Social Media nutzen Unternehmen, Politiker und Private gleichermaßen. Verständlich, kann man doch damit relativ einfach seine Inhalte und Ideen fördern und außerdem seine Zielgruppe pflegen und informieren. Nur leider übertreiben es viele in ihrer Euphorie maßlos: Jede zehn Minuten ein Status-Update, das nervt! Genauso wie wenn gleichzeitig zehn oder mehr Tweets raus geschossen werden und dann war es das wieder für die nächsten zwei Tage. Diese Art der Informationsweitergabe ist einfach nur miserabel! Dabei wäre das gar nicht nötig, denn dafür gibt es ja HootSuite.

Mit dem Service kann man einfach Status-Updates für Facebook oder Tweets für Twitter vorschreiben und braucht dann nur mehr gewünschten Termin und Zeit für die Veröffentlichung angeben. So ist perfekte Verteilung der eigenen Social Media-Aktivität über den ganzen Tag und sogar am Wochenende gewährleistet, auch wenn man nicht gerade vor dem Computer sitzt. Zusatzplus: Man kann auch Status-Updates für die eigene Fan-Page in Facebook einplanen. HootSuite ist in der Basisvariante kostenlos.

 

„Wir brauchen mehr Facharbeiter!“ – fordert jeder echte und vermeintliche Arbeitsmarkt-Experte. Tatsächlich aussagen tun sie damit aber wenig. Es ist schon klar, ein Schlosser oder Elektroinstallateur ist begehrt, aber nach meinem Dafürhalten haben beispielsweise Tischler eher schlechte Karten. Alle drei können aber als Facharbeiter bezeichnet werden. Wo gibt es wirklich mehr Bedarf als Personal? Wikipedia zählt auf: Ärzte, Vulkaniseure, Elektroinstallateure, Ingenieure, Mathematiker, Naturwissenschaftler, Datenverarbeitungsfachleute und Techniker. Man könnte annehmen, dass der Arbeitsmarktservice (AMS) mit offenen Stellen in diesen Bereichen nur so geflutet wird. Weit gefehlt, die meisten offenen Stellen gibt es in Österreich im Tourismus. Was im ersten Augenblick verwirrend erscheint, ist ziemlich logisch: Im Tourismus und anderen Sparten braucht man quantitativ einfach mehr Leute. Die Top Ten der meistgesuchten Berufe liest sich dann laut AMS so:

  1. Kellner
  2. Warensortierer, -verpacker
  3. Reinigungskräfte
  4. Köche
  5. allgemeine Verkäufer
  6. Lagerarbeiter
  7. Kochgehilfen
  8. allgemeine Hilfsarbeiter
  9. Elektroinstallateure
  10. Verkäufer Lebensmittel

Zu beachten ist, dass es sich hier nur um die dem AMS gemeldeten offenen Stellen handelt, bei höher qualifizierten Jobs verzichten Unternehmen oft auf den AMS und inserieren ausschließlich in Zeitungen oder Jobbörsen. Spannend ist die Liste aber allemal.

Viele arbeitslose Naturwissenschaftler?
Und wenn wir schon beim Bashing von flapsig gemachten Aussagen sind: „Uns fehlen Naturwissenschaftler“ ist so pauschal auch nicht richtig. Massig Studierende gibt es etwa in der Biologie und in persönlichen Gesprächen höre ich immer wieder, dass die schwer einen Job finden. Laut dieser Statistik des AMS kam im Jänner 2012 die zweitgrößte Gruppe an arbeitslosen Akademikern aus den „Naturwissenschaften“, insgesamt 1.474 waren arbeitslos gemeldet. Nur in den „Sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Studien“ gab es mit 2.260 noch mehr arbeitslose Akademiker. Die Statistik kann man aber nur mit Vorbehalt betrachten: Es wird nämlich nicht erklärt was unter Naturwissenschaften subsumiert wurde oder das Verhältnis von Arbeitslosen zu (adäquat) Beschäftigten ausgewiesen. Verbesserungsfähig aber immer noch aussagekräftiger ist da schon der Karrierewegweiser.

Vom selbst gemachten Mangel
Und noch was stört mich bei der Diskussion um Fachkräftemangel, Mismatch und „studier was Gescheites“: Als ich noch zur Schule ging, wurde allen Maturanten abgeraten Lehrer zu werden. Heute müssen Lehrer teuer aus der Pension geholt werden. Diese 180-Grad-Wendung spielte sich übrigens innerhalb von zehn Jahren ab! Da stellt sich doch die Frage: Kann der Bedarf wirklich nicht besser vorhergesagt werden? Wenn der Wikipedia-Artikel stimmt, dann gilt die gleiche Schweinezyklus-Logik für die Ärzte. Denn im Gegensatz zu Maschinenbautechnik gibt es ja mehr als genügend junge Menschen die Medizin studieren wollen. Natürlich muss die Ausbildung qualitätsvoll sein, natürlich muss selektiert werden, natürlich hat man nicht von heute auf morgen unendlich mehr Ressourcen – aber wenn man schon weiß, dass es einen Bedarf an Ärzten gibt, dann müsste man doch alles daran setzen mehr Studienplätze anbieten zu können. Ärzte müssten dann auch schnell gut bezahlte Arbeit finden und davon profitiert wiederum Gesellschaft und Staat. Einen Mangel dürfte es meiner Meinung also nur geben, wenn sich einfach zu wenige für einen Bereich interessieren oder wo die Ausbildung so schwer ist, dass sie nur wenige schaffen. So gravierende Fehler wie bei den Lehrern, oder vielleicht in Zukunft bei den Ärzten, dürfen nicht passieren.  Für gute Prognosen und Analysen braucht es anscheinend dann doch ein paar dieser „taxifahrenden“ Sozialwissenschaftler.

Foto: CC | Charles & Hudson