PR-Agenturen und PR-Berater aufgepasst! Lesetipps aus der PR-Branche. Im August dabei: Kleinerer Agenturen holen auf, große stagnieren – Warum sehr viele Frauen in PR-Agenturen arbeiten – Mindestlohn für PR-Praktikanten – Kommunikationsverantwortliche übernehmen das Marketing – Neue Influencer-Relations-Software startet.

1.) PR-Branche in Österreich: Kleine und mittlere Agenturen holen auf, große stagnieren.
Die Karten in der PR werden neu gemischt, schreibt Harald Klöckl, Journalist beim Horizont. Er analysiert die Zahlen im ExtraDienst Umsatzranking der heimischen PR-Agenturen und kommt zum Schluss: „Der Abstand zwischen den Kleinen und den Großen schrumpft. Die Großen als Gruppe betrachtet wachsen unterdurchschnittlich und streng genommen gar nicht:  So beträgt zum Beispiel der kumulierte Umsatz der top zehn Agenturen laut Bestseller-Ranking 2013 30,34 Millionen Euro und damit etwas mehr als im Jahr davor (29,77).“

2.) Warum so viele Frauen in der PR-Branche arbeiten
Während in den USA das Verhältnis von Journalistinnen und Journalisten ausgeglichen ist, entwickelt sich die PR zur klaren Frauendomäne. Gründe dafür sind unter anderem bessere Jobaussichten und mehr Gehalt  als im Journalismus, aber auch illusionäre Vorstellungen von PR, geprägt durch Samantha Jones von Sex and the City. Das zumindest schreibt Olga Khazan in der US-amerikanischen Zeitschrift „The Atlantic“.

3.) Der Deutsche Public Relations Verband will keinen Mindestlohn für Praktikanten
Die deutsche Bundesregierung plant die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns inklusive vorgeschriebener Praktikumsvergütungen. Die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) spricht sich gegen Mindestlöhne für Praktikanten aus. „Der Mindestlohn wird beispielsweise dazu führen, dass Unternehmen und Agenturen eine viel härtere Auswahl treffen – denn für überschaubar mehr Geld als dem Mindestlohn können sie bereits fertig ausgebildete Absolventen einstellen. Damit wird vielen Studierenden die Chance auf ein Praktikum komplett genommen“, argumentiert DPRG Bundesvorstand Thomas Lüdeke. Der Situation in Österreich hat sich Alexander Surowiec in einem launigen Kommentar gewidmet. Er findet wiederum: „If you pay peanuts, you get monkeys.“

4.)  Abteilungsleiter für Kommunikation verantworten immer häufiger digitale Inhalte

Chief Communication Officers (CCOs) verantworten immer häufiger Marketingagenden wie beispielsweise Social Media. Neben Social Media spielen für die Kommunikationsverantwortlichen weltweit auch Mobile und Videoproduktion eine zunehmend wichtige Rolle. Für die überwältigende Mehrheit der CCOs steht Content-Publishing auf der Tagesordnung. So die Ergebnisse aus „The Rising CCO“, eine Studie durchgeführt von Spencer Stuart, einem Beratungsunternehmen für Executive Search und Weber Shandwick, eine global agierende Kommunikationsagentur.

5.) Salt.IRM will mit neuer Software Blogger und Unternehmen zusammenbringen
[Update: Salt.IRM gibt es nicht mehr] Das Münster Startup Salt.IRM hat eine neue Influencer-Relations-Software entwickelt. Unternehmen sollen damit einfacher Influencer für ihre Markenbotschaften und Blogger leichter Zugang zu Unternehmen finden. Blogger können sich kostenlos auf salt-irm.com registrieren.

Wer in der PR tätig ist, muss die hiesige Medienlandschaft kennen. Einen wichtigen Part für Kunden im B2B spielen Wirtschaftsmagazine. Es ist immer wieder überraschend, welche riesige Auswahl es da in Österreich gibt. Ich habe eine Liste zusammengetragen und werde diese laufend ergänzen. Darin enthalten sind auch die wichtigsten Hard-Facts und Blattlinien. Los gehts!

WIRTSCHAFTSMAGAZINE IN ÖSTERREICH

TREND
Wirtschaftsmagazin für Industrie und Großunternehmen
Zielgruppe: GF, Vorstände, Direktoren, Führungspersonal eher großer Unternehmen
Auflage: 53.000
Verlag: NEWS Verlag
Site: trend.at
Sitz: Wien

 

GEWINN
Themenschwerpunkte: Geld & Börse, Management & Karriere, IT & Innovationen, Immobilien, Recht & Steuern, Freizeit & Lifestyle
Zielgruppe: GF, Vorstände, Dirketoren, Top-VerdienerAuflage: 71.000
Erscheinungsweise: 11 x jährlich
Verlag: Wailand & Waldstein GmbH
Site: Gewinn.com
Sitz: Wien

 

GELD
Finanzmagazin
Fachmagazin für Geldanlage und Rohstoff-Investments
Zielgruppe: Financial Community + Institutional Investors
Auflage: 40.500
Verlag: 4profit Verlag GmbH
Site: geld-magazin.at
Sitz: Wien

 

a3 ECO
[UPDATE: Ende 2017 wurde der A3 Verlag liquidiert]

Wirtschaftsmedium mit Fokus auf KMU
Zielgruppe: Inhaber, Vorstände, Geschäftsführer und leitende Angestellte in Unternehmen aller Branchen
Auflage: 80.000
Erscheinungsweise: monatlich
Verlag: a3-Wirtschaftsverlag
Site: a3verlag.com
Sitz: Mödling

 

DieWirtschaft
KMU-Wirtschaftsmagazin
Zielgruppe: Geschäftsführer und Inhaber kleiner und mittelständischer Betriebe. Fokus: Nachhaltiges Unternehmertum.
Druckauflage: 23.500
Erscheinsweise: monatlich
Verlag: Österreichischer Wirtschaftsverlag
Site: die-wirtschaft.at
Sitz: Wien

 

INDUSTRIEMAGAZIN
Medium für die produzierende Wirtschaft
Zielgruppe: Entscheidungsträger in Österreichs Unternehmen, kaufmännische und technische Führungskräfte
Auflage: 27.500
Erscheinungsweise: 10 x jährlich
Verlag: Industriemagazin Verlag GmbH
Site: industriemagazin.at
Sitz: Wien

 

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN
Allgemeines Wirtschaftsmagazin. Ausgabe jeweils für Donauraum, Süd und West
Zielgruppen: Hauptsächlich Handel, Gewerbe, Kommunen und öffentl. Institutionen
Auflage: Gesamt: 52.500 / Donauraum: 21.500
Erscheinungsweise: monatlich
Verlag: Wirtschaftnachrichten Zeitschriften Verlags Ges.m.b.H.
Site: www.wirtschafts-nachrichten.com
Sitz: Graz

 

WIENER WIRTSCHAFT
Medium der WKO (auch für den entsprechenden anderen Bundesländer verfügbar).
Zielgruppe: Wiener Unternehmer, WKO-Mitglieder
Auflage: 475.000 / Wien: 97.000
Erscheinungsweise: wöchtentlich
Verlag: Österreichischer Wirtschaftsverlag / WKO
Sitz: Wien

 

DER BÖRSIANER
Fachmagazin für den österr. Kapitalmarkt
Zielgruppen: Top-Entscheider des Kapitalmarkts
Auflage: 10.000
Erscheinungsweise: 5 x jährlich
Verlag: Wayne Media
Site: waynemedia.at
Sitz: Wien

 

VERKAUFEN
Zielgruppe: Vertrieb
Auflage: 4.300
Erscheinungsweise: 6 x jährlich
Verlag: SCIAM
Site: verkaufen.co.at
Sitz: Wien

 

Q1
Q1 ist ein Fachmedium für Qualitätsmanagement und integrierte Managementsysteme
Zielgruppe: Qualitätsmanager, Produktionsleiter, Berater
Erscheinungsweise: 6 x jährlich
Verlag: SCIAM
Site: q1.co.at
Sitz: Wien

 

CHEFINFO
Das Magazin der Führungskräfte
CHEFINFO widmet sich aktuellen Entwicklungen, bemerkenswerten Unternehmen und innovativen Ideen aus dem starken Wirtschaftsraum Oberösterreich.Zielgruppe: Leser der gehobenen Einkommensschicht
Auflage: 21.120 Stück
Erscheinungweise: monatlich (abgesehen Jänner und August)
Verlag: Zielgruppen-Zeitungsverlags GmbH
Site: www.zzv.at

 

Das WirtschaftsBlatt und Medianet sind ebenfalls zu nennen. Als Zeitungen sind sie aber nicht in der Liste enthalten. Ich hoffe, die Liste ist für Angestellte in der Öffentlichkeitsarbeit und PR Tätige relevant. Für weitere Tipps bin ich sehr dankbar. Bitte einfach in die Kommentare posten oder mir ein Mail schreiben.

Gedanken zum Sonntag: Wenn du einen Ratschlag erhälst, dann liegt nicht die große Kunst darin, auf den Rat zu hören. Die große Kunst liegt darin, nur auf die guten Ratschläge zu hören. Das braucht nämlich meist eine gehörige Portion an professioneller Erfahrung.

Vor kurzem bin ich von einer Arbeitskollegin auf „Dumb Ways to Die“ hingewiesen. Ein virales und lustiges Video von der Melbourne Metro Station, die sehr smart für mehr Sicherheit bei Zugstationen wirbt. Spannend ist, dass diese Kampagne 2013 in Cannes  eben auch in der Kategorie „PR“ den Grand Prix gewann. Das Video von der Werbeagentur McCann ist sicher preiswürdig, aber sicher nicht in der Kategorie PR. Es hat sich ja auch nicht primär an Journalisten gerichtet. Dass durch den gewaltigen Erfolg des Videos später auch die Medien auf den Zug aufgesprungen sind, ist jetzt keine besondere PR-Leistung. Dieser Umstand reichte allerdings der Jury schon als Begründung für die Verleihung aus. Jury-Präsident und Ketchum-Chef David Gallagher hob im Ad Age (ich schätze mal via Presseaussendung) hervor, dass die Zeiten der klassischen Presseaussendungen vorbei sind. Er meinte sinngemäß , dass es heute Inhalte braucht, die Leute mitreißen und eine wirkliche Veränderung bringen. Auch keine völlig neue Erkenntnis. Meiner Meinung macht es wenig Sinn, wenn PR-Agentur zu Werbeagenturen werden wollen – da gibt es nämlich schon ausreichend Konkurrenz.

Sehenswert ist das Video aber allemal: