individualisierende Darstellung des Menschen. Bei Shakespeare finden verschiedene Stilmischungen Einzug. So fügte der Engländer in die Tragödien komische Szenen ein, wechselte zwischen hohen Staatsaktionen und handfesten Volksszenen, verwendete Vers und Prosa in einem Stück. Shakespeare beachtete weder die Einheit der Zeit noch die des Ortes. Seine dramatischen Handlungen umfassen oft Jahre und Jahrzehnte und die Schauplätze wechseln in rascher Folge, weil die Shakespearebühne keine Kulissen kannte. So wurden seine Dramen, Tragödien und Komödien bereits zu seinen Lebzeiten hoch geschätzt; im 18. Jahrhundert begeisterten sich Lessing, Herder und Goethe dafür.

Auswahl seiner Werke

Schaffensperiode: Verwechslungskomödien, Sonette

– 1590 King Henry VI
– 1591 King Richard III
– 1592 Titus Andronicus

Schaffensperiode: romantische Komödien, Sonette

– 1594 Romeo and Juliet
– 1595 A Midsummer-Night’s Dream
– 1597 King Henry IV

Schaffensperiode: Tragödien, dunkle Komödien

– 1598 Troilus and Cressida
– 1599 Julius Caesar

Schaffensperiode: Romanzen

– 1600 Hamlet
– 1604 King Lear

Eine Tragödie: Julius Caesar

Inhaltsangabe

1 AKT: Caesar wird nach seinem Sieg über Pompejus vom Volk stürmisch gefeiert, während er sich zur Ratssitzung auf das Capitol begibt. Ein Wahrsager warnt ihn vor den „Iden des März“ (Monatsmitte), aber Caesar will keine Furcht zeigen. Ungern sehen die Mächtigen Roms den Triumph Caesars. Insbesondere der ehrgeizige Cassius kann es nicht ertragen, Caesar über sich zu sehen, und versucht Brutus in eine Verschwörung gegen den Triumphator einzubeziehen. Dieser schwankt. Zwar liebt er Caesar, sieht aber in dessen wachsender Macht eine Gefahr für die Republik. Auf dem Capitol bietet Marc Anton dem Caesar dreimal die Krone an. Caesar weist sie dreimal zurück, ist aber verärgert, dass das Volk diese Zurückweisung mit Begeisterung aufnimmt. Insgeheim hatte er gehofft, er könne sich zur Annahme „zwingen“ lassen. Währenddessen machen die Verschwörer gegen Caesar Stimmung. Sie wissen aber, erst wenn sie den überall geachteten Brutus für ihre Sache gewinnen, werden sie Erfolg haben.

2. AKT: Brutus wägt und überlegt. Da wird ihm ein geheimnisvoller Zettel gebracht, auf dem ein Beispiel aus Roms Kampf gegen einen früheren Tyrannen berichtet wird. „Brutus, du schläfst. Erwache!“, heißt es da. Die Verschwörer mit Cassius an der Spitze finden Brutus nun endlich bereit, die Führung zu übernehmen. Er will aber nur Caesar töten, dessen Anhänger dürfe nichts geschehen. Caesars Gemahlin Calpurnia hat üble Vorzeichen erträumt und fleht ihn an, nicht das Haus zu verlassen. Endlich gibt er lächelnd nach. Doch als ein Abgesandter mit der Nachricht erscheint, der Senat werde ihn heute krönen, geht Caesar doch in die Senatssitzung.

3. AKT: Unterwegs wird Caesar abermals gewarnt, doch er hört nicht auf die Unheil verkündenden Stimmen. Im Senat angelangt, überreicht man ihm als Vorwand eine Bittschrift. Als Caesar diese ablehnt, entblößen die Verschwörer ihre Dolche und erstechen ihn. Wie von Brutus befohlen, werden Caesars Anhänger verschont. Sein Günstling Marc Anton erhält sogar das Recht, bei der Leichenfeier Caesars zu sprechen, falls er nichts wider die Verschwörer sage. Cassius warnt vergeblich vor dieser Rede. Brutus erklärt am romischen Forum, Caesar habe für die Freiheit des Volkes fallen müssen. Alle jubeln ihm zu. Als Brutus sich entfernt, ergreift Marc Anton das Wort. Seine Rede ist ein Meisterwerk. Nicht preisen wolle er Caesar, doch er erinnert geschickt an die Wohltaten von Caesar. Er wühlt den Zorn des Volk auf, bis sein ständig wiederholtes „Doch Brutus ist ein ehrenwerter Mann“ zu hetzendem Hohn wird. Das Volk jubelt ihm noch lauter zu als zuvor Brutus und zerstreut sich, um den Tod Caesars zu rächen.

4. AKT: Die Verschwörer sind vertrieben und in Rom herrschen drei Männer: Marc Anton, Octavius und Lepidus. Mit kleinen Mitteln suchen sie ihre Herrschaft zu festigen. Inzwischen rüsten Brutus und Cassius Heere gegen Rom. Zwischen dem edlen Brutus und dem eigennützigen Cassius kommt es zu Streitigkeiten, die nur schwer beigelegt werden können. Brutus, tief getroffen durch den Selbstmord seiner Frau, die seine Flucht nicht überleben wollte, ist von Ahnungen geplagt. Derweilen ziehen Marc Anton und Octavius mit einem römischen Heer nach Philippi. Im Traum erscheint Brutus der Geist von Caesar und treibt ihn mit „Bei Philippi sehen wir uns wieder“ in den Kampf.

5. AKT: Als es zur Schlacht zwischen den feindlichen Heeren kommt, wird Cassius von Marc Anton geschlagen und Cassius lässt sich von seinem Diener töten. Brutus, der sich auf seinem Flügel behaupten konnte, beginnt erneut, den Kampf gegen Marc Anton und Octavius, wird aber schließlich besiegt und stürzt sich in sein Schwert. Mit allen Ehren soll er von den Siegern bestattet werden. Denn wie Marc Anton sagt: „nur er verband aus reinem Biedersinn und zum gemeinen Wohl sich mit den andern“. Die anderen Verschwörer hätten nur aus Missgunst gegen Caesar gehandelt.

Interpretation

Den Plan eine Tragödie über Caesar zu schreiben, dürfte Shakespeare schon während der Abfassung von „Heinrich V“ gefasst haben. Ihn reizte vor allem die Dramatik um den Tod des erfolgreichen Feldherren unter dem Standbild seines früheren Feindes Pompejus. Shakespeare setzt in diesem Werk eine raffinierte Charakterisierungstechnik ein, die dem Zuschauer nicht erlaubt, seine Sympathien und Antipathien auf eine bestimmte Person zu fixieren. So stirbt der Titelheld zwar schon im 3. Akt, bleibt aber bis zum Schluss geistig präsent. Die wechselnde Beleuchtung der Charaktere und Ereignisse ist das hervorstechende Merkmal des Werkes. Die einleitenden Szenen verdeutlichen den Ausgangspunkt: Das Unbehagen der um die Freiheit Roms besorgten Republikaner angesichts der Machtstellung Caesars. Das Drama macht klar, das Caesar auf die eine, Brutus auf die andere Art der „Held“ sind. So zeigt der erste Teil zwar Caesar auf dem Gipfel der Macht, lässt aber Brutus‘ Charakter ebenfalls in hellstem Licht erscheinen. Brutus ist das Muster der republikanischen Tugend: freiheitsliebend, ehrenhaft, ein Stoiker und Idealist, dessen Handeln nicht von privaten Gefühlen und Eigeninteresse bestimmt wird. Seine Besonnenheit und Selbstlosigkeit werden effektvoll mit der hitzigen Verwegenheit und dem Ehrgeiz des Cassius verglichen, den sein Geltungsbedürfnis zur Opposition gegen Caesar treibt. Brutus, der zwischen seiner politischen Überzeugung und der persönlichen Freundschaft zu Caesar zu wählen hat, steht als Einziger vor einem wahrhaft tragischen Konflikt. Der Blick auf die Schattenseiten von Brutus wie Selbstgerechtigkeit, Mangel an Einfühlungsvermögen und damit an Menschenkenntnis, wird noch verstellt von Sympathie heischenden Aspekten. Der Blick auf Caesar wechselt dagegen auf irritierende Weise. Caesars wirkt arrogant und hat klare physische Schwächen. Er ist Epileptiker und auf einem Ohr taub. Auf der anderen Seite liebt ihn das Volk. Sein Mut, seine Rücksicht auf Calpurnias Gefühle, die arglose Freundschaftlichkeit, mit der er den Verschwörern begegnet, nehmen für ihn ein. Doch der Starrsinn, mit dem er im Senat das Gesuch einen Verbannten zu begnadigen zurückweist, lässt wieder Sympathie für die Verschwörer aufkeimen. Doch der schändliche Mord und die tiefe Trauer Caesars das selbst sein guter Freund Brutus zu den Verschwörern zählt, lässt wieder einen Stimmungsumschwung herbeiführen. Die politische Frage tritt in den Hintergrund, was zählt ist schlussendlich die Beziehung der Freunde. Nichts kann das Geschehene rechfertigen, dem Mitmenschen sind Vorrang vor allen noch so hohen politischen Prinzipien zu geben. Die Folge der Tat sind Aufruhr, Gewaltakte und Bürgerkrieg und zeigen, dass der Mord nicht zum Wohl der Republik war. Die anschließenden Reden vor dem Volk bringen die Wende. Der erfahrungsblinde Idealist Brutus versucht das Volk mit Vernunftgründen zu überzeugen und erlaubt in seiner Gutgläubigkeit, nach ihm Antonius reden zu lassen. Antonius vollbringt eine rhetorische Glanzleistung, die Gefühl, Ironie und Schmeichelei beinhaltet und schließlich in der Verherrlichung Caesars gipfelt. Marc Anton, bisher ein Lebemann, zeigt sich jetzt schlau, kühn und hochintelligent. Sein Schmerz über Caesars Tod ist echt, aber er berechnet seine Möglichkeiten auch äußerst nüchtern. Die Zuschauer können ihn gegenüber aber keine echte Sympathie aufbauen, denn er opfert allzu leicht Menschen für seine Ziele und zeigt sich machthungrig. Schlussendlich siegt Marc Anton über die Verschwörer. Dem toten Brutus bleibt zumindest die Anerkennung, nicht aus Gier den Mord begangen zu haben.

Theaterform des Elisabethanisches Drama im 16. Jahrhundert

Shakespeare, seine Person und sein dramatisches Werk sind nur im engsten Zusammenhang mit der Blüte des elisabethanischen Dramas und Theaters, an der Wende von der Renaissance zum Barock zu begreifen. In England ist nach der Konsolidierung der Monarchie unter den Tudors ein nationales Selbstbewusstsein entstanden. Damit einher geht die reformatorische Loslösung des Landes von der katholischen Kirche und die Überwindung von militärisch-politischen Bedrohungen. Zu diesem gestärkten Nationalbewusstsein trat ein materieller Wohlstand für breite Bürgerschichten hinzu.

Historical Plays

Das elisabethanische Drama basiert zudem auf einer weit zurückreichenden, differenzierten dramatischen Spieltradition in Großbritannien. Neben dem mittelalterlichen geistlichen Spiel, sind vor allem die spätmittelalterlichen profanen Spielgattungen hervorzuheben, die mit geistigem Gehalt wie mit dramaturgischen Formelementen und ihrem Figurenapparat dem elisabethanischen Drama wesentliche Züge geben. Die Gattung der „Hiestories“ oder „Historical Plays“ hatte im England des 16. Jahrhunderts Tradition, bevor sie in den neunziger Jahren vor allem von Shakespeare selbst zu einer kurzen Blüte geführt wurde und nach 1600 ganz in der Gattung der hohen elisabethanischen Tragödie aufging. Grundlage für das Aufkommen und die eine zeitlang andauernde Beliebtheit der Gattung war das im erstarkten Nationalbewusstsein gegründete Interesse an der englischen Geschichte. Chroniken und Geschichtswerke des 16. Jahrhunderts, aus dem gleichen Impuls zur Verherrlichung der Tudor-Dynastie entstanden, bildeten die unmittelbaren Quellen dieser „Historical Plays“. Die entsprach noch ganz der unkomplizierten Handlungsstruktur der mittelalterlichen Mysterienspiele entsprach. Die Darstellung des Themas hatte ein moralisierend didaktisches Anliegen im Auge. Vorgeführt werden sollten Musterfälle für gutes oder verwerfliches herrscherliches Verhalten. Die „Histories“ gewannen so den Charakter eines zeitbezogenen politischen Lehrstückes. Gegenüber dem „Historical Play“ war die elisabethanische Tragödie kaum durch eine besondere Gattungstradition vorbereitet. Sie entwickelte sich nach kurzfristigen aber durchaus wirkungsvollen Ansätzen in kürzester Zeit unter Shakespeare zu einer Höchstform elisabethanischer Dramatik. Zunächst formt sie sich als eigene Gattung unmittelbar nach dem Vorbild der römischen Tragödien Senecas. Charakteristisch sind dabei die dramatischen Grundsituationen, nach denen die Dramenfiguren immer wieder in ungeheuerliche Grenzsituationen menschlicher Existenz versetzt erscheinen, immer wieder finden sie sich den unglaublichsten Verbrechen, Gräueltaten und grausamsten Racheakten ausge-setzt. Dem Rachemotiv hinzugefügt werden weitere publikumswirksame Motive wie romantische Liebe und Spannung fördernde Intrigen, so dass ein wechselhaftes Handlungsgefüge entsteht, über dem sich durch Vorausdeutungen und unheilschwere Ruhemomente eine düstere, niederdrückende Ge-samtstimmung ausbreitet.
Die Gattung der elisabethanischen Tragödie wird von Shakespeare in ganz kurzer Zeit bei entscheidender Umformung der handelnden Charaktere und einer deutlichen Vertiefung des tragischen Gehalts zu einer Höhe der Vollendung geführt. Dabei werden von ihm vorher gefundene Ausbildungen des Gattungstyps, nach dem antiken Muster Senecas sowie der von Christopher Marlowe geschaffene tragische Heldentyp des skrupellosen, leidenschaftlichen Übermenschen, durchaus aufgenommen und weitergeführt. Insgesamt ist für Shakespeares Tragödien keine einfache und einheitliche Deutungsformel zur Hand. Seine Lebenseinsicht, sein Menschenbild und auch sein dichterisches Gestaltungsvermögen verändern sich im Laufe der Jahre, werden vielschichtig und tiefgründiger.

Shakespears Römerdramen

Die Reihe der großen Tragödien beginnt 1599 mit Julius Caesar, dem später noch aus der gleichen antiken Zeit „Antonius und Cleopatra“ sowie „Coriolan“ folgen. Diese werden in der Shakespeare-Forschung oft als eigene Gruppe der „Römerdramen“ innerhalb des gesamten Tragödienwerks zusammengefasst. Abgesehen vom Stoff nehmen sie auch insofern eine Sonderstellung ein, als in ihnen weniger ein tragisches Einzelschicksal im Mittelpunkt steht und mehr der tragische Untergang der historischen Helden. Daran knüpft letztlich die Frage des richtigen politischen Verhaltens. So gesehen, stehen Shakespeares „Römerdramen“ bis zu einem gewissen Grad zwischen seinen „Historical Plays“ und den großen späteren Tragödien.

Shakespeares tragische Helden geraten immer wieder in die Abhängigkeit von bestimmten Mächten, die sie bei aller Kraft- und Willensaufwendung nicht mehr zu beherrschen imstande sind. Der Handlungsausgang des Dramas bekommt auf diese Weise etwas Unbestimmtes, ein gutes wie ein schlechtes Ende, beides erscheint zunächst grundsätzlich möglich. Das persönliche Streben des Helden aber, sein Wille, ist dabei letztlich macht- und wirkungslos. Alle tragischen Helden scheitern schließlich, auch wenn die Unausweichlichkeit des Untergangs im Laufe der Handlung zeitweilig als fraglich erscheint. Die positive Wendung an diesem negativen Ende des dramatischen Geschehens liegt in der gewonnenen Einsicht des scheiternden Helden in seiner schicksalhaften Abhängigkeit von einer übergeordneten, stärkeren Macht, die er zunächst verkannt und die ihn damit hat schuldig werden lassen. In dem Ausgeliefertsein des Tragödienhelden an übergeordnete Mächte kommt ein Menschenbild bei Shakespeare zum Vorschein, das sich auf die Einsicht in die Fragwürdigkeit und Widersprüchlichkeit des Lebens insgesamt gründet. Doch erwächst aus dieser Einsicht durch den scheiternden Helden wiederum die Erkenntnis, von einer noch tiefer und fester als das Leben gegründeten unerschütterlichen, ewigen kosmischen Ordnung.

Prosa und Blankvers

Auch im späten 16. und beginnenden 17. Jahrhundert war das Berufstheater die unerlässliche Basis für den Fortbestand und die hohe Blüte der elisabethanischen Dramenliteratur. Die Dramen der Elisabethaner wurden oft als Auftragsarbeiten der Schauspielgruppen unmittelbar für die Bühnenpraxis verfasst. So bestimmten die Schauspieler die Dramenproduktion, nicht umgekehrt die Dramatiker den Theaterbetrieb. Das elisabethanische Drama, auch das dichterische Werk Shakespeares, bestimmt sich in erster Linie als Gebrauchsliteratur zum Zweck der Theateraufführungen, nicht als eigenständig für sich bestehende Kunstliteratur. Das elisabethanische Theater war in erster Linie ein Theater der hoch entwickelten Rhetorik und Deklamation auf der Grundlage einer kraftvoll und ausdrucksreich entwickelten kunstvollen Dramensprache, in höchster Vollendung bei Marlowe und Shakespeare. Im Julius Caesar benützt William Shakespeare vor allem als Stilmittel Prosa und Blankvers. So ist zetwa die Rede des Brutus in Prosa geschrieben, die des Antonius in Blankvers. Der Blankvers ist eine reimlose Verszeile aus fünf Jamben. Jambus bezeichnet einen antiken Versfuß aus einer kurzen und einer langen Silbe. Die unbetonte Silbe nach der letzten Hebung kann auch entfallen. Der in England entstandene Blankvers ist weniger ein Lyrik- als vielmehr ein Dramenvers.

Renaissance: Wiedergeburt der Antike (1450-1600)

Das französische Wort Renaissance bedeutet Wiedergeburt. Bezogen auf seinen Ursprung ist damit die „kulturelle Wiedergeburt der Antike“ gemeint. Der Begriff bezeichnet den Aufbruch einer Epoche aus dem Mittelalter. Die Epoche der Renaissance wird deshalb so bezeichnet, weil in jener Zeit die Ideale der Antike verherrlicht wurden. Diese Wiedergeburt des antiken Geistes schlug sich besonders in den Künsten und ihren neuen, als fortschrittlich empfundenen Prinzipien nieder. Die Renaissance überwindet das mittelalterliche Welt- und Menschenbild und die überkommene Staats- und Gesellschaftsordnung. An die Stelle des Autoritätsglaubens tritt der Geist kritischer Forschung: der Mensch wird zum Maß aller Dinge und die Staatsraison zum Prinzip der Politik. Die italienischen Fürstenhöfe – besonders das Florenz der Medici – sind beispielhaft für Europa. In dieser Zeit haben Grammatik, Dichtung, Geschichte, Rhetorik und Dialektik durch Erklärungen, Anmerkungen, Korrekturen und unzählige Übersetzungen Glanz erhalten. Der Renaissance voraus ging die kunstgeschichtliche Epoche der Gotik und ihr folgte das Barock. Neben der lateinischen Dichtung der Humanisten entwickelt sich in Deutschland ein reiches literarisches Leben. Durch den Buchdruck wird Literatur rasch zum Gemeingut aller Gebildeten.

Weltverständnis

Renaissance, Humanismus und Reformation erwachsen aus der Sehnsucht des Menschen nach geistiger und religiöser Erneuerung. Sie greifen gleichermaßen auf die antiken Quellen zurück: Die Renaissance orientiert sich an der römischen Kunst, der Humanismus erweckt die antiken Philosophen, Historiker und Dichter zu neuem Leben, die Reformation macht die Bibelübersetzung nach dem griechischen und hebräischen Urtext verbindlich.
Textformen und Gattungen
Die Literatur des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit ist fast ausschließlich eine Literatur des Stadtbürgertums. Die Bürger, die durch Handel und Gewerbefleiß wohlhabend werden und innerhalb ihrer mauerbewehrten Städte gotische Dome und Rathäuser bauen, drängen auch in der Literatur nach eigenen Ausdrucksformen. Die Unsicherheit des Lebensgefühls dieser Epoche spiegelt sich in einer Vielfalt der Literaturgattungen. Minnesang und höfische Spruchdichtung finden im zunftmäßig organisierten Meistersang ihre Nachahmung. Aus den Ritterepen entwickeln sich die Volksbücher, womit unterhaltende Prosaerzählungen gemeint sind. Schwanksammlungen und Fastnachtsspiele dienen ebenfalls der Unterhaltung. Eine reichhaltige satirische Literatur geißelt die Missstände der Zeit und die Torheit der Menschen.

Der historische Cäsar: Genie mit Hang zur absoluten Macht

Gaius Julius Caesar wurde am 13. Juli 100 v. Chr. geboren und starb am 15. März 44 v. Chr. in Rom. Durch seine Heirat und Verwandte verschaffte sich Caesar, der aus dem römischen Adel stammte, Zugang zur hohen Politik. Dabei geriet er aber in Opposition zur Diktatur Sullas. So musste er Rom verlassen und gewann im Ausland seine ersten Schlachten. Nach Sullas Tod kehrte er nach Rom zurück und macht sich in Spanien einen Ruf als fähiger Feldherr. Durch das Erste Triumvirat (Dreimännerherrschaft) mit Marcus Licinius Crassus und Gnaeus Pompejus Magnus gelang es ihm Konsul zu werden. Später wurde er Prokonsul in Gallien und eroberte in dieser Position das gesamte freie Keltenland. Durch seine Siege und seine reiche Beute wurde Caesar zum mächtigsten Mann in Rom. Im Jahr 53 v. Chr. war Crassus auf einem Feldzug gegen die Parther ums Leben gekommen. Gleichzeitig hatte sich Pompejus dem Senat angenähert, da ihm sein einstiger Partner Caesar zu mächtig geworden war.

Caesar besiegt Pompejus

In Folge kam es zum Krieg zwischen Caesar und Pompejus. Ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen, erreichte Caesar Rom, während Pompejus und große Teile des Senats nach Griechenland flohen. Im Jahr 48 wurde Caesar vom willfährigen Rest des Senats erneut zum Konsul gewählt und zog daraufhin gegen Pompejus aus, den er in der Schlacht bei Pharsalos in Griechenland schlug. Pompejus floh nach Ägypten, wo er schließlich ermordet wurde. Caesar folgte ihm und begegnete in Alexandria der jungen Königin Kleopatra. Es folgten noch zwei weitere Feldzüge: Caesar besiegte dabei sowohl republikanische Senatstruppen unter Metellus Scipio und Cato dem Jüngeren als auch die Söhne des Pompejus. Schon nach seiner Rückkehr aus Ägypten im Jahre 46 v. Chr. hatte Caesar sich zum Diktator auf 10 Jahre ernennen lassen. Nach seinem letzten militärischen Erfolg in Spanien wurde er vom Senat zum Diktator auf Lebenszeit ernannt. Insbesondere dieser letzte, nicht verfassungskonforme Titel, erweckte den Verdacht, dass Caesar nach der Königswürde strebe. Das ihm von Antonius angebotene Diadem und den Königstitel lehnte er jedoch ab. Caesar führte aber auch viele Reformen durch, die unter anderem für die Romanisierung in Westeuropa sorgten. Ein neuer Feldzug gegen die Parther sollte seinen Ruhm festigen, doch an den Iden des März 44 v. Chr. wurde Caesar im Saal des Pompejustheaters ermordet.

Augustus thront sich zum Kaiser

Nach dem Tod Caesars folgten weitere Bürgerkriege, die bis zum Jahr 31 v. Chr. dauern sollten. Zunächst besiegten Marcus Antonius (Caesars Mitconsul 44 v. Chr.) und Caesars Großneffe und testamentarischer Adoptivsohn Octavian die Verschwörer und bildeten mit dem General Marcus Aemilius Lepidus das 2. Triumvirat. Anschließend schaltete Octavian seine Mitstreiter als Konkurrenten um die Macht aus und war ab 31 v. Chr. Alleinherrscher in Rom. Unter dem Ehrennamen Augustus, der Erhabene, der ihm vom Senat verliehen wurde, begründete er das Römische Kaiserreich und trug die Römische Republik endgültig zu Grabe.

Heinrich Böll (1981) Bundesarchiv, B 145 Bild-F062164-0004 / Hoffmann, Harald / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Heinrich Böll (1981) – Bundesarchiv, B 145 Bild-F062164-0004 / Hoffmann, Harald / CC-BY-SA-3.0-de, via Wikimedia Commons

In meiner Schulzeit mussten wir in Deutsch einen Fragenkatalog zu Heinrich Bölls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“ beantworten. Das waren die sieben Fragen:

  1. In welchem historischen und biografischen Kontext lässt sich die Novelle oder Erzählung einteilen?
  2. Die Figuren um Katharina haben mehr oder weniger sprechende Namen, versuche eine Deutung!
  3. Wie stellt Böll die Katharina dar?
  4. Versuche das Bild von Katharina wiederzugeben, das bei demjenigen entsteht, der nur auf die Berichterstattung der Presse angewiesen ist.
  5. Gegen wen richtet sich Bölls Kritik?
  6. Stelle im Zusammenhang mit dem Untertitel die Situation dar, die zur Veränderung des Verhaltens von Katharina Blum geführt haben!
  7. Allgemeine Massenmedien: Welche Intentionen zeigen Medien, welche Werte greifen sie an und welche verteidigen sie? Was sind die Funktionen der Massenmedien?

Frage 1

In welchem historischen und biografischen Kontext lässt sich die Novelle oder Erzählung einteilen?

Kurze Biografie von Heinrich Böll
Heinrich Böll wurde 1917 in Köln, im schlimmsten Hungerjahr des Ersten Weltkrieges geboren. Er machte eine Ausbildung zum Buchhändler und studierte Deutsch an der Universität zu Köln. Im Zweiten Weltkrieg wurde er mehrmals verwundet und geriet bei Kriegsende in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Im Jahre 1947 begann er seine Karriere als Schriftsteller. Seine Kurzgeschichten, Romane und Erzählungen spielen meist im Nachkriegsdeutschland und erzählen von Außenseitern, die nur schwer das Erlebte vergessen können, während die Gesellschaft das Dritte Reich so schnell als möglich verdrängt. Seine Figuren sind oft vom Krieg gezeichnet und leben in prekären Umständen. Heinrich Böll war einer der wichtigsten Vertreter der Nachkriegs- und Trümmerliteratur und Mitglied der Gruppe 47. Die Gruppe 47 war eine literarische Vereinigung, die junge Autoren förderte und der durch die Nationalsozialisten angerichteten Sprachzerstörung entgegentraten. Durch die Studentenrevolution 1968 und die dadurch hervorgerufenen Meinungsverschiedenheiten ging die Gruppe 47 aber in die Brüche. Böll hat sich immer auch als politischer Staatsbürger verstanden. 1969 engagierte er sich für die Wahl von Willy Brandt. Anfang der siebziger Jahre schaltete er sich in die Terrorismus-Debatte ein. Ab 1980 engagierte sich Böll in Friedensbewegungen. Im Jahr 1972 wurde Heinrich Böll der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er ist außerdem Ehrenbürger der Stadt Köln und war von 1971 bis 1974 Präsident des internationalen P.E.N.-Clubs. 1985 verstarb Heinrich Böll und war zu diesem Zeitpunkt bereits einer der meistgelesenen deutschen Autoren.

Kurze historische Erklärung
In den 60er-Jahren kam es, verursacht durch die Restauration der Nachkriegs-Fünfziger-Jahre und der großen Koalition in Deutschland, zur Gründung der außerparlamentarischen Opposition, unter Führung sozialistischer Akademiker. In Folge kam es zu einer immer stärker werdenden linken Radikalisierung der Studentenbewegung. Es bildete sich die RAF, die Rote Armee Fraktion, um Andreas Baader und Ulrike Meinhof, die auch zu Gewalt bereit waren, um eine kommunistische Revolution herbeizuführen. Die Boulevardpresse, vor allem die Bild-Zeitung, verschärfte diese Radikalisierung noch zusätzlich durch eine polarisierende Berichterstattung. Gegen diese Art der Berichterstattung wandte sich Heinrich Böll, der den Sensationsjournalismus und ihre Lügen nicht akzeptieren wollte. Schon Anfang der 1970er Jahre forderte er eine objektive Berichterstattung über die RAF. Als Reaktion auf diese Kritik, wurde er von der Bild-Zeitung als linker Extremist diffamiert. In seinem Werk „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ verarbeitet er unter anderem seine Erfahrungen auf.

Frage 2

Die Figuren um Katharina haben mehr oder weniger sprechende Namen, versuchen sie eine Deutung!

Mit den Namen der Hauptfiguren kann je nachdem Positives oder Negatives assoziiert werden. Katharina Blum: Steht im Griechischen für „die Reine“, „die Geläuterte“. Mit dem Nachnamen Blum verbindet man eine Blume. Die Blume ist ein zierlicher Gegenstand, der nur durch genügend Behandlung und dem richtigen Nährboden voll erblühen kann; das beschreibt deutlich den Charakter der Katharina Blum. Gegner der Katharina: Tötges – dieser Name erinnert deutlich an den Tod und an das Ende. Beizmenne klingt sehr aggressiv und bedrohlich, der Name entspricht seiner Vorgehensweise. Ludwig Götten: Der Geliebte von Katharina, wird durch die Ähnlichkeit mit dem Nomen Gott eher positiv bewertet.

Frage 3

Wie stellt Böll die Katharina dar?

Heinrich Böll stellt Katharina Blum als eine junge, hübsche 27-jährige Frau dar, die bescheiden, eher introvertiert und bieder ist. Als freiberufliche Wirtschafterin hat sie nur ein kleines Einkommen, schafft es aber trotzdem zu einem gewissen Wohlstand. In ihrer Arbeit ist sie sehr gewissenhaft und beliebt durch ihre Ehrlichkeit und Treue. Auch später vor Gericht wird sie immer die Wahrheit sagen. Katharina hält viel von Anstand und Moral. Doch auch eine gewisse Naivität und große Verletzlichkeit sind erkennbar. Dadurch konnte ihr Lebensbild und ihr Stolz nur allzu leicht von der Boulevardpresse gebrochen werden. Ganz und gar gegen ihre Art, verliebt sie sich auf Anhieb in Ludwig Götten und verbringt die Nacht sofort mit ihm. Durch diese Liaison kommt sie in das Kreuzfeuer der Polizei und der Medien. Immer mehr wird sie in die Enge getrieben, bis sie den „Journalisten“ Tötges tötet. Trotz ihres ansonsten so moralischen Verhaltens, sieht sie keine Schuld an dem Mord oder empfindet Mitgefühl. Böll zeigt damit, wie sich im Verlauf des Stückes der Charakter der Katharina immer mehr verändert.

Frage 4

Versuche das Bild von Katharina wiederzugeben, das bei demjenigen entsteht, der nur auf die Berichterstattung der Presse/Zeitung angewiesen ist.

Das zeigt der Film zum Werk von Böll gut:  Als Katharina zum Verhör geführt wird, fotografiert sie ein Journalist. Ein einzelnes Foto auf der Titelseite lässt sie bösartig, berechnend und eiskalt wirken. Dazu große Schlagzeilen, die sich teils aus Spott und teils aus Verleumdung zusammensetzen. Dem Leser wird eine böse Welt offeriert, die seine eigene bedroht und seine idyllische Sicherheit zersprengen könnte. Neben der suggerierten Angst, bleibt aber für den Leser – durch den herablassenden Spott – genug Raum, Wut zu entwickeln. So trauen sich viele „einfache Bürger“ eine Hasstirade gegen Katharina zu führen. Dieses Aufwiegeln der Emotionen steigert beim Leser die Lust nach mehr Sensationen. Die Zeitung muss daher für neue Sensationen sorgen, auch wenn momentan keine existieren. Daher werden Tatsachen verdreht oder erfunden. Sehr detailliert zeigt Böll dies im Reporter Tötges, der aus Katharinas Wohnung einen Bandentreff macht und einen kleinen Umtrunk der Mutter zu einer Orgie hochstilisiert.

Frage 5

Gegen wen richtet sich Bölls Kritik?

Bölls Kritik richtet sich vor allem gegen die Boulevardpresse und deren Reporter. Die skrupellosen Methoden und Techniken solcher Sensationsblätter werden im Werk offensichtlich. Auch stellt sich hier die Frage nach Sinn und Zweck solcher Illustrierten. Auf jeden Fall dienen sie nicht der Berichterstattung, sondern viel mehr der Befriedigung von Sensationsgier. Aber auch das Vorgehen der Polizei ist allein durch das schnellstmögliche Finden eines Täters geprägt. Kommissar Erwin Beizmenne möchte sich in der Öffentlichkeit feiern lassen und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Er geht genauso skrupellos und spöttisch wie die Boulevardpresse mit Katharina um. Gegen Bezahlung arbeitet er mit der „Die Zeitung“ zusammen und gibt vertrauliches Material weiter. Kritik übt Böll aber auch an alle Bürger, die blind den Aussagen der Presse vertrauen und Katharina immer wieder attackierten.

Frage 6

Stelle im Zusammenhang mit dem Untertitel die Situation dar, die zur Veränderung des Verhaltens von Katharina Blum geführt haben!

Der Titel „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ kombiniert mit dem Untertitel „Oder wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“ gibt einen genauen Überblick über den Inhalt und Verlauf des Werkes. Wie unter Frage 3 schon ausgeführt, führt die gesellschaftlich Ächtung und ebenso die dadurch entstehende finanzielle Notlage zum völligen Ruin des bisherigen Lebens von Katharina. Ein Teufelskreis aus dem sie nicht mehr ausbrechen kann. Zuerst agiert Katharina ganz nach ihrer ruhigen und unauffälligen Art. Sie lässt sich die Demütigungen gefallen und reagiert erst, als sie ihren Stolz und Anstand massiv gefährdet sieht. Durch den Tod ihrer Mutter und die dauernden Sensationsberichte bricht dann das erste Mal die Wut hervor und sie zertrümmert ihre Wohnung. Immer mehr Wut sammelt sich an und gipfelt schließlich im Mord an Tötges.

Frage 7

Welche Intentionen zeigen Medien, welche Werte greifen sie an und welche verteidigen sie? Was sind die Funktionen der Massenmedien?

Grundsätzliche Funktionen der Medien sind:

  • Thematisierung
  • Meinungsbildung ermöglichen
  • Kritik oder Kontrolle ausüben
  • Unterhaltung
  • Information

Medien vertreten allgemein Grundwerte wie Demokratie und Pressefreiheit schon aus Selbstzweck, da eine Aufhebung dieser Werte auch das Ende der Medien bedeuten würde. Die Medien sind zu den Tabubrechern unseres Jahrhunderts geworden. Das liegt wohl auch am Druck ständig Neues zu berichten und einem dementsprechenden Fortschrittsdrang. Da – außer den öffentlich-rechtlichen – alle Medien sich über Werbung, also bezahlte Einschaltungen privater Firmen finanzieren, gibt es eine relativ zustimmende Meinung zum kapitalistisch-hierarchischen System. Ethnische, religiöse und politische Minderheiten argumentieren, dass die Standpunkte der ohnehin schon Mächtigen herausgestellt würden und die Meinungen von Minderheiten unberücksichtigt blieben. Medien haben heute die Macht selbst Werte zu schaffen und zu definieren. Denn erst medienrelevante Themen gelangen an die Öffentlichkeit.

tp-linkEs ist zum Haare raufen, egal ob Windows Explorer, Browser oder Word: ständig haben sich geöffnete Fenster nach ein paar Minuten selbst deaktiviert. Das heißt erst wieder mit Maus klicken, bevor ich weiterschreiben oder weiter scrollen konnte. FUUUUUUUUU….! Online habe ich leider zu diesem Problem unter Windows 7 keine passende Hinweise gefunden, also habe ich angefangen nacheinander die Programme zu deinstallieren und geschaut, ob ich so den Problemverursacher finde. Aber nein, nichts tat sich. Bis ich mir schließlich die aktiven Prozesse angeschaut habe. Das geht via Windows Start -> Ausführen -> msconfig -> Dienste. Da habe ich bemerkt, dass mein WLAN-Adapter ungewöhnlich viel Ressourcen verbraucht. Also habe ich ihn erstmal deaktiviert und tatsächlich, plötzlich bleiben die Windows Fenster wieder alle aktiv! Der blöde TP-Link war schuld (genaues Modell: TL-WN821N) oder präziser formuliert: das TP-LINK-Konfigurationstool. Das braucht zum Glück aber eh keiner. Also WLAN-Adapter ausstecken, Konfigurationstool deinstallieren, Adapter wieder anstecken und fertig. Aber liebe TP-LINK, das hat mich einiges an Nerven gekostet und gibt ein fettes dickes Minus in der Mitarbeit!

 

Früher habe ich Jahresvorsätze für Schwachsinn gehalten. Mittlerweile überlege ich mir aber zu Jahresende immer etwas, das ich erreichen oder verändern möchte. Meinen Vorsatz vom Jahreswechsel 2011 auf 2012 habe ich ja nicht ganz so einhalten können. Damals wollte ich Facebook und Twitter nur mehr unterwegs am Handy nutzen, ausgenommen am Wochenende. Das ist mir nicht wirklich gelungen, aber ich nutzte Facebook jetzt ja sogar beruflich in meinem Job als PR-Berater. Damit lässt sich die Nutzung unter der Woche am PC gar nicht vermeiden. Mein privater Social Media Konsum ist aber mit Berufseinstieg automatisch zurückgegangen, weil einfach nicht mehr so viel Zeit dafür da ist.

Für den Jahreswechsel 2013 auf 2014 nehme ich mir vor, ausnahmslos jeden Sonntag um 09:50 Uhr einen neuen Blogartikel zu veröffentlichen. Diesen Vorsatz habe ich schon seit Anfang des Jahres 2013 im Kopf und Mitte des Jahres mit der neuen Domain www.10vor10.at endgültig besiegelt. Jetzt geht es vor allem darum, dieses Versprechen an mich selbst auch langfristig und konsequent einzuhalten. Ich habe mir selbst diese zeitliche Struktur auferlegt, da Bloggen lustig, aber zugleich auch anstrengend ist. Ich brauche also eine disziplinäre Regel, um tatsächlich laufend zu bloggen. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass ich im Jahr 2014 insgesamt 52 Beiträge schaffen werde. 😉

Die Start-up-Szene in Österreich entwickelt sich hervorragend! Pioneers Festivals, eine neue TV-Show und neue Business Angels sprechen da eine deutliche Sprache. Die Welt der Gründer und ihr Leben ist spannend und inspirierend zugleich. Denn gerade Jungunternehmer im IT-Bereich stehen an der Spitze des gesellschaftlichen Fortschrittes!

Aber wie haben erfolgreiche Jungunternehmen ihren Weg gemeistert? Dieser Frage gehen Helmut Pöllinger (GF Brainloop CEE), Baurek-Karlic (GF Venionaire) und ich nach. Wir werden dazu um die 50 Interviews mit erfolgreichen österreichischen Gründern führen und die Ergebnisse in einem Buch veröffentlichen. Laufend aktualisierte Informationen gibt es auch auf unserer Seite www.erfolgsgruender.com

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Die Seite zum Buch: www.erfolgsgruender.com

Für mich bedeutet das Projekt eine neue spannende Herausforderung in meiner Freizeit. Dadurch wird aber etwas weniger Zeit fürs Bloggen bleiben. Trotzdem möchte ich meinem selbstgewählten Domainnamen 10vor10 treu bleiben und jeden Sonntag um 09:50 Uhr einen neuen Blogeintrag veröffentlichen. Eventuell werden die Artikel aber etwas knapper. 😉

Verdammt noch mal, mein 17-jähriges Ich war schon ein bisschen peinlich. Ich brauche da nur meine allererste Homepage aus dem Jahre 2003 anschauen … Technisch war die ja gar nicht so schlecht, aber viele Dinge würde ich heute nicht mehr in die Welt hinaus schreiben. Und wenn ich erst an meine Photoshop-Experimente denke – da hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens darüber. Es ist halt so: Ein Teenager denkt und handelt anders als ein Erwachsener. Ich bin jedenfalls froh, dass die Seiten nicht mehr online sind. Andererseits ist es schön, die eigene Entwicklung nach zu verfolgen. Dies hier ist meine zehnjährige Geschichte im Web:

1. Homepage

1_Homepage_Fabian_Greiler

Meine erste Homepage entstand im Mai 2003. Die Navigationsbutton wurden in Flash 5.0 erstellt. Nutzer mussten mit dem Mauszeiger über die Buttons fahren und schon vervollständigte sich das Wort. Das Banner mit Foto oben habe ich in Photoshop gemacht. Weitere Programme im Einsatz: Dreamweaver und FrontPage. Apropos: Gibt es FrontPage eigentlich noch?

2. Homepage

2_Homepage

Die zweite Homepage startete am 4. Februar 2004 und war rein in Flash konzipiert. Animiertes Logo links oben, animierte Buttons und animierte Scroll-Leiste. Erste Ansätze des FG-Logos sind da schon erkennbar.

3. Homepage

5_Homepage

Die dritte Webseite von 2005 ist eigentlich meine fünfte. Nur haben halt die Versuche drei und vier den Entstehungsprozess nie verlassen. Die Webseite war vollständig in Flash produziert und eigentlich recht cool animiert. Wer auf einen der Buttons klickte, bekam ein neues Fenster eingepoppt. Tja, und es entstand auch ein Intro:

Diese Homepage hatte also bereits die dreistufige Blaufärbung, die ich auch heute noch gerne nutze.

4. Homepage

Als die vierte Webseite 2009 online ging, studierte ich schon in Wien. Die Seite war mit Flash und CSS gemacht. Die 3D-Optik ist selbst gezeichnet und mit Klick auf eines der vier Felder öffnete sich ein neues großes Feld mit weiteren Links.

4_Homepage

Tja, und das war dann mein Abschied von Flash. Denn die Homepage wurde noch im selben Jahr gegen WordPress ausgetauscht.

1_blog

Alles neu macht der Sommer – ich habe den Hoster nach rund vier Jahren gewechselt und damit auch gleich eine neue Domain reserviert.

Ab nun ist der Blog neben efge.at auch unter www.10vor10.at [UPDATE: neu-neue Domain ist derfabian.at] erreichbar. Die alte Adresse werde ich  noch ein Jahr oder etwas länger betreiben und dann einstellen. Die Idee hinter dem Namen efge war einfach unverständlich, nämlich meine Initialen FG zu symbolisieren. EFGE war dann eine Notlösung, nachdem sich  zwei Buchstaben bei einer at-Domain nicht registrieren lassen und andere Variationen schon vergeben waren.

Nun aber wird alles besser werden. 10vor10 klingt weiß Gott nicht wie aufregend, aber der Name soll auf einen neuen Blog-Rhythmus hinweisen und mich selbst zum kontinuierlichen Bloggen motivieren: Jeden Sonntag um 9:50 Uhr möchte ich in Zukunft einen neuen Artikel veröffentlichen.

Denn mit dem Bloggen ist es so eine Sache, einerseits macht es Spaß, aber andererseits ist es auch Arbeit. Wenn ich mir selbst nicht mit diesem Zeitkorsett den nötigen Druck mache, dann schiebe ich das Bloggen immer wieder auf. Das soll es zukünftig nicht mehr spielen: Wir lesen uns wieder nächsten Sonntag um 10 vor 10! 🙂

Es ist wirklich tragisch: So viele Menschen kennen oder nutze einfach nicht das Tastenkürzel Alt + Tab. Für die Arbeitsproduktivität ist dieses Kürzel aber wie Ostern und Weihnachten zusammen. Denn man arbeitet einfach häufig mit mehreren Programmen gleichzeitig, etwa wenn man Daten von einem ins anderen Programm kopieren will oder gewisse Dinge vergleichen muss. Ich zum Beispiel schreibe öfters eine E-Mail an Kunden und komme dann während dem Schreiben drauf, dass ich noch ein paar Kundendetails in der CRM-Software nachschauen muss.

Mit Alt und Tab schnell zwischen zwei Programmen wechseln.

Mit Alt und Tab schnell zwischen zwei Programmen wechseln.

Viele Leute wählen dann folgenden Weg: Maus wird in die Hand genommen und das Programm mit einem Klick auf das entsprechende Icon in der Taskleiste maximiert. Viel schneller geht das aber mit Alt + Tab, womit zwischen den jeweils letzten beiden genutzten Programmen hin und her gesprungen werden kann. Übrigens: Hält man Alt + Tab länger gedrückt, öffnet sich eine Leiste mit allen geöffneten Programmen.

PS: Tabs lassen sich im Mozilla Firefox mit Strg + Tab ansteuern.

Von Doodle, über Google Kalender bis hin zur klassischen E-Mail-Einladung via Outlook-Kalender: Es gibt viele hilfreiche Tools für die Terminvereinbarung. Alles super einfach also? Eher nicht, denn der Alltag zeigt: Vor allem wenn man versucht per Mail über einen längeren Zeitraum einen gemeinsamen Termin zu finden, ist die ganze Sache doch sehr fehleranfällig.

Deshalb gilt wohl auch bei Terminen das journalistische Prinzip des Checks und Re-Checks und manchmal ist wohl auch ein Double-Check notwendig. Das heißt: Termin gefunden und vereinbart? Einfach ein paar Tage später nochmals ein Mail mit den genauen Daten senden und um Bestätigung von Uhrzeit, Tag und Inhalt/Thema des Termins bitten. Das verhindert unangenehme Überraschungen und wenn der Terminpartner dann doch nicht auftaucht, kann der zumindest keine Ausreden verwenden im Sinne von „ich dachte, wir hätte das schlussendlich anders vereinbart …“. Das erspart viel Ärger.

Es ist schwer sich das einzugestehen: Ja, ich wurde Opfer der Homöopathie. O.K. gut, Opfer ist übertrieben, immerhin haben mich homöopathische Mittel nicht vergiftet, aber ich bin ihr schon mal auf den Leim gegangen und das ist frustrierend.

Ich war noch Schüler und – wie sollte es anders sein – für Hausaufgaben mangelte es mir an Konzentration. Eines Tages brachte meine stets gut meinende Mama dann ganz unverhofft ein Fläschchen von der Apotheke mit nach Hause. „Gedächtnis- und Konzentrations-Tropfen“ stand da darauf und darunter „Homöopathische Arzneispezialität“. Tja, und was macht man nicht alles, wenn die Schularbeiten immer näher rücken? Also habe ich das Fläschchen um € 10,–  genommen und mir übel schmeckende Tropfen dreimal täglich auf die Zunge geträufelt. Effekt? Null Komma Josef! Aber man glaubt halt daran. Außerdem: Vielleicht hat es ja doch was geholfen? Oder vielleicht braucht es auch nur mehr Zeit bis es zu wirken beginnt? Zur Sicherheit kaufte meine Mama einfach das nächste Fläschchen und danach das nächste und danach nächste …

Irgendwann hatte er Spaß aber auch ein Ende, denn kosten tun die Dinger ziemlich viel. Schularbeiten & Co. habe ich übrigens trocken gleich gut bestanden. Was ja auch logisch ist, denn die Effektivität von Homöopathie ist wissenschaftlich sehr zweifelhaft.  Aber zumindest die Idee dahinter ist putzig: (Giftige) Grundsubstanzen werden meist mit Alkohol bis fast ins Unendliche verdünnt und dadurch sollen die Substanzen ihre „verborgene, geistartige Kraft“ entfalten können. Wer das jetzt nicht glaubt, vertiefend befasst sich damit die Wikipedia.

Bleibt nur eine Frage ungeklärt: Warum verkauft eine seriöse Apotheke überhaupt dieses Zeug? Gibt es da nicht auch eine Verantwortung der Pharmazeuten gegenüber all den gut meinenden Mamas, Omas und sonstigen Konsumenten?

Bam! Das Jahr 2012 ist Vergangenheit. Zeit um wieder die besten TV-Serien zu küren. Langsam wird das schon fast so etwas wie eine Tradition. Jetzt aber zu den Gustostückerln 2012:

  1. Breaking Bad. Irrsinnig komplexe Charaktertypen, minutiös geplante Handlungsstränge und dramatische Verwicklungen ohne Ende.
  2. Game of Thrones. Kult. „Herr der Ringe“ kann nach Hause gehen!
  3. It’s Always Sunny in Philadelphia. Schwärzer kann Humor gar nicht sein.
  4. Louie. Bekannter Comedian erzählt sein Leben in hyperrealistischer Weise.
  5. The Walking Dead. Schwache zweite Staffel, aber die dritte ist wieder sehr in Ordnung.
  6. Veep. Neueinsteiger der uns zeigt: Auch die Vizepräsidentin der USA muss um Aufmerksamkeit kämpfen.
  7. House of Lies. Ebenfalls ein Neueinsteiger. Die Serie persifliert das Leben von Management Consultants.
  8. Family Guy. Ein Klassiker für die Entspannung.
  9. Parks and Recreation. Das Leben einer sympathischen Bürokratin.
  10. Suits. Meine kleine Sünde: Suits ist „Sex and the City“ für Männer.