Digitale Plattformen gibt es wenige, wenn man den Begriff sehr eng fasst. Glaubt man dem Wiktionary, dann hat das Wort Plattform folgende Bedeutungen:

[1] ebene, (erhöhte) Fläche
[2] separate Stehfläche in Bahnen, Bussen
[3] Basis für Auftritte

Die letzte Begriffserklärung ist wohl eine passende Beschreibung für digitale Plattformen. Wir können Plattform als etwas verstehen, dass die Anwendung von anderen Diensten und Auftritten überhaupt erst ermöglicht. Neben spezieller Software kann man dazu wohl auch Hardware zählen. Die derzeit meist beachteste sind Tablet-Computer.


Der Hype um das iPad 

Bekanntester Ableger davon ist Apples iPad. Das Gerät schlägt hohe mediale Wellen. Neben der technischen Raffinesse liegt das wohl daran, dass Verlagshäuser es als den Heilsbringer gegen ihren dahinsiechenden Absatz betrachten. Die Hoffnungen scheinen auch begründet, liegt doch der Zweck des iPads im digitalen Medienkonsum. Manche Medienvertreter hoffen offenbar auch, den Fluch des Internets mit seiner Gratiskultur abschütteln und am iPad Geld verlangen zu können. Ganz im Gegensatz zum konventionellen Internet eben, so zumindest Christian Krebs auf journalist.at. Das Liebesglück zwischen Verleger und Apple hielt aber nur kurz: Wenig überraschend möchte Apple nicht nur durch den Verkauf des IPads Geld verdienen. Das heißt, Verlage werden gezwungen eine Umsatzprovision von 30% zu zahlen und auch den Kauf der Inhalte über Apples iTunes Store zu ermöglichen. Besonders bitter für die Verlage ist, dass sie den Kontakt zur ihre Kunden verlieren. Es ist ein offenes Geheimnis: Nicht nur Google und Facebook verdienen an zielgruppenrelevanten Kundendaten wie Alter, Geschlecht und Beruf, sondern eben auch Zeitungs- und Zeitschriftenverlage. Einen bissigen Kommentar zu dieser Tatsache hat Thomas Knüwer geschrieben. Es ist ein Treppenwitz der Internetgeschichte, dass nun ausgerechnet das verhasste Google zur Hilfe eilt. Google ist mit dem Betriebssystem Android für Tablet-Computer der größte Konkurrent von Apple. Über den Android-Market kann man ebenso Medieninhalte kaufen, dafür verlangt Google nur 10% Prozent Umsatzprovision. Die Verlage dürfen also hoffen, dass Google gegenüber dem Marktführer Apple an Boden gewinnt.

 

Smartphone die neue digitale Plattform schlechthin
iPad & Co. stehen derzeit im Rampenlicht. Dabei sind Tablet-Computer noch ein Nischenprodukt. Smartphones dagegen sind echte Renner. Bereits 32% der österreichischen Handy-Kunden benutzen ein solches. Überall und jederzeit online, das ist mit dem Smartphone möglich. Wer zum Beispiel häufig Straßenbahn fährt, möchte so ein Handy nicht mehr missen. Wartezeiten kann man optimal nützen. Auch bei Smartphones hat Apple mit dem IPhone die Vorreiterrolle übernommen. Allerdings wächst der Marktanteil von Google und dessen Betriebssystem Android. Auch Microsoft möchte kräftig mitmischen, erst vor kurzem hat das Unternehmen einen Deal mit Mobilfunkhersteller Nokia getroffen. Demnach werden in Zukunft alle Nokia-Geräte mit Windows Phone laufen. Einen anderen Weg geht der Mobilfunkhersteller Samsung: einerseits verwendet man Googles Android und Windows Phone, andererseits hat man ein eigenes Betriebssystem namens Bada entwickelt.

Auf alle Fälle boomt der Markt, dementsprechend viele Anwendungen gibt es, die speziell für die Internetnutzung am Handy entwickelt wurden. Der Social Network-Dienst „Foursquare“ nutzt zum Beispiel das häufig eingebaute GPS von Smartphones. Auch Twitter und Facebook sind beliebte Anwendungen. So erlauben Smartphones eine neue Art der Kommunikation: Für Geburtstagseinladungen versendet man keine SMS mehr, sondern postet das auf Facebook und alle Freunde wissen Bescheid.


Internet-TV
Noch wenig Beachtung hat das Internet am Fernsehgerät erhalten. Dabei gibt es schon genügend Geräte mit Internetanschluss zu kaufen. Früher oder später wird das ein großes Thema werden. Diese Entwicklung wird auch einige Veränderungen für die Fernsehsender mit sich bringen: Stur abgespielte Fernsehprogramme sind Auslaufprodukte, „on demand“ wird Standard. Das man vor dem Fernseher sitzt und seiner Lieblingssendung entgegenfiebert, wird bald der Vergangenheit angehören. Zeiten werden nur mehr bei Live-Ereignissen, wie zum Beispiel bei einem Fußballspiel, Relevanz haben.

Wie sehr das Internet auch andere Medien beeinflusst, sieht man gut am Beispiel der Sendung Club 2 im ORF. Während dort die geladenen Gäste mit- und gegeneinander diskutieren, machen dasselbe die Zuseher auf Twitter. Dieses Beispiel macht anschaulich, dass alle Medien anfangen müssen – ob sie wollen, oder nicht – ihren Konsumenten zuzuhören und mit ihnen zu kommunizieren. Das wird für den Erfolg maßgebend sein. Wer aber zuhören muss, wird auch Unangenehmes zu hören bekommen. Der gemütliche Kommunikationsmonopolismus ist vorbei, wenn er denn je existiert hat.


Fazit
Neue Plattformen schaffen neben neuen technischen Anwendungen auch neue soziale Realitäten. Das Internet ist die zentrale Grundlage all dieser neuen digitalen Plattformen, egal ob am Tablet-Computer, am Smartphone oder am Fernsehgerät. Es handelt sich um Plattformen, weil sie für andere Anwendungen die Basis bilden. Erfreulich ist, dass die neuen Technologien dem Konsumenten viel mehr Kritik- und Gestaltungsmöglichkeiten liefern, sofern er das möchte.

Schutz der Person gibt es im Straf- als auch im Zivilrecht. Über die strafrechtlich relevanten Paragraphen, sowie die des Mediengesetzes, habe ich schon vor längerem gebloggt. Im Gegensatz dazu, kann man mittels zivilrechtlicher Paragraphen Schadenersatz verlangen. Die wichtiges Paragraphen sind:

 

§ 16 ABGB
Jeder Mensch hat angeborne, schon durch die Vernunft einleuchtende Rechte, und ist daher als eine Person zu betrachten. Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.

Laut Gruber stellt § 16 ABGB eine Generalsklausel des Persönlichkeitschutzes dar. Aus diesem Paragraph wird das jedermann angeborene Persönlichkeitsrecht auf Achtung seines Privatbereichs und seiner Geheimsphäre abgeleitet. (vgl. Gruber, 2006: S. 48)[1. GRUBER, Angelika: Medienrecht und neue Medien. mit besonderer Berücksichtigung des Internet. Wien: LexisNexis Verlag ARD ORAC GmbH & Co KG. 2006]


§ 43 ABGB

Wird jemandem das Recht zur Führung seines Namens bestritten oder wird er durch unbefugten Gebrauch seines Namens (Decknamens) beeinträchtigt, so kann er auf Unterlassung und bei Verschulden auf Schadenersatz klagen.

Auch das Namensrecht stellt ein Persönlichkeitsrecht dar. Es ist nicht nur der Name einer Person, sondern auch die damit identifizierte Persönlichkeit geschützt. Grundsätzlich kann zwischen Namensbestreitung und Namensanmaßung unterschieden werden. Hier soll nur die Namensanmaßung besprochen werden, ist sie doch für Aussagen im Web 2.0 viel wichtiger. Der fremde Name wird dabei zur Kennzeichnung der eigenen Person missbraucht, oder der rechtmäßige Träger wird zwar gekennzeichnet aber in Verbindung mit Waren oder Unternehmen gesetzt, wodurch ein falscher Eindruck erweckt werden kann. Es gilt allerdings auch, dass alleine wenn die schutzwürdigen Interessen des Genannten verletzt werden, dieser sich mittels § 43 ABGB wehren kann. (vgl. ebd.: S. 50)


§ 1328a ABGB
(1) Wer rechtswidrig und schuldhaft in die Privatsphäre eines Menschen eingreift oder Umstände aus der Privatsphäre eines Menschen offenbart oder verwertet, hat ihm den dadurch entstandenen Schaden zu ersetzen. Bei erheblichen Verletzungen der Privatsphäre, etwa wenn Umstände daraus in einer Weise verwertet werden, die geeignet ist, den Menschen in der Öffentlichkeit bloßzustellen, umfasst der Ersatzanspruch auch eine Entschädigung für die erlittene persönliche Beeinträchtigung.

(2) Abs. 1 ist nicht anzuwenden, sofern eine Verletzung der Privatsphäre nach besonderen Bestimmungen zu beurteilen ist. Die Verantwortung für Verletzungen der Privatsphäre durch Medien richtet sich allein nach den Bestimmungen des Mediengesetzes, BGBl. Nr. 314/1981, in der jeweils geltenden Fassung.

§ 1328a ABGB ist noch relativ jung. Erst am 1.1.2004 trat er in Kraft. Damit wurde die Wahrung der Privatsphäre ausdrücklich im Gesetz verankert. Dieser Paragraph ist deswegen so interessant, weil damit vor allem die Verletzung der Privatsphäre von Privatpersonen geregelt wird. Wobei in bestimmten Fällen auch juristische Personen nach § 1328 geklagt werden können. Die Verletzung der Privatsphäre durch Medien wird weiterhin vom MedienG bestimmt. (vgl. ebd.: S. 56)


§ 1330 ABGB
(1) Wenn jemandem durch Ehrenbeleidigung ein wirklicher Schade oder Entgang des Gewinnes verursacht worden ist, so ist er berechtigt, den Ersatz zu fordern.

(2) Dies gilt auch, wenn jemand Tatsachen verbreitet, die den Kredit, den Erwerb oder das Fortkommen eines anderen gefährden und deren Unwahrheit er kannte oder kennen mußte. In diesem Falle kann auch der Widerruf und die Veröffentlichung desselben verlangt werden. Für eine nicht öffentlich vorgebrachte Mitteilung, deren Unwahrheit der Mitteilende nicht kennt, haftet er nicht, wenn er oder der Empfänger der Mitteilung an ihr ein berechtigtes Interesse hatte.

Manchmal fällt es schwer die Übersicht über alle Termine zu behalten. Oft liegt es daran, dass man zwei oder drei Kalender unabhängig voneinander benützt: zum Beispiel einen am Smartphone Samsung Wave, einen online mit Google Kalender und den dritten in Outlook. Dieses Chaos muss nicht sein – Synchronisation heißt das Zauberwort! Das Beste daran: es ist relativ einfach den automatischen Datenabgleich einzurichten.


Zwischen dem Google Kalender und Bada, Betriebssystem für das Smartphone Samsung Wave, funktioniert das folgendermaßen:

Den Kalender von Bada öffnen, dort zuerst auf „Einst.“ und dann auf „Kalender synchronisieren“ drücken. Im öffnenden Menü „Exchange ActiveSync“ drücken und die persönlichen Daten eingeben. Wie man dabei genau vorgeht, wird auf computerbase gut erklärt. (In der Anleitung wird „@googlemail.com“ angegeben, ich musste aber „gmail.com“ eingeben.)

Leider ist bei mir ein Problem ungelöst: Beim Synchronisieren werden am Wave alle Termine eine Stunde verspätet eingetragen. Wenn also der Termin um 16:00 Uhr ist, wird dieser am Wave um 17:00 Uhr angezeigt. Auf Sommerzeit umstellen, wie auf computerbase geraten, hilft bei mir nicht. Ich hoffe, dass dieses Problem durch ein Firmware-Update von Bada bald beseitigt wird.


Outlook und Google Kalender
E-Mails lese ich mit Outlook. Einer der Gründe dafür ist übrigens das grottenschlechte Webmail-Programm meines Hosters world4you.com. Nachteil ist natürlich, dass die Termine nicht online stehen. Ich will aber alle Termine stets verfügbar haben, darum synchronisiere ich sie von Outlook zu meinem Google Kalender. Mit Google Calendar Sync geht das auch kinderleicht.


Desktop Sidebar und Google-Erinnerungsmails
Als weitere Erinnerungsstütze habe ich Desktop Sidebar installiert. Dieses Programm zeigt die Termine des Outlook-Kalenders am Desktop an. Eine Alternative dazu ist Google Desktop. Bei mir funktioniert die Anwendung leider nicht, da Google mein mobiles Internet nicht erkennt.

Auch Erinnerungsmails von Google helfen beim Kampf gegen das Vergessen. Dazu im Google Kalender einfach auf „Einstellungen“ unter „Meine Kalender“ klicken, im öffnenden Menü auf „Kalender“ und dann auf „Benachrichtigungen“ klicken.


Update: 05.04.2011

Mit dem Update von Bada scheint nun auch die Synchronisation des Kalenders ohne Zeitverschiebung um eine Stunde zu funktionieren. Hallelujah! Ich musste allerdings das bestehende Exchange Sync Konto löschen und neu anlegen sowie in den Kalender-Einstellungen auf Push-Synchronisation umstellen. In Foren habe ich gelesen,  dass es nach einiger Zeit grundlos wieder Probleme gab – ich bin schon gespannt…

Foto: CC Alan Cleaver | flickr.com

Ja. Ein e-Reader/Tablet-Computer könnte die traditionellen Printmedien aus der Krise führen. Aber: Es kann nicht irgendein Tablet sein und bestimmt nicht das iPad von Apple. Der Retter der Printmedien kann nur ein Gerät sein, das von den Verlagen selbst produziert wird.

 

Als in Verlagen Wörter nicht nur geschrieben sondern auch vervielfältigt wurden

Bevor Radio und Fernsehen erfunden wurden, waren Zeitungen das einzige und damit uneingeschränkte „Massenmedium“. Massenmedium ist deshalb in Anführungszeichen zu schreiben, weil die damaligen Zeitungen wenig mit den heutigen Printprodukten gemeinsam haben. Der damalige Erfolg der Zeitungen lag sicher auch daran, dass sich nur Verlage große Druckerpressen leisten konnten. Sie waren damit Monopolisten was das Produzieren von Nachrichten angeht. Heute wird die technische Vervielfältigung der Wörter immer weiter outgesourct, trotzdem gehörte das zur ureigensten Aufgabe der Zeitungsverlage!

 

Wenn Verlage einen Tablet-Computer produzieren würden

Verlage könnten mit einem eigenen Tablet diese technische Vervielfältigung wieder an sich reißen. Finanziell wie technisch ist so ein Gerät jedenfalls machbar, wenn sich nur alle deutschen bzw. deutschsprachigen Verlage darauf verständigen könnten. Mit einem solchen Tablet könnten journalistischen Angebote besonders genau und überzeugend auf ein technisches Gerät abgestimmt werden. Außerdem hätte man gegenüber Apple einen riesigen Vorteil: Noch sind Zeitungen viel näher am Bürger als ein Konzern aus der USA. Zeitungen genießen großes Vertrauen und wenn alle Zeitungen das gleiche Produkt bewerben würden, hätte man ein Meinungsmonopol gebündelt mit einer unglaublichen Reichweite. Das neue Tablet könnten auch preislich eine Kampfansage sein: Man verkauft das Tablet besonders günstig, verknüpft damit aber ein Bezahlabonnement. Damit würde man vor allem eine jüngere Leserschaft an das Medium binden, eine Zielgruppe die derzeit besonders arg wegbricht. Schlussendlich wäre das „Zeitungstablet“ eine angemessene Reaktion gegen Apple, Google & Co., die derzeit immer mehr zur (überlegenen) Konkurrenz von Verlagen werden.

Graddol (1997) notes that the dominance of OECD countries is being eroded as Asian economies continue to grow. As the population of the rich countries is aging, more and more young adults are now in Asia and Latin America and, as a consequence, other languages will emerge. Nevertheless, Graddol does not see English in immediate danger. He believes it will be challenged in some regions of the world. His view is supported by economists, cultural theorists and political scientists, which state that a new world order will appear in the 21st century.

In contrast to this skeptical view regarding the future of English as a lingua franca, the Guardian Weekly (2004) published an article about the use of English in China. The school system in China puts a lot of effort into improving the English skills of its students. For example, a new curriculum was introduced focusing more on computer-assisted learning and making basic-level English a mandatory requirement for all degree courses. The Guardian Weekly cited Professor Li Yong-tao, a professor of English language and culture at Shanghai University, who said that for some people English is even more important than Chinese. The reason is that speaking English is closely associated with better jobs. However, English has become so influential in Chinese society that critical voices are more and more heard. Some people are scared that Chinese may be corrupted by such a heavy emphasis on English.

But these worries do not only exist in China. In Austria some people are also apprehensive regarding the growing influence of English: switching to an English-based curriculum at the universities would mean to give up German as a scientific language. Georg Winckler, the former rector of the University of Vienna, promoted the model of “multilingualism”, courses are taught in German but visiting professors lecture in English. In contrast, Katrin Schäfer, a German biological anthropologist at the University of Vienna, noted that the University need people from around the world; with the current emphasis on German, this is not possible. The status quo no longer works, a transition is required. “But it is for the best”, Schäfer argues. (Bohannon, 2007).

Kein Rechtsgebiet wird so kontrovers diskutiert wie das Urheberrecht. Zum einen wird es für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung immer wichtiger und zum anderen werden durch das Internet seine Schwächen besonders offenkundig. Die Geschichte des Urheberrechts und die wichtigsten Bestimmungen will ich kurz wiedergeben.

Ein Ding, mehrere Namen
Das Urheberrecht zählt zu den sogenannten Immaterialgüterrechten. International setzt sich zunehmend der Begriff des „Geistigen Eigentumes“ durch. Im deutschsprachigen Raum wird ebenso die englische Bezeichnung „intellectual property“ gebraucht. Urheberrecht hat man an unkörperliche Güter und die bedürfen eines besonderen Schutzes. (vgl. Knecht-Kleber, 2008: S. 5ff)[1. Knecht-Kleber, Christine Katharina (2008): Die Verwirkung im Immaterialgüterrecht. Wien: Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung GmbH]

Die Geschichte des Urheberrechtes
Das Urheberrecht ist ein relativ junges Recht. In der Antike und im Mittelalter war ein Recht an der geistigen Schöpfung noch weitgehend unbekannt. Verständlicherweise begann die Entwicklung des Urheberrechtes mit dem Buchdruck, damit wurde der Schutz vor Nachdrucken virulent. Die sogenannten Druckprivilegien schützten aber nicht die Urheber sondern die Verlagsunternehmungen und waren ein Hilfsmittel der staatlichen Zensur. Die Verlage sahen demnach die veröffentlichten Werke als ihr Eigentum. Erst im 18. Jahrhundert begann sich die Theorie vom geistigen Eigentum durchzusetzen. Das ist der Beginn der modernen Urheberrechtsentwicklung. 1806 gab es erstmals in Österreich ein Recht des Verfassers auf sein Werk. Weitere wichtige Stationen in der Entwicklung waren die Urheberrechtsgesetze im Jahre 1895 und 1936. Das Urheberrecht von 1936 wurde mit Anschluss an das Deutsche Reich aufgehoben und nach dem Zweiten Weltkrieg wiedereingeführt. Seitdem wurde es vierzehnmal novelliert. Durch neue Technologien und der damit verbundenen Gesetzgebung der Europäischen Union kommt wieder Dynamik in die Entwicklung des Urheberrechts. (vgl. Tonninger, 1998: S. 41ff)[2. Tonninger, Bernhard (1998): Copyright und Urheberrecht im Internet. Aktuelle, globale Rechtsentwicklungen unter Berücksichtigung von Datenbanken und Lösungsverschläge zur Providerhaftung und zur Behandlung neuer Internetphänomene. Graz: dbv-Verlag für die Technische Universität Graz]

Wer ist Urheber

§ 10 des Urheberrechtsgesetzes besagt:
(1) Urheber eines Werkes ist, wer es geschaffen hat.
(2) In diesem Gesetz umfaßt der Ausdruck „Urheber“, wenn sich nicht aus dem Hinweis auf die Bestimmung des Absatzes 1 das Gegenteil ergibt, außer dem Schöpfer des Werkes auch die Personen, auf die das Urheberrecht nach seinem Tode übergegangen ist.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist noch die Vermutung der Urheberschaft nach § 12:
(1) Wer auf den Vervielfältigungsstücken eines erschienenen Werkes oder auf einem Urstück eines Werkes der bildenden Künste in der üblichen Weise als Urheber bezeichnet wird, gilt bis zum Beweis des Gegenteils als Urheber (§ 10, Absatz 1) des Werkes, wenn die Bezeichnung in der Angabe seines wahren Namens oder eines von ihm bekanntermaßen gebrauchten Decknamens oder – bei Werken der bildenden Künste – in einem solchen Künstlerzeichen besteht.

(2) Dasselbe gilt von dem, der bei einem öffentlichen Vortrag, einer öffentlichen Aufführung oder Vorführung, bei einer Rundfunksendung oder öffentlichen Zurverfügungstellung des Werkes auf die im Absatz 1 angegebene Art als Urheber bezeichnet wird, wenn nicht die im Absatz 1 aufgestellte Vermutung der Urheberschaft für einen anderen spricht.

Das heißt, wird jemand gewöhnlich als Autor eines Werkes genannt, ist er auch rechtliche gesehen der Urheber – bis das Gegenteil bewiesen werden kann. Geschützt ist, was ein Werk ist. Die Voraussetzungen für ein „Werk“ wurden in den letzten Jahrzehnten immer weiter heruntergesetzt. So kann man davon ausgehen, dass nahezu ein jeder Text, Ton, Bild, Video und ähnliches ein Werk darstellt. (vgl. Handig, 2009: S. 75)[3. Handig, Christian: Die Berechtigung zur Werknutzung bei unbekannten Nutzungsarten. In: Bogendorfer, René J. / Ciresa, Meinhard (Hg.) 2009: Urheberrecht. Werbung – Telekommunikation – Internet. Wien: Linde Verlag Wien Ges.m.b.H. S. 75-86] Dabei war die Anerkennung von Urheberrechten noch am Anfang des 20. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit. So argumentierte zum Beispiel H. C. Carey, dass Kopernikus, Newton und viele andere nur ein Allgemeingut sprachlich ausformulierten. Die Welt wäre demnach heute genauso weise, wenn sie nicht gelebt hätten. (vgl. Schimana, 2008: S. 37)[4. Schimana, Markus (2008): Neue Medien und das Urheberrecht. Debatten in der historischen und derzeitigen Entwicklung des Urheberschutzes. Diplomarbeit. Universität Wien]

Gründe für das Urheberrecht

Das Urheberrecht ist auch heute noch umstritten. So wird oftmals moniert, dass das derzeitige Urheberrecht geistiges Schaffen und Kreativität verhindere. Argumenten für das Urheberrecht lassen sich dagegen aufteilen in a.) naturrechtliche, b.) wirtschaftliche, c.) kulturelle und d.) soziale.

a.)    Der Urheber kreiert ein Werk und im Werk spiegelt sich auch seine individuelle Persönlichkeit wider. Darum hat er auch ein Recht die Früchte aus seiner Arbeit zu ziehen.
b.)    Es wird herausgestrichen, dass gerade heute für die Schöpfung mancher Werke umfassende Investitionen nötig sind. Würden sich diese Investitionen nicht rentieren, würden auch keine Investitionen mehr getätigt. Und damit würde auch Fortschritt und Wohlstand gefährdet.
c.)    Durch Neuschöpfungen wird die Kultur weiterentwickelt und daher ist eine Belohnung für Neuschöpfungen auch im Interesse der Allgemeinheit.
d.)   Der Urheber hat aus moralischen Gründen ein Recht auf Schutz und die Allgemeinheit schulde ihm auch Dankbarkeit. (vgl. ebd., S. 40ff)

Im Urheberrecht muss es einen Interessenausgleich zwischen dem Urheber und der Allgemeinheit geben. Dem Urheber werden für sein Werk umfangreiche Exklusivrechte eingeräumt, aber bloße Ideen eines Menschen werden nicht geschützt. Ebenso werden die Werke eines Urhebers maximal 70 Jahren nach seinem Tod gemeinfrei. Die Ausschlussrechte des Urhebers sind auch für Wissenschaft, privates Kopieren, öffentliche Bibliotheken und zu Gunsten von Behinderten beschränkt.

Weltkarte der Beziehungen von Facebook-Freunden und deren geografische Konzentration
Weltkarte von Facebook-Freunden und deren Konzentration

Web 2.0 – jeder spricht davon, aber niemand weiß was konkret damit gemeint ist. Eine eindeutige Definition existiert nämlich nicht. Schlimmer noch, die Interpretation des Begriffes kann sehr unterschiedlich sein. Gut zeigt sich das am Beispiel eines Interviews mit Tim Berners-Lee. Er gilt als „the inventor of the ‚World Wide Web'“. (Berners-Lee: 2006)[1. Berners-Lee, Tim (2006): DeveloperWorks Interviews: Tim Berners-Lee Originator of the Web and director of the World Wide Web Consortium talks about where we’ve come, and about the challenges and opportunities ahead. IBM-Developer-Works-Podcast. In: http://www-128.ibm.com/developerworks/podcast/dwi/cm-int082206.txt. (07.03.2011)] Berners-Lee wurde gefragt, ob er das Web 2.0 auch als neue Kollaborationsform sieht, die auf die Verbindung der Menschen abzielt, im Gegensatz zum Web 1.0, dessen Ziel es gewesen sein soll Computer zu vernetzen und Informationen bereitzustellen. Seine Antwort war:

„Totally not. Web 1.0 was all about connecting people. It was an interactive space, and I think Web 2.0 is of course a piece of jargon, nobody even knows what it means. If Web 2.0 for you is blogs and wikis, then that is people to people. But that was what the Web was supposed to be all along.“ (ebd.: 2006)

O’Reilly, der dem Begriff Web 2.0 zum Durchbruch verhalf, gibt zu:

„But there’s still a huge amount of disagreement about just what Web 2.0 means, with some people decrying it as a meaningless marketing buzzword, and others accepting it as the new conventional wisdom.“ (O’Reilly: 2005a)[2. O’Reilly, Tim (2005a): What Is Web 2.0. Design Patterns and Business Models for the Next Generation of Software. In: http://oreilly.com/pub/a/web2/archive/what-is-web-20.html?page=1 (07.03.2011)]

Wenn man dem Phänomen Web 2.0 nachgehen will, ist die die Website oreilly.com eine wichtige Quelle. In einem Artikel beschäftigt sich O’Reilly damit, was Web 2.0 ist und welche „Kernkompetenzen“ ein Unternehmen haben muss, um sich mit diesem Wort schmücken zu dürfen. Er zählt auf:

  • Dienste mit kosteneffektiver Skalierbarkeit und keine Paketsoftware [darunter versteht man Software die in einem gewissen Archivformat verpackt ist und installiert werden muss; Anm. des Verf.]
  • Kontrolle über einzigartige, schwer nachzubildende Datenquellen welche wertvoller werden je mehr Leute es nutzen
  • vertrauensvolle User als Mitentwickler
  • Verbindung kollektiver Intelligenz
  • Erreichen des „Long Tail“ [Damit meint man Gewinn durch Nischenprodukten; Anm. d. Verf.] mittels Bildung von Communities
  • Erstellung von Software über die Grenzen einzelner Geräte hinaus
  • Leichtgewichtige User Interfaces, Entwicklungs- UND Geschäftsmodelle.
    (ebd.: 2005b)[3. O’Reilly, Tim (2005b): What Is Web 2.0. Design Patterns and Business Models for the Next Generation of Software. In: http://oreilly.com/pub/a/web2/archive/what-is-web-20.html?page=5 (07.03.2011)] [sinngemäße und erläuternde  Übersetzung vom Verf.]

 

Für Martin Fisch und Christoph Gscheidle, die die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2008 präsentierten, war das Internet noch vor ein paar Jahren durch „Passivität“ gekennzeichnet. Mit dem Web 2.0 ist hier ein grundlegender Wandel eingetreten. Web 2.0 ist „Mitmachnetz“ und zeichnet sich durch die „vielfältigen Möglichkeiten der Partizipation“ und „einfachen Handhabbarkeit“ aus. Als bekannte Mitmachangebote werden Wikipedia, MySpace, StudiVZ und YouTube aufgezählt. Die Web 2.0-Anwendungen werden mit den „klassischen Formen der aktiven Beteiligung“ verglichen. Wobei zu den „klassischen Formen“ Chats, E-Mail, Instant-Messaging-Dienste, Newsgroups und Gesprächsforen gezählt werden. (vgl. Fisch/Gscheidle, 2008: S. 256)[4. Fisch, Martin / Gscheidle, Christoph (2008): Mitmachnetz Web 2.0: Rege Beteiligung nur in Communitys. Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2008. In: media perspektiven 7/2008. S. 356-364. Über die elektronische Zeitschriftenbibliothek der Universität Wien. (07.03.2011)]

Diese Differenzierung zwischen Web 2.0 und „klassischen Formen“ halte ich allerdings für etwas problematisch. Es wird nämlich nicht erörtert, wie man auf diese Unterscheidungen kommt. Es werden sechs Angebotsformen des Web 2.0 gelistet: 1. Virtuelle Spielewelten, 2. Weblogs, 3. Wikipedia, 4. Bilder- und Videocommunitys, 5. Soziale Netzwerke/Communitys und 6. Soziale Lesezeichensammlungen. (vgl. ebd., S. 357) Ein übergeordnetes Differenzierungsmerkmal kann damit aber nicht benannt werden. Gerade das wäre aber die Aufgabe einer Sozialwissenschaft.

Meine Lösung ist, nur jene Anwendungen als Web 2.0 zu begreifen, die es erlauben „user-generated content“ bereitzustellen und wo dieser Content auch im Mittelpunkt steht. Internetanwendungen also, deren Interaktivität sich dahingehend beschränkt, dass die User nur aus dem Inhalt wählen, selbst aber nichts beisteuern können, sollen als klassische Internetdienste eingeordnet werden. Klarerweise ergeben sich mit diesem Schema ebenfalls Probleme, da es viele „Mischformen“ gibt. Wie zum Beispiel klassifiziert man demnach Nachrichtenseiten wie www.diepresse.com oder www.derstandard.at? Beide Webseiten geben zwar die Inhalte vor bzw. produzieren sie, allerdings gibt es auch eine häufig genutzte Kommentarfunktion für die Leser. Solche Typen würde ich daher als klassische Internetdienste mit Web 2.0-Komponente kategorisieren. Problem dieser Differenzierungsmethode ist wiederum, dass Blogs zwar auch die meisten Inhalte vorgeben, allerdings immer und sicher auch korrekt als Web 2.0 bezeichnet werden. Trotzdem scheint mir die grobe Kategorisierung von Web 2.0 als „user-generated content“ am sinnvollsten.

Trotz alledem bleibt dieser Begriff diffus, eine genaue Kategorisierung ist nicht möglich. Web 2.0 scheint doch primär ein Marketingschlagwort zu sein und nur deshalb im allgemeinen Sprachgebrauch, weil es für die Beschreibung der derzeitige Entwicklung im Internet an einer brauchbaren Alternative mangelt.

Bild: Paul Butler: Visualizing Friendships. In: Facebook Engineerings Notizen.

Seit Oktober 2009 nutze ich den Microblogging-Dienst Twitter. Im Umgang mit diesem Tool habe ich eine umfassende Entwicklung durchgemacht. Diese Entwicklung hat mich stark an das Oberg-Modell erinnert. Der Anthropologe Karlevo Oberg beschreibt darin, welche Phasen man als Neuankömmling in einem fremden Land durchmacht. Das erste Mal habe ich von diesem Modell in Kopenhagen gehört, auf einer Orientierungslehrveranstaltung für Erasmus-Studenten. Ich möchte zeigen, wie perfekt man dieses Modell auf die Eingewöhnung eines Social Media Dienstes wie Twitter ummünzen kann.

Honeymoon-Phase
In der ersten Phase, werden alle Begegnungen in dem neuen Land als aufregend, positiv und stimulierend empfunden. Der im Ausland Tätige wird von einer Offenheit und Neugier getragen, er befindet sich in einem Zustand des Überschwangs. Das Urteilsvermögen ist eingeschränkt, kleine negative Erlebnisse werden unterdrückt oder gar nicht erst wahrgenommen. Die Konzentration gilt einzig auf den als schön und angenehm empfundenen Aspekte im Umgang mit den Mitmenschen in der neuen Umgebung. (Haufler, 2003) ((Haufler, Frank (2003): Phasen der Eingewöhnung – ein Modell von K. Oberg. In: http://teamarbeit.factlink.net/124772.0/. (04.03.2011) ))

Genauso erging es mir. Als Neuling war ich neugierig, offen und überschwänglich. Von Twitter hatte ich zuvor aus den klassischen Medien gehört. Eingeprägt hat sich dieser neuartige Dienst bei mir durch die Berichterstattung um ein im Jänner 2009 notgewassertes US-Passagierflugzeug. Ein Twitterer hatte die anschließende Rettungsaktion der Passagiere fotografiert und so für einen Ansturm auf TwitPic gesorgt. TwitPic ermöglicht das Posten von Fotos auf Twitter. Sobald ich registriert war, habe ich alles möglich angeklickt und durchstöbert, ohne wirklich zu wissen für was das alles überhaupt gut sein soll. Die Planlosigkeit wurde immer größer. Was folgte, kann man die Twitter-Kulturschock-Phase nennen. Aber zuerst wieder zum Modell von Oberg:

Kulturschock-Phase
In der darauffolgenden zweiten Phase bemerkt der Neuankömmling Unstimmigkeiten zwischen seinen eigenen Gepflogenheiten und den Verhaltensweisen der Menschen in seinem Gastland. Der Neuankömmling fühlt zum ersten Mal so etwas wie Fremdheit. Auslöser für ein Gefühl der Fremdheit kann ein sich einschleichendes Bewusstsein der Desorientierung sein. Man hat das Gefühl nicht genau zu wissen was „läuft“. (ebd.)

Ich hatte null Wissen über Twitter, aber noch immer die diffuse Vorstellung alle tollen und exklusiven Informationen würden mir sofort automatisch zufliegen. Natürlich muss man aber erst einmal den richtigen (!) Leuten folgen und dazu muss man die halt auch kennen. Außerdem: Erst wenn man einmal einer gewissen Anzahl folgt, hat man ständige und weiterführende Anknüpfungspunkte. Anfangs fühlte ich mich also fremd und desorientiert auf Twitter. Die Konsequenz daraus war, dass ich aufhörte mich damit zu beschäftigen. Ich denke, so ergeht es vielen Nutzern. Ich aber fand den Weg zurück zu Twitter, die nächste Phase begann. Was sagt das Oberg-Modell dazu:

Genesungsphase
Die dritte Phase beginnt in der Regel dann, wenn der Einzelne erkennt, dass er ein Problem mit der fremden Kultur hat und akzeptiert an der Lösung des Problems zu arbeiten. Zu weiten Teilen stellt die Phase einen Kompromiss zwischen den Gefühlen und Denkweisen der Honeymoon- und der Kulturschock-Phase dar. Mit anderen Worten, es wird ein Kompromiss zwischen den übertriebenen Erwartungen aus der ersten Phase und der Realität gefunden. (ebd.)

Einziger Unterschied zur Twitter-Erfahrung: Ein Ausländer muss sich mit der Situation auseinandersetzten (außer er fliegt Heim), Twitter kann man leicht verdrängen. Oft braucht man wohl einen Anstoß von außen, um die Twitter-Kulturschock-Phase zu überwinden. In meinem Fall war das die Lehrveranstaltung von Axel Maireder in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Forschungsobjekt dieser Lehrveranstaltung war Twitter und Facebook. Meine Kollegen und ich mussten uns mit Twitter auseinandersetzen. Glücklicherweise, denn das war die Motivation die ich brauchte. Meine anfänglichen übertriebenen Erwartungen wurden realistischer. Twitter bietet eben nicht nur interessante und hochqualitative Informationen, sondern auch viel Schund. Aber den Schund kann man effektiv reduzieren und das bringt uns in die letzte Phase, der

Anpassungsphase
Man hat für sich seinen Platz in der fremden Gesellschaft gefunden. Ein Manager ist nun in der Lage, effektiv zu arbeiten. Er kennt die Grenzen seiner Fähigkeiten, seine Denkweise ist flexibler geworden und er ist zukünftig auch in der Lage neue Handlungswege zu beschreiten. (ebd.)

In der Twitter-Genesungsphase folgte ich besonders vielen Twitter-Accounts. Dementsprechend viele Tweets hatte ich zu lesen. Von Erlebnissen auf einer tollen Party, über Liebeskummer, bis hin zu Musikgeschmack war da alles dabei.

Irgendwann begann mich das alles zu stören. Persönliches interessiert mich nur von Leuten die ich eben auch persönlich kenne. Mal ganz davon abgesehen, dass Persönliches grundsätzlich persönlich bleiben soll! Und wenn doch, dann bitte auf Facebook. Facebook sehe ich als Medium für Kontakt zu Leuten aus dem persönlichen Umfeld. Zugegeben, ich habe auch auf Facebook einige „Freunde“, wo man das Persönliche schon sehr weit herleiten muss. Trotzdem füge ich auf Facebook nur Kontakte hinzu, die ich kenne. In Twitter hingegen folge ich fast nur Personen, an denen ich wegen ihrer Profession interessiert bin. Ich will von deren Wissen profitieren, das Privatleben interessiert mich nicht.

Das ist auch der Grund warum ich beginne Leuten zu entfolgen. Außerdem prüfe ich nun sehr genau, bevor ich jemand neuen folge. Wichtigstes Selektionskriterium ist für mich die Bio des Twitterers. Wer eine hohe, wichtige oder interessante Position innehat, bietet oft auch interessante Tweets. Ist das nicht gegeben, schaue ich, ob sich der Twitterer für dieselben Themen interessiert wie ich. Oft ist das ja in der Bio erwähnt. Ist das alles nicht vorhanden, lese ich mir durch, was derjenige bisher getweetet hat. Ist da tatsächlich Relevantes für mich dabei, folge ich ihm auch. Alles in allem versuche ich also den Informationsstrom möglichst effektiv und qualitativ zu machen.

Fazit:
Für mich ist erstaunlich, wie gut sich das Oberg-Modell auf den Gebrauch von neuen Internetdiensten wie Twitter umlegen lässt: Anfangs ist man überschwänglich aber desorientiert, was schließlich zur Ernüchterung führt. Überwindet man das, werden die Erwartungen realistischer und schließlich benützt man das Tool individueller und effektiver. Firmen sollten versuchen die Kulturshock-Phase möglichst leicht überwindbar zu machen. Ich persönlich nutze Twitter als einen Kanal für qualitative Informationen zu (Sach-)Themen, zu viel Persönliches ist für mich ein Entfolgungsgrund.

Langsam werden sogar die ewig jungen Social Media alt. Dementsprechend liegt bei vielen Usern auch das Beitrittsdatum länger zurück. Wann bin ich eigentlich Facebook beigetreten? Und wann Twitter? Diese Fragen stellen sich viele Leute immer häufiger. Gründe dafür gibt es genug: Sentimentale Gefühle, Rekapitulation wann man seine Privatsphäre aufgegeben hat, oder man wurde schlicht um das Datum bei einer der vielen sozialwissenschaftlichen Erhebungen zur Social Media-Nutzung gebeten.

 

In Facebook ist es leider nicht möglich, das Beitrittsdatum exakt ausfindig zu machen. Man kann sich aber am ältesten Profilfoto oder am ersten Status Update orientieren:
Profilfoto: Man klickt rechts oben auf „Profil“ -> dann auf „Fotos“ -> und „Profilbilder“. Dort das älteste auswählen. Unter dem Foto steht wann das Foto hochgeladen wurde. Das verrät ungefähr das Beitrittsdatum, da die meisten gleich am Anfang ein persönliches Foto hochgeladen haben.

Vorsicht: Auf Facebook haben auch schon Betrüger versucht User zu ködern mit „finde heraus was Deine erste Status Meldung war“. Mehr dazu hier.

Und Twitter gibt es natürlich auch noch. Langen Erklärungen sind aber unnötig: Einfach auf http://www.whendidyoujointwitter.com gehen und Username eingeben. Viele Applikationen wie Tweetdeck sollen auch das Beitrittsdatum zeigen, so Florian Allesch.