Heureka! Heute habe ich am Publizistik-Institut die Anrechnung meiner Lehrveranstaltungen aus dem Erasmus-Semester vornehmen lassen. Zum Abschluss gibt es von mir eine kleine unterhaltsame Zusammenfassung des dänischen Königreiches und seiner Bewohner.

Glücklich ohne Berge und mit viel Bier

Dänemark hat vieles zu bieten. Schifahrer werden sich allerdings nicht wohlfühlen, der höchste „Berg“ misst gerade einmal 171 Meter. Macht aber nichts, als Ausgleich für lange Wintertage hat man in Dänemark das Lego erfunden. Wenn das nichts mehr hilft, können die Dänen auf Unterhaltungselektronik von Bang & Olufsen zählen, vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld. Reißen alle Stricke können sich die Dänen auf ihr Bier verlassen und davon hat man hier reichlich: Carlsberg ist der viertgrößte Brauereikonzern der Welt. Bier hat man also und zu feiern wissen die Dänen auch. Wahrscheinlich sind sie deshalb nach einer internationalen Studie weltweit am glücklichsten. Wobei, auf der Universität wird das mehr mit der „trustful society“ erklärt. Mit „trusful society“ sind hohe – von der Gesellschaft akzeptierte – Steuern gemeint, einhergehend mit einem hohen Lebensstandard, sozialer Sicherheit und Chancengleichheit.

Und wie studiert es sich?

Apropos Universität: Ich glaube, jeder Erasmus-Student weiß zu feiern, immerhin gilt es neue Menschen und ein neues Land kennenzulernen. Ich bin natürlich trotzdem regelmäßig auf die Uni gepilgert, wenn auch oft mit einem müden Auge. Eigentlich studiere ich Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, in Kopenhagen war mein Studium aber eher mit dem der Film-, Theater- und Medienwissenschaft in Österreich zu vergleichen. Darum war zum Beispiel der dänische Regisseur Lars von Trier fester Bestandteil meines Semesters. Der und überhaupt die Filmproduktion in Dänemark gelten weltweit als künstlerisch herausragend. Das „Dogma 95“-Manifest ist Filmfreunden wahrscheinlich ein Begriff. Trotzdem, die Qualität der Kurse auf der Uni sind definitiv nicht besser als in Wien, nach meiner Einschätzung muss ein Wiener Publizistikstudent sogar mehr für seinen Magister leisten, als ein Kopenhagener Student für seinen Master. Auch wenn einige Wiener Studenten jetzt ungläubig den Kopf schütteln werden, aber in Wien ist außerdem die Organisation klarer, übersichtlicher und einfacher strukturiert. Die Dänen müssen Bürokratie lieben, schlimmer geht es anscheinend immer.

Eine einmalige Chance

Trotzdem muss man betonen: Ein Auslandssemester bereichert ungemein, man gewinnt neue Einsichten, erweitert seinen Horizont und es ist eine Gelegenheit aus seinen alten Mustern auszubrechen. Wer also noch studiert, sollte die Möglichkeit wirklich nutzen!