Dänemark und Kopenhagen im speziellen haben viel gemeinsam mit den Eidgenossen: Die Lebenserhaltungskosten sind immens und verstehen tut sie niemand. Die dänische Sprache muss man zweimal lernen – einmal schriftlich und einmal mündlich. Als Beispiel eignet sich wunderbar das deutsche Wort „natürlich“: Im Dänischen heißt das selvfølgelig und ausgesprochen wird das ungefähr so: „selfööli“. Überhaupt lassen die Dänen bei der Aussprache gerne einzelne Buchstaben weg und sprechen mehrere Wörter zusammenhängend aus, sodass es sich wie ein einziges Wort anhört.

Aufgrund dessen war mein Dänisch-Kurs gar nicht so einfach. Eigentlich hatte ich mir erwartet, dass man als Deutschsprechender mehr versteht. Aber zumindest ein paar grundlegende Dinge sitzen schon. Fast genau 3 Wochen lerne ich jetzt schon Dänisch. Der Kurs endet am 31. mit einem mündlichen Test. Den schriftlichen Teil hatte ich bereits am 27. Erfreulicherweise war die schriftliche Prüfung nicht allzu schwer, vorausgesetzt man hat alle Kurseinheiten besucht. Ich bin ganz zuversichtlich auch den mündlichen zu schaffen. Darum bleibt nur noch zu sagen: Jeg kan tale lidt dansk!

Aber warum sind jetzt Dänen die Schweizer des Nordens? Na weil sie sich nicht mal untereinander verständigen können und ich habe den Beweis!

Für alle die es schnell wissen wollen:
Klicke auf Konto -> Privatsphäre-Einstellungen -> Einstellungen anzeigen (nicht auf „Benutzerdefinierte Einstellungen“!) -> Sichtbarkeit meiner Interessen und Seiten

Für alle die es genauer wissen wollen:
Die Fan-Pages oder „Gefällt mir“-Seiten von Facebook (FB) sind schon eine tolle Sache. Einmal auf den „Gefällt mir“-Button geklickt und schon bekommt man alle Statusmeldungen dieser Page in die Timeline. Nicht nur das, auch Freunde erfahren was einem gefällt. Moment, wirklich nur Freunde? Nein, alle können sehen welche Seiten gefallen! Warum aber muss jeder wissen ob einem Barack Obama oder doch eher John McCain gefällt? Und muss der Chef wirklich wissen, dass einem etwa „Wir saufen mit maß und ziel, maß ist die einheit und rausch das ziel…“ gefällt? Noch komplizierter wird es, wenn man in FB Freunde hat, die eigentlich keine Freunde sind. Das kommt aus allen möglichen Gründen schon häufig vor. Diesen Freunden will man natürlich nicht alles mitteilen. In FB kann man mit Freundeslisten bestimmen, wer wie viele Informationen einsehen kann. Nur: Für Fan-Pages gab es diese Funktion bislang nicht. Das war wirklich ärgerlich und FB reagierte auch lange nicht auf die vielen Comments im Diskussionsforum zu diesem Thema.

Das gehört aber erfreulicherweise der Vergangenheit an. Wer seine Fan-Pages nur gewissen Freunden und Freundeslisten zeigen will, muss folgendes machen:

  1. 1. In FB auf Konto und Privatsphäre-Einstellungen klicken
  2. 2. Dort auf „Einstellungen anzeigen“ klicken. (nicht auf „Benutzerdefinierte Einstellungen“, denn damit kommt man überraschenderweise in ein anderes Menü)
  3. 3. Im sich öffnenden Menü muss man bis zum Ende runter scrollen, dann findet man den Eintrag „Sichtbarkeit meiner Interessen und Seiten“. Dort kann man seine personalisierten Einstellungen treffen.

Schön viel zum Klicken, oder? Besser hätte FB das Menü nicht verstecken können – Ostern ist doch eigentlich schon vorbei! Diese wichtige Privatsphäre-Einstellung werden daher wahrscheinlich nur wenige Leute treffen. Dazu passt wohl dieser extra 3-Satirebeitrag:

Die letzten vier Artikel haben sich ausschließlich mit Bürokratie beschäftigt. Dieses Martyrium ist nun vorbei, ich befinde mich bereits in Kopenhagen.

Kopenhagen: Schön (und) teuer

Am 2. August flog mein Studienkollege Lubomir und ich nach Kopenhagen. Den ersten bleibenden Eindruck von unserem Gastland bekamen wir beim Fahrkartenautomaten für die Metro: Kopenhagen ist teuer, wirklich teuer. 34,50 Dänische Kronen für ein 3 Zonen-Ticket,  das sind rund 4,60 Euro! Keine Vergünstigungen für Studierende! Da bleibt dem WienerLinien-Fahrgast erst mal die Spucke weg. Der zweite bleibende Eindruck folgte während der U-Bahn-Fahrt: Kopenhagen ist kleiner als erwartet. Die Metro besteht aus zwei Linien, wobei diese zwei Linien zu einem Gutteil die gleichen Gleise befahren. Nur zwei Teilstücke des Netzes gehen in verschiedene Richtungen. Verfahren kann man sich also nicht. Auch Hochhäuser sucht man in Kopenhagen vergeblich. Dafür ist die Stadt sauber und nicht sehr hektisch.

Im Studentenwohnheim

Wie schon berichtet, war die Wohnungssuche wirklich schwierig. Wir sind schließlich in einem Studentenwohnheim untergekommen, allerdings nur bis 28. August. Die eigentlichen Mieter sind gerade auf Urlaub und wollen mit der Untervermietung Geld sparen. Unser Studentenheim namens „Tietgen Kollegiet“ ist sehr modern. Es ist architektonisch sogar so gut, dass ein Modell davon auf der Expo in Shanghai steht. In den oberen Geschossen des Rundbaues befinden sich die Zimmer und verschiedene Gemeinschaftsräume. Das Erdgeschoss besteht nur aus solchen Gemeinschaftsräumen: Fitnesskammer, Wäscherei, Lern- und Computerräume, Musik- und Filmräume – einfach alles was der Student von heute so braucht. Aber auch hier wieder: 5000 Kronen pro Monat, das sind 670 Euro, für ein Zimmer im Studentenwohnheim? An die Preise muss man sich erst gewöhnen.

Fahrrad: ein „must have“

Fahrräder, Fahrräder und noch mehr Fahrräder. Überall sieht man sie in Kopenhagen. Während die öffentlichen Verkehrsmittel nie überfüllt sind, herrscht auf den Fahrradstreifen immer reger Betrieb. Beim Radfahren entsprechen die Kopenhagener also dem Klischee und noch eines erfüllen sie gänzlich: Alle Dänen können perfekt Englisch. Nein wirklich, die können das echt. Der Supermarktkassierer spricht akzentfrei und fehlerfrei Englisch. Aber sie haben auch einen Vorteil: Fernsehserien und ähnliches laufen immer im Original mit dänischen Untertiteln – ich glaube, schon alleine so lernt man viel.

Beeindruckende moderne Architektur

Nachdem der Dänisch-Sprachkurs erst am 9. August begann, hatten wir viel Zeit für Sightseeing. Da fahrradlos und Metro zu teuer, haben wir in den letzten Tagen einiges an Kilometer zu Fuß heruntergespult. Wobei die meisten Ziele auch gut zu Fuß erreichbar sind. Da ist es ein Vorteil, dass die Stadt verhältnismäßig überschaubar ist. Wir haben alles gesehen: vom Altstadtrundgang, über das

Blick auf Kopenhagen von Havneparken

Blick auf Kopenhagen von Havneparken

Museum des dänischen Bildhauers Thorvaldsen bis hin zum Kunstmuseum. Wir waren auch in Christiania – der berühmten selbstverwalteten Kommune – in der das Leben bunt und fotografieren verboten ist. Was wahrscheinlich daran liegt, dass dort offen auf den Straßen gedealt wird. Als echte Studenten haben wir übrigens auch schon alle Universitätsgebäude inspiziert. In Kopenhagen fällt generell eines auf: Die moderne Architektur ist beeindruckend, dagegen sind die historischen Gebäude sehr unauffällig. Zum Beispiel die Marmorkirche in Kopenhagen: Sehenswert aber auch nicht aufregend. Vor allem im Vergleich zu St. Peters in London oder zur Peterskirche in Rom, die auch das Vorbild für diesen Bau waren.

Kuppel der Mamorkirken

Besonders gut gefallen hat mir der Strand in Kopenhagen. Der Sand, die Dünen und die Flora erinnern sehr an die Nordsee. Baden ist aber eher was für Hartgesottenen, das Wasser ist einigermaßen kalt. Aber alleine die Sonne genießen, dazu etwas Trinken und Essen – das ist der perfekte Tag zum Entspannen.

Amager Strand

Die erste Woche ist freilich wahnsinnig schnell vergangen. Jetzt ist Dänisch lernen angesagt und eines kann man schon sagen: Diese Sprache ist nicht einfach! Mehr dazu werde ich demnächst bloggen. 😉

(Alle Fotos geschossen mit dem Smartphone SAMSUNG Wave)