Viele wissen was es heißt von Mitschülern oder Kollegen gehänselt, verspottet oder beleidigt zu werden. Es ist ein hässliches Gefühl und kann den Menschen gar in den Selbstmord treiben. Eine neue Dimension erreicht das Mobbing neuerdings im Internet. Selbstbewusst stellen Schüler die Erniedrigung des Lehrers auf youtube.com, oder wird ein 15-jähriges Mädchen [1. 1. welt.de] solange über Facebook & Co. gemobbt, bis dieses Selbstmord begeht.

Kein Wunder also, dass immer häufiger die Frage gestellt wird: Was tun gegen diesen Missbrauch? „Nulla poena sine lege“ – keine Strafe ohne Gesetz – heißt es zumindest im Strafrecht. Nachkorrigiert wurde das Strafrecht bereits, in Österreich 2006 mit dem Anti-Stalking-Gesetz. Demnach ist Telefonterror ebenso strafbar, wie das ständige Verschicken von Briefen, SMS oder E-Mails. [2. 2. Erläuterung zum Anti-Stalking-Gesetz siehe: internet4jurists.at] Allein das Strafrecht scheint im Internet aber nicht zu genügen, denn es kann erst wirksam werden, wenn eine Straftat bereits begangen wurde. Wohl zu Recht kritisiert der deutsche Blog „Telemedicus“[3. 3. telemedicus.info], dass der Staat im Internet auf ein präventives Vorgehen völlig verzichtet. Präventiv ist der Staat bei anderen alltägliche Dinge: z.B. beim Straßenverkehr, bei Ladenschlusszeiten und ähnlichem. Hier kümmert man sich aktiv um Einhaltung und Umsetzung der Gesetze und Verordnungen, nicht aber im Internet. Telemedicus fordert daher unisono mit der Gewerkschaft für Polizei 2000 „Cyber-Cops“.[4. 4. spiegel.de] Worauf Telemedicus allerdings nicht eingeht, ist, wie nun genau die Polizei „für Ordnung sorgen“ soll. Allein der Gedanke, dass da tausende Polizisten täglich vor den Bildschirmen hocken und kontrollieren ob es da im Internet wohl mit rechten Dingen zugeht, dürfte dem ein oder anderen einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. Dazu zählen sicher die Macher des „Big Brother Awards“, die jetzt schon einen Überwachungsstaat befürchten [5. 5. bigbrotherawards.at].

Ein weiteres Problem ist, wie eine effektive Ordnung in einem globalen Raum wie dem Internet überhaupt durchgesetzt werden soll. Der Nationalstaat gerät da schnell an seine (rechtlichen) Grenzen. Die Zeit [7. 7. http://www.zeit.de] zum Beispiel berichtet über einen Fall von Stalking im Internet: Eine Frau gab in einem Rouletteforum zu viel über sich preis. Nun hat jemand eine eigene Website, mit Name und Fotos der Frau, erstellt. Auch mit Beleidigungen und Anschuldigungen wird dort nicht gespart. Obwohl diese Website sicher ihren Persönlichkeitsschutz verletzt, ist sie immer noch online. Der Grund: Die Website ist im Ausland registriert…

Es besteht daher unbestritten ein großer Bedarf an einer „globalen Rechtsordnung“ im Internet. Allerdings scheinen wir von einer Verwirklichung dessen noch meilenweit entfernt. Die Durchsetzbarkeit des Rechts kann so aber nicht voll gewährleistet werden. Auch so negative Dinge wie Mobbing, Diskriminierung & Co. dürften daher nicht verschwinden, sondern – im Gegenteil – sogar zunehmen. Einfach weil es im Internet so einfach geht und einem meistens nichts passieren kann.

(Dieser Artikel wurde im Zuge einer Übung für die Vorlesung Multimedia in Publizstik- und Kommunikationswissenschaft erstellt)

Der Begriff „Informationsgesellschaft“ ist umstritten und wird oft synonym mit dem Begriff „Wissensgesellschaft“ benützt. Oft wird heute der Terminus Wissensgesellschaft als Weiterentwicklung gebraucht, allerdings erweisen sich beide Begriffe als wage und beliebig. (vgl. Kübler, 2005: S. 16f)

Grundsätzlich kann man aber sicher zwischen einem sozialwissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Gebrauch des Terminus Informationsgesellschaft unterscheiden:

Sozialwissenschaftlich
Der kanadische Kommunikationswissenschaftler William H. Melody bezeichnet solche gesellschaftlichen Formationen als „Informationsgesellschaften“, die in ihren zentralen Funktionen und Leistungen zu einem erheblichen Maße von komplexen elektronischen Informations- und Kommunikationsnetzen abhängig geworden sind und die einen ebenso wesentlichen Anteil ihrer privaten wie öffentlichen Ressourcen für Informations- und Kommunikationsaktivitäten aufwenden. (Melody, 1990: S. 16 – 19, zit. nach Kübler, 2008: S. 17)

Für Castell (vgl. ebd., 2001: S. 527ff) besteht die „Informationsgesellschaft“ aus zwei miteinander korrespondierenden, aber nicht unbedingt gleichlaufenden und sich potenzierenden Entwicklungstrends:

  • Zum einen schreitet die weitere, interne Informatisierung, d.h. die Ausstattung und Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche mit Informationstechnologien, angefangen von der gewerblichen Industriearbeit bis hin zum privaten Zuhause voran
  • Zum anderen wird die Informatisierung, in Zusammenhang mit der globalen Arbeitsteilung, als Überwindung herkömmlicher industrieller Strukturen erachtet. Dadurch dürften sich ihre bisherigen Strukturen, ihre konzentrierten, standardisierten Produktions- und Arbeitsorganisationen, ihre weitgehend fixen Berufskarrieren und ihre inflexible Marktbedienung allmählich auflösen, und an ihre Stelle treten jeweils dezentrale, flexiblere, offenere, aber auch ungewissere und riskantere Produktions- und Arbeitsweisen.

Der Germanist und Medienwissenschaftler Dirk Matejovski führt in seinem Buch einleitend aus, dass sich durch technische Medien und Vernetzung dieser, sich der Alltag grundlegend verändert hat. Dabei betont er, dass nicht nur Ökonomie und Technik davon betroffen sind, sondern die neuen Informationstechnologien „auch unsere Lebenswelt und unsere kulturelle Ordnung“ entscheidend umgestalten. (vgl. Matejovski, 2000: S. 9)

Der Politologe Karl W. Deutsch definierte dann eine Nationalwirtschaft als „Informationsgesellschaft“, wenn in ihr mehr als die Hälfte der Berufstätigen in überwiegend informationsorientierten Berufen tätig ist und in der die Wertschöpfung aus diesen Beschäftigungen mehr als die Hälfte des Bruttosozialprodukts beträgt. (Löffelholz/Altmeppen: 1994, S. 572f)

Man sieht, dass die unterschiedlichsten Fächer mit dem Begriff gearbeitet haben und diesen auch sehr unterschiedlich interpretiert haben. Die Definition von Karl Deutsch halte ich als die gelungenste, enthält sie doch relativ genaue Indikatoren wann dieser Begriff zutreffen ist, oder eben nicht. Der Nachteil: Dann dürfte man für Österreich den Terminus Informationsgesellschaft nicht verwenden. Zwar arbeiteten 2008 bereits 69,7 % aller Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor, worin aber vom Friseur bis zur Verkäufer alle möglichen Berufe inkludiert sind. Die Statistik Austria bietet einen sehr detaillierten Überblick über die Wirtschaftszweige Österreichs, Beschäftigten und Umsatz. Es zeigt sich trotz großzügiger Inklusion meinerseits, dass nicht annähernd die Hälfte aller Erwerbstätigen in „informationsorientierten Berufen“ tätig sind.

rechtswissenschaftlich

Rechtswissenschaftlich gibt es keine generelle Definition des Begriffes „Informationsgesellschaft“, obwohl der Begriff – gerade in der Gesetzgebung und Vorarbeiten der EU – häufig vorkommt.

Rund um den Begriff sammeln sich aber immer gewisse Tatbestände, die dann auch genau definiert sind. In Österreich ist das z.B. der Fall beim § 3 (1) ECG:

Dienst der Informationsgesellschaft: ein in der Regel gegen Entgelt elektronisch im Fernabsatz auf individuellen Abruf des Empfängers bereitgestellter Dienst (§ 1 Abs. 1 Z 2 Notifikationsgesetz 1999), insbesondere der Online-Vertrieb von Waren und Dienstleistungen, Online-Informationsangebote, die Online-Werbung, elektronische Suchmaschinen und Datenabfragemöglichkeiten sowie Dienste, die Informationen über ein elektronisches Netz übermitteln, die den Zugang zu einem solchen vermitteln oder die Informationen eines Nutzers speichern.

Quellen:

Kübler Hans-Dieter: Mythos Wissensgesellschaft. Gesellschaftlicher Wandel zwischen Information, Medien und Wissen. Eine Einführung. 2., durchgesehene und erweiterte Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 2008

Melody, W. H. (1990): Communication Policy in the Global Information Economy. In: Ferguson, M. (Ed.): Public Communication: The New Imperatives. London, p. 16 – 39

Castell Manuel: Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. Band 1. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1994

MATEJOVSKI Dirk: Neue, schöne Welt? Lebensformen der Informationsgesellschaft. Campus Verlag: Frankfurt, New York. 2000

Löffelholz Martin / Altmeppen Klaus-Dieter: Kommunikation in der Informationsgesellschaft. In: Merten Klaus / SCHMIDT Siegfried / WEISCHENBERG Siegfried (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag. 1994. S. 570 – 591

Irgendwann hat sich schon fast jeder Blogger damit beschäftigt: Wie schaut es aus mit Offenlegung bzw. Impressum? Muss ich meinen Namen und Ort bekanntgeben, selbst wenn ich nur einen privaten Blog betreiben?

Diese Frage kann mit einem einfachen „Ja“ beantwortet werden. (siehe § 25 MedienG) Man braucht aber nur Name und Ort beachten, wenn die Homepage „keinen über die Darstellung des persönlichen Lebensbereichs oder die Präsentation des Medieninhabers hinausgehenden Informationsgehalt aufweist“. Dies dürfte wohl für die meisten privaten Websites zutreffend sein. Mit Ort ist explizit nur eine Ortsangabe gemeint und keine vollständige Adresse. In meinem Fall sind z.B. die verpflichtenden Angaben: Medieninhaber = Fabian Greiler, Ort = Wien.

Ich muss nochmal betonen, dass ich mich hier nur auf private Websites beziehen und nicht auf kommerzielle. (den für diese gelten andere und umfangreichere Vorschriften, siehe auch § 5 ECG)

Zum Nachlesen:
Warum es bei privaten Homepages keine Impressumspflicht gibt, sondern nur Offenlegungspflicht: http://www.internet4jurists.at/news/aktuell65a.htm
Zur Offenlegungspflicht nach § 25 MedienG: http://www.internet4jurists.at/glossar/glossar.htm