Journalisten erwähnen es öfters: Das Nachtelefonieren von PR-Agenturen nerve und E-Mails seien grundsätzlich besser. Klingt logisch und nach einer einfach zu befolgenden Anweisung für PR-Leute. Nur leider ist die Realität etwas komplizierter. Denn Journalisten bekommen tagtäglich eine wahre Flut an Mails und manche überlesen dann doch die eine oder andere. Gründe dafür gibt es viele: Zeitdruck oder gerade mit einer anderen Geschichte beschäftigt oder aber die Gewissheit, dass wenn es wichtig ist, sich sicher nochmal wer melden wird. Und so kommt es, dass wir PR-Menschen tatsächlich ein spannendes Thema haben können, die Mail dazu aber einfach untergeht. Ein Anruf ist in solchen Fällen eine echte Serviceleistung.

Deswegen besteht die Herausforderung für einen PR-Berater wohl eher darin, nur die richtigen Journalisten anzurufen. Ebenso herausfordernd ist es, das Thema möglichst präzise und kurzatmig zu präsentieren. Das genaue Gegenteil davon habe ich schon als Praktikant bei der Presse und bei Medianet miterlebt. Dort bekamen die Journalisten Anfragen von PR-Agenturen, die nie und nimmer in das eigene Ressort passten. Das sind dann auch die Anrufe, die wirklich nerven!

Care-O-Bot grasping an object on the table

Roboter als Pfleger? Symbolbild: CC Jiuguang Wang

Meine Eltern haben seit kurzem (wieder) einen Computer und Internetanschluss. Das hat mich einige Nerven gekostet, denn immer wieder musste ich ihnen die Bedienung von Windows und Internetdiensten wie Skype oder Facebook erklären und Fragen beantworten, die für mich so selbstverständlich sind. Für meine Eltern scheint einfach so vieles so kompliziert zu sein und ich glaube, das liegt auch an ihrer unbegründeten Angst Fehler zu machen. Beim Umgang mit dem Computer unterscheidet sich die Generation meiner Eltern und die meine jedenfalls grundlegend was die Einstellung und die Herangehensweise betrifft.

In der Wissenschaft werden diese Generationsunterschiede mit zwei Begriffen festgemacht: Als Digital Natives werden jene Menschen bezeichnet, die bereits mit der digitalen Technologie aufgewachsen sind und sich damit dementsprechend leicht tun. Digital Immigrants sind hingegen jene, die den Umgang mit Internet & Co. erst im Erwachsenenalter erlernen müssen. Das ist ein evolutionärer Verlauf und sicher nicht einmalig. Deshalb frage ich mich schon: Was könnte meiner Generation einmal im Alter schwer fallen? Wo werden wir einst auf eine neue Technologie stoßen, mit denen die Jüngeren ganz selbstverständlich aufwachsen, die bei uns aber für leichtes Unbehagen sorgt?

 

Wir als „Robotic Immigrants
Genau so etwas könnte meiner Generation bei der Integration von Pflegerobotern in den Alltag bevorstehen. Diese Art der Technologieanwendung ist nämlich keineswegs nur in der Science-Fiction vorstellbar. Fakt ist jedenfalls, dass immer mehr Menschen immer älter werden und dementsprechend viele Leute Pflegehilfe benötigen. Der Markt ist stark wachsend und noch dazu extrem lukrativ, es dürften sich also irgendwann auch die gigantischen Entwicklungskosten bezahlt machen. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass in 50 oder 60 Jahren Roboter bereits filigrane und komplexe Aufgaben erledigen werden. Nur eines scheint noch unsicher zu sein und zwar wie der Faktor Mensch darauf reagieren wird. Egal mit wem ich über dieses Thema spreche, keiner kann sich so wirklich vorstellen, von einem Roboter jeden Tag aus dem Bett gehievt zu werden, die Körperhygiene erledigt zu bekommen oder auf die Toilette begleitet zu werden. Es fehlt einfach das Vertrauen in diese seelenlosen Dinger, weil wir mit Robotern in unserem alltäglichen Leben noch zu wenig konfrontiert sind. Ich denke aber, dass nachkommende Generationen das viel unproblematischer sehen werden. Sie werden als Robotic Natives gelten, während wir uns als Robotic Immigrants erst mühselig überwinden werden müssen.