Funny und ein kleiner Stich ins Publizistik-Herz

Your career options as a Publizistik student in Vienna

publizistik

Das steht so im wirklich gut gemachten tumblr-Blog When you really study in Vienna. Ganz so schlimm ist es dann aber auch nicht. Viele Studienkollegen haben gleich nach dem Studium eine gute Stelle bekommen. Voraussetzung sind allerdings massig Praxiserfahrungen und die erwirbt man sich am besten mit Praktika neben dem Studium.

Verdammt noch mal, mein 17-jähriges Ich war schon ein bisschen peinlich. Ich brauche da nur meine allererste Homepage aus dem Jahre 2003 anschauen … Technisch war die ja gar nicht so schlecht, aber viele Dinge würde ich heute nicht mehr in die Welt hinaus schreiben. Und wenn ich erst an meine Photoshop-Experimente denke – da hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens darüber. Es ist halt so: Ein Teenager denkt und handelt anders als ein Erwachsener. Ich bin jedenfalls froh, dass die Seiten nicht mehr online sind. Andererseits ist es schön, die eigene Entwicklung nach zu verfolgen. Dies hier ist meine zehnjährige Geschichte im Web:

1. Homepage

1_Homepage_Fabian_Greiler

Meine erste Homepage entstand im Mai 2003. Die Navigationsbutton wurden in Flash 5.0 erstellt. Nutzer mussten mit dem Mauszeiger über die Buttons fahren und schon vervollständigte sich das Wort. Das Banner mit Foto oben habe ich in Photoshop gemacht. Weitere Programme im Einsatz: Dreamweaver und FrontPage. Apropos: Gibt es FrontPage eigentlich noch?

2. Homepage

2_Homepage

Die zweite Homepage startete am 4. Februar 2004 und war rein in Flash konzipiert. Animiertes Logo links oben, animierte Buttons und animierte Scroll-Leiste. Erste Ansätze des FG-Logos sind da schon erkennbar.

3. Homepage

5_Homepage

Die dritte Webseite von 2005 ist eigentlich meine fünfte. Nur haben halt die Versuche drei und vier den Entstehungsprozess nie verlassen. Die Webseite war vollständig in Flash produziert und eigentlich recht cool animiert. Wer auf einen der Buttons klickte, bekam ein neues Fenster eingepoppt. Tja, und es entstand auch ein Intro:

Diese Homepage hatte also bereits die dreistufige Blaufärbung, die ich auch heute noch gerne nutze.

4. Homepage

Als die vierte Webseite 2009 online ging, studierte ich schon in Wien. Die Seite war mit Flash und CSS gemacht. Die 3D-Optik ist selbst gezeichnet und mit Klick auf eines der vier Felder öffnete sich ein neues großes Feld mit weiteren Links.

4_Homepage

Tja, und das war dann mein Abschied von Flash. Denn die Homepage wurde noch im selben Jahr gegen WordPress ausgetauscht.

1_blog

tri-medial_workingHier will ich zwei Aufsätze aus dem Sammelband „Tri-medial working in European local journalism“ wiedergegeben. Das Sammelband gibt es – mit anderen Seitenzahlen als in der gedruckten Ausgabe – hier zum Downloaden. Bei den zwei Aufsätzen handelt es sich um:

Paukens, Hans; Uebbing, Sandra (2006): Introduction – Prospects of TRIMEDIAL. In: Paukens, Hans; Uebbing, Sandra (Hg.): Tri-medial working in European local journalism. München: Reinhard Fischer, S. 7–12.

Rahofer, Meinrad; Weber, Stefan (2006): Bi-Medialization and Europization: The Journalistic Work in Austria. In: Paukens, Hans; Uebbing, Sandra (Hg.): Tri-medial working in European local journalism. München: Reinhard Fischer, S. 71–90.

Introduction

In der Einführung machen Hans Paukens und Sandra Uebbing klar, dass heute ein oft gehörter Slogan in der Medienszene postuliert: „Ein Inhalt für alle Medien“. Dieser Slogan widerspiegelt die derzeitige Transformation der journalistischen Arbeit. Für Journalisten bedeutet das eine ständige Veränderung der Profession und mehr multimediale Kompetenzerfordernisse. Dabei zeigt sich europaweit im Journalismus eine Tendenz zum multimedialen Arbeiten. Während Bulgarien im Vergleich mit anderen Ländern dem multimedialen Arbeiten hinterher hinkt, ist das multimediale Arbeiten in Rumänien schon stark umgesetzt und in Belgien, Dänemark, Deutschland und Österreich scheint die Entwicklung ziemlich gleichauf zu sein.

 

Bi-Medialization and Europization: The Journalistic Work in Austria
Meinrad Rahofer, Stefan Weber

Die beiden Autoren zeigen: Die Bimedialität beschränkt sich meistens auf die Umwandlung der Print-Inhalte für Web. Laut ihren Studienergebnissen arbeiten bereits 45 % der Journalisten bimedial. Wobei Rahofer und Weber unter „monomedial“  so definieren, dass der journalistische Output nur in einem Medienkanal veröffentlicht wurde. Ich halte diese Definition für wenig sinnvoll, denn damit zählt auch ein Journalist als bimedial, wenn er beispielsweise seinen Text in einem Word-File dem Onlineredakteur schickt und der dann daraus einen Onlineartikel bastelt. Sich auf den journalistischen Output zu konzentrieren zeigt zwar die Mehrfachverwertung von Inhalten auf, aber sagt wenig über die tatsächlich multimedialen Tätigkeiten von Journalisten aus.

Die beiden Autoren meinen dann auch, dass zumindest echte trimediale Arbeit meistens nur von Freelancern (Freien) ausgeübt wird. Kompetenzlücken gibt es bei den Journalisten nicht nur beim Umgang mit CMS-Systemen sondern auch in allen Bereiche des Onlinejournalismus. Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • „Real‘ tri-medial work – covering print media, radio/TV and the net – is still an exception and can possibly mainly be found by some freelancers offering their ideas and stories to many media and adapting them to all media channels.
  • But already at least about fifty percent of the journalists do bi-medial work. In Austria, at the moment, this mainly means converting print articles to the web (doing an online edition of a printed media), but of course also converting radio or TV reports to the web.
  • At the moment, bi-medially working journalists see their lack of competence in the field of content management systems and in all areas connected to online journalism.
  • So the main gaps of Austrian journalists are a missing bi-medial competence and a lacking European/international horizon in their work. Bimedialisation and ‚Europization‘ seem to be the major empirical facts to which the Tri-medial project reacts.“(Rahofer; Weber: 2006: S. 57f; Seitenangabe bezieht sich auf PDF-File)
Agenturinhaberin Eva Mandl sucht neuen PR-Consultant.

Agenturinhaberin Eva Mandl sucht neuen PR-Consultant.

Mein Arbeitgeber Himmelhoch sucht einen neuen PR-Consultant (m/w).  Schnell, umsetzungsstark und stressresistent soll der oder die neue Mitarbeiterin sein. Voraussetzung sind drei Jahre Berufserfahrung, am besten in einer PR-Agentur. Aufgaben umfassen klassische PR-Tätigkeiten wie Verfassen von Pressetexten, Beiträge für Kundenmagazine, Newsletter, Websites, Konzept- und Strategieentwicklung, Organisation von Pressekonferenzen, Redaktionstouren udgl.

Mehr Informationen zur Stellenausschreibung gibt es auf den Seiten des PRVA oder jetzt gleich eine Bewerbung schreiben an Agenturinhaberin Mag. Eva Mandl.

UPDATE: Die Stelle ist bereits vergeben.

Ein guter Texteinstieg ist entscheidend. Fadisiert sich der Leser schon am Anfang, wird er auch nicht weiterlesen. Profis verwenden daher stilistische Mittel, um die Aufmerksamkeit zu stimulieren. Diese Tricks haben mir schon oft beim Schreiben eines Textes geholfen. Das sind die wichtigsten Texteinstiege:

Sager

„Einfach drauflos schreiben, das ist der beste Weg zum guten Artikel“ – Beim Sager steht ein O-Ton oder ein Zitat am Anfang des Textes. Die Aussage muss natürlich spannend, überraschend oder einfach witzig sein.

Schnelleinstieg

„Mit der Tür ins Haus fallen.“ Der Schnelleinstieg zieht die Leser mittels Telegrammstil in die Story.

Eisbrecher

„Wer behauptet Schreiben braucht nur Talent, der lügt.“ Die stärkste Aussage einer Geschichte wird am Anfang präsentiert.

Chronologie

Der Autor gibt einen Vorausblick auf die kommenden dramatischen Ereignisse. z.B.: „Als er am Samstagnachmittag den Blogeintrag schrieb, wusste er nicht, dass es sein letzter sein würde.“

Lapidare Mitteilung

Eine vage Phrase, mit der sich jeder identifizieren kann. „Schon wieder hatte er die Zeit vertrödelt.“

Szene beschreiben

Der Autor beschreibt, was er gerade sieht. „Schnell tippte er die Worte in den Computer, dann aber löschte er sie umgehend wieder und begann von neuem.“

Personenbeschreibung

Als Einstieg wird eine Person beschrieben. Äußeres genauso wie das Innenleben. „Der große Mann sitzt gebeugt über seinem Computer. Sein Blick verrät, dass ihm die Arbeit keinen Spaß macht.“

Anekdote

Es wird eine kleine und typische Geschichte über den Protagonisten erzählt. „Während seine Freunde draußen in der Sonne spielen, verkricht er sich in sein kleines Arbeitszimmer. Er mag die Dunkelheit und die Ruhe. Nur manchmal fühlt er sich etwas einsam.“

Gag

Etwas Amüsantes erfinden.

Die falsche Fährte

Eine doppeldeutige Formulierung, die den Leser zuerst auf eine falsche Fährte lockt. „Es ist kein schöner Anblick: Qualvoll hysterische Schreie hallen durch die Gassen. Ab und zu bricht ein Mädchen mit Weinkrämpfen zusammen. Trotzig werden die Transparenten in die Höhe gehalten, während sich die rund hundert Menschen weiter in Richtung Stadtmitte bewegen. Jeder soll es wissen und jeder soll es sehen: Justin Bieber ist in der Stadt und sein örtlicher Fanclub begrüßt in frenetisch.“

Programmabsatz

Die fünf Ws am Anfang präsentieren, also wer, was, wann, wo und wie.

„Es ist ein ungewöhnlicher Ort zum Bloggen. Gegen 15:00 Uhr spazierte der junge Student Greiler auf der Höhe des Hauptgebäudes der Universität Wien mitten auf die Ringstraße und setzte sich nieder. Dann packte er Laptop und Maus aus und begann zu schreiben. Selbst die laut hupenden Autos störten ihn nicht. Schlussendlich musste in die Polizei abführen. Rätselhaft bleibt der Beweggrund des 27-Jährigen: „Ich hatte einfach Lust dazu“, soll er laut Polizeiprotokoll angegeben haben.

Zusammenfassung: Daniels, George L.; Hollifield, C. Ann (2002): Times of Turmoil: Short- and long-term effects of organizational change on newsroom employees. In: Journalism & Mass Communication Quarterly 79 (3), S. 661–680.

Eine interessante Studien zu den Einstellungen von Journalisten kommt von George L. Daniels und Ann C. Hollifield. Eingangs erwähnen sie, dass der Grund für die hohe Attraktivität des Journalistenjobs die Abwechslung und Vielfältigkeit sind.

In ihrer Längsschnittstudie untersuchen sie die Einstellungen von Journalisten der Nachrichtensendung CNN Headline News. Dabei stellten sie fest, dass Veränderungen in der Organisation zu reduzierter Jobzufriedenheit und reduziertem Engagement führen sowie das Kündigungspotential erhöhen.

Gutes Change Management versucht da

  • Problem zu identifizieren
  • den Change Process einzuleiten
  • diesen zu beobachten und zu unterstützen

Change Management und die Möglichkeit am Wandel zu partizipieren/mitzugestalten verringert Kündigungsabsichten. Durch den Wandel braucht es Journalisten mit neuen Fähigkeiten. Dabei bleibt weniger Zeit für Inhalte und es wird mehr Zeit für die Technik investiert.

Bei CNN Headline News waren große Veränderungen geplant. Es zeigt sich in der Studie, dass die Journalisten negativ dem Wandel gegenüber eingestellt waren. Das verändert auch die Stimmung innerhalb der Redaktion. Wobei hier die Journalisten vor allem ihre intrinsischen Motive bedroht sehen (z.B. Qualität ihres Produktes). Ältere Journalisten sind signifikant reservierter als jüngere Journalisten gegenüber den Veränderungen. Allerdings zeigt sich grundsätzlich, dass sich die Einstellung mit der Zeit wieder verbessert. Dabei zeigt sich auch, dass sich die Einstellung gegenüber dem Wandel schneller wieder verbessert als gegenüber dem Management, der diesen eingeleitet hat.